Besuch in Brandenburg - Tesla-Chef Musk drängt auf Einhaltung des Zeitplans in Grünheide

Archivbild: Elon Musk, Tesla-Chef, steht auf der Baustelle der Tesla Fabrik und hält seinen Schutzhelm im Arm. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.08.2021 | Stefan Kunze | Bild: dpa/Christophe Gateau

Tech-Milliardär Elon Musk ist am Mittwochabend in der Hauptstadtregion gelandet. Der Tesla-Chef hat sich bereits mit Vertretern der Brandenburger Landesregierung getroffen. Dabei drängte er auf einen Produktionsstart noch in diesem Jahr.

Der Chef des US-Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, ist erneut zu Besuch in Brandenburg. Musk habe sich am Mittwochabend mit Vertretern der Landesregierung getroffen, schrieb Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) auf Twitter.

Steinbach berichtete von einem "entspannten abendlichen Treffen", an dem auch der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teilgenommen habe. Dabei habe Musk betont, wie wichtig der Produktionsstart noch in diesem Jahr sei, sagte Steinbach der DPA. Außerdem habe der Tesla-Chef seine Bereitschaft erklärt, die Kommunikation am Standort der Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) zu intensivieren.

Musk hat bereits mehrfach die im Bau befindliche Fabrik nahe Berlin besucht und Einstellungsgespräche geführt. In der Fabrik sollen künftig pro Jahr nicht nur 500.000 Elektroautos, sondern auch Batterien produziert werden. Allerdings gibt es weiterhin keine endgültige Baugenehmigung. Deswegen ist fraglich, ob die Fabrik, deren wichtigste Bereiche hochgezogen sind und in der bereits Tests laufen, Ende des Jahres mit der Produktion starten kann. Zumal weiterhin Einwände gegen den Bau eingereicht werden können.

44 Einwendungen gegen Tesla-Bau

Bislang sind nur 44 Einwendungen beim Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) eingegangen. Die Frist für Einwendungen ende allerdings erst am 19. August. "Erfahrungsgemäß kommen in den letzten Tagen vor dem Ende der Frist immer noch einige Einwendungen", sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne).

Nach dem Ende der Frist werde das LfU entscheiden, ob es einen weiteren öffentlichen Erörterungstermin geben werde, erklärte der Minister. Sollte dies erforderlich sein, solle die öffentliche Anhörung am 13. September in der Stadthalle Erkner laufen.

Armin Laschet will am Freitag Tesla besuchen

Vogel sagte, wann die endgültige Entscheidung über die umweltrechtliche Genehmigung der Fabrik falle, sei wegen des laufenden Verfahrens noch nicht absehbar. Im September 2020 hatte die Anhörung von Kritikern des Projekts mehrere Tage gedauert.

Ebenfalls zu einem Besuch auf der Tesla-Baustelle hat sich Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet für am Freitag angekündigt. Im Rahmen eines Wahlkampftermins ist ein Gespräch mit Führungskräften und Beschäftigten geplant. Ob Musk dabei ist, war zunächst unklar.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 12.08.2021, 07:30 Uhr

48 Kommentare

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  1. 48.

    Die zwei Gutachten stehen in den Antragsunterlagen. Auf deren Basis kam die Genehmigung durch das LfU, welche die Umweltverbände stillschweigend abgenickt haben. Was soll da jetzt an der Stelle anders sein?
    Bezüglich der Fahrzeugfertigung ist nichts Neues ausgelegt. Die Anlagen sind gebaut und werden getestet. Ich sehe nichts, was einem Produktionsstart entgegen steht.
    Die Batteriefertigung wird spannend.

  2. 47.

    Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Christian Görke und Thomas Domres. Quelle: ntv Digitaltext heute unter Brandenburg hilft Tesla mit Geld

  3. 46.

    Für mich persönlich ist einerseits Herr Elon Musk eine schillernde Figur, andererseits aber ein knallharter Geschäftsmann. Er gibt sich als Mann von Welt, welcher großzügig etwas mit seinen Ideen für die Umwelt tut. Dabei setzt er sich publikumswirksam gekonnt in Szene und inszeniert sich gern selbst. Er hat seine Fans, aber ich werde nicht dazugehören. Die Wirklichkeit ist anders. Finanzielle Mittel werden von ihm überall zusammengekratzt. Immer wieder neue Versprechen gemacht, aber kaum Gewinne gemacht. Es wird alles mit vorläufigen Teilgenehmigungen gebaut, wo jeder Beamter irgendwann den Überblick verliert. Heute berichtet das Nachrichtenportal mit dem rot weißem Logo, dass das Land Brandenburg Tesla finanziell unter die Arme greift. Laut Baugesetzbuch ist eine Ausgleichszahlung von 12 Millionen Euro fällig, diese werden mit 8 Millionen Euro aus einem alten Fond aus altem SED-Vermögen von der Landesregierung übernommen. Wie finanziell klamm ist Tesla? Dazu das amerikanische Prinzip "Hire and fire". Bei deutschen Gesetzen und Regelungen wird versucht, diese zu unterhöhlen und zu umgehen. Eigentlich sollte jeder wissen, dass wenn sich die Fabrik in Grünheide nicht rechnet, sie sehr schnell geschlossen wird und dort eine riesige Industriebrache übrig bleibt...! Mit all diesen Fakten, sollte man als Behörde und Landesregierung in all den Dingen etwas weniger blauäugig heran gehen!

  4. 45.

    Ich glaube, die Autorin meinte das anders. Ich verstehe es so:

    Es gibt eine Co2-Menge, die im Schnitt jeder im Jahr verbrauchen kann, die noch tolerabel ist. Solche Rechnungen schlagen sich z.B. auch im Earth Overshoot Day nieder.

    Diese Co2-Menge kann man selbst verbrauchen (Essen, Heizen, Verkehr, Konsum, ...) und muss natürlich einen Anteil für gemeinschaftlichen Verbrauch abgeben (z.B. Bau+Betrieb von Feuerwehren, Krankenhäusern, etc.).

    Will jemand wie Sie beruflich reisen, muss irgendwoher ja die Co2-Menge dafür herkommen. Entweder aus der eigenen Tasche oder von anderen. Die anderen können ihm diesen Verbrauchsanteil schenken oder verkaufen.

    Co2-neutraler Treibstoff schön und gut. Aber woher nehmen? Wir brauchen grüne Energie erstmal für so viel andere Orte, um fossilen Brennstoff zu ersetzen. Für Fliegerei sehe ich da im Moment keinen Spielraum.

  5. 44.

    Es kann doch nicht so schwer sein zu begreifen dass der WSE die Verantwortung für die Wasserversorgung von mehr als 160000 Anwohnern hat. Es ist seine verdammte Pflicht, hier Gefahren abzuwenden.
    Der Bau dieser Fabrik verstößt in vielfacher Hinsicht gegen die erst vor 2 Jahren verabschiedete WSG-VO und zahlreiche andere Umweltvorschriften.
    Ist Ihnen vielleicht entgangen, dass in den Antragsunterlagen nun doch eine "Befreiung vom Verbot der Errichtung einer Anlage zum Umgang mit chemischen Betriebsstoffen in großem Umfang" beantragt worden ist, was Sie hier immer vehement bestritten haben?
    Vielleicht haben Sie in einigen Dingen Nachholebedarf, was Sie immer anderen hier unterstellen?

  6. 41.

    Die Einhaltung des Zeitplanes liegt allein in der Hand von Tesla. Wenn dort kompetent und sauber nach hiesigen Regeln geplant und gearbeitet worden wäre, gäbe es keine Verzögerung. Also Herr Musk, im eigenen Hause Druck machen und sich an die eigene Nase fassen könnte helfen.

  7. 40.

    Wie sollen die "kleinen" Angestellten die nach jahrelangen sparen sich gerademal einen Kleinstwagen für 10.000,00 Euro leisten können dann einen Tesla für über 30.000,00 Euro kaufen? Ganz zu schweigen von Steuern, Versicherung usw..
    Und wo sollen diese dann ihren Tesla aufladen wenn man in Neubaugebieten schon kaum "normale" Parkplätze findet - geschweige denn eine Ladesäule? Alles echt intelligent gemacht (Sarkasmus!)!

  8. 39.

    War er auch schon in der Chemiefabrik mitten in Erkner?

    Vielleicht noch einn kurzer Halt bei dem Sanierungsbrunnen?

  9. 38.

    Ist es nicht grundsätzlich eher verwerflich, durch berufliche Vielfliegerei ein besonders hohes Einkommen zu erzielen? Das Einkommen wandert in die eigene Tasche, während man den Planeten für alle damit nachhaltig zerstört …

    Noch vor hundert Jahren gab es überhaupt keinen touristischen Luftverkehr. Damals ist man ganz einfach deshalb nicht geflogen, weil es nicht möglich war. Und – oh Wunder – und unsere Vorfahren haben es überlebt! Heutzutage sollte man ebenfalls aufs Fliegen verzichten, wo es nur möglich ist – weil es eben nicht möglich ist zu fliegen, ohne diesen Planeten, der unsere Lebensgrundlage ist, massiv zu schädigen.

  10. 37.

    Hier zeigt sich das dieses System völlig veraltet ist und geändert werden muss.
    1. es dürfte auf einer Welt mit Hunger und Kriegen keine Milliardäre geben
    2. Wie kann ein Mensch so viel Macht haben und die einzelnen Menschen so wenig
    3. Globalisierung zerstört die Welt und läßt den Konkurrenz Kampf nach immer mehr und immer schnell zu sein alles hinter sich, die Natur, die Tiere, das Meer sollten in den Vordergrund kommen sonst verlieren wir unser Luft zum atmen und das worauf wir leben.
    4. Tiere nehmen nur das was sie brauchen wir Menschen rauben alles aus und geben nichts zurück.

  11. 36.

    Ich stimme den beiden Gutachtern zu. Das wird auf der ganzen Welt doch gemacht, nur bei uns in Deutschland ist die Bürokratie sooooo groß wie sonst nirgends.
    Ein Globalplayer investiert in Deutschland und in die ZUKUNFT.
    Unsere heilige deutsche Autoindustrie braucht da mal Konkurenz das sich da vielleicht auch mal was bewegt!

  12. 35.

    Wieso soll da nichts geklärt sein. Die beiden Gutachten stehen in den Antragsunterlagen. Das Presswerk ist auf den Pfählen errichtet. Die Teilgenehmigung dafür haben die Umweltverbände stillschweigend abgenickt.

  13. 34.

    Weil das Land Brandenburg die Wiederaufforstung übernimmt, wird nachts in Dörfern das Licht abgestellt? Das erscheint mir ja nun doch ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen … Woher haben Sie das denn, bitteschön?

    Im Verhältnis zu diesem Milliardenprojekt sind 8 Millionen übrigens wirklich nicht allzu viel. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Geld bei dem, was in Zukunft durch Steuereinnahmen, etc. zurückkommen wird, alles andere als schlecht investiert ist.

  14. 33.

    Laschet scheint gern Orte mit massiver Zerstörung der Natur zu besuchen.

  15. 32.

    Gibts dazu eine Quelle?

    Oder nur übliche Behauptungen ala es gäbe gar keine Aufforstungen?

  16. 31.

    Ist ja interessant, also derjenige der als erfolgreicher Manager/Consultant viel rumkommt, darf dann nicht mehr fürs Wochenende nach Malle wie die Sauftouris? weil der ist ja schon beruflich viel geflogen?

    Wie wäre es einfach dafür zu sorgen, dass ganz schnell in der Luftfahrt tatsächlich CO2-neutraler Treibstoff eingesetzt wird. Kostet der Flug eben rund 50% mehr (bei dreifachen Treibstoffkosten, rund 20-25% machen die bei einem Flug aus.). Musk würde wohl gerne Synfuel tanken wenn der Pflicht wäre, aber oh gott der Sauftouri kann sich natürlich nicht 50 Euro mehr pro Flug leisten.....

  17. 30.

    "Die Geschichte mit den Pfählen und Spundwänden ist doch kalter Kaffee. Da gibt es 2 Gutachten, die bestätigen dass diese keinen negativen Einfluss auf den Grundwasserleiter haben. Das ist die gleiche Stelle."
    Hier ist noch nichts geklärt, gar nichts und Ja, das ist immer noch dasselbe Wasserschutzgebiet und nun kommen an der "gleichen Stelle" noch einmal 1800 + X Pfähle hinzu.
    Im Übrigen ließ sich Ihr Anführer noch im letzten Jahr für das Weglassen dieser Pfähle medienwirksam feiern.

  18. 29.

    und schwupp weiß man über ihr PS woher der Wind weht. Bloß nicht über Inhalte diskutieren, da könnte ja herauskommen, dass die CDU eigentlich nur "wir machen so weiter wie bisher" in petto hat.....

    Wozu auch Inhalte?

    PS: Laschets verlorene aber trotzdem beurteilte/benotete Prüfungen schon vergessen? Sein Innenminister in NRW mit zweifelhaftem Polizeigesetz oder seinen "erzkonservativen" Redenschreiber dem schwule Leid tun?

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