Verkehrskollaps in Ostbrandenburg befürchtet - IHK fordert wegen Tesla und Transitverkehr massiven Straßenausbau

Di 30.11.21 | 14:54 Uhr
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Zur Tesla-Fabrik in Grünheide gibt es jetzt eine Autobahnabfahrt. (Quelle: Thomas Bartilla/Geisler-Fotopres)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.11.2021 | Robert Radzimanowski | Bild: Thomas Bartilla/Geisler-Fotopres

Ostbrandenburg schlittert sehenden Auges in einen Verkehrskollaps. Das prophezeit eine aktuelle Studie der IHK Ostbrandenburg. Bis 2030 sollen Straßen und Schienen deshalb zügig ausgebaut werden.

Auf den Straßen und Schienen in Ostbrandenburg könnte in den kommenden Jahren der Verkehr extrem zunehmen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg in Auftrag gegeben hat. Betroffen sind vor allem die Autobahn 12, der östliche und südliche Berliner Ring, aber auch die Bundesstraße 1 von Küstrin/Kietz an der deutsch-polnischen Grenze nach Berlin.

Demnach wird der Lkw-Verkehr auf der A12 bis 2030 um 50 Prozent steigen, auf der B1 wird gar mit einer Zunahme um 125 Prozent gerechnet, denn mit der Fertigstellung der neuen Oderbrücke bei Küstrin/Kietz werden auf der B1 täglich 4.600 Laster durch die Dörfer Manschnow, Diedersdorf oder Jahnsfelde fahren. Fast verdoppeln wird sich laut IHK-Studie der Verkehr auf dem östlichen und südlichen Berliner Ring, also rund um das Dreieck Spreeau zwischen Flughafen BER und Tesla.

Studie noch nicht mal Worst-Case-Szenario

Die IHK fordert deshalb einen zügigen Ausbau von Straßen und Schienen. Was die Landesstraßen angeht, müsse dringend etwas passieren. Auch der Ausbau der A12 müsse angegangen werden, sagte der IHK-Verkehrsexperte Robert Radzimanowski am Dienstag dem rbb.

Man habe gesehen, wie lange es gedauert hat, die A12 mit einer Standspur zu versehen. "Deshalb müssen wir heute mit dem A12-Ausbau beginnen, damit wir 2030 wenigstens schon ein Stückchen der Wegstrecke geschafft haben, das nachgelagerte Straßennetz zu entlasten", betonte Radzimanowski. Die A12 müsse von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. Acht Spuren müssten es auf dem Berliner Ring vom Dreieck Spreeau bis zum Schönefelder Kreuz sein. Zudem seien jede Menge Ortsumgehungen auf der B1 notwendig und die Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder) müsse dreigleisig werden.

Radzimanowski wies darauf hin, dass die Gutachter noch nicht einmal das Worst-Case-Szenario mit der Studie beschrieben hätten. Es bestünde schon jetzt dringender Handlungsbedarf.

Tesla, Flughafen und gewaltiger Zuzug

Ein Drittel der Zunahme gehe auf die Ansiedlung des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla zurück, zwei Drittel auf den Transitverkehr und die allgemeine Entwicklung in der Region östlich von Berlin.

Dazu gehöre der Flughafen in Schönefeld und die positive wirtschaftliche Entwicklung dort und in ganz Ostbrandenburg. So wird die Region 2030 schätzungsweise 15.000 bis 25.000 mehr Einwohner haben. Die müssen dann zur Arbeit zum Beispiel aufs Tesla-Gelände kommen. Beste Alternative ist dann der Zug. Aber die Bahnen werden dann auch mehr als voll ausgelastet sein. In Spitzenzeiten, also bei Schichtwechsel, so die Prognose, wird mit Vollauslastung gerechnet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.11.2021, 07:30 Uhr

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62 Kommentare

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  1. 62.

    Anders als Sie als bekennende MIVler wie Sie würde ich zuerst an den ÖPNV denken, um nach Grünheide zu kommen. Bei dessen Fahrpläne hatte ich Ihnen ja schon mehrfach Nachhilfe gegeben.

  2. 61.

    Sie offenbaren wieder einmal ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Hätten Sie dich besser eher den RBB entdeckt und sich frühzeitig als Anwohner von irgendwas für den Ausbau der Eisenbahn eingesetzt, wären PKW schon viel eher obsolet. Dabei halten Sie aber ja allerdings nur die Produkte dieser Fabrik für sinnlos. Insofern ist es natürlich konsequent, dass Ihne die Schieneninfrasteuktur in Brandenburg als Anwohner von irgendwas außerhalb der "Tesla-Region" weiterhin völlig egal ist.

  3. 60.

    Die Frau Schroeder hat aber auch in Erinnerung, dass dort wo heute eine Pfütze übrig geblieben ist mal eher ein Teich war. Wenn nun noch der Trinkwasservielsäufer im Betonbunker massenhaft säuft ist da bald Ebbe im heute noch schönen Löcknitztal. An Wassermangel leidende Bürger werden diese "Demokraten" nie wieder wählen. In vielen Grünheidern kocht "der" Blut.

  4. 59.

    Bei Mond und Atomenergie müsste unser Fusions-Forumsexperte doch leuchtende Augen bekommen oder? ;)

  5. 58.

    "Ein Drittel der Zunahme (des Verkehrs) gehe auf die Ansiedlung des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla zurück" - übernimmt der denn auch ein Drittel der Ausbaukosten für die Verkehrsinfrastruktur?
    Mit welchen Steuereinnahmen aus einer SE - so sie denn jemals die Produktion aufnehmen sollte - wird hier eigentlich gerechnet? Hatte sich dazu nicht neulich in Frontal21 ein Steuerexperte geäußert?
    Und bei einer weitgehend automatisierten Fertigung, wie auf dem mitarbeiterfreien Bild in https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/tesla/2021/11/tesla-gruenheide-autoproduktion-testlauf.html demonstriert, fällt nicht auch die Lohn- und Einkommensteuer eher unterdurchschnittlich aus?
    Sieht nach einer klaren Win-win-Situation für Tesla aus.

  6. 57.

    Wieso nur 3 Gleise ? Zukunftsicher sind 4-6 ! Wir müssen doch einplanen, dass man Polens Großseen in den Masuren leer pumpen muss um für Betongroßberlin bis Frankfurt/O ausreichend Wasser zu haben. Wassertankwagen sind überall hin zu rangieren ohne Pipeline. Hoffentlich hauen die Polen den Spinnern rechtzeitig auf die Finger. Warum haben Bürger hier in D nichts zu sagen ? Wir sind eher Demokraten als der BM in Grünheide ? Noch heißt der Ort ja so.

  7. 56.

    Ihre Halbwahrheiten sind wieder sehr unterhaltsam. Die Atomreaktoren sollen bei Weltraummissionen eingesetzt werden. Die NASA hat dazu gerade eine Ausschreibung gestartet.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/nasa-startet-ausschreibung-fuer-ein-kernkraftwerk-auf-dem-mond-a-e99bcc6c-8336-452b-8df7-4d07f2f7d1b1

  8. 55.

    Herr Klink, überlassen Sie doch Frau Schroeder (Sie kennen sich doch) von der Wassertafel und als Arztin alle Dinge rund um Gefahrstoffe. Sie dürfte etwas mehr Ahnung von Giftstoffen haben und könnte Sulfate eventuell auseinanderhalten.....

  9. 54.

    Der Bahnausbau in Deutschland ist weitestgehend nur noch auf vorhandenen Trassen möglich. Sie sollten erst einmal prüfen, ob rechts und links der Trasse genug Platz vorhanden ist, diese überhaupt zu errichten.
    Die Idee, Güter- und Personenverkehr durch Streckendopplung zu entkoppeln scheitert schon deshalb.
    Wenn in 30 Jahren nur noch ein Drittel aller PKWs unterwegs sind (Stichworte: PKW-Flatrate, selbstfahrende Autos)könnte man an auf Autobahnen - rechte Spur - elektrifizierte Güterstrecken errichten. Das macht doch ohnehin keinen Sinn, auf der Autobahn zwischen D und Polen 5000 LKWs mit 5000 wartenden Fahrern im Permanentstau stehen zu haben, wo eine Bahntrasse nur für selbstfahrende LKWs (das nannte man früher mal Güterzug) mit einer Hand voll Kontrollpersonal zu betreiben wäre, von mir aus noch mit 80 "Lokführern", falls das mit der Entwicklung Selbstfahrenden länger dauert.

  10. 53.

    Zusätzlich zu dem offiziellen Wasserverbtauch der Grünheidener, der schon über 50% über dem Bundesdurchschnitt ist kommt ja noch der Verbrauch von einfachen Brunnen und Entnahme von Wasser aus Oberflächenwässern hinzu.

    Als Chefgeologe der BI Grünheide wissen Sie natürlich wie leicht das in der Region ist. Hatte vor Jahren mit meinem Schwiegervager auch einen in Elbe-Elster gebaut zur Gartenbewässerung....

  11. 52.

    Da Sie ja (obwohl sie bei der BI als Chefgeologe agieren) der Meinung sind, dass PV "durch zusätzliches Einfangen von Sonnenstrahlen " zur globalen Erwärmung beträgt, ist doch super wenn Tesla keine PV bauen würde.

    Wie konnte man eigentlich mit solch zweifelhafte naturwissenschaftlichen Verständnis Geologe werden?

    Wie soll denn der Strom für ihre Internetnutzung hergestellt werden? Gegen WKA, gegen PV, für was sind Sie Herr Klink?

  12. 51.

    Da Sie ja (obwohl sie bei der BI als Chefgeologe agieren) der Meinung sind, dass PV "durch zusätzliches Einfangen von Sonnenstrahlen " zur globalen Erwärmung beträgt, ist doch super wenn Tesla keine PV bauen würde.

    Wie konnte man eigentlich mit solch zweifelhafte naturwissenschaftlichen Verständnis Geologe werden?

    Wie soll denn der Strom für ihre Internetnutzung hergestellt werden? Gegen WKA, gegen PV, für was sind Sie Herr Klink?

  13. 50.

    Da Sie ja (obwohl sie bei der BI als Chefgeologe agieren) der Meinung sind, dass PV "durch zusätzliches Einfangen von Sonnenstrahlen " zur globalen Erwärmung beträgt, ist doch super wenn Tesla keine PV bauen würde.

    Wie konnte man eigentlich mit solch zweifelhafte naturwissenschaftlichen Verständnis Geologe werden?

  14. 49.

    Warum erwähnen Sie nicht noch, dass Sie und Ihre Frau nach wie vor Verbrenner fahren ? Kennen Sie überhaupt Panzer mit Elektroantrieb ? Die jibbet nu mal nich. Die erhalten überall auf der Welt den Frieden. Sagt man zumindest. Haben Sie im Raum Dresden kein Forum gefunden ? Was wollen Sie überhaupt hier ?Lehrmeister aus den alten Bundesländern brauchen wir auch nicht.

  15. 48.

    Das ist übrigens wirklich spannend. Wir reden ja über nichts mehr als die Industriealisierung eines bisher der Erholung und dem Tourismus verpflichteten Gebiet, einem der trockensten in Deutschland.
    Wenn Tesla erst einmal zu 100% entfaltet ist, werden sich Zehntausende dort ansiedeln in einer Gegend, die heute schon absehbar bis 2100 (wenn das überhaupt so lange dauert) am Wassermangel zugrundegehen und völlig versteppen wird.
    Und das ganze mit Regierungsbeteiligung der GRÜNEN.
    In Brandenburg haben wir große Flächen, die vormals industriell und militärisch genutzt wurden. Warum werden die nicht für Industrieansiedlungen genutzt? Stattdessen wird man zwischen Fürstenwalde und Berlin den Wald zerschroten, Windräder und kilometerlang Solarpanele errichten. Irgend wo muss ja der Strom für die vielen PKWs herkommen, für die von der IHK so viele neue Straßen gefordert werden...

  16. 47.

    Herr Klink, Werner ist jawohl ihr Vorname, wie ich jetzt herausfinden konnte, da Sie Mitglied in der BI gegen Tesla sind.

    Die Aussagen zum extrem hohen Wasserverbrauch der WSE Privatanschließer ist mehrfach belegt unter anderem durch die Verbandzeitschrift, wo Herr Bähler genau das bemängelt und de Privatverbraucher zu einem bewussteren Trinkwasserverbrauch auffordert. Herr Bähler stellt auch unumwunden fest woran dieser extremer Trinkwasserverbrauch liegt.....

  17. 46.

    "Das Verkehrskonzept war übrigens Bestandteil der Änderungen des B-Planes.."

    ...der jedoch schon mit einer gewissen Tesla-Arroganz und - Ignoranz mehr oder weniger durchgewunken wurde - oder besser - werden musste!

  18. 45.

    Großzügiger Ausbau von Straßen. 4.600 Laster täglich. Das ist eine besonders gute Nachricht für den Klima- und Umweltschutz.

  19. 44.

    Aus Ihrem Link:
    "Anreise ... per Auto

    Mit dem Pkw ist das Gemeindegebiet Grünheide (Mark) gut über die Anschlussstellen Erkner/Grünheide und GVZ Freienbrink auf der Bundesautobahn A10 sowie über die Anschlussstelle Storkow auf der A12 zu erreichen. Aus nördlicher Richtung gelangen Sie über die Bundesstraße 1 und 5 über Lichtenow in den Ortsteil Kagel oder über Herzfelde direkt in den Ortsteil Grünheide. Aus östlicher Richtung gelangen Sie auf der Landesstraße über Fürstenwalde in den Ortsteil Hangelsberg."

  20. 43.

    Das ist wirklich zum Schreien, worauf die in Grünheide stolz sind.
    Aber keine Angst, irgendwann wird wegen Wassermangels und Trockenheit GRÜNheide nach BRAUNsdorf eingemeindet...

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