Schließung Produktion in Lauchhammer - Vestas-Mitarbeiter könnten bei Tesla in Grünheide unterkommen

Windrad, Windkraftanlage, Windenergieanlage der dänischen Firma Vestas Wind Systems steht auf einem Feld vor blauem Himmel (Quelle: dpa/Horst Galuschka)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.09.2021 | Jochem Freyer | Bild: dpa/Horst Galuschka

Nach einer Schließung der Vesta-Produktionsstätte in Lauchhammer könnte der US-Autobauer Tesla in Grünheide offenbar einen Teil der Belegschaft übernehmen. Gleichzeitg glauben längst nicht alle, dass das Vesta-Aus schon besiegelt ist.

Einige Vestas-Beschäftigte sollen künftig am Produktionsstandort von Tesla in Grünheide (Oder-Spree) arbeiten können. Der Windanlagen-Bauer Vestas hatte angekündigt, zum Jahresende seine Produktionsstätte in Lauchhammer in der Lausitz schließen zu wollen. Die Möglichkeit zum Wechsel äußerte der Chef der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder), Jochem Freyer, im rbb. Zahlen, wie viele Mitarbeiter unterkommen könnten, nannte er nicht.

Frage der Fahrwege

"Vestas hat sehr viele qualifizierte Fachkräfte. Die dortige Arbeitsagentur hat auch während der Kurzarbeit noch einmal Qualifizierungen unterstützt", so Freyer. Allerdings gebe es in der Region um Lauchhammer auch viele weitere Beschäftigungsangebote. Zudem sei für die bisherigen Mitarbeiter auch der Arbeitsmarkt in Richtung Dresden nach Sachsen interessant. "Bis Dresden ist es von Lauchhammer nur halb so weit wie nach Grünheide", sagte Freyer weiter. "Von daher denke ich, dass viele gar nicht bis nach Grünheide müssen, um einen neuen Job zu finden."

Beim Flügelhersteller für Windkraftanlagen Vestas werden rund 460 Beschäftige zum Jahresende ihre Jobs verlieren. In einer Mitteilung gab das Unternehmen am Montag an, sich künftig stärker als bisher auf Offshore-Windkraftanlagen konzentrieren zu wollen. Vestas baute seine Kapazitäten zuletzt besonders in Asien weiter aus. Währenddessen sanken in Deutschland die Zubau-Zahlen von Windkraftanlagen seit 2017 stark.

Fraktionen im Landtag wollen Vestas noch nicht aufgeben

In der Landespolitik gibt es unterdessen Bestrebungen, die Vestas-Produktionsstätte in Lauchhammer zu retten. Gleich mehrere Fraktionen im Brandenburger Landtag setzen auf weitere Verhandlungen und hoffen, eine Schließung noch abwenden zu können.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl am Sonntag äußerte auch der Umweltökonom Stefan Zundel von der BTU Cottbus-Senftenberg am Mittwoch die Hoffnung, dass das Vestas-Werk in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) doch nicht geschlossen wird. Es bestünden Chancen, die Entscheidung zumindest aufzuschieben, bis sich eine neue Bundesregierung gebildet hat und es mehr Klarheit über die Ausbaugeschwindigkeit bei den Erneuerbaren Energien, sagte Zundel dem rbb-Studio Cottbus.

Politische Kommentatoren hätten mehrfach geschrieben, dass eine Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien nach der Bundestagswahl ein Thema sein werde, sagte Zundel, nicht zuletzt, weil die CDU sich das als Faustpfand gegenüber einer Koalitionsverhandlung mit den Grünen gesichert habe.

Insofern sei das Timing von Vestas schlecht. Die Entscheidung komme laut Zundel aber nicht überraschend, weil die Ausbaugeschwindigkeit für Windenergie in Deutschland mit Blick auf die Kapazitäten des Stromnetzes stark gedrosselt worden sei. Zundel vermutet, dass die Landesregierung nichts unversucht lassen werde, Vestas zu überreden, die Entscheidung nochmal auf den Prüfstand zu stellen.

69 Kommentare

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  1. 69.

    Werden denn für die "tiefreichende Betonpfähle" Sicherheitsleistungen hinterlegt, falls diese eines Tages doch raus müssen.

  2. 68.

    Nun geben Sie Lausitzer wenigstens recht. "Einfachste Produktionsmitarbeiter, die die die Autos dann zusammen bauen, sind tatsächlich nicht mehr dabei,".

  3. 67.

    Einfach die Stellen lesen und nicht nur die Überschrift. Bei Gießereimechaniker hatten sie schon stutzig werden sollen.

  4. 66.

    Die Schnittmenge (bitte falls nötig googlen)zwischen denen welche die Möglichkeit wegen der Entfernung haben und welche Tesla einstellt ist gering, und hatten nur einen Zweck das Volk ruhig zu halten. Das Wort "Hochvoltschein" belegt wie wenig viele deutsche Ingenieure noch mit ihrer Muttersprache vertraut sind.

  5. 65.

    Also auf der Webseite sind ganz viele Jobs verfügbar.
    Fertigung, Instandhaltung,Elektriker, Gießereimechaniker...hab ich auf die Schnelle entdeckt.
    Man muss sich halt kümmern, da wird ein niemand an die Hand nehmen.

  6. 64.

    "Teilweise sind zudem tiefreichende Betonpfähle vorhanden. Sie bleiben meist im Untergrund, weil beim Abriss das Bodengefüge zu sehr gestört würde." konnten z.B. im Tagesspiegel lesen. Dort konnte man auf zu Anfrage der Freien Wähler lesen, dass selbst Wernicke den Verbleib der tiefen Fundamente befürwortet. Haben Sie sich mittlerweile von jemandem die Hebelgesetze erklären lassen?

    In Bezug auf Tesla haben Sie aktuell erneut die Gelegenheit, sich die Gutachten von Hydrologen und anderen Fachleuten anzuschauen. Ich bin gespannt, ob sich dort auch Ihr Einwand wiederfindet.

  7. 63.

    Sie haben das "aktuell" überlesen. Auch meine Links haben nicht die Gnade der Moderation bekommen. Bei der Arbeitsagentur oder bei Tesla selber wird man leicht fündig wie auch bei diversen anderen Stellenbörsen im Internet.

  8. 62.

    Geben Sie Tesla.de ein. Dann unten auf Karriere dann nochmal auf den Button zwischen all den schicken Bildchen, dann noch Grünheide auswählen. (Nicht Berlin, nicht "Grünheide (Mark)")

    Jede Menge Lackierer, Anlagenführer und Instandhaltungspersonal, ne VEFK, Schichtleiter, Meister, Techniker....für mich wäre im HSE Bereich auch was dabei und jede Menge andere Ing-Stellen.

    Einfachste Produktionsmitarbeiter, die die die Autos dann zusammen bauen, sind tatsächlich nicht mehr dabei, dafür kann man aber auch jeden KfZ Mechaniker nehmen (ein paar mit Hochvoltschein). Eigentlich sind die Überqualifiziert, in ner Werkstatt muss man mehr drauf haben.

  9. 61.

    Was hat Musk mit Vestas zu tun? Sie hatten ja auch die grandiose Idee, eine höhere WKA auf das alte Fundament zu setzen. Ich kann dabei meine Aussage belegen.
    "Teilweise sind zudem tiefreichende Betonpfähle vorhanden. Sie bleiben meist im Untergrund, weil beim Abriss das Bodengefüge zu sehr gestört würde." konnte man z.B. im Tagesspiegel lesen.

  10. 60.

    Sie geben jetzt zu, dass es gar keine Stellen fuer Produktionsmitarbeiter gibt. Die Links zu ihren angeblichen Stellen hatte ich auch gerne zu gerne.

  11. 59.

    Grundsätzlich stimme ich ich dabei ausnahmsweise zu. Da belegt allerdings auch die Richtigkeit der Standortwahl von Tesla im Bereich einer grossen Agglomeration und nicht in einem dünn besiedelten Landstrich. Die Wege sind in Sumne einfach kürzer wie sich auch der ÖPNV einfacher realisieren lässt.

  12. 58.

    Wenn da ungenutzte Fundamente Rumstehen, dann weil irgendwer wieder mal protestiert hat.
    Die Energie würde gebraucht werden, und ein aktuelles Windrad produziert den Strom billiger
    als Kohle, Gas oder Öl, ... Ergo kann man damit mehr Geld machen, nur wenn man das dann
    zur Beschwichtigung aller Lästerer aufwenden muss, ... machts keinen Sinn.
    Somit sind die Lästere am Ende selber Schuld!

  13. 57.

    Auch ich sehe das etwas anders; der Musk hat einen Freifahrschein bekommen, den bisher in BB niemand bekam. Wenn der mal mutiger war als erwartet kam doch nur ein kleines Du-du. Teslamusk bringt hier so vieles in Schieflage weil es einfach der falsche Standort ist. Nur Politiker oder Dorfabgeordnete aber keine Hydrologen oder andere Fachleute haben bestimmt, dass dort Industrie angesiedelt werden soll. An so etwas wie den Riesenteslabau auf Pfählen haben doch Gemeindeparlamentarier nie denken können. Der seltsame BM hat noch zu viele DDR-Gene so richtig inside.

  14. 56.

    Sie meinen in Ihrer Welt, in der auch PV-Anlagen und WKA das Klima nachhaltig beeinflussen.

  15. 55.

    Sie sind inzwischen als Verdreher in vieler Munde. Auch ich fürchte keine polnischen Fachkräfte hier- ganz im Gegenteil. Sie haben auch nichts begriffen was ich mit den verbliebenen Stahlbetonfundamenten aussagen will. Von speziellen Tiefgründungen war hier bei rbb24 nirgends etwas zu lesen. Wieder so eine "Neumannschockrakete", die ich aber abfange. Erklären sie ihre "Tiefgründungslösungen" und das was mit den üblichen Stahlbetonfundamenten geschieht.

  16. 54.

    Das mit dem Pendeln kann man schnell reduzieren, indem man die Steuervorteile aufhebt und die Pendlerautos aus den Ortschaften verbannt. Das würde für eine positive Klimaentwicklung förderlich sein. Man braucht auch nicht die vielen Individualfahrten mit dem unterbesetzten PKW.

  17. 53.

    Ich habe versucht, Ihnen das höflich klar zu machen. Ihnen ist dabei ja nichtmals aufgefallen, dass die aktuellen Stellenanzeigen von Tesla keine Produktionsmitarbeiter betreffen.

  18. 52.

    Herr Neumann, wie schön wäre es, wenn sie recht hätten und meine düsteren Zukunftsprognosen haarstäubende Dystopien wären. Doch leider ist es nicht so. Der Herr Musk lässt sie in kürzester Zeit Wirklichkeit werden. Das muss der Neid dem Typen lassen. Schnell ist er. Kaum ausgesprochen schon hat er Fakten geschaffen, so schlimm konnte ich es mir vorher überhaupt nicht ausmalen. Wahrscheinlich ist er mittlerweile zum Umweltfrevler Nummer 1 in der Welt aufgestiegen. In dieser Disziplin ist er einsame Spitze. Es ist pervers, heutzutage kann man durch Umweltzerstörung in kürzester Zeit zur reichsten Person auf dem Erdenball aufsteigen. Ich muss wohl in der Vergangenheit immer etwas falsch gemacht haben.

  19. 51.

    Es pendeln z.B. 1.300 Berliner nach WOB - klingt komisch ist aber so - vergl,. #30.

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