Vor Produktionsstart - Erster Betriebsrat bei Tesla steht fest

Mi 02.03.22 | 17:39 Uhr
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Blick auf die Baustelle der Tesla Gigafactory in Grünheide (Brandenburg, Luftaufnahme mit einer Drohne) © dpa/Patrick Pleul
Audio: Antenne Brandenburg | 02.03.2022 | Martina Rolke | Bild: dpa/Patrick Pleul

Die Tesla-Fabrik hat einen Betriebsrat. Laut IG Metall stellt die Liste "Gigavoice" die knappe Mehrheit im Betriebsrat. Deren Mitglieder stammen aus der Führungsebene und sollen als arbeitgebernah gelten.

Nach der Betriebsratswahl bei Tesla am Montag, steht am Mittwoch bereits das Ergebnis fest. Nach Informationen der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen sollen etwas weniger als 50 Prozent der Stimmen auf die arbeitgeberfreundliche Liste "Gigavoice" entfallen sein. Demnach müssen die "Gigavoice"-Betriebsräte mit anderen Listen kooperieren. "Aus Sicht der IG Metall ist das ein großer Erfolg für die Mitbestimmung und die demokratische Arbeitskultur in Deutschland."

75 Prozent Wahlbeteiligung

Insgesamt waren bei der ersten Betriebsrats-Wahl am Tesla-Standort Grünheide (Oder-Spree) rund 2.500 Mitarbeiter wahlberechtigt. Zu der Wahlbeteiligung wurde am Mittwoch zunächst nichts bekannt.

Im Vorfeld der Betriebsrats-Wahl hatte die IG Metall den Zeitpunkt kritisiert. Wegen der bisher nicht erfolgten Zulassung produziert Tesla derzeit nur im Testbetrieb. Viele der Produktionsmitarbeiter sind daher noch nicht eingestellt worden. Die Gewerkschaft hatte deswegen kritisiert, dass durch den frühen Wahltermin die künftige Belegschaft im Betriebsrat nicht vollständig repräsentiert werde und sich größtenteils aus Mitgliedern der mittleren und höheren Führungsebene zusammensetzen würde. Dennoch sicherten Gewerkschaftsvertreter dem Gremium am Montag ihre allgemeine Unterstützung zu.

Für die Interessen der Belegschaft

Für die IG Metall sei das Ergebnis dennoch ein Erfolg. "Dieser Ausgang ist angesichts der schwierigen Ausgangslage mit dem frühen Wahltermin, den noch relativ wenigen Beschäftigten in der Produktion und anderen Hindernissen bei dieser ersten Betriebsratswahl bei Tesla ein großartiger Erfolg für die unabhängigen Kandidaten und Kandidatinnen, mit dem so nicht zu rechnen war", heißt es von Seiten der Gewerkschaft. Alle Betriebsratsmitglieder würden nun in der Verantwortung stehen, sich für die Interessen ihrer Belegschaft einzusetzen.

Der Betriebsrat wird in der Regel für vier Jahre gewählt. Sollte sich die Anzahl der Angestellten jedoch in den kommenden Monaten verdoppeln, könnte eine Neuwahl bereits nach zwei Jahren erfolgen. Tesla hatte angekündigt, dass am Standort Grünheide bis zu 12.000 Mitarbeiter beschäftigt sein werden.

Bislang wartet der US-Elektroautobauer jedoch noch auf eine Zulassung. Diese wird für Ende der Woche erwartet.

Sendung: Antenne Brandenburg, Nachrichten, 02.03.2022, 17:30 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Erzählen Sie mehr von Ihren Erfahrungen über den Betriebsrat der Tesla-Fabrik in Prüm. Von FFO ist der zu weit weg. Die Boulevardreporterin, die die Frage gestellt hatte, posierte kurz ja auch in einem leeren Hochwasserschutzbauwerk und nicht in den ein paar km entfernten, aber gut gefüllten Trinkwasserspiechern. Musk könnte auch die schön grünen Vorgärten gesehen haben, wo doch in Kalifornien der Rasen eher grün angemalt wird.

    Noch dichter dran als das strittige Wasserwerk Eggersdorf wäre übrigens ein anderer Wasserversorger, der voriges Jahr 220 Mio. m³ Trinkwasser verkauft hatte und der auch aktive Grundwasserhaltungen betreibt.

  2. 34.

    Ob der gute Kling, Werner den Unterschied zwischen einer im Handelsregister gelisteten Firma und einer noch nicht final genehmigten Betriebsstätte versteht? Allein bei seinen Kenntnissen in Physik...

  3. 33.

    Herr Josti, hier noch ein Nachtrag zu ihrem Kommentar Nr. 23:
    Natürlich kann ein Unternehmen jederzeit Mitarbeiter einstellen, sobald diese sich gegründet hat. Da stimme ich ihnen zu. Das heißt doch noch lange nicht, dass das Unternehmen seine Angestellten in einem ungenehmigten Werk arbeiten lassen darf. Rein rechtlich müsste es sich um Schwarzarbeit handeln. Ich denke da haben sogar Juristen Schwierigkeiten solche Vorgehensweise zu begründen. Nicht einmal im BImSchG §8a findet man dafür eine Begründung. Jetzt kann man noch weiterdenken. Nehmen wir an das Werk wird genehmigt, darf Tesla im Nachhinein einen ungenehmigten Bau steuerlich abschreiben?

  4. 32.

    900km sind eine Menge, dumm nur wenn die Tankstelle leer ist, oder zerstört.
    Ein paar Solar Panels im Kofferraum, und ich fahr so lange die Sonne scheint.
    900km lächerlich, 20.000km/a aber auch nur weil ich 'zwischendurch' auch noch arbeite.
    Wenns rein um die Sonne ginge, wären 200.000 oder mehr auch kein Thema.
    Und Salatöl wird bei Krieg ganz sicher an jedem Eck geben, dumm nur, Panzer fahren damit
    ohne irgendeiner Umrüstung. Kurz mal nachdenken, wer wird wohl alle Salatöl Reserven
    aufbrauchen??

  5. 31.

    Herr Josti, das Werk steht und produziert zwar, aber das Thema ist noch lange nicht durch. Der Konzern hat bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein aussagekräftiges hydrogeologisches Gutachten vorgelegt, das gestattet, die hydrologische Situation am Standtort der Gigafactory einzuschätzen. Tesla weigert sich die erforderlichen Untersuchungen durchzuführen und sowohl LfU und Politik lassen das unterwürfig zu. Teslas Beweggründe sind klar, solche Untersuchungen kosten Geld und Zeit. Das mögen Spekulanten nicht. Außerdem könnte dabei herauskommen, dass Tesla nicht bauen dürfte, weil die Lagerungsbedingungen im Untergrund zu kompliziert sind. Auf jeden Fall wären die erforderlichen Maßnahme zum Schutz des Grundwassers sehr aufwendig und stellten hohe innovative Ansprüche an die ausführenden Firmen. Visionären ist das zu hoch. Außerdem könnten die Schutzmaßnahmen noch einmal so teuer werden, wie die oberirdischen Baumaßnahmen. Das mögen Spekulanten auch nicht.

  6. 30.

    Das Thema Betriebsrat bei Tesla ist eine Farce. Hier gibt man sich (wieder einmal) einen Anschein, den man nicht hat. Man will keine (weitere) Angriffsfläche wie bei anderen Themen bieten.
    Das Wasser ist gerade in dieser Region zu einem Reizthema geworden, dass nicht nur die öffentliche Meinung, die Medien sondern auch Gerichte beschäftigt. Ich erinnere nur an seinen tv-Auftritt, wo er durch einen Reporter in die Enge getrieben, albern rumhampelte und grinsend stotterte "Wasser, was für Wasser? Hier ist doch überall Wasser. Das ist doch keine Wüste."
    Wenn man sich jetzt nocht arbeitsrechtliche Angriffspunkte leisten würde, wäre das nicht gut, also tut man so als ob und hält Wahlen ab, zu einem Zeitpunkt, wo die mittlere bis höhere Führungsebene das Gros der Arbeitnehmerschaft repräsentieren, die aufgrund ihrer "sozialen Rangfolge im Unternehmen" treu und loyal zur Firmenleitung stehen.
    So organiert man sich einen Betriebsrat, auf den sich die Firmenleitung verlassen kann.

  7. 29.

    Das Thema Betriebsrat bei Tesla ist eine Farce. Hier gibt man sich (wieder einmal) einen Anschein, den man nicht hat. Man will keine (weitere) Angriffsfläche wie bei anderen Themen bieten.
    Das Wasser ist gerade in dieser Region zu einem Reizthema geworden, dass nicht nur die öffentliche Meinung, die Medien sondern auch Gerichte beschäftigt. Ich erinnere nur an seinen tv-Auftritt, wo er durch einen Reporter in die Enge getrieben, albern rumhampelte und grinsend stotterte "Wasser, was für Wasser? Hier ist doch überall Wasser. Das ist doch keine Wüste."
    Wenn man sich jetzt nocht arbeitsrechtliche Angriffspunkte leisten würde, wäre das nicht gut, also tut man so als ob und hält Wahlen ab, zu einem Zeitpunkt, wo die mittlere bis höhere Führungsebene das Gros der Arbeitnehmerschaft repräsentieren, die aufgrund ihrer "sozialen Rangfolge im Unternehmen" treu und loyal zur Firmenleitung stehen.
    So organiert man sich einen Betriebsrat, auf den sich die Firmenleitung verlassen kann.

  8. 28.

    Was hat die Umrüstung Ihres Hdi gekostet? Schnell ist man dafür ja eine mittlere vierstellige Summe los.

  9. 27.

    Nein, DIE Rechnung zahlen wir schon.
    Jeder der den Gashahn aufdreht überweist 'seinen' Obolus an Hrn. Putin, jeder der Sprit in seine Kiste Tankt,
    zahlt ein paar Kugel für Hrn. Putin.
    Als Draufgabe erhöht der Mann nun auch noch die Preise und wir Zahlen weiter!!
    Aber klar 300ha Wald, oder was immer hier genannt werden mag ist massiv mehr Wert als Menschenleben.
    Und Krieg vor der eigenen Haustüre ist ja auch SO TOLL!

  10. 26.

    Die demokratisch gewählten Volksvertretersind in Bezug auf den Standort anderer Meinung als Sie und haben das auch erst vergangenen Sommer mit großer Mehrheit bestätigt.

    Die am 06.09.2019 gegründete Firma ist unter der Nummer HRB 33182 im Handelsregister eingetragen und damit legal. Illegal sind höchsten nach den Lex Kling die von Ihnen sogenannten "E-Monster", die dort produziert werden.

  11. 25.

    Dann fangen Sie bei und mit sich doch an :-P

  12. 23.

    1. Das Thema mit der Standortwahl ist seit 2 Jahren durch - Das Werk steht und produziert.
    2. Ein Unternehmen kann jederzeit Mitarbeiter einstellen, sobald diese sich gegründet hat.
    3. Die Betriebsratswahl hat nichts mit dem Standort zu tun und ist in Deutschland ein Verfassungsmäßig geschütztes Recht.
    4. Die aktuell zu Testzwecken gefertigten Fahrzeuge dürfen nicht verkauft werden, also fallen auch keine Steuern an.

  13. 22.

    Viel ist relativ. Tragen Sie Hosen? Für ein paar Jeans für ähnlich viel Wasser benötigt wie für das Lithium in der Traktionsbatterie und für einen Liter Benzin/Diesel/Heizöl/Kerosin allein in Schwedt knapp zwei Liter Wasser.

    Und falls Sie sich wirklich Sorgen um das Wasser machen, wissen Sie bestimmt auch, dass Tesla Akkus nach einen neuen Verfahren in Grünheide herstellen will, bei dem besonders wenig Wasser für die Herstellung der Zellen benötigt.

  14. 21.

    Viel ist relativ. Tragen Sie Hosen? Für ein paar Jeans für ähnlich viel Wasser benötigt wie für das Lithium in der Traktionsbatterie und für einen Liter Benzin/Diesel/Heizöl/Kerosin allein in Schwedt knapp zwei Liter Wasser.

    Und falls Sie sich wirklich Sorgen um das Wasser machen, wissen Sie bestimmt auch, dass Tesla Akkus nach einen neuen Verfahren in Grünheide herstellen will, bei dem besonders wenig Wasser für die Herstellung der Zellen benötigt.

  15. 20.

    "Die Wahrheit ist, niemand braucht noch mehr Autos" - Wie haben Sie denn diese "Wahrheit" ermittelt und wer hat die Deutungshoheit? Ist es nicht so, dass dies in erster Linie der Kunde entscheidet? Haben Sie den Trend zum Drittwagen nicht bemerkt? Herr Musk steht auch nicht im Verdacht etwas ohne Profit zu machen... So gesehen ist er doch ein "Heilsbringer", weil die (Um-)Verteiler a la "Brandenburger Weg" eher Nachhilfe brauchen, wie man Profit macht. Und jetzt nicht gleich empört sein, denn nur auf Profit Gewinne werden und können Steuern gezahlt werden...

  16. 19.

    Warum findet man unter jedem Beitrag zu Tesla nur unqualifizierte Kommentare von Leuten, die mit der Einstellung von "will ich nich - brauch ich nich - dir gönne ich's aber auch nich" durch ihr Leben gehen?
    Schreibt etwas inhaltlich relevantes zum Beitrag oder spart euch das Kommentieren!

  17. 17.

    Nicht nur die Entsorgung dieser Batterien. Auch die Herstellung fordert einen sehr hohen Preis - viiiel Wasser !!

  18. 16.

    Ich sach ja immer: Der Betriebsrat berät den Betrieb...

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