Giga-Pressen bei Tesla - Autos in Grünheider Werk sollen aus einem Guss kommen

Ein Elektrofahrzeug vom Typ Tesla Model Y steht auf der Baustelle der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.09.2021 | Lucia Heisterkamp | Bild: Patrick Pleul/dpa

In Brandenburg will Tesla bei der Autoproduktion erstmals große Teile der Karosserie in einem Stück gießen. Hierzu sollen Giga-Pressen aus Italien nach Grünheide geliefert werden. Andere Hersteller könnten bald nachziehen. Von Lucia Heisterkamp

Tesla ist dafür bekannt, vieles anders zu machen. Auch bei der Produktion will das Unternehmen neue Wege gehen. Statt die Karosserie eines Autos, wie bei anderen Herstellern üblich, aus vielen Einzelteilen zusammenzusetzen, sollen große Teile bei Tesla künftig aus einem Stück gegossen werden. Mit Hilfe riesiger Aluminium-Gießroboter, die etwa so groß sind wie ein kleines Haus.

"Die sogenannten Giga-Pressen ermöglichen eine völlig neue Art der Herstellung“, sagte Katja Legner vom Automobilverband ADAC. "Wo bislang eine Vielzahl an Bauteilen mithilfe von Fügeverfahren wie Schweißen, Kleben, Schrauben und Nieten zur finalen Karosserie führten, sollen mithilfe der sogenannten Gigapressen zwei, beziehungsweise am Ende nur ein Bauteil entstehen."

In Brandenburg will Tesla noch weiter gehen

Die Druckmaschinen wurden von dem italienischen Hersteller Idra entwickelt, seit Anfang des Jahres stehen zwei davon in der Tesla-Fabrik in Fremont in den USA und drei in China. Sie produzieren dort das hintere Rahmen-Teil des Model Y an einem Stück, das sich beim Vorgängermodel 3 noch aus 70 Einzelteilen zusammensetzt. In Grünheide will Tesla aber noch weiter gehen: Dort sollen laut Unternehmensplänen acht der tonnenschweren Maschinen zum Einsatz kommen und neben dem Heck auch den vorderen Unterboden aus einem Guss fertigen. Das wurde dem rbb aus Tesla-Kreisen bestätigt. Zuerst hatte das Automobilmagazin "Teslamag" darüber berichtet.

"Das ist eine große Innovation, die die Produktionskosten dieser Teile um 40 Prozent senkt", sagte Stefan Bratzel vom Automobil-Forschungsinstitut "Center for Automotive Management" in Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen). "Diese Technik soll später auch in anderen Tesla-Fabriken angewendet werden, aber zunächst soll sie in Brandenburg zum Einsatz kommen."

Der Vorteil der Giga-Pressen: Statt vieler kleiner Schweißroboter werden nur noch wenige große Maschinen benötigt. "Die Fahrzeuge können schneller produziert werden, dadurch spart man Kosten und das wirkt sich am Ende auch auf den Fahrzeugpreis aus", so Bratzel weiter.

Andere Hersteller könnten bald nachziehen

Der Automobilexperte ist davon überzeugt, dass auch andere Hersteller bei den großen Druckgussmaschinen bald nachziehen werden. "Die Automobilindustrie ist immer bestrebt, die Komplexität bei der Produktion zu reduzieren und die Zahl der einzelnen Teile möglichst gering zu halten. Denn viele Teile erhöhen den Produktionsaufwand und am Ende auch die Kosten.“

Beim ADAC heißt es auf rbb-Anfrage, man gehe davon aus, "dass andere Hersteller auf diese Technologie setzen werden." Bei Volkswagen wird ein möglicher Einsatz von Großgussbauteilen bereits geprüft, so Konzernsprecher Andreas Hoffbauer. Entscheidungen zum zukünftigen Einsatz würden noch nicht getroffen, denn es gelte zunächst noch zahlreiche Aspekte zu klären, etwa die Frage der Qualitätssicherung und die Integration in bestehende Werke weltweit. Ein Sprecher von Mercedes-Benz erklärte: "Grundsätzlich prüfen wir kontinuierlich neue Technologien für unsere Fahrzeugproduktion und Innovationen in der Gusstechnik. Aktuell verwenden wir bereits große Gussbauteile in den neuesten Fahrzeugplattformen."

Potenzielle Risiken

Nachteile bei den Druckgussmaschinen sieht Stefan Bratzel dann, wenn es zu Produktionsfehlern kommt. "Je größer das Teil ist, desto höher sind natürlich auch die Kosten, wenn beispielsweise eine Presse nicht funktioniert oder die Materialien in irgendeiner Weise schadhaft sind.“ Bei kleinen Teilen müsste die Qualitätssicherung auch dafür sorgen, dass die Einzelteile vernünftig produziert werden, die könnten aber einfacher ausgetauscht werden.

Trotzdem glaubt der Automobilexperte nicht, dass solche Probleme in größerem Umfang bei den Giga-Pressen auftreten werden. Er ist sicher: Die Druckgussmaschinen bald auch in anderen Fabriken stehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.09.2021, 16:40 Uhr

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111 Kommentare

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  1. 111.

    Aus der ZvB 5A vom 17.08.2020, da die Gigapressen im Presswerk stehen und dieses auf Pfählen gegründet wird und wurde.
    Der WSE trägt in seiner Stellungnahme vom 13.08.2020 vor, dass:
    • ein schlüssiges Konzept für den Rückbau der Pfahlgründung fehlt, falls der Gesamtantrag doch abgelehnt werden sollte.
    • eine mögliche Verschmutzung der Grundwasserdeckschicht und damit Gefährdung des Grundwassers durch das Rammgerät befürchtet wird. Insbesondere die Betankung und an dem Rammgerät
    anhaftende Öle, Fette und Kraftstoffe werden als potenzielle Gefahrenquelle für das Grundwasser
    benannt.
    • mit der geplanten Grundwasserabsenkung eine Änderung der Strömungsverhältnisse und der Qualität
    des Grundwassers befürchtet wird.

  2. 110.

    Herr Neumann, warum erzählen sie mir, dass der WSE bei der Wasserförderung schon auf dem Zahnfleisch läuft? Wollen sie damit ausdrücken, dass man da dem Wasserverband ruhig noch mehr aufbürden kann? Die merken sowieso nichts mehr? Diese Logik verstehe ich nicht. Oder meinen sie etwa, der WSE soll sich Tesla als Vorbild nehmen und statt eigenes Geld in die Hand zu nehmen, wie Tesla andere bluten zu lassen. Der Herr Musk könnte sich doch mal beim WSE bewerben und die Leute dort beraten, wie man erfolgreich wird.

  3. 109.

    Herr Neumann zum B-Plan habe ich meine Meinung mehrmals gesagt. Außer mir diesbezüglich Lügen zu unterstellen, fällt ihnen nichts zu diesem Thema ein, um meine Argumente zu entkräftigen. Ich habe ihnen jede Menge Unstimmigkeiten des B-Planes aufgezählt und sie gebeten dazu Stellung zu nehmen, um mich notfalls zu korrigieren. Doch da sind sie immer verstummt. Ich muss wohl doch nicht so falsch liegen mit meiner Meinung, das am B-Plan mehrere Dinge faul sind? Ein Stichwort zur Erinnerung Herr Neumann, ich warte immer noch auf ihre Erklärung, warum der antidemokratische Bürgermeister mit einer dreiteiligen Coulage, die er als B-Plan bezeichnete, Werbung für den Standort Freienbrink machte.

  4. 107.

    Ja und? Tesla kann notfalls auch nach Polen gehen. Musk ist berühmt für radikale Entscheidungen. Brandenburg braucht Investoren. Quasi Kunde ist König.

  5. 106.

    Herr Neumann zum B-Plan habe ich meine Meinung mehrmals gesagt. Außer mir diesbezüglich Lügen zu unterstellen, fällt ihnen nichts zu diesem Thema ein, um meine Argumente zu entkräftigen. Ich habe ihnen jede Menge Unstimmigkeiten des B-Planes aufgezählt und sie gebeten dazu Stellung zu nehmen, um mich notfalls zu korrigieren. Doch da sind sie immer verstummt. Ich muss wohl doch nicht so falsch liegen mit meiner Meinung, das am B-Plan mehrere Dinge faul sind? Ein Stichwort zur Erinnerung Herr Neumann, ich warte immer noch auf ihre Erklärung, warum der antidemokratische Bürgermeister mit einer dreiteiligen Coulage, die er als B-Plan bezeichnete, Werbung für den Standort Freienbrink machte.

  6. 105.

    Dass bis jetzt noch keine Genhmigung vorliegt, ist allerdings auch das Verschulden von Tela. Die haben zu oft zu massiv umgeplant.

  7. 104.

    Wer bei Tesla mal arbeiten will, der darf nicht so schnell Nerven zeigen. Das mag der ELON nun mal gar nicht.

  8. 103.

    Da habe ich doch auf ihren Kommentar von 12:05 Uhr geantwortet. Der ist aber nicht mehr da; weg, so einfach geht das. Habe doch noch alle Tassen im Schrank; wer sind sie eigentlich ? Wir ahnen es schon lange.

  9. 102.

    Was sagt der Chef der WSE denn zum Thema Gigapressen? Ich bin gespannt.

    So etwas ignorieren Sie ja gerne geflissentlich
    „Gerade an solchen Tagen erleben wir einen Verbrauchswahnsinn, der uns in Schwierigkeiten bringt.“ umschrieb im Juli der Verband gegenüber dem Tagesspiegel das Verhalten derjenigen, die das Wasser abends in den Garten kippen. Und die Wasserwirtschaft ist im Gegensatz zur Tesla-Blitz-Fabrik ein langsam arbeitendes Gewerbe. "Wir planen oft 30 Jahre nach vorne" sagte der Verband nach der Fronta21-Sendung bekanntlich gegenüber der Zeit. "Uns ist im Nachhinein aufgefallen, dass das im ZDF-Beitrag falsch herübergekommen ist." haben Sie bei Ihrem Feldzug gegen die "Fremdlandbude " schnell wieder verdrängt.

  10. 101.

    Herr Josti sie müssen weiter denken. Was wird nun aus dem Strom, der aus Sonnenlicht entstanden ist, das normalerweise größtenteils zurück ins All reflektiert wird?
    Ich verrate es ihnen, da Energie nicht verloren geht Herr Josti:

    Wärme, Wärme, Wärme

    Weiter Herr Josti, die Energiewende soll betrieben werden, damit es auf Erden nicht wärmer wird. Da ist es doch nur logisch, dass auf Erden nicht noch mehr mit außerirdischer Sonnenenergie geheizt wird.
    Den Vorwurf totaler Verweigerer von Wind- und Solarenergienutzung zu sein weise ich vehement zurück. Partiell diese Energien zu nutzen stimme ich zu. Es wird nicht möglich sein, den gesamten Energiebedarf dadurch zu decken. Da muss man sich für die Zukunft mehr einfallen lassen. Am Energiesparen wird man nicht vorbeikommen. Es ist blanker Irrsinn, die Energiewende nur mit dem Ziel voranzutreiben, den vorhandenen Fuhrpark durch E-Mobile zu ersetzen.

  11. 100.

    Ich finde, die Genehmigungen kommen viel zu schleppend. Brandenburg kann froh sein, dass Tesla hier investiert und Arbeitsplätze schafft. Da muss die Politik schneller sein und den Weg bereiten. Es gibt Regionen, die sind da viel effektiver und dort ist die Lebensqualität auch besser als im ländlich geprägten Brandenburg. Diese NIMBY sind ohnehin unerträglich und egoistisch. Brandenburg muss sich für die Zukunft aufstellen. Nur mit Ackerbau und Viehzucht kommt man nicht weit.

  12. 99.

    Was nun? Gigapresse verbraucht Wasser oder nicht? Sie erklären den Zusammenhang nicht. Nur zu.

  13. 98.

    Alu lässt sich gut recyceln. Und Tesla hat bereits Gigapressen in anderen Werken. Ich halte den Weg für richtig. Und andere Autobauer folgen diesem offenbar. Tesla hat als erster begonnen EAutos massentauglich zu machen, auch wenn Tesla teurer ist. Nun wird versucht, die Kosten zu senken, weil eben der Druck der Konkurrenz wächst. Der Trend zum EAuto erhöht den Wettbewerb untereinander. Mein persönliches Problem ist die immer noch mangelnde Ladeinfrastruktur. Sonst würde ich längst elektrisch fahren ;-)

  14. 97.

    Es geht hier um eine neue Technologie der Karosseriefertigung. Wasser ist für die Region ein Riesenproblem. Lesen sie was der WSE-Chef dazu meinte.

  15. 96.

    Der Hinweis bringt doch nie etwas. Wenn man hier sich über die Produktionsmethode wirklich austauschen will, dann muss man sich erst durch das Forum durchkämpfen und den ganzen ideologischen Kram rausfiltern. Etwas besser moderieren könntet Ihr schon lieber RBB. Zumal die grundsätzlichen Argumente alle ausgetauscht sind und sich die Leute immer nur im Kreis drehen. Nervt gewaltig.

  16. 95.

    Etwas komplizierter ist die Angelegenheit schon. Bei Sonnenbestrahlung sind die Solarzellen weniger leistungsfähig als bei kühlen Temperaturen. Was wandelt man in Strom um ?

  17. 94.

    Dann sind Sie im falschen Thema. Warum kann man nicht einfach zu dem Bericht kommentieren? Ist das so schwer? Diese Ideologie stört.

  18. 93.

    Es geht hier um Gigapressen. Sie reden über Wasser. Also bitte? Zusammenhang?

  19. 92.

    6 Lügen in einem Post. Respekt Herr Werner.

    Ich finde diese Energie- und Verkehrswendegegner, die immer nur ihren eigenen Vorteil sehen, eben typisch NIMBY, so richtig widerlich.

    Da wird gegen EAutos gehetzt, WKA bis aufs Blut bekämpft, physikalisch sinnloses über PV behauptet....Fakten interessieren nicht Hauptsache es muss sich bloß nix ändern....

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