rbb|24-Podcast - Wird die Tesla-Genehmigung zur Hängepartie?

Mo 28.02.22 | 15:54 Uhr
Lichtspuren vorbeifahrender Autos sind am frühen Morgen vor dem Rohbau für die künftige Batteriefabrik der Tesla-Autofarbrik zu sehen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Patrick Pleul/dpa
Audio: rbb|24 | 28.02.2022 | | Bild: Patrick Pleul/dpa Download (mp3, 29 MB)

Eine Produktionshalle steht schon. Tausende Mitarbeiter sind angestellt. Aber das Tesla-Werk ist nach wie vor nicht genehmigt. Wie es weiter geht, beantwortet der rbb-Podcast Giga Grünheide, der jetzt in die dritte Staffel startet.

Tausende Industrie-Arbeitsplätze, ein modernes E-Auto-Werk, Wirtschaftswachstum im strukturschwachen Ostbrandenburg - das alles sollte es mit der Tesla-Ansiedlung im Eiltempo geben. Mit Teslas Risikobereitschaft und zügig arbeitenden Genehmigungsbehörden war der Produktionsstart im Grünheider Werk ursprünglich schon im Sommer 2021 geplant - Das wäre gerade mal eineinhalb Jahre nach Beginn des Genehmigungsverfahrens ein Rekord in Deutschland gewesen.

"Eine Frage von Tagen"?

Aber dann plante Tesla immer wieder um. Zuletzt im Frühjahr: Jetzt sollte die laut Tesla Chef Elon Musk "größte Batteriefabrik der Welt" gleich mitgebaut werden. Deshalb mussten alle Tesla-Baupläne inzwischen schon zum dritten Mal öffentlich diskutiert werden. Das hat Monate gedauert. Aber Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach zeigte sich Anfang Dezember ungebrochen optimistisch: "Es fehlen noch einige Unterlagen von Tesla. Aber das ist tatsächlich eine Frage von Tagen."

Tesla könnte gute Nachrichten brauchen

Die Genehmigung ist bis heute nicht da. Und Minister Steinbach will keine Prognosen mehr wagen. "Man lernt daraus und man wird vorsichtiger", sagte er im Februar. rbb-Recherchen haben inzwischen ergeben, dass die Produktion frühestens Mitte März starten wird. Gut zwei Jahre nach Beginn des Genehmigungsverfahrens wäre das für deutsche Verhältnisse immer noch sehr schnell, gerade bei der Größe des Werks, dessen Haupthalle mehr als 20 Fußballfelder misst. Auch Tesla kämen gute Nachrichten angesichts des jüngsten Absturzes der Aktie gelegen.

Umwelt-Klage könnte Produktionsstart gefährden

Biegt die Tesla-Genehmigung für Grünheide jetzt also endgültig auf die Zielgerade ein? Tesla hat im Januar endlich alle seine Unterlagen aktualisiert und eingereicht, sodass es mit der Genehmigung gut aussieht. Aber eine Falltür lauert noch: Umweltverbände haben gegen die Wasserförderung im Tesla-nahen Wasserwerk Eggersdorf geklagt. Die Behörden hätten bei der Erlaubnis dafür, die Folgen für die Umwelt nicht sorgfältig ermittelt.

Die Landesregierung betont zwar immer wieder, die Klage hätte nichts mit Tesla zu tun. Aber Andre Bähler, der als Chef des regionalen Wasserverbands Strausberg-Erkner für die Versorgung Teslas zuständig ist, hat große Befürchtungen, falls das Verwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) die Förderung in Eggersdorf stoppt: "Die Versorgung der Tesla-Fabrik wird dann nicht mehr gehen."

Giga Grünheide startet in dritte Staffel

Auch auf den letzten Metern der Genehmigung steht also noch einiges auf dem Spiel. Dazu und zu Teslas weiteren Plänen für den Grünheider Standort fasst der rbb Podcast Giga Grünheide immer Montags die wichtigsten Entwicklungen zusammen. Außerdem berichten Journalisten aus dem rbb-Studio Frankfurt (Oder) jede Woche aus ihren Reportagen zu ökonomischen, ökologischen, politischen Chancen und Risiken rund um die Tesla-Ansiedlung.

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