Arbeitsbedingungen in Grünheide - Werden Bauarbeiter auf der Tesla-Baustelle ausgebeutet?

Sa 15.01.22 | 13:35 Uhr | Von Lucia Heisterkamp und Philip Barnstorf
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Blick auf die Baustelle der Tesla Gigafactory. (Quelle: dpa/Thomas Bartilla)
Bild: dpa/Thomas Bartilla

Die Tesla-Ansiedlung in Grünheide begeistert viele. Aber dem Unternehmen eilt auch ein Ruf voraus: schlechte Arbeitsbedingungen. Inzwischen sind die Produktionshallen des Werks fast fertig. Wie ist es den Menschen ergangen, die sie gebaut haben? Von Lucia Heisterkamp und Philip Barnstorf

Die Abendsonne senkt sich über das abgelegene Industriegelände in Königs Wusterhausen im Osten Brandenburgs, als die drei Minibusse anrollen. Sie halten vor einem kargen, einstöckigen Gebäude, eine Pension mit Zweibettzimmern, circa zehn Euro pro Nacht. Rund 20 Männer steigen aus den Bussen. Hinter der Fensterscheibe eines Busses hängt ein Schild, darauf der Name einer polnischen Firma – und "Tesla".

"Hallo, arbeiten Sie bei Tesla?" Die Männer sprechen polnisch miteinander, nur einer kann etwas deutsch. Auf die Frage nach seinem Arbeitsgeber winkt er ab und verschwindet zusammen mit seinen Kollegen in der Unterkunft.

Ermittlungen zu den Arbeitsbedingungen

Knapp 20 Kilometer entfernt liegt die Baustelle, auf der Europas größtes Elektroautowerk entsteht. Sie ist zu diesem Zeitpunkt im Sommer 2021 laut dem Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zu 80 Prozent fertiggestellt.

Seit Tesla-Chef Elon Musk vor gut zwei Jahren angekündigt hat, seine "Gigafactory Europe" ausgerechnet in Brandenburg bauen zu wollen, steht die Region nicht mehr still. Für die Landesregierung aus SPD, CDU und Grünen kommt die Tesla-Ansiedlung einem Sechser im Lotto gleich: Tausende Arbeitsplätze für den strukturschwachen Osten Brandenburgs werden erwartet. Grünheide, die 9.000 Seelen-Gemeinde, in der die Fabrik gebaut wird, steht plötzlich im Schlaglicht internationaler Berichterstattung.

Für Tesla soll mehr Grundwasser angezapft werden

Doch von Anfang an gibt es auch Gegenwind: Zwar freuen sich die meisten Anwohner über die neuen Nachbarn, aber einige befürchten, dass es mit der Idylle vorbei ist, wenn demnächst 12.000 Mitarbeiter täglich auf dem Weg zur Fabrik durch ihre Gegend brausen. Umweltschützer sorgen sich um Wasserknappheit in der ohnehin regenarmen Region, wenn Tesla zukünftig pro Jahr bis zu 1,4 Millionen Kubikmeter verbraucht. Und noch ein Vorwurf steht im Raum: schlechte Arbeitsbedingungen bei Tesla.

In den USA legt sich das Unternehmen immer wieder mit Gewerkschaften an. Wer bei Tesla arbeitet, muss eine strenge Verschwiegenheitsklausel unterschreiben. Es drohen Entlassung und Geldbußen, wenn man zu viel über den Arbeitgeber erzählt. Und obwohl die Fabrik in Brandenburg noch nicht einmal ganz fertig ist, sind Arbeitsverhältnisse auf der Tesla-Baustelle auch hier schon Thema: Im September 2021 berichtet das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" [Bezahlschranke] von Bauarbeitern, die bis zu 14 Stunden am Tag arbeiteten und unter dem Mindestlohn bezahlt würden. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre dies ein Verstoß gegen deutsches Arbeitsrecht. Das Landesamt für Arbeitsschutz und der Zoll ermittelten damals, aber das Landesamt konnte keine Verstöße feststellen und der Zoll äußerte sich nicht. Vielleicht bloß Einzelfälle, die Medien zufällig entdeckten? Immerhin sind Lohndumping und Schwarzarbeit verbreitet im deutschen Baugewerbe. Ist Brandenburgs Prestige-Baustelle eine Ausnahme?

Vom Hostel an der Grenze zur Baustelle

Auf der Suche nach jenen Menschen, die in Grünheide Schächte buddeln, Kabel verlegen, Rohre schleppen, landet man in den billigsten Herbergen in der Region. Hunderte Bauarbeiter sind hier untergebracht, die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa. Doch wie in Königs Wusterhausen will kaum jemand mit Reportern sprechen.

Einer ist schließlich doch bereit: Yaroslav (Name von der Redaktion geändert) ist in einem kleinen polnischen Hostel kurz hinter der Grenze untergebracht, knapp 70 Kilometer östlich von der Tesla-Baustelle. Graue Wände, schmale Gänge, in denen hier und da das Licht nicht funktioniert. Abends sitzt Yaroslav in Shorts und Tanktop in der Kantine des Hostels und schaufelt Pasta in sich rein. Über einen Arbeitsvermittler hat er bei einem polnischen Bauunternehmen angeheuert, das für Tesla Erdarbeiten erledigt.

Seit zwei Wochen arbeitet er inzwischen auf der Baustelle, wird jeden Morgen zwischen sechs und sieben Uhr von einem Bus abgeholt und mit seinen Kollegen nach Grünheide gefahren. Abends geht es zurück ins Hostel. Insgesamt sechs Monate will Yaroslav in Brandenburg schuften und dann zurück in seine ukrainische Heimat. Wie viel Geld er dabei verdienen wird, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch einen Arbeitsvertrag hat sein Chef ihm bisher nicht ausgehändigt. Dennoch sagt er: "Ich arbeite gerne bei Tesla." Er ist optimistisch, dass sich der Job für ihn am Ende lohnt. Das wird sich ändern, wie sich später zeigt.

Elon Musk, Tesla-Chef, lässt sich mit Arbeitern am Rande eines Pressetermins auf dem Gelände der Tesla Gigafactory fotografieren. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)Elon Musk bei einem Pressetermin

Fragen zum Unternehmen sind unerwünscht

Wochen später wird zum ersten Mal präsentiert, was Yaroslav und andere in Grünheide aufgebaut haben. Ein Tag im Oktober 2021, Elon Musk persönlich hat zu einem Tag der offenen Tür geladen. Normalerweise ist der Zugang zum Gelände für Außenstehende verboten. Nun dürfen rund 9.000 Besucher, die meisten aus der Region, die fast fertige Fabrik von innen besichtigen. Wer durch die gigantischen Hallen mit dem Presswerk, der Gießerei und der Fertigungsanlage läuft, hat das Gefühl, in einem Science-Fiction-Film gelandet zu sein: Aluminium-Gießmaschinen - so groß wie kleine Häuser - außerdem Hunderte Roboter, zum Schweißen, Stanzen, Schrauben. Alle 45 Sekunden sollen sie eine fertige Karosserie ausspucken. Der Bau eines gesamten Autos soll gerade einmal zehn Stunden dauern. Zum Vergleich: VW braucht fast dreimal so lange.

Bis zu 500.000 Teslas sollen in Grünheide künftig jedes Jahr vom Band rollen. Es ist eine Hightech-Anlage wie es sie bisher kein zweites Mal in Deutschland gibt. Junge, gut gelaunte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Tesla-Shirts führen durch die Fabrik und geben Auskunft zu den Maschinen. Fragen zum Unternehmen selbst sind dagegen unerwünscht. Niemand bei Tesla darf namentlich zitiert werden, viele Journalisten haben trotz Anfrage kein Ticket erhalten. Über die Menschen, die die Fabrik gebaut haben, erfährt man hier erwartungsgemäß nichts.

Eine Überraschung ist das nicht, schließlich ist der Konzern für seine rigide Informationspolitik bekannt. Die sowieso schon kleine PR-Abteilung ist extrem wortkarg. "Bei Tesla redet nur Elon Musk und wenn der was zu sagen hat, twittert er", sagt ein deutscher Subunternehmer des Konzerns. Und für kritische Fragen hat CEO Musk nur wenig übrig. Angesprochen auf die Wasserknappheit in der Region lacht er laut bei einem Besuch in Grünheide im Sommer 2021: "Sieht das hier vielleicht wie in einer Wüste aus? Das ist lächerlich!" Auch mit Gewerkschaften hat er sich schon auf Twitter angelegt.

Du arbeitest, dann schläfst du. Hier gibt’s nicht viele Möglichkeiten, das Geld auszugeben.

Piotr

Bauarbeiter: Arbeiten bis zu 17 Stunden am Tag

Alles eine Frage der Dimension? Nach Musks Aussagen will er mit den Elektroautos dem Klimawandel Einhalt gebieten - und damit hätte er nicht weniger auf dem Zettel, als die Menschheit zu retten. Vielleicht sind knappes Trinkwasser in Brandenburg oder Bauarbeiter, die für Dumpinglöhne arbeiten, für Musk einfach nur Lappalien?

Einer dieser Bauarbeiter ist Piotr (Name von der Redaktion geändert). Auch ihn treffen wir im polnischen Grenzgebiet vor einer Unterkunft. Er lenkt für eine polnische Firma Baufahrzeuge auf der Tesla-Baustelle und erzählt, dass er ungefähr zehn Euro pro Stunde verdiene. Für solche Arbeiten am Steuer von Baufahrzeugen schreibt das Gesetz in Deutschland 12,85 Euro Baumindestlohn vor.

Genau wie Yaroslav aus der Ukraine hat auch Piotr von seinem Chef noch keinen Arbeitsvertrag bekommen, dabei arbeitet er seit drei Monaten auf der Baustelle. "Es heißt immer nur nächste Woche, nächste Woche", sagt Piotr. Trotz allem sei er unterm Strich zufrieden mit seinem Job. "Ich bin froh, auf der Baustelle von Tesla zu arbeiten. Das ist ein sehr berühmtes Unternehmen." Und der Lohn sei immer noch besser als in Polen. Manchmal arbeiteten sie bis zu 17 Stunden am Tag. Erlaubt sind nach deutschem Arbeitsrecht maximal zehn Stunden plus Pausen. "Überstunden bringen Extrageld", sagt Piotr. Insgesamt bleibe genug übrig, um seine Familie daheim zu unterstützen. "Du arbeitest, dann schläfst du. Hier gibt’s nicht viele Möglichkeiten, das Geld auszugeben."

Krasser Gegensatz zum Tesla-Image

Unterbezahlung, zu lange Arbeitszeiten, fehlende Verträge. Solche Geschichten überraschen Agniezsca Bollmann nicht. Die 50-Jährige sitzt in ihrem Büro in Frankfurt (Oder). Mit ihrer Beratungs-Agentur hat sie sich auf Firmen und Angestellte spezialisiert, die grenzübergreifend arbeiten. Arbeitnehmer von einem der dutzenden Subunternehmen von Tesla kämen nur selten zu ihr. "Die haben große Angst, ihren Job zu verlieren", vermutet sie. "Deshalb beschweren sie sich nicht, solange sie dort arbeiten." Aber manchmal meldeten sich Leute, die nicht mehr auf der Tesla-Baustelle sind. Ihr seien eine Handvoll Fälle bekannt, in denen Bauarbeiter keinen Arbeitsvertrag erhalten hätten oder ihnen ein Teil ihres Lohns vorenthalten wurde. Mal würden sie unter dem Mindestlohn bezahlt oder Kost und Logis würden vom Lohn abgezogen, so dass kaum etwas übrig bliebe. Das sei dann eine rechtliche Grauzone.

"Die ausländischen Subunternehmen haben oft keine Ahnung von deutschem Arbeitsrecht. Sie wissen nichts vom Baumindestlohn", sagt Bollmann. Sie wüssten nur, dass sie Tesla möglichst billige Arbeitskräfte anbieten müssten. Weil der US-Konzern nicht der direkte Arbeitgeber ist, ist er rechtlich nicht in der Pflicht. Doch Yaroslavs und Piotrs Behauptungen stehen in krassem Gegensatz zum Image, das sich Tesla gerne selbst gibt. So schreibt das Unternehmen in seinem Impact-Report 2020, es setze sich dafür ein, dass alle eigenen Mitarbeiter und die von Zulieferern mit "Respekt und Würde" behandelt würden.

Auf Nachfrage erklärt das Unternehmen, ihm seien keine Verstöße gegen das Arbeitsrecht in Grünheide bekannt. Auch lasse Tesla sich von seinen Auftragnehmern vertraglich garantieren, dass diese sich ans Arbeitsrecht hielten. Schließlich verpflichte Tesla seine Auftragnehmer zusätzlich dazu, ihrerseits auch ihre Subunternehmer entsprechend zu verpflichten.

Viel Betrieb herrscht am Rohbau für die künftige Batteriefabrik auf dem Baugelände der Tesla Gigafactory östlich von Berlin. (Quelle: Patrick Pleul)Agniezsca Bollmann: "Die ausländischen Subunternehmen haben oft keine Ahnung vom deutschen Arbeitsrecht."

Zoll macht Stichproben

Zuständig für Kontrollen in Sachen Arbeitsrecht auf Baustellen in Ostbrandenburg ist der Zoll in Frankfurt (Oder). Konfrontiert mit den Aussagen von Piotr und Yaroslav, sagt Sprecherin Astrid Pinz: "Ich kann nicht sagen, ob die beiden Fälle uns durch die Lappen gegangen sind." Generell könne sie sich zu spezifischen Baustellen nicht äußern. Der Zoll habe "alle Baustellen im Blick". Pinz sagt aber auch: "Wir sind mit unseren Stichproben nicht jeden Tag vor Ort." Hat die Zollbehörde überhaupt genug Leute, um eine Riesenbaustelle mit Tausenden Bauarbeitern wie bei Tesla effektiv zu kontrollieren? "Eine Aufstockung des Personals der Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist geplant", sagt Pinz.

Das befürwortet auch Dirk Kuske von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, denn: "Mindestlohnverstöße bei so einer gigantischen Baustelle nachzuweisen, ist natürlich schwierig." In der Vergangenheit hat er die Baustelle immer wieder selber besucht. Aber seit Tesla den Bau nicht mehr vom deutschen Unternehmen Max Bögl, sondern von einem polnischen Konzern leiten lässt, ist das vorbei. "Der polnische Generalunternehmer beschäftigt vor allem Landsleute. Da haben wir keine Mitglieder und kommen insofern auf die Baustelle nicht mehr rauf", sagt Kuske. Er schätzt, das polnische Unternehmen habe für den Auftrag schlicht den niedrigsten Preis geboten. Ist das ein Indiz für Lohndumping? Spezifische Fälle von der Tesla-Baustelle kennt Kuske nicht. Aber er sagt: "Generell kommt sowas immer wieder vor, gar keine Frage."

Ich fühle mich betrogen. Das ist zu wenig Geld für viel Arbeit.

Yaroslav

Yaroslav: 1.200 Euro für eineinhalb Monate Arbeit

Die Berichte von Yaroslav und Piotr lassen sich nicht vollständig verifizieren. Wir wollen die beiden noch einmal treffen, um uns Beweismaterial wie Kontoauszüge zeigen zu lassen. Piotr aus dem polnischen Hotel stimmt per Whatsapp einem weiteren Treffen zu. Einen Tag vor dem Termin antwortet er plötzlich nicht mehr. Auch auf Anrufe reagiert er nicht. Wir können nur vermuten, dass er Angst bekommen hat, seinen Job zu verlieren, wenn sein Arbeitgeber durch ihn Probleme mit deutschen Behörden bekommt. Seine Firma teilt auf Nachfrage mit, dass sie sich in Deutschland an alle Gesetze halte.

Auch mit Yaroslav, dem Ukrainer, verabreden wir ein weiteres Gespräch per Zoom einige Wochen nach dem ersten Treffen. Er arbeitet inzwischen nicht mehr auf der Tesla-Baustelle. Ein Arbeitsvertrag sei ihm zwar noch ausgehändigt worden, aber am Ende habe er für etwa 1,5 Monate Arbeit in Vollzeit gerade mal 1.200 Euro erhalten. Die Kosten fürs Hostel habe sein Arbeitgeber davon noch abgezogen. "Das Ergebnis ist furchtbar", sagt Yaroslav, "Ich fühle mich betrogen. Das ist zu wenig Geld für viel Arbeit."

Vollständiges Bild ist schwierig

Die Schuld sieht Yaroslav nicht bei Tesla, sondern bei seinem polnischen Arbeitgeber. Der hätte nicht nur ihn sondern auch rund ein Dutzend weitere Bauarbeiter so behandelt. Möchte er etwas dagegen unternehmen, etwa vor einem Gericht? "Das ist sinnlos. Niemand sonst macht das", sagt Yaroslav. Er möchte das Thema lieber schnell vergessen. Wir konfrontieren Yaroslavs Arbeitgeber mit den Vorwürfen; schreiben E-Mails und rufen mehrmals an. Eine Antwort erhalten wir nicht.

Es ist am Ende schwierig, ein vollständiges Bild von dem zu erhalten, was auf dem streng bewachten Tesla-Gelände passiert. Ob Bauarbeiter dort systematisch ausgebeutet werden oder ob Yaroslav und Piotr doch Einzelfälle sind. Agniescza Bollmann von der Beratungs-Agentur sagt: "Auf den Baustellen in Brandenburg geht es zu wie im wilden Westen". Wieso sollte die Tesla-Baustelle da eine Ausnahme sein? Fest steht: Die meisten Bauarbeiter aus Polen und der Ukraine, die wir während unserer Recherche treffen, sind nicht unzufrieden mit ihrer Arbeit - weil sie Schlimmeres gewöhnt sind. Klar ist auch: Kaum einer von ihnen wird sich jemals einen Tesla leisten können.

Mitarbeit: Anna Chwialkowska, Yarosvlava Hryhorchuk

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.01.2022, 15:12 Uhr

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Beitrag von Lucia Heisterkamp und Philip Barnstorf

65 Kommentare

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  1. 65.

    "BEV sind allerdings nach übergreifender politischer Meinung umweltfreundlicher als Verbrenner."

    - nach übergreifender politischer Meinung - ich lach mich schlapp...
    Zudem ist "umweltfreundlicher" nicht gleich umweltfreundlich und rechtfertigt auch nicht derart sorglos, verschwenderisch und arrogant mit unserer Umwelt respektive den Wäldern und dem Grundwasser umzugehen, wie wir es gerade in Grünheide tun.

  2. 64.

    Nein, Silberbeard!

    Wer einen Tesla kauft, fördert nicht den Umweltschutz, sondern stärkt der Atomlobby den Rücken, da der Strombedarf aus erneuerbaren Energien noch lange nicht ausreichen wird. Wer aktiv den Umweltschutz fördern will, muss seine Lebensumstände drastisch ändern und sich nicht einreden, eine Flächenversiegelung würde nichts ausmachen, da ja eine dreifache Fläche umgewandelt werden würde, die aber dafür keinesfalls entsiegelt wird.

    Zukünftig mit dem E-Auto zum Bäcker zum die Ecke und alles so weiter, wie bisher? Ist es dass, was Sie wollen um ruhig schlafen zu können?

  3. 62.

    Dieser Betriebsrat wird dann allerdings genug damit zu tun haben, die Rechte der direkt bei Tesla Angestellten zu wahren: Ich hoffe sehr, dass ihm das trotz allem offenbaren Mangel an Transparenz zumindest einigermaßen gelingt. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wird er sich aber leider nicht um die Rechte von Arbeiter*n in Bau- und Zulieferfirmen kümmern können. ((Aus gegebenem Anlass schreibe ich vorsichtshalber dazu, dass ich hier jetzt weder Ironie noch Sarkasmus verwende.))

  4. 61.

    Zu fein gewiss nicht. Es fehlen so viele Bauleute in D ! Jetzt liegt doch die Bauleitung in den Händen eines polnischen Konzerns. Der würde sich hüten nach deutschem Recht zu entlohnen. Das Teil dort hat möglichst billig zu sein. Die teuren Maschinen sind nicht zu vermeiden gewesen. Einfache Arbeiter quetscht man aus wie eine Zitrone. 70 km entfernt die schäbigste Unterbringung. Es gibt sehr geeignete Container mit Hauch von Menschlichkeit. Zu teuer für die Malocher. Unserem Minister Weißbach juckt das nicht." Hurra; wir bauen Teslas in Brandenburg"-

  5. 60.

    Soweit ich das gelesen habe, gehört das Gelände Tesla. Und nicht der Kommune, wie Sie vielleicht mit Ihren Worten vermuten.
    Tesla hat das Gelände erworben und ist nach Ansicht Einiger ein wirkicher Lichtblick für die Region. Denn der Mensch lebt auch in Grünheide und Umgebung nicht von der Verwertung einer relativ wertlosen Nutzholzfläche. Es handelt sich dabei in der Fachsprache um einen Forst, also eine kommerziell genutzte Waldfläche – in diesem Fall zur Papierproduktion. Die Fläche ist im Flächennutzungsplan von Grünheide schon lange als Gewerbefläche ausgewiesen.

  6. 59.

    Sie schreiben auf ihrem tablet - interessant. Wie kommen sie darauf, dass @Renate Ludwig jedesmal neue Tablets und Smartphones braucht weil die alten "vollgeschrieben" sind? Verstehe ich nicht. Man muss aber auch nicht jeden Unsinn verstehen.
    Übrigens was machen sie, wenn ihr Bildschirm "vollgeschrieben" ist? Mit nem Schwamm abwischen?

    Bei den meisten anderen Menschen landen die Daten des tablet im Internet, Cloud oder auch nicht geklaut, bzw. hier beim rbb. Das Internet wurde als einer der größten Schadensverursacher bei den Klimaveränderungen identifiziert - wegen dem enormen Stromverbrauch. Es geht dabei nicht um uralte Knochen, die teilweise privat noch genutzt werden, sondern um die Unmenge an Serverlandschaften und Backupsystemen.
    Man sollte es deshalb nur nutzen und Daten erzeugen, wenn man damit etwas Sinnhaftes mitteilen möchte. Ich vermute, dass @Renate Ludwig das meinte.

    Merke: Wenn man andere massregeln will, sollte man auch wissen worum es geht. :) :)

  7. 58.

    Ja, aber hier wird auf Kosten anderer Länder fleißig die deutsche Weste weiß gewaschen. Haben sie sich schon mal mit den Kobalt- und Lithium - Minen beschäftigt? Da werden beispielsweise Menschen entschädigumhslos von ihren Grundstücken vertrieben. Ganz zu schweigen von den Umweltschdaeen und den Arbeitsbedingungen. Aber das sieht man ja hier nicht, wie Vogel Strauß.

  8. 57.

    "Vielleicht dämmert Ihnen dann auch, warum es den MIV weiterhin geben wird und Parteien, die den wie Sie radikal lehnen, kaum einen Fuß in die Parlamente bekommen."

    Abwarten und dann werden alle Parteien das im Grundsatz haben. Ich gebe dem keine 20 Jahre mehr. Das E-Auto ist, wenn überhaupt, eine Übergangslösung und wie alle Übergangslösungen mehr schlecht als recht.

    Wir kommen nicht daran vorbei den MIV durch intelligente Lösungen aber eben auch mit Regelungen radikal zu verringern. Ein E-Auto ist Greenwashing.

  9. 56.

    „Das Waldgebiet gehört den Bürgern und nicht Musk.“

    Ich würde ja mal ganz stark vermuten, dass Tesla das Grundstück, auf dem Ihr sogenannter „Wald“ gestanden hat (der jedoch lediglich eine nur wenig artenreiche Brennholzplantage und somit von eher geringem ökologischem Wert gewesen ist), vor Baubeginn käuflich erworben hat …

  10. 54.

    Wenn Sie sich kein Auto ab der Preisklasse eines VW Pilo leisten können, müsste man Ihnen wahrscheinlich zustimmen, dass Sie sich auch nie einen Tesla werden leisten können.

    Firmen mit nach deutschen Tarif entlohnt Arbeitnehmern sind ganz banal für viele Bauherren zu teuer wie in der Tat das deutsche Baugewerbe seit Jahrzehnten ein Nachwuchsproblem hat. Nicht ohne Grund sind die Ausbildungsgehälter vergleichsweise hoch.

  11. 53.

    „dem Klima und den Mitarbeitern zuträglich sein, der glaubt auch an den Weihnachtsmann“ - wollten Sie uns jetzt, abseits des Themas, etwas über Klima und Wasserverbrauch mitteilen? Oder meinten Sie, abseits vom Thema, das Bauarbeiterklima? Was meinen Sie, wer sollte subunternehmerische Ausbeutung bekämpfen? Wer genau ist politisch dafür gesetzgeberisch zuständig? usw. sind Fragen zum Thema..

  12. 52.

    Warum da keine deutschen Arbeitnehmer arbeiten?
    Vielleicht weil keiner jemanden einstellt, der mindestens 12,85€ Baumindestlohn zu erhalten hat… Aber das war zu erwarten… so viel zum Thema Arbeitsplätze in der Region schaffen… Arbeitsplätze ja - Arbeitnehmer allerdings aus Osteuropa, damit der Gewinn weiter sichergestellt ist und Herr M. sinnfrei Autos ins Weltall schicken kann! Das grenzt schon an moderne Sklaverei!
    Vielen Dank an die Regionalpolitik - aber vielleicht gabs da ja „Spenden“…

  13. 51.

    Grünheide ist schon überall, nur anders als es von nogfvier gemeint ist. Finden Sie mal auf einer Großbaustelle einen Bauarbeiter oder auf dem Feld einen Erntehelfer, der fließend Deutsch spricht. Deutsche Firmen sind oft auch staatlichen Auftraggebern zu teuer, mit dem Mindestlohn kann man hierzulande aber auch niemanden locken.

    Nach dem Skandal um die Mall of Berlin muss oft der einzelne Arbeiter dem Bauherren u.a. schriftlich bestätigen, dass er den Mindestlohn erhält oder er darf die Baustelle nicht betreten. Seine Lohnabrechnung einzufordern würde aber garantiert zu Diskussion mit Datenschützern führen. Lücken im System wie die Unterbringskosten werden schamlos von den ausführenden Firmen ausgenutzt.

    Dabei hat der RBB das Thema am Beispiel dieser Baustelle bereits vergangenen Mai von Business Insider und Frontal21 übernommen, bis jetzt vertiefender recherchiert und die nebenbei in Bezug auf die Unterbringung widerlegt.

  14. 50.

    Ich mach für Sie mal ne absteigende Reihenfolge der Umweltschädlichkeit bezüglich Fortbewegung:
    DieselSUV, Benzin Kleinwagen, ElektroSUV, Elektro Kleinwagen, L7e Fahrzeuge, E-Roller, Pedelec/E-Scooter, Tram, Fahrrad, zu Fuß.

    Irgendwo müsste noch Bus/ÖPNV rein. Je nachdem ob Elektrobus oder Dieselbus wäre ich mir unsicher.

    Einverstanden? Andere Vorschläge?

    PS: Ich bin in der Stadt praktisch nur mit meinem EScooter unterwegs, aber die 25 km zur Arbeit fahr ich im Winter nicht standardmäßig mit dem EScooter.

  15. 48.

    Was? Nur dort werden sie ausgebeutet? Ich dachte, das ist ein Merkmal unseres Wirtschaftsystems - DEM KAPITALISMUS. Das haut mich jetzt echt um!

  16. 47.

    BEV sind allerdings nach übergreifender politischer Meinung umweltfreundlicher als Verbrenner. Stöbern Sie als jemand von außerhalb der "Tesla-Region", der den RBB erst mit Verspätung nur für das eine Thema kennengelernt hatte, in den alten Grundsatzdiskussionen vor Ihrer Zeit. Dann erkennen Die ggf. auch Ihren wiederkehrenden Irrtum: Für die Ölsandgewinnung werden z.B. in Kanada boreale Wälder geopfert, gegen die die Tagebau in der Lausitz wie Spielplatzsandgruben erscheinen, in Brasilien wird im ehemaligen Regenwald Zuckerrohr angebaut, das als Ethanol im Tank landet. Vielleicht dämmert Ihnen dann auch, warum es den MIV weiterhin geben wird und Parteien, die den wie Sie radikal lehnen, kaum einen Fuß in die Parlamente bekommen. Sie müssen in konkreten Fall mehr vorbringen als nur Sprüche zu wiederholen, die Sie nichtmals mit Leben füllen wollen.

  17. 46.

    "Nun ja, Grünheide ist nun wirklich nicht überall."

    Dann noch einmal für Sie:
    Gemeint ist der achtlose Umgang mit unserer Umwelt und die Zerstörung von Natur- und Lebensräumen für rein monetäre Interessen. Das ist allerdings kein Grünheider Phänomen, das passiert weltweit.
    Ich hoffe nun alle Unklarheiten ausgeräumt zu haben.

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