Wasserverband Strausberg Erkner - Bürgern und Unternehmen in Ostbrandenburg droht Wasser-Rationierung

Do 02.12.21 | 10:02 Uhr | Von Philip Barnstorf
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Boote am Straussee liegen teilweise auf dem Trockenen. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.12.2021 | Philip Barnstorf | Bild: dpa/Patrick Pleul

Das Wasser wird knapp in Ostbrandenburg. Nicht nur wegen Tesla. Der Wasserverband Strausberg Erkner greift deshalb zu einer drastischen Maßnahme: In Zukunft soll der Wasserverbrauch für alle Anwohner und Unternehmen gedeckelt werden. Von Philip Barnstorf

Der Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) hat beschlossen, Wasser für seine Kunden in Zukunft zu rationieren. Das hat die Verbandsversammlung, bestehend aus den Bürgermeistern und Amtsdirektoren der 16 Mitgliedsgemeinden, am Mittwoch entschieden.

Der WSE versorgt rund 170.000 Menschen mit Wasser und will nun bis 2025 für jedes Grundstück eine Maximalmenge Wasser pro Jahr festlegen. Dabei soll vor allem die Zahl der Bewohner ausschlaggebend sein. Auch für Unternehmen im Verbandsgebiet soll es Kontingente geben.

"Wir wollen nicht den Menschen das Wasser wegnehmen, sondern die Verursacher übermäßigen Wasserverbrauchs reglementieren", sagte Henryk Pilz, Bürgermeister von Erkner. So sei es etwa problematisch, wenn Anwohner im Sommer ihre Pools immer wieder mit neuem Wasser befüllen anstatt das alte zu reinigen.

WSE-Chef Andre Bähler begründete die Rationierung mit immer knapper werdenden Wasserressourcen während der vergangenen Sommer. "Im Juni diesen Jahres wurden unsere Behälter abends nicht mehr voll. Da hat uns nur eine andere Witterung gerettet", sagte Bähler.

WSE: Wasserknappheit ist nicht durch Tesla entstanden

Bisher liefert der Wasserverband pro Jahr rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser aus. Tendenz steigend, weil immer mehr Menschen und Unternehmen in die Region ziehen.

Und bald soll Tesla in seinem Grünheider Werk zusätzlich bis zu 1,4 Millionen Kubikmeter jährlich beziehen; das macht das Problem nicht kleiner. Aber Gerd Windisch, Vizevorsteher des WSE, betonte, dass die Wasserknappheit nicht durch Tesla entstanden sei. "Wir haben schon 2018 unsere Förderkontingent überschreiten müssen." Außerdem sei Tesla, als erstes Unternehmen im Verbandsgebiet, sowieso schon reglementiert auf 1,4 Millionen Kubikmeter jährlich.

Wie will der Verband Verstöße sanktionieren?

Von den 16 WSE-Mitgliedergemeinden und Städten stimmten nur Woltersdorf, Fredersdorf/Vogelsdorf und Strausberg gegen die Rationierung. Thomas Krieger, Bürgermeister von Fredersdorf/Vogelsdorf, mahnte etwa zuviel Bürokratie bei der Kontrolle der Kontingente an. Auch sei nicht klar, wie der Verband Verstöße sanktionieren will. Er wolle stattdessen ans Land Brandenburg appellieren, das dem WSE mehr Wasserförderung erlauben solle.

In der Tat scheint etwa die Frage nach der Sanktionierung noch ungeklärt. Möglich, dass der Verband die Rationierung auch deswegen beschließt, um das Land unter Druck zu setzen. Der WSE fordert schon lange höhere Fördergenehmigung und eine im vergangenen Jahr erteilte Genehmigung könnte demnächst vor Gericht gekippt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.12.2021, 15:40 Uhr

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Beitrag von Philip Barnstorf

80 Kommentare

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  1. 80.

    Frau Andreea habe ich mich verrechnet? Bisher wurde immer publiziert, dass Herr Musk 1,4 Mill. m3 Wasser pro Jahr für sich beansprucht. Umgerechnet sind das 3.835.616 l/Tag. Das ist schon eine andere Nummer wie die von der Neumann -Gang den Grünheidern angelasteten 172 l/Tag. Eine Frage Frau Andreea, sind sie zufällig in Grünheide wohnhaft. Wenn ja, dann beschweren sie sich bei Herrn Neumann und Herrn Dominik, die sie so verunglimpfen. Ich gehe davon aus, dass sie kein Wasserverschwender sind. Oder irre ich mich?
    Frau Andreea sie haben ja so recht, Tesla fängt ja nur ganz zaghaft an. Der Konzern will ja in Zukunft noch viel mehr Wasser vergeuden. Ich habe das Gefühl Teslas Aktienkurs ist an den Wasserverbrauch in Freienbrink gebunden. Wenn irgendwann hier nur noch Abwasser vorhanden sein sollte, dann sind die Teslaaktien auch nur noch Abfall, die als Sondermüll zu entsorgen sind.

  2. 79.

    Das war ja alles schon vor 30 Jahren absehbare und hat mit dem Bau und dem Verbrauch an Wasser in dem neuen Werk nicht viel zu tun.
    Vielleicht sollte man den Beruf der Meloration wie es ihn einst in der DDR gab wieder als Berufszweig einführen?
    Ist nur mal so eine Idee von vielen die es da so gibt.

  3. 78.

    Also ein Hoch auf die unendlich monotonen Kiefer und Maismonokulturen in weiten Teilen Brandenburgs....

    Wenn Brandenburg gut alsAgrarland lebt warum zahlt der Bundesbürger dan eigentlich 3,3 Mio Euro pro Kohlekumpel? Von Länderfinanzausgleich fang ich gar nicht erst an....

  4. 77.

    Jeder, der über diese Grundkenntnisse verfügt, kann Sie leicht entlarven. Je größer Ihre Lüge, desto harscher ist dabei Ihr Ton, der davon ablenken soll.

  5. 76.

    Viele armen Schlucker bauen sich noch heute viel Gemüse und sogar Frühkartoffeln an. Weil sonst das Geld nicht reicht. Reiche können jeden Preis zahlen; da reicht es sogar zum Riesengolfplatz. Ihre Auffassung gehört in die Tonne.

  6. 75.

    Ach so, deshalb die vielen hellblauen Stellen auf den gepflegten Rasenflächen: Die Menschen wässern damit die Straßenbäume. Da wäre ich in der Tat nicht drauf gekommen. Danke für den sinnvollen Hinweis. Bitte geben Sie den auch an den WSE weiter.

  7. 74.

    Nun wenn Brandenburg ein Agrarland sein will, dann wäre das für mich vollkommen Ok.
    Nur wieso gibt es dann ausgewiesene Industrie Gebiete, warum Autobahnen, Chemiewerke, Raffenerien??
    Das ist doch wohl alles nicht einfach mal so vom Himmel gefallen (Oder eigentlich besser aus der Hölle
    hochgekrochen). All das scheinen die Menschen in Brandenburg gewollt zu haben. Selbst wenn 'früher'
    mal nicht, hätten die Menschen nun aber doch schon Zeit genug gehabt dies plattzumachen.
    Von daher, mag SIE das ja stören, nur irgendwie dürfte es zumindest mal genügend Menschen in Brandenburg geben,
    die selbst absolute Dreckschleuder Industrien wollen.

  8. 73.

    Sie haben offensichtlich schon wieder ein Problem mit den Entscheidungen demokratisch gewählter Volksvertreter, die sich wie hier im Artikel erwähnt zur Wasserverband zusammengeschlossen haben. Aber wenigstens haben Sie sich daran erinnert, dass schon lange z.B. eine Fernwasserleitung zur Diskussion stand. Auch Sie führen damit die Kritiker vor, die sich in der Hinsicht bewusst dumm stellen.

    Irritiert bin ich jedoch darüber, dass Sie einen Swimmingpool wie im Artikel erwähnt nicht von einer Waschmaschine unterscheiden können. Oder glauben Sie, dass die Menschen z.B. in der Peetzseestraße in Grünheide selbst auf einem Seegrundstücken einen der im Artikel erwähnten Pool haben, weil die bei sich im Haus nicht duschen können?

  9. 72.

    Herr Dominik, es wäre zu begrüßen gewesen, wenn die Grünen bei der letzten Wahl unterhalb der 5 %-Grenze geblieben wären. Sie haben nur mit haltlosen Schlagworten um sich geworfen:
    "Klimaneutrale Energie"
    "Nachhaltige Energiewende"
    "1,5-Grad-Begrenzung"
    "E-Mobilität"
    Das mit dem Treibhauseffekt scheinen die Grünen auch nicht mehr so kritisch zu sehen. Nachdem sie nun mitregieren können, hat anscheinend die schädliche CO2-Wirkung nachgelassen. Die neue Erdgasleitung beginnt man nun gesundzubeten. Mit jedem Grünenmandat in der Regierung nimmt der C-Gehalt im Erdgas ab. Hätten die Grünen 100 % Wählerstimmen bekommen, dann wäre das Erdgas kohlenstofffrei. Schuld sind eindeutig die Wähler. Kurz zusammengefaßt: Die Grünen beschleunigen den Klimamittel nur mit anderen Mitteln.

  10. 71.

    Offenbar sind nach Ihrer Ansicht dann wohl auch die RBB Redakteure DIESES Artikels Lohnschreiber,
    und die WSE Verantwortlichen haben keine Ahnung was sie da überhaupt machen, eventuell ists ja
    Öl von der Raffenerie??
    Generell scheint Ihrer Meinung ja schlichtweg jeder Fakt der Ihrem Tesla Weltbild widerspricht vom Satan
    höchstpersönlich erfunden.
    Aber schon witzig, wie weit sich einer ins leugnen verstricken kann, nur um SEINE Meinung rumposaunen zu können.

  11. 70.

    Also ich find den Ansatz interessant.
    Mal Rechnen, 500.000 Fahrzeuge/a, somit fahren ja nun 500.000 damit rum macht also 2500l.
    Nur s o eine Kiste hält locker 10Jahre, tja jetzt sinds nur mehr 250l.
    Ganz kolosal wird die Rechnung wenn man nun den Wasserverbrauch auch nur EINER Ölrafenerie dagegenstellt.
    So gesehen tritt das Tesla Werk bald in Konkurrenz mit den Niragarafällen.
    Aber klar, die 'Grünen' hier haben offenbar das Qurtalsdenken der 'reinen' Ami Kapitalisten übernommen.
    Mal auch nur 2 Jahre weiterdenken?? Wohl nicht machbar, wenn man jetzt und hier dagegen sein kann.

  12. 69.

    Frau "Alejandra", auch Sie werden wissen wie die Friedrichstraße in Erkner täglich verstopft ist. Da helfen nur weniger und auch kleinere Autos; auch elektrisch betrieben. Ohne Wasser ist unvergleichlich schlimmer als ohne TESLAS. Das wußte der Herr Woidke und Steinbach nicht.?

  13. 68.

    Nicht genug Wasser??
    Ne Dreckschleuder Ölraffinerie verbraucht 20mio m3/a, das sind?? wieviel x Tesla??
    Die einen vergiften massiv die Umwelt, verbrauchen Wasser ohne Ende, der andere
    schafft die Dreckschleudern ab. Einer muss wegen 1.45mio m3/a betteln, der andere
    hat nicht mal ein Vertraglich geregeltes Höchstlimit, ...
    Aber klar, der 'kleinere' ist nun an allem Schuld. Absolut klar, genau DAS ist richtig.

  14. 67.

    Herr Dominik, ich weiß es ist zwecklos, ihnen erklären zu wollen, wie der Energiehaushalt, der Kohlenstoffkreislauf oder der Wasserkreislauf der Erde funktioniert. Das setzt nämlich gewisse Grundkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern voraus. Die haben sie anscheinend schon ab der 5. Klasse abgewählt. Sie geben sich zwar auf allen möglichen Gebieten als Experte aus, doch nur auf dem Gebiet des Nichtwissens sind sie wirklich Top.
    Zum Verständnis des Wasserkreislaufs der Erde: Das lebenswichtige, trinkbare Wasser entsteht nur auf dem Festland durch Niederschläge. Im Bereich der Ozeane wird es zu Salzwasser.. Unbedingte Voraussetzung für Niederschläge ist die Verdunstung. Es führt langfristig zur Austrocknung des Festlandes, wenn der Mensch versucht die Verdunstung zu verringern, indem man es der Natur entzieht und nach Verschmutzung schnell in Richtung Abwassergrube „Ozean“ leitet. So gräbt man sich das Wasser selber ab.

  15. 66.

    Niemand hat sich hier Neumanns Lügen gefallen zu lassen. Gerade gestern war der zitierte Tramfahrer mit dieser nach Schöneiche zu Rossmann. Nun reißen Sie sich als ehemaliger Frontstadtbewohner endlich mal zusammen.

  16. 65.

    Auch Sie erinnere ich an die Überlegungen von Winter 2019/2020 zum Bau einer Fernwasserleitung sowie die schon länger beantragten neuen Wasserrechte in Hangelsberg. Sie werfen hier bewusst den Erstausbau mit zukünftigen Ausbausstufen durcheinander. Wozu gab es eigentlich eine Bürgerbeteiligung bei der Überarbeitung des B-Planes, wenn sich Menschen wie Sie doch nicht dafür interessieren? Warum wohl weißt der WSE auch hier im Artikel darauf hin, dass im Jahr 2018 die Anwohner viel Wasser verschwendet hatten. Haben Sie den letzten Absatz dieses Artikels gelesen?

  17. 64.

    Der Importwessi lügt ja schon wieder. Es ist lediglich mal festgehalten worden, dass man auch mit einem Kleinstwagen von Hyundai auch im Winter ( Frost war der Hintergedanke ) auch bis zur Ostsee fahren kann. Ohne Nachtankung oder gar Aufladung an Säulen, die auch heute noch rar sind. Biologisch funktioniert auch bei Biologen mitunter nichts mehr.

  18. 63.

    S. g. A. Neumann, Tesla ist jedoch ein Zusatzabnehmer.
    Man benötigt das Wasser nicht nur zum Trinken, Waschen, .... sondern für den grünen Bereich, u. a. zum Erhalt von Strassenbäumen. Ganz einfach. Ich hatte schon mehrfach gesagt, von der Oder bis Elbe freier Durchblick, das ist nicht Brandenburg. Brandenbg ist Agrarland und kann damit sehr gut leben. Blech kann nicht so ohne Aufbereitung verzehrt werden, zu dem ungesund. A. Neumann schön, dass Sie sich weiter auf der Selbstdarstellung bewegen.

  19. 62.

    Bitte nochmal den Text lesen. Die Prozesse zum Wasser und Verkehr finden auch ohne Tesla statt. Sowas nennt man Strukturwandel.
    Pfähle werden in der Region schon seit der Jungsteinzeit eingesetzt, schon lange auch in WSG-Gebieten. Für den Wald wird Ersatz gepflanzt.
    Hört auf Tesla zum Sündenbock zu stempeln.

  20. 61.

    Ich wünsche Ihnen auch einen guten Morgen und weise mal wieder auf die Grundsatzdiskusionen von Winter 2019/2020 hin, dass die Wasserversorgung der Fabrik nur für den Erstausbau gesichert ist. Es gibt deshalb schon länger Überlegungen, neue Brunnen zu erschließen. Leider weigert sich der WSE aber noch länger beharrlich, alte zu sanieren.

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