Antenne-Stammtisch in Grünheide - Tesla will sich Betriebsratsbildung nicht in den Weg stellen

wirtschaftsminister steinbach im antenne interview
Audio: Antenne Brandenburg | 19.08.2021 | Jörg Steinbach | Bild: Georg-Stefan Russew/rbb

US-Autobauer Tesla will nach Aussagen von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach einen Betriebsrat zulassen. Ob das Unternehmen Tarifpartner werde, sei damit noch nicht gesagt. Zuständig für die Verhandlungen ist die IG Metall. Von Georg-Stefan Russew

Der US-Elektro-Autobauer Tesla will sich einer Betriebsratsbildung an seinem künftigen Produktionsstandort in Grünheide (Oder-Spree) nicht in den Weg stellen. Dies sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Mittwoch dem rbb in Grünheide. Dies sei auch bei einer anderen Tesla-Tochter in Westdeutschland der Fall. "Man darf das aber bitte nicht gleich mit der Zusage zu einer Tarifbildung gleichsetzen", so Steinbach. Das sei etwas anderes.

Tesla will deutsches Arbeitsrecht respektieren

Steinbach habe in langen Gesprächen mit dem Arbeitsdirektor von Tesla die Zusage erhalten, dass der US-Konzern in Grünheide die Anwendung deutschen Arbeitsrechts zulassen und die hiesigen Institutionen repektieren will. "Ich bin sehr froh, dass bei Tesla ein Arbeitsdirektor eingestellt worden ist, der auch Erfahrung mit der deutschen Gesetzgebung hat. Ich finde die Aussage, dass hier alle Spielregeln eingehalten werden zumindestens vertrauensbildend", sagte er dem rbb.

Die Industriegewerkschaft (IG) Metall selbst will sich in der Nähe des Grünheider Tesla-Werks ansiedeln. Dafür hat die Gewerkschaft ein Haus am Bahnhof Fangschleuse gemietet. Jörg Hoffmann von IG Metall hatte zuletzt im Mai betont, seine Gewerkschaft werde mit den Tesla-Beschäftigten einen Betriebsrat gründen und die Belegschaft organisieren.

Gespräche über Tesla-Gehälter

Steinbach betonte, dass die Verhandlung über mögliche Tarife dann Sache der Gewerkschaften und Tesla sei. "Wir respektieren die Tarifautonomie. Das müssen die Tarifpartner selbst miteinander ausmachen. Die IG Metall möchte gerne Tarifpartner werden. Dann muss sie sich darum bemühen." Allerdings seien die bisherigen Gespräche durchaus als ein positiver Anfang zu bewerten. Ob es zu einer echten Tarifpartnerschaft kommen werde, müsse aber abgewartet werden.

Medien berichteten in der Vergangenheit davon, dass Tesla-Chef Elon Musk kein Freund von Gewerkschaften sei. Durch diese komme es seiner Ansicht nach nur zu kostspieligen Tarifverträgen für den Arbeitgeber.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.08.2021, 05:30 Uhr

33 Kommentare

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  1. 33.

    Na dann schaun ma Mal was so alles Commandante Elon zuläßt. Hoffentlich wird der Betriebsrat später nicht ausgelacht oder sollte sich schämen.

  2. 32.

    Genau, wozu sich aus der Presse informieren, wenn man der eh nicht glaubt.

  3. 31.

    Über unseren Wasserverband erfahre ich alles direkt. Benötige da keine Presseinfo. Ist mir alles bekannt. Keine Milchmädchenrechnungen; bleiben sie mal bei max. 2000 000; wie bei VW. Da sind doch wohl Verbrenner dabei. Iich kenne hier keinen einzigen Teslakunden, der gierig auf den Produktionsbeginn wartet. Es ist auch ein Unding, dass der Staat sich erlaubt die Steuerzahler so zu plündern für Autowünsche anderer. Bei Mieten habe ich Verständnis. Es müssen so viele auf der Parkbank schlafen. Beschämend.

  4. 30.

    "Die schaffen wir gerade ab, Ihre sogenannte FDGO" Dass Sie die FDGO gerne abschaffen wollen, überrascht mich nicht. Ich bekenne mich insofern schuldig, dass ich hier Menschen wie Sie auf die Palme bringe, weil ich deren bewusste Falschbehauptungen regelmäßig entlarve.

  5. 29.

    Dass die WSE längst geholfen hat, den Wasser-Popanz zu relativieren, ist Ihnen entgangen. Hier ein längerer Artikel aus der Zeit:
    https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2021-03/tesla-fabrik-gigafactory-gruenheide-brandenburg-wasserbedarf-bohrungen/komplettansicht
    Auch darin wird deutlich, dass er vor allem ein Zeitproblem sieht, wobei ja bekanntlich die Ver- und Entsorgung für das laufende Verfahren gesichert ist.

    Tesla: 1,45 Mio m³/a
    BASF Schwarzheide: 3 Mio
    Leipa: 6 Mio
    Stahlwerk Eisenhüttenstadt: 7 Mio.
    PCK: 20 Mio.
    LEAG: 114 Mio.


    500000 PKW aus Grünheide entsprechen einem Marktanteil von 0,5/18 = 3 % Das ist überschaubar. Zum Vergleich VW-Konzern in 2019: 4.552.800 PKW für Europa.
    Haben Sie mitbekommen, was die Verbrenner-Konzerne planen oder ist für Sie nur der Strom von Belang, mit dem die Autos aus der "Fremdlandbude" geladen werden?
    https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/verbrenner-ausstieg-auto-hersteller-elektro-zukunft/

  6. 28.

    Die schaffen wir gerade ab, Ihre sogenannte FDGO.
    Und bitte, vergessen Sie nicht, dass ein kleiner Teil auch an Ihre Adresse geht.

  7. 27.

    Oh, Sie haben aber schnell vergessen, auf wesen Kommentar Sie geantwortet haben. Ich glaube übrigens an die FDGO, während Sie ja z.B. Berichte des RBB in Zweifel ziehen.

  8. 26.

    Nö, von Ihnen sowieso nicht, denn scheinbar sind Sie irgendwie im Spätherbst 2019 hängengeblieben.
    Bald haben wir wieder Spätherbst, nur müssen Sie und Ihre Glaubensgemeinschaft mit deutlicherem Gegenwind rechnen, als es noch im Spätherbst 2019 der Fall war.

  9. 25.

    Da faselt der Minister Steinbach schon von Betriebsrat obwohl imer noch nicht abschließend festgestellt wurde, das das gesamte Werk dort überhaupt produzieren darf. Uns hat man alle an der Nase rumgeführt. Was jetzt noch nicht passt wird auf dem Papier passend gemacht. Erst wenn das letzte wertvolle Grundwasser in Hangelsberg-Nord abgesaugt ist wird man erwachen. Aber es gibt ja überall Wasser-ringsum; so viele Seen. Wir sind ja nicht in der Wüste sagte der E-Guru zum kleinen Laschet...Die richtige Durchsicht hat nur unser Wasserverband. Wer hat den nur gezwungen gute Miene zu machen ? Wer kauft außerdem 500 000 bis 2000 000 Teslas und das jahrelang ? Mit Spargelstrom wird das nix sagte außerdem er Teslaguru. Da rettet uns Polen mit Atomstrom ? Tollste Zukunft aller Zeiten.

  10. 24.

    Übrigens wird auch viel Soja und Palmöl auch benötigt, um den Biosprit-Anteil für die Verbrenner herzustellen.
    Die Werksfeuerwehr von Tesla ist auch schon im Einsatz gewesen. Es brannte ein Verbrenner an der Autobahn. Schauen Sie mal auf Facebook bei der FFW Erkner vorbei. Und so etwas ist auch Alltag:
    https://www.pz-news.de/bildergalerie_fotos,-Hyundai-brennt-auf-A8-_mediagalid,54606.html

  11. 23.

    "Das Werk steht..."

    ...höchstens zum Teil.

    Das vergaßen Sie zu erwähnen. Aber lassen Sie mal. Es macht Ihnen niemand einen Verwurf, dass Sie Derartiges verkünden müssen und andere das glauben sollen.

  12. 22.

    Zum x-ten Mal. Das Werk steht, die meisten Anlagen sind installiert und werden getestet, mehr als 1000 Mitarbeiter sind eingestellt.

    Jetzt muss diese Investition ein Erfolg werden. Dazu ist auch ein Betriebsrat wichtig.

    Gegen das Werk zu sein ist Ihr gutes Recht, interessiert aber keinen mehr.

  13. 21.

    Äh, erwartete Sie ernsthaft in einem Kommentar zum Sinn eines Betriebsrates Gründe für die Ansiedlung von Tesla im vor rd. zwei Dekaden nach öffentlicher Beteiligung für ein Automobilwerk überplantem Industriegebiet Freienbrink-Nord? Die finden Sie in den alten Grundsatzdiskussionen vom Spätherbst 2019 - falls die Sie überhaupt interessieren.

  14. 20.

    Es gibt so viele Fragen: Wofür hat man denn so viel Urwald vernichtet ? Um danach SOJA anzubauen ? Wer begehrt denn auf dem Weltmarkt so viel davon ? Etwa auch Europa, sprich Deutschland ? Etwa für die Schweinezucht; sprich für den Fleischexport nach China ? Dann noch was für den E-Autoexperten. Es war zwar kein Tesla aber 4 Sitze hatte der auch. Einer vom VW-Konzern. Der brannte plötzlich lichterloh und mit dicker Rußwolke. In den Niederlanden. Die Mutti konnte gerade noch ihr Kleinkind aus dem Auto holen. Nun warte ich auf die Bestimmung: Nie ein Kind oder alte Oma allein im Elektroauto lassen. Lästern sie nun über VW oder wissen sie, dass Teslas auch so enden können ?

  15. 19.

    Ja, ich habe Ihren Post gelesen und bin wiederholt zum unabänderlichen Schluss gekommen, dass keines der vorgeschobenen Gründe seitens der Politik, Wirtschaft und auch die der Tesla-Jünger nicht einmal im Ansatz den Bau dieser Fabrik im Landschafts- und Wasserschutzgebiet rechtfertigen würde.
    Es sei denn, es handele sich um rein monetäre Interessen, also Gewinnmaximierung, Monopolstellung und am Ende Machtausübung.

  16. 18.

    Das ist Verzweiflung Ihrerseits! Oder erkennen Sie wirklich nicht die Unterschiede? 11.000 km² ersatzlos allein in 2020 vernichtetem Urwald setzen Sie dem Industriegebiet Freienbrink-Nord gleich, dessen öffentliche Überplanung Ihnen als Ortsfremden ebenso entgangen sein will wie die öffentlichen Anhörungen zur Wasserverordnung und leugnen zudem die höherwertigen Neuaufforstungen und weitere Maßnahmen als Ersatz für den monokulturellen Kiefernnutzforst mit geringer Artenvielfalt und dadurch niedrigem ökologischer Bedeutung. Die Kiefer ist dabei bekanntlich mit 80 - 140 Jahren hiebreif. Deren schädlichen Einfluss auf das Grundwasser hatten wir dabei ja auch im Spätgeherbst 2019 wie das auch neulich vom RBB bestätigt worden ist. Oder wollen Sie das ebenso wie die Berichte über die Neuaufforstungen in Zweifel ziehen?

  17. 17.

    Bitte meinen Post lesen. Ich habe das begründet.
    1. Die Unternehmenskultur. Elon Musk ist ein Unternehmensgründer, der für sein Unternehmen lebt und das auch von seinen Mitarbeitern verlangt. Nur hat jeder Arbeitseinsatz auch physische Grenzen. Da hat ein Betriebsrat auf die Einhaltung der Vorschriften zu achten. Qualität hat auch was mit Arbeitsorganisation zu tun.
    2. Die neue Belegschaft muss sich finden. Es werden unterschiedlichste Kulturen aufeinandertreffen. Das kann am Ende nur gut sein.

  18. 16.

    Machen die ja auch, s. das im Artikel erwähnte Werk in Westdeutschland.

  19. 15.

    "Bolsonaro ist ein ebenso alter wie verleumderischer Hut, der nur Ihre Verzweiflung ob Ihres Unrechtes aufzeigt."

    Der eine bezeichnet den Wald in seinem Herrschaftsgebiet als Gestrüpp.
    Ein Anderer - unabhängig vom tatsächlichen Alter der Bäume - als erntereif und minderwertig.
    In meinen Augen ist das geistige Brandstiftung und deshalb sollten sich beide von ihren eigenen Aussagen distanzieren, oder wenigstens dafür schämen.

  20. 14.

    "Ich finde es gut und wichtig, dass es hier einen Betriebsrat gibt."
    Wie kommen Sie darauf?
    Weil es in der Überschrift steht?
    Auch hier berufen Sie sich wie Ihre Glaubensbrüder auf Annahmen und Vermutungen.

    "die Anwendung deutschen Arbeitsrechts zulassen und die hiesigen Institutionen respektieren"
    - heißt im Grunde nichts anderes, als sein Gegenüber zu respektieren oder einfach nur zu achten.

    Sicherlich werden Sie z.B. Allgemeine Geschäftsbedingungen vor Vertragsabschluss respektieren, nützt nur nichts, denn diese müssen Sie akzeptieren.

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