Nach Schwarzbau - Landesumweltamt führt Großkontrolle auf Tesla-Baustelle durch

Das Baugelände der Tesla-Autofabrik östlich von Berlin (Luftaufnahme mit einer Drohne). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Brandenburg aktuell | 09.07.2021 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Patrick Pleul

Nachdem sich der Schwarzbau-Verdacht von drei Chemietanks auf der Tesla-Baustelle bestätigt hat, sind am Freitag Vertreter des Landesumweltamts in Grünheide erschienen. Sie nehmen jetzt die komplette Baustelle unter die Lupe.

Das Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) sowie Mitarbeiter des Landeskreises Oder-Spree führen seit Freitagmorgen eine umfangreiche Kontrolle auf dem Gelände der Tesla-Fabrik in Grünheide durch. Die außerplanmäßige Überprüfung erfolgt, nachdem am Dienstag drei illegal errichtete Tanks entdeckt worden waren.

Weil für die Behälter, in denen unter anderem toxische Kältemittel gelagert werden sollen, keine Genehmigung vorlag, leitet das Umweltamt derzeit ein Bußgeldverfahren gegen Tesla ein. Wie hoch die Strafzahlung ausfallen könnte, wird noch von den zuständigen Beamten geprüft.

Ergebnisse der Kontrolle sollen frühestens in der kommenden Woche vorliegen

Die Überwachungsbehörde will mit der jetzigen Kontrolle "sicherstellen, dass nicht noch weitere ungenehmigte Aktivitäten auf dem Gelände durchgeführt wurden und werden", wie das brandenburgische Umweltministerium dem rbb mitteilte. Auch Arbeitsschutzkontrolleure sollen demnach vor Ort sein.

Einen konkreten Verdacht, was weitere Schwarzbauten anbetrifft, haben die Behörden aber nicht. Trotzdem: Es gab in der Vergangenheit unzählige Unstimmigkeiten beispielsweise beim Setzen von Bohrpfählen und beim Verlegen von Wasserleitungen.

Scheinbar haben sich die Planungspannen inzwischen so aufsummiert, das die Überwachungsbehörden jetzt einen Komplettüberblick benötigen und das ganze Gelände der Baustelle selbst nach ungenehmigten Aktivitäten absuchen. Ein Ergebnis der Untersuchung werde frühestens kommende Woche erwartet.

Forderungen nach generellem Baustopp

Tesla hat sich noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Das Genehmigungsverfahren für die Elektro-Autofabrik läuft derweil trotz der entdeckten Schwarzbauten weiter. Aber die Rufe nach einem generellen Baustopp werden lauter. Das hatte am Donnerstag unter anderem der Linken-Landtagsabgeordnete Christian Görke gefordert. In seinen Augen sei es mit einem Bußgeld nicht getan. Auch der Anwalt der klagenden Umweltverbände hat gegenüberdem rbb kritisiert, dass Bußgelder bei Tesla einfach nicht ausreichten.

Die Baustelle der ersten Elektroautofabrik von Tesla in Europa ist schon sehr weit fortgeschritten, obwohl die Entscheidung des Landes Brandenburg über die abschließende umweltrechtliche Genehmigung noch fehlt. Tesla baut jedoch über einzelne vorzeitige Zulassungen. Das Unternehmen wollte eigentlich im Juli dieses Jahres in Grünheide die Produktion aufnehmen. Weil der Antrag für die Autofabrik um eine Batteriefabrik erweitert wurde, verzögert sich dies: Tesla plant nun für Ende 2021 mit dem Produktionsstart.

Model Y läuft vorerst nur in Shanghai vom Band

Unterdessen hat Tesla am Freitag angekündigt, in wenigen Wochen mit der Auslieferung seines Mini-SUVs Model Y in Europa zu beginnen. Die ersten Fahrzeuge sollen im August in Deutschland übergeben werden, hieß es. Sie kommen dann aus dem chinesischen Shanghai. Tesla wollte ursprünglich im Juli mit der Produktion des Model Y in Grünheide beginnen. Der Beginn der Auslieferungen des Model Y in Europa war für das dritte Quartal angekündigt.

Offen ist nach rbb-Informationen auch, ob in Oder-Spree auch die Model 2-Variante produziert wird, ein Sparmodell zum Kaufpreis ab 20.000 Euro. Urspünglich hatte Tesla die Produktion in Grünheide favorisiert, zuletzt sich in der Sache aber nicht mehr geäußert.

Der Mini-SUV Model Y ist eine etwas größere Version von Teslas erstem Massenmarkt-Wagen Model 3. Im zweiten Quartal lieferte die Firma gut 199.000 Fahrzeuge der Modelle 3 und Y aus, die größeren und teureren Model S und Model X kamen auf knapp 2.000 Auslieferungen.

Sendung: Antenne Brandenburg, Nachrichten, 09.07.2021, 12 Uhr

 

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57 Kommentare

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  1. 57.

    Faseln sie nicht rum; den ersten 5 Ordner wurde außerordentliche Aussagegründlichkeit bescheinigt. RBB24 veröffentlichte sehr zeitig hier den Lageplan. Habe den sogar gespeichert. Sie hätten eben mal früher z.B. ab Spreenhagen in den Wald gehen sollen. Was ein Pilz ist und essbar hätte ich ihnen gezeigt. ENDE

  2. 56.

    Also mein Favorit ist ganz klar: Energie aus Kernfusionsreaktoren - auch wenn es wohl noch eins, zwei Weilchen dauern wird, bis diese Technologie einsatzbereit ist.

  3. 55.

    Für das neue BMW-Werk in Ungarn wurde bereits eine mehr als 2 1/2x so große Fläche planiert, das Stammwerk in München, als quasi vor Ihrer Haustür, ist gut 3x so groß und deren Werk in Spartanburg ist sogar 4x so groß.

  4. 54.

    Und Herr Neumann warum kommen MY im August/September aus China? Weil die Fabrik dort mehr produziert als man in China los wird. Der Markt in China ist bereits gesättigt obwohl die Fabrik noch gar nicht in der Endausbaustufe ist. Die Fabrik in Grünheide ist eigentlich vollkommen überflüssig und zudem am völlig falschen Ort gebaut.

  5. 53.

    Hier mal der Kommentar direkt vom Werk:

    Seit Wochen beklagen sich unsere Mitarbeiter über völlig unzureichende Arbeitssicherheit auf der Baustelle. Da rauschen 40 Tonner mit 50km/h an Fußgängern auf der Schotterpiste vorbei. Kabel liegen fliegend verlegt mitten im Gebäude rum. Werkzeug ist an allen Ecken und Enden im Innenbereich ungesichert verteilt. In Anlagenteilen, die noch unter Spannung stehen, wird ungesichert durch versch. Gewerke geschraubt und geschweißt. Im Normalfall völlig unhaltbare Zustände.
    Dann: Vor 2 Tagen wird rekordartig aufgeräumt. Wir sind aktuell in der Lackiererei tätig (die anderen Hallen sehen wir auch täglich) und was hier abging glaubt mir keiner. Heute lese ich dann von Arbeitsschutzkontrolleuren, die auf die Baustelle kommen. Quel surprise! So ganz spontan und unangekündigt war das mit Sicherheit nicht. Will man ja politisch auch nicht. Tesla hat einfach Sonderstatus. Prognose: egal welcher Mist noch kommt, alles wird abgewiegelt und blind genehmigt.

  6. 52.

    Sie scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, dass ich nur der Bote für die Zahlen des WSE bin, dem Verband, den Sie gerade erst gelobt haben.

    Der Betonklotz ist übrigens noch überschaubar. Fahren Sie mal nach Ulsan, dem Geburtsort Ihrer CO2-Schleuder. Als ostdeutscher NIMBY sind Ihnen aber die Menschen dort offensichtlich egal. Dann fabulierten Sie ja über den Kauf eine Skoda oder BMW. Auch die werden in ähnlichen Werken gebaut - nur eben vor andere Menschen Haustür. Hatten Sie sich die Fotos der BMW-Werke angeschaut oder haben Sie, um Ihrer edles Gewissen nicht zu beunruhigen, lieber den Kopf in den Sand gesteckt?

  7. 51.

    Letztmalig: Kürzlich las ich hier bei rbb was in der Szene die 88 bedeutet. Als Sozialdemokrat ( in den Genen ) kenne ich mich da überhaupt nicht aus. Sie aber ja und handeln wieder vorsätzlich. Sie unterstellen auch anderen nur böse Dinge. Sie führen FORD an. Den kenne ich nun wieder ziemlich gut. Wollen sie fortfahren oder genügt das ? Tesla hat dort zuerst heimlich gerammt. Und was der "Klimaretterladen" alles noch einrammte hat ihnen ein Mensch aus LOS eindeutig aufgezählt. Waren sie schon mal in Storkow ? Da ist auch ein toller See. Der muss auch bleiben.

  8. 50.

    Wäre die Gier der Antrieb von Musk, würden Tesla eher wie aktuell gerade BMW in Osteuropa investieren.

  9. 49.

    Herr Neumann, wenn sie mich so direkt angesprochen werde, dann kann ich mich dem nicht verschließen.
    - Als erstes führe ich die schon früher erwähnten >5000 Löcher an, die Tesla verbotenerweise bereits in den Untergrund getrieben hat bzw. noch vorhat abzuteufen, was grundsätzlich genehmigungspflichtig und im Bereich des Wasserschutzgebietes laut WSVO nicht statthaft ist. Auch ist der ausführende Betrieb verpflichtet, von jedem Aufschluss ein geologisches Tiefenprofil (Schichtenverzeichnis) zu erstellen (nicht passiert) als Voraussetzung, um den Aufschluss wieder vorschriftsmäßig verwahren zu können. Wurden in Aufschlüssen Grundwasserleiter trennende Schichten angetroffen, so sind diese nach Beendigung der Arbeiten in den Aufschlüssen wieder abzudichten. Diese Vorgaben der Erkundungsrichtlinie wurden durch Tesla ignoriert. Auf Grund der brachialen Vorgehensweise weist der vorhandene obere Grundwasserleiter bereits jetzt immense Schäden auf, die der Verursacher zu beseitigen.

  10. 48.

    wenn ich das Foto anschaue hier … immens große Fläche was da wieder bebaut wurde .
    Traurig wie der Mensch der Planeten zerstört für seine habgier zu befriedigen :/(

  11. 47.

    wenn ich das Foto anschaue hier … immens große Fläche was da wieder bebaut wurde .
    Traurig wie der Mensch der Planeten zerstört für seine habgier zu befriedigen :/(

  12. 46.
    Antwort auf [Inanna] vom 09.07.2021 um 15:37

    "Inanna", ich habe ihnen Regen geschickt damit wieder alles schön grün wird. Der Neumann unterstellt ja insbesondere den Grünheidern einen so extremen Wasserverbrauch. Bin kürzlich an dem Betonklotz vorbei gefahren. Man kann nur wütend und traurig sein.

  13. 45.
    Antwort auf [Inanna] vom 09.07.2021 um 15:37

    Dass die Grünheider sich zuallererst an die eigene Nase fassen sollten (erst Recht die, die sich zwei Häuschen gebaut haben und ein Auto zum Kauf von Hundefutter benötigen), ist ja seit dem Spätherbst 2019 ein alter Hut wie auch WSE bereits im Winter 2019/2020 mitgeteilt hatte, das für das laufende Verfahren genügend Wasser vorhanden sei.

    Passend dazu gibt es aber zwei interessante Meldungen:
    1) Der Osten hängt weiter bei der Wirtschaftsleistung hinterher.
    2) Shell will beim PCK aussteigen.

  14. 44.

    zunächst nicht Kopf sondern Vorsitzender, das ist ein Ehrenamt. Dann ist der auch nicht mehr aktiver Politiker sondern wohl einfaches Mitglied.

    Der lokale BUND-Ortsverband ist sowieso militanter Tesla Gegner....zusammen mit den "guten" Kontakten des Bundes-NABU zu den good old german OEMs kann sich jeder seinen Teil denken.....

    Und Hannelore Kraft ist auch begeisterte Kohle-Lobbyistin genauso wie Stanislav (CDU) bei der Mibrag und ....und.....und....dafür hat man auch gerne die ostdeutsche Windkraftindustrie plattgemacht. Aber der Ossi will es so....

    Muss ich da echt weitermachen?

  15. 43.

    Zu Tesla fällt mir noch ein:
    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier"
    Mahatma Gandhi

  16. 42.

    Wenn Ihnen der RBB nicht zusagt, dann müssen Sie sich ihn doch einfach nicht ansehen. Es steht dem Sender frei was er veröffentlicht und was nicht.

  17. 41.

    Was man nicht vergessen sollte ist:

    Musk hat das selbst geleistet. Ein bisschen speziell ist der natürlich, sonst würde er nicht in einem 40000 Euro Tiny-Haus zur Miete wohnen, aber das so jemand so viele Neider anlockt, während unsere BMW-VW-Porsche-Milliardäre lediglich geerbt haben und jedes Jahr Millionendividenden überwiesen bekommen....

    ....sogar während Corona, während tausende Beschäftigte mit Staatsknete durch Kurzarbeitergeld gestützt werden, genehmigt man sich 100 Milliönchen Dividenden....und zahlt natürlich maximal 25 % Steuern drauf. Da ist der Angestellte Arbeiter der gelackmeierte.....

  18. 40.

    Schon vergessen, dass der Kopf des NABU-Brandenburgs ein SPD-Politiker ist?

  19. 39.

    Weiß denn jetzt überhaupt mal jemand, welche der 5 Tanks erlaubt und welche nicht erlaubt waren?

    Der liegende ganz im Westen für das KÄLTEMITTEL r1234yf schonmal nicht, OK.

    Aber dann folgen von Westen nach Osten:
    Tank für Getriebeöl
    Tank für Bremsflüssigkeit
    Tank für Kühlflüssigkeit (Wasser mit Frostschutz)
    Tank für Wischwasser (Wasser mit Alkohol-Frostschutz)

    Hätte man gar nicht gedacht, dass solche Dinge im Auto gebraucht werden. Puh echt ne Überraschung!!!

    @rbb habt ihr schon nachgefragt?

  20. 38.

    Haben Sie Beweise für die unerlaubte Tiefe oder plappern Sie einfach nur nach. Sie als angeblicher Mann der Technik sollte es eigentlich zu denken geben, dass es technische Regelwerke für solche Pfähle in WSG gibt.

    Aber hey, ist halt ein "Fremdlandbude" USA, also lehnen SIe, Herr 88, die Fabrik per se ab. GM und Ford hatten damals allerdings gute Geschäfte gemacht.

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