Produktionsstart 2021 auf der Kippe - Gericht verschiebt Anhörung zur Wasserförderung in Tesla-Umfeld

Mo 06.12.21 | 16:48 Uhr
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Tesla Gigafactory östlich von Berlin. Nach eigenen Angaben soll die Produktion und Auslieferung der ersten Fahrzeuge noch im Jahr 2021 beginnen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.12.2021 | Phil beng | Bild: Patrick Pleul/dpa

Die Entscheidung über strittige Wasserförderungen im Umfeld der Tesla-Fabrik in Grünheide (Landkreis Oder-Spree) wird vertagt. Das Verwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) bestätigte dem rbb am Montag, dass die für diese Woche terminierte Anhörung verschoben wird. Wann sie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Wasserförderung bedingt Produktionsstart

Mehrere Umweltverbände hatten gegen das Landesumweltamt geklagt, weil dieses 2020 erhöhte Fördermengen für das Wasserwerk Eggersdorf (Märkisch-Oderland) genehmigt hatte. In den Augen der Umweltschützer fehlen für eine solche Genehmigung die nötigen Prüfungen.

Der Fall ist brisant, weil der zuständige Wasserverband in Eggersdorf jährlich rund vier Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Boden fördert. Ein großer Teil davon ist auch für die Tesla-Ansiedlung im benachbarten Grünheide gedacht. Kippt die Genehmigung für diese Förderung, könnte das auch die künftige Wasserversorgung des E-Auto-Werkes gefährden, das rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen soll.

Nun ist die Entscheidung zum dritten Mal vertagt worden. Auf Antrag der Beteiligten sollten noch weitere Unterlagen angefordert und ausgewertet, heißt es vom Gericht. Beobachter gehen davon aus, dass der für diesen Monat geplante Produktionsstart Teslas durch diesen Aufschub nicht mehr zu halten ist.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.12.2021, 16:30 Uhr

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26 Kommentare

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  1. 26.

    In den 80ern war der saure Regen schuld an der Bodenversäuerung und dem Waldsterben, heute sollen die Kiefern selbst an einer Bodenversäuerung schuld sein? Immer wie man es gerade braucht...

  2. 25.

    "Sie haben garantiert nicht einen flüchtigen Blick in die ausgelegten Unterlagen geworfen."

    Nein, das habe ich nicht, sehe aber, dass Musks angebliches PV-Konzept nicht ganz aufzugehen scheint. Da gibt es einfach zu viele ertragsmindernde Aggregate und Schornsteine auf den Dächern der Werkhallen.
    Mag sein, dass er das irgendwann einfach mal dahingesagt hat, um die Zerstörung des Waldes und des Wasserschutzgebietes zu rechtfertigen.
    Für Sie, Herr Dominik, Grund genug diesen Schwachsinn zu glauben.

  3. 24.

    Tesla hat vielleicht kein Gaskraftwerk geplant, aber ab einem bestimmten Energieverbrauch ist ein bestimmter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anteil vorgeschrieben, um damit den Energieanteil, der u. a. aus Kohlestrom kommt, zu verringern.
    ich überlasse es Ihnen, nach dem genauen Standort des Gaskraftwerkes im Lageplan zu suchen. Sollten Sie keines finden, sagen sie bitte nochmal bescheid, das wäre tatsächlich interessant.

  4. 23.

    Darf man Ihnen noch einen Besuch des Berliner Tierparks empfehlen? Dort kann man sich auf Schautafeln über lokale und globale Wasserkreisläufe informieren. Und nehmen Sie die Tesla-Gutachter bitte mit! Ich werde mich gern dafür einsetzen, dass Sie Freikarten erhalten.

  5. 22.

    Wenn Sie Ahnung hätten wüssten Sie sehr wohl, dass die Kiefer als konkurrenzschwache Pflanze auf wenige Extremstandorte begrenzt wäre.

    Der natürliche vorherrschende Baum wäre auch in Brandenburg die Buche, gemischt mit Eiche. Bis zum 18 Jahrhundert war das auch so. Dann hat man die Buchenwälder abgeholzt.

    Gerne zeige ich Ihnen oder dem RBB natürliche Kieferwälder mit einem in meinen Augen einzigartigen morbide Charme. Ein Stangenforst, da krieg ichs kotzen, wer das für "Natur" hält glaubt auch an lila Kühe....

    @rbb: einfach mal bei der Potsdamer Uni nachfragen wegen geschützten Kiefernbiotopen.

  6. 21.

    Sie meinten, wenn man man Brandenburgs Wälder komplett zubetonieren würde, könnten wir das Wasserproblem lösen? Sie gehören für den Nobelpreis vorgeschlagen!

  7. 20.

    Die unterirdischen geologischen Verhältnisse sind an diesem Standort (Freienbrink) sind schon ewig so. Das Traurige ist, dass es fast 20 Jahre gedauert hat, eine Wasserschutzgebiet festzulegen, dass den geologischen Verhältnissen gerecht wird. Wenn dann noch Bewilligungen für Wasserentnahmen an anderen Brunnen in der Umgebung erlaubt bzw. bewilligt wurden, ohne Fakten in die Prüfungen miteinzubeziehen, rächt sich das heute. Die Politik in Brandenburg hat auf diesem Themenfeld komplett versagt und Behörden kaputt gespart. Doch es geht um Wasser ! Ohne diese Ressource ist unser Lebensstandard akut gefährdet. Der Steuerzahler noch so klein, verliert am Ende in jeder Richtung, da das Land Brandenburg von Tesla mit Sicherheit haftbar gemacht wird, weil etwas anderes hinter verschlossenen Türen versprochen wurde.

  8. 19.

    Sie haben garantiert nicht einen flüchtigen Blick in die ausgelegten Unterlagen geworfen. Tesla hat garantiert kein Gaskraftwerk in Freienbrink geplant! Gerne können Sie Antragsseiten zitieren um Ihre Behauptung zu untermauern.
    Das sind mir die liebsten "Kritiker"....

    Dagegen ist auf der Zellfabrik Photovoltaik eingezeichnet.
    Zusätzlich hat Musk angekündigt, dass gesamte Werksdach bekäme PV.

  9. 18.

    Herr Dominik der Hobbygeologe Herr Klink hat nicht die ganze Zeit gepennt. So habe ich mir gemerkt, dass die Pflanzenwelt in sehr unterschiedlicher Weise den Wasserhaushalt der Erde beeinflusst. Das "wie" hängt vor allem von den Standortbedingungen ab, wie Klima, Morphologie, oberflächennahe Lagerungsverhältnisse, Bodenart und Wasserspiegelanschnitt, Pflanzenvergesellschaftung. Als Fazit des Unterrichts hieß es damals immer. In Summe ist die positive Wirkung auf den Wasserhaushalt von Nadelbäumen und Laubbäumen ähnlich. In manchen Gegenden gedeihen Laubwälder besser. Es ist nun mal Fakt, in Brandenburg kommt die Kiefer zum Beispiel in vielen Gegenden besser mit den Klima- und Bodenverhältnissen zurecht. Da hilft auch kein googeln, um das Gegenteil zu beweisen..

  10. 17.

    Nun hören Sie doch auf immer wieder die alte Musik zu singen! Ihr Kommentar ist unwissenschaftlich und unplausibel und somit falsch. Basta!

  11. 16.

    Sie haben garantiert nicht einen flüchtigen Blick in die ausgelegten Unterlagen geworfen. Tesla hat garantiert kein Gaskraftwerk in Freienbrink geplant! Gerne können Sie Antragsseiten zitieren um Ihre Behauptung zu untermauern.
    Das sind mir die liebsten "Kritiker"....

    Dagegen ist auf der Zellfabrik Photovoltaik eingezeichnet.
    Zusätzlich hat Musk angekündigt, dass gesamte Werksdach bekäme PV.

  12. 15.

    Bei dem von Ihnen gewünschten Vergleich Kieferforst vs. Beton siegt bekanntlich wegen der Versickerung der Beton. Die entsprechenden Unterlagen dazu lagen mehrfach öffentlich aus.

  13. 14.

    Das ist kein Gaskraftwerk, sondern eine Erdgas übergabestation, da die Aluminium Schmelzöfen mit Erdgas befeuert werden.

  14. 13.

    Nicht ganz schlüssig: Außer den Lärchen verlieren gesunde Nadelbäume nur wenige Nadeln. Wenn die nun auch noch schlecht abbaubar sind - wovon soll der Boden versäuern? Vom Anblick der Nadeln?
    Kennen Sie die Waldameisen? Streng geschützt übrigens. Die sammeln die wenigen Nadeln auf und bauen damit ihre Burgen. Wenn man sie lässt. In gesunden Kiefernwäldern finden Sie daher keine Nadelkissen auf dem Boden, sondern oft einen gesunden zentimeterdicken Moosboden. Kennen Sie den Wald um Grünheide? Nur aus RBB-Bildern?
    Der Waldboden, egal ob aus Nadeln oder Laub gebildet, kann übrigens das Wasser nur dann speichern, solange er nicht von tonnenschweren Maschinen plattgefahren wurde.

    Was war die Schlussfolgerung Ihrer Abhandlung?

    Die Frage in Ihrem Kommentar No. 4 ist allerdings berechtigt. Könnte sein, dass Tesla in dem Verfahren als eine Art "Nebenkläger" auftritt. Reine Vermutung. Vielleicht weiß der RBB auf Nachfrage mehr. Warten wir mal aufs Update.

  15. 12.

    Das verstehe ich jetzt nicht.
    Dabei hat doch der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie in Brandenburg, Herr Steinbach, noch auf der Konferenz des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung Anfang März dieses Jahrs gesagt, dass Tesla auf dem Dach der Fabrik das vermutlich größte zusammenhängende Photovoltaikfeld in Deutschland oder gar Europa zu bauen plant.
    Er müsste das doch wissen, oder hat er sich auch blenden lassen?

  16. 11.

    Aber nur auf Musks Twitterbildern. Die Fabrik in Grünheide hat keine Solaranlage. Es wurde extra ein Umspannwerk daneben gebaut und Tesla hat ein eigenes Gaskraftwerk auf dem Gelände. Nicht immer so einfach blenden lassen!

  17. 10.

    Haben Sie eine Quelle zu dem angeblichen Einspruch bezüglich der Förderung durch den EUGH? (Kleiner Tipp, der ist dafür gar nicht zuständig)

    Was ist für Sie Förderwürdig? Die hunderte Millionen für BMW Zellforschung an der Über und Überübernächsten Zellgeneration?

    Realistisch ist wohl, dass Musk die Förderbedingung "die erste Anlage ihrer Art" in Grünheide wegen der Verzögerungen nicht bereit zu erfüllen. GIGA Texas wird wohl als erstes die weltweit fortschrittlichste Zellproduktion hochgefahren, damit ist Grünheide nicht mehr förderwürdig. Musk ist wohl der Meinung, dass der frühere Produktionsstart in Texas mehr als die 1 Mrd. Euro wert ist.

  18. 9.

    Ihre fortlaufende Erzählerei über die brandenburgischen Kiefern, macht Ihre Argumentation nicht besser, da Sie Dinge vergleichen die gar nicht zum Vergleich stehen. Es geht niemandem um den Vergleich Kiefernwald vs. Laubwald sondern Kiefernwald vs. Beton. Wer schneidet da schlechter ab?
    Trinkwasserentsäuerung ist im Übrigen kein Hexenwerk. Trinkwasser aus nichts zaubern oder aus salinaren Grundwasser zu gewinnen schon eher.

  19. 8.

    Es geht bei der Anhörung doch überhaupt nicht um Tesla - auch wenn der RBB durch komische Überschriften etwas anderes zu suggerieren versucht. Die Braunkohle Berichterstattung des RBB war vor Jahren genau andersherum, praktisch Leag Pressestelle...Bei Tesla ist man immer dabei Tesla einen "reinzuwürgen".

    Was sollte sich das Gericht mit einem Vertrag zwischen WSE und Tesla befassen?

    Der Wasserverbrauch von Tesla ist weit unter Branchenstandard. Einfach mal recherchieren was SVolt für 24 GWh Zellproduktion an Wasser verbrauchen möchte. Auch die reinen Autos sind bei Tesla unter zB dem was Audi pro Auto im Durchschnitt verbraucht.

  20. 7.

    „Könnt ihr irgendwie mal erklären inwiefern dass eine "Tesla Anhörung" ist?“

    Herr Dominik, ich versuche ihre Frage zu beantworten. Das Gericht hat sich vielleicht mal gemüßigt gefühlt, sich den zwischen Tesla und dem WSE abgeschlossenen Vertrag näher anzusehen. Wundern würde mich nicht, wenn er jede Menge unzulässiger Bestimmungen enthält. Wie kann es sein, dass der WSE seine Geschäftsbedingungen dahingehend ändert, dass der Verband allen das Wasser in Notzeiten rationieren darf nur eben Tesla nicht, obwohl der Konzern in unvorstellbarer Weise mit dem kostbaren Nass aast, nur um seine umweltschädlichen, weit über 2 t schweren E-Monster zu produzieren.
    Übrigens soll Tesla nicht aus reiner Menschenliebe auf die angestrebten Fördergelder verzichtet haben. Herr Musk hat begriffen, dass der Europäische Gerichtshof nicht von der Förderwürdigkeit des Konzerns überzeugt ist. Langsam lernt man auch an anderer Stelle, dass das Muskelmännchen nicht der große Weltenretter ist, im Gegenteil.

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