Unternehmen reagiert auf Einwände - Tesla weist Kritik an Bau der Auto- und Batteriefabrik zurück

Viel Betrieb herrscht am Rohbau für die künftige Batteriefabrik auf dem Baugelände der Tesla-Autofabrik. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.09.2021 | Philip Barnstorf | Bild: Patrick Pleul/dpa

Schon im Sommer hatte Tesla 10.000 Seiten mit Bauplänen veröffentlicht. Damals hatte der US-Autobauer allerdings viele Seiten geschwärzt. Nun zeigt das Unternehmen weitere Dokumente, um auf Einwände gegen den Bau zu reagieren.

Der US-Elektroautobauer Tesla hält die Einwände von zahlreichen Kritikern zum Bau seiner ersten europäischen Fabrik in Grünheide bei Berlin für unbegründet. In einer Online-Erörterung von mehr als 800 Einwänden wendet sich das Unternehmen beispielsweise gegen Bedenken wegen des geplanten Wasserverbrauchs oder wegen der Gefahr eines Störfalls.

Seit Freitag sind die Einwände gegen den jüngsten Antrag von Tesla für die Fabrik für drei Wochen im Internet zu sehen - zusammen mit den Reaktionen von Tesla und den Brandenburger Umweltbehörden. Der neue Antrag war unter anderem wegen der geplanten Batteriefabrik nötig geworden.

Wasserverbrauch für Tesla und Landkreis Oder-Spree kein Problem

Zum Wasserverbrauch erklärt Tesla, es seien Verträge mit einem Wasserversorger geschlossen worden, "der die Lieferung von hinreichend Trinkwasser gewährleistet". Auch der Landkreis Oder-Spree sieht keine Wasserknappheit: "In der Region besteht grundsätzlich die Möglichkeit, im Hinblick auf eine weitere demografische oder gewerbliche Entwicklung des Gemeindegebiets weitere Wasserressourcen zu erschließen (...)."

Kritiker warnen aber davor, dass das Trinkwasser in der Region wegen der Fabrik knapp werden könne und verweisen darauf, dass das Werk teils im Wasserschutzgebiet liegt.

In mehreren Einwänden zweifeln Kritiker auch das Konzept zum Umgang mit Störfällen an. Das Unternehmen schreibt, Tesla werde die Forderung nach einem tragfähigen Störfallkonzept im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben erfüllen. "Grundsätzlich werden als mögliche Gefahren Stofffreisetzung, Brand und Explosion betrachtet, wobei dies von dem Stoff abhängt." Die Zielvorgaben eines Gutachters im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen und Sicherheitsabständen seien im Antrag berücksichtigt.

Diskussion um vorzeitige Baugenehmigung

Tesla verteidigt auch die vorzeitigen Zulassungen des Brandenburger Landesumweltamtes zum Weiterbau in mehreren Schritten, weil die abschließende Genehmigung vom Umweltrecht her noch fehlt. Dies sei vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg nicht beanstandet worden. Das Landesumweltamt erklärt, die Möglichkeit der vorzeitigen Zulassung sehe das Bundesimmissionsschutzgesetz ausdrücklich vor.

Tesla nimmt Schwärzungen teils zurück

Der US-Konzern ist den Umweltverbänden aber offenbar auch ein Stück entgegengekommen. Viele Schaubilder beispielsweise zu Montagerobotern oder Temperatur-Diagrammen sind jetzt in den Online-Papieren einsehbar. Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder findet das erst einmal gut. Für ein abschließendes Urteil will sie sich alles erstmal ordentlich ansehen. Das dürfte allerdings dauern, den am Freitag sind noch einmal insgesamt 1.000 Seiten online gestellt worden.

Für den Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) waren die Schwärzungen einer der Gründe, wieso er Einwendungen beim Landesumweltamt eingereicht hatte. "Was für uns problematisch war in Bezug auf Gefahrenstoffe ist, dass ein Großteil der Unterlagen gerade zu diesem Bereich geschwärzt war und, dass man kaum ernstzunehmende Einschätzungen abgeben konnte, inwieweit da mit wassergefährdenden Stoffen hantiert wird“, wie Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder dem rbb sagte.

Auch Steffen Schorcht aus Erkner hat Einwendungen geschrieben. "Ich habe mir heute früh die Auslagen angesehen. Das ist ein umfassendes Werk. Die Themen sind sortiert nach Wasser, Umwelt, Artenschutz", so Schorcht. Jetzt müsse sich jeder Einwender die Antworten selber anschauen. "Die Umweltverbände und auch wir, der Ortsverein Karutzhöhe, machen das gemeinsam und erarbeiten eine Erwiderung“, so Schorcht trocken.

Grüne Liga hält womöglich vierte Auslegung für notwendig

Für Michael Ganschow, Landesgeschäftsführer der Grünen Liga, kommt noch eine ganz andere Note in die Offenlegung. "Wenn die Inhalte, die jetzt offengelegt worden sind, wesentlich sind für die Genehmigungsfähigkeit, müssen die Unterlagen vier Wochen lang neu ausgelegt werden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Landesumweltamt stellt sich personell breit auf

Das Landesumweltamt hat sich jedenfalls auf zahlreiche Erwiderungen eingestellt. Erfahrungsgemäß kämen die meisten, in diesem Fall müsse man sagen Ergänzungen zu den Einwendungen, kurz vor Ende der Frist, sagte Ulrich Stock vom Landesumweltamt dem rbb. "Dann werden wir das erforderliche Personal bereitstellen, um die Ergänzungen entsprechend auszuwerten. Das kann dann schon einen erheblichen personellen Aufwand zur Folge haben“, erklärte er weiter.

Erst, wenn die letzten Einwende gesichtet und gegebenenfalls eingearbeitet wurden, dürfen die Behörden die Teslafabrik endgültig genehmigen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.09.2021, Antenne am Nachmittag, 16:10 Uhr

Mit Material von Philip Barnstorf

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28 Kommentare

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  1. 28.

    Sie machen einen so großen Fehler: Sie wettern hier über die Bürger, die einst mit gutem Gewissen einen Verbrenner kauften. Die haben sich das oft viele Geld durch Verzicht auf andere Dinge vom Munde abgespart. Sie verschweigen die Superreichen bis hin zu unseren Politikern, die ganz ander Klopper fahren oder sich in diesen fahren lassen-mit VERBRENNER. Sind sie schizophren ?

  2. 27.

    Die technische Fähigkeiten von jemandem der 25% Effizienz effizient findet, sind wohl nicht sehr ausgeprägt.

    Adriana weiß ja auch nicht was ein KfZ Hochvoltschein ist. Von AuS, Mittelspannung und Hochspannung muss man da wohl nicht anfangen. Wahrscheinlich wusste Sie nicht dass Hochvolt alles über 60 V DC ist....

  3. 26.

    Ich fremdschäme mich selten über so das Stammtischunwissen der Verbrennerfraktion.

  4. 25.

    Sie haben der zweifelnden Welt stets klar gemacht, dass das Gebiet bei Grünheide mit Kiefernwald eher ein Verbrechen an der Natur war und der Teslagroßbetonklotz mit Rammpfählen ins Grundwasser die phantastischste Lösung für Wasserversorgung der Bürger und die Zukunft der Region war. Nun schreiben sie aber mal über alle kommenden Probleme, die durch die gesamte Produktion auftreten werden oder könnten. Wir wollen ja ehrlich zueinander sein.

  5. 24.

    \\Es ist den Politikern nicht klar gewesen, dass sie ein Naturschutz- und Wasserschutzgebiet zerstören!\\
    Was soll dieser Unsinn? Dieses Gelände war seit 20 Jahren Bauland im Gewerbegebiet! Und vorher hatte die Stasi auf dem Gelände Gebäude und Lagerhallen. Die Bäume waren nur Sichtschutz.
    BMW hatte prüfen lassen ob eine Autoproduktionon auf DIESEM Baugelände möglich ist. Das wurde schon 2000 mit JA beschieden.

    Alle Politiker wissen, was das für ein Gelände ist. Aber sie versuchen sich aber vor Personen zu schützen, die auch nach verlorenen Prozessen immer noch die gleichen falschen Behauptungen in die Kommentare schreiben.

  6. 23.

    Die winzigsten Kleinigkeiten von Tesla werden durch alle Newsportale der Welt gejagt.
    Aber dass eine Reparatur unheimlich teuer ist, hat noch kein Journalist herausgefunden? Tesla ist jetzt seit fast 16 Jahren auf dem Markt und es gibt deutlich mehr als 1 Mio. Teslas auf der Welt. Batterien haben in den meisten E-Auto Modellen eine Garantie von 8 Jahren und mehr als 150.000 km.

    Ich glaube eher, dass sich einige in ein paar Jahren wundern werden, was aus den ganzen Mythen geworden ist.

  7. 22.

    >“ Ein deutsches Unternehmen hätte niemals eine Baugenehmigung in dieser Form erhalten.“
    Doch doch, ginge schon. Aber haben Sie in den letzten 10 Jahren einen deutschen Autokonzern wahrgenommen, der eine ultraneue Technologie auf 10 Jahre Entwicklungs- und Finazierungszeit mit neuen Fabriken vorfinanziert hätte? Ich nicht. Grund: Auf Jahre hinaus keine Gewinnausschüttung! Wenn sich ein Nerd findet, der für Europa in der Mitte Europas E-Autos bauen will und dafür ne neue Fabrik braucht, dann geht das auch in Deutschland. Nur eben deutsche Autokonzerne hatten bisher kein Verlangen danach. Allenfalls nach Steuergeld, wenn die Dividende auf Grund einer alten Technologie geringer wird.
    Mal über diese Zusammenhänge nachgedacht?

  8. 20.

    Bei diesen von Ihnen genannten Zahlen sind offensichtlich die Fahrzeuge eingerechnet die täglich durch Brandstiftung vernichtet werden. Sie sollten sich schämen dies als Vergleich anzuführen

  9. 19.

    Wenn ich so manche Kommentare lese, kann ich schon verstehen, dass Adriane Bedenken hat, dass Brandenburger in fünf Tagen den Hochvolt-Schein machen können. So manchen glaubt hier wohl ja sogar, dass die Menschen auf dem Land sich vom Rasen ernähren, nur weil der WSE und andere immer wieder Probleme mit den abendlichen Spitzen durch das Sprengen haben.

  10. 18.

    Dass mit den 6 Jahren wissen Sie sicher?

    Dann wird dass ja sehr teuer für fast alle Autohersteller, weil die alle mindestens 8 Jahre Garantie geben.

    PS: realistisch sind 10-20 Jahre. Es gibt LiI-Ion Akkutypen die 60-80 Jahre halten.

  11. 17.

    Für Anhänger der grünen Ideologie, zu denen Sie offensichtlich gehören ist doch das E- Auto die Alternative zu den Verbrennen. Irgendwo müssen die Dinger auch gebaut werden. Sie verhalten sich wie viele andere, Beispiel Windkraft. Im Prinzip dafür sein, aber nicht vor meiner Haustür. So ist es bei Ihnen auch mit Tesla. Denken Sie mal darüber nach.

  12. 16.

    Woher hast du diese Schlauheit? Von kfz hast du wohl keine Ahnung. Die Pferdekutsche ist pflegeintensiver als ein Stromer. Wir reden nicht vom verbrenner der unendlich mehr teile als ein Stromer hat. Willkommen in der Vergangenheit

  13. 15.

    Mercedes war jedenfalls so beeindruckt von der Technik von Tesla, dass die sich von denen haben Nachhilfe geben lassen und die dabei angeblich sogar vor der Pleite gerettet hatten.

    Wie haben LfU und Tesla eigentlich auf Ihren Einwand reagiert?

  14. 14.

    Na RBB hier wird Kritik am Nabu wieder schön wegmoderiert?

    Bleibt dabei Gefahrenstoffe gibt es nicht. Gab gerade die Woche für einen Prüfling von mir ordentlich Abzug....

    Es heißt Gefahrstoff, Gefahrstoffe, Gefahrstoffrecht, Gefahrstoffverordnung....

    Nichtmal das kriegt die Nabulerin hin. Peinlich, dass ich bei denen mal Mitglied war...

  15. 13.

    Na dann Kauf dir wieder einen dieselstinker von bmw vw oder Daimler. Willkommen in der Vergangenheit. Das passt.

  16. 12.

    Man gut, dass due meistens Hersteller eine längere Garantie auf die Traktionsbatterie geben. Ihre Erkenntnisse zur Fahrzeugbränden hat due Allianz übrigens nicht bestätigt. Es verbrenneb täglich aber vierzig Verbrenner allein in D. Das ist si häufig, dass man damit weder den Boulevard hinter dem Ofen hervorlocken kann noch die Stammtischler sich daran stören.

  17. 11.

    Welche Industrieregion meinen Sie da?

    Hätte die Brandenburger Regierung sagen sollen: " nee lass mal Elon, mach das woanders, wir in Brandenburg verdienen schon so viel, wir brauchen keine Industrie mehr hier."

    Man kann nur froh sein, dass unsere Politiker fähiger sind als der Durchschnittskommentator.

  18. 10.

    Nach fast zwei Jahren Grundsatzdiskussion wissen Sie nicht, dass Tesla gar nicht in einem Naturschutzgebiet baut?

  19. 9.

    Die Felder dürfen nicht bewässert werden, weil Wasser knapp ist. Für Tesla ist es wohl kein Problem. Zweier Mass. Was ist wichtiger - Nahrung oder ein E-Autos.

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