Produktionsstart in Grünheide - Tesla-Gegner seilen sich auf A10 ab und verursachen Sperrung

Di 22.03.22 | 21:48 Uhr
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Polizeieinsatz au der A10 nach Protestaktion gegen die Eröffnung des Tesla-Werks in Grünheide. (Quelle: Polizei Brandenburg)
Video: Brandenburg Aktuell | 22.03.2022 | Lucia Heisterkamp | Bild: Polizei Brandenburg

Während in Grünheide die Tesla-Eröffnung gefeiert wurde, gab es auch viel Widerstand: Gegner der Industrieansiedlung seilten sich von einer Autobahnbrücke ab. Der östliche Berliner Ring war stundenlang teilgesperrt.

Die Eröffnung des neuen Tesla-Werks in Brandenburg ist am Dienstag von Protestaktionen begleitet worden. So kam es bei Erkner zu einer stundenlangen Sperrung des Berliner Autobahnrings, weil Menschen an einer Brücke über der Autobahn 10 hingen.

Auf Twitter berichteten mehrere Accounts und Gruppen unter dem Hashtag #demuskieren über die Aktion und zeigten auch Bilder, auf denen ein überklebtes Autobahn-Schild sowie die leere Autobahn zum Tesla-Werk zu sehen waren. Welche Gruppe für die Aktion verantwortlich ist, war zunächst unklar.

Zehn Aktivisten von den Brücken geholt

Die Aktion an der A10 hatte zu stundenlangen Staus auch auf Umleitungsstrecken geführt. Nach Angaben der Polizei hatten sich gegen 12.30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen jeweils Menschen von den Schilderbrücken abgeseilt.

Der Verkehr auf der A10 wurde in beide Richtungen gestoppt. Nach Angaben der Polizei wurden alle zehn Aktivisten von den Brücken heruntergeholt. Gegen sie werde nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt, hieß es.

Mehrere Umweltinitiativen demonstrieren gegen Tesla-Werk

Es gab aber noch mehr Protestaktionen an diesem Tag. An der neuen Auto-Fabrik in Grünheide blockierten laut Polizei 17 Menschen die Zufahrt, vier davon klebten sich mit Sekundenkleber auf dem Boden fest. Da sie vom Straßenbelag gelöst werden mussten, stehe der Vorwurf der Nötigung im Raum.

Klimaaktivisten der Gruppen "Sand im Getriebe", "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion", die nach eigenen Angaben an der Aktion beteiligt waren, kritisieren, die "Gigafactory" gefährde die Wasserversorgung in Brandenburg und Berlin. Zudem sei es nicht sinnvoll, Autos mit Verbrennungsmotor durch Elektroautos zu ersetzen. "Was wir stattdessen brauchen, sind kollektive Formen der Mobilität, ein ticketfreier und gut ausgebauter ÖPNV, vor allem auf dem Land, sowie ein Umbau der Autoindustrie, gemeinsam mit den Beschäftigten", hieß es in einer Mitteilung.

Aktivisten gelangen auf Werksgelände

Nach Angaben der Polizei drangen vier der Aktivsten kurzzeitig auf das Werksgelände von Tesla vor. Gegen sie werde wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Ein Mensch habe sich den Polizisten widersetzt und werde sich deswegen verantworten müssen.

Zudem kam es im Umfeld des Geländes am Dienstag zu einer Demonstration von Tesla-Kritikern, die befürchten, dass mit der Ansiedlung die bereits angespannte Wassersituation in der Region verschärft werde. Vom Bahnhof Fangschleuse zogen rund 100 Teilnehmer zum Werksgelände. Sie folgten einem Aufruf der Bürgerinitiative Grünheide.

Am Montag hatte es zudem einen Kabelbrand nahe des Berliner S-Bahnhofs Wuhlheide gegeben, der laut eines Bekennerschreibens in Zusammenhang mit der Eröffnung der Elektroautofabrik stehen soll.

Sendung: Antenne Brandenburg, Nachrichten, 22.03.2022, 17:30 Uhr

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Einen schönen Gruß an die Umweltaktivisten, die sich heute an der Brücke der A10 befanden und sich abseilen wollten. Erstens habe ich bei knappen 140 kmH einen gehörigen Schreck bekommen und zweitens was wenn einer abstürzt? Ihr Vollidioten gefährdet nicht nur Euch sondern auch unbeteiligte Andere. Von dem nach mir folgenden Stau und die Wartezeit der anderen Autofahrer rede ich gar nicht. Soviel Blödheit auf einen Haufen…

  2. 26.

    Wie lange standen Sie noch ??
    Wir sind die A10 in Freienbrink raufgefahren ,Richtung Erkner ,alles frei , auf der Gegenfahrbahn Vollsperrung , Katastrophe !!! Da picknickten Leute auf ihrem Autofach !
    So lang der Stau !!!!

  3. 25.

    Wer denkt schon gern über Wasserknappheit nach, wenn er im Tesla sitzt, gell.

  4. 24.

    " Diese Idioten richten einen Schaden an den wir alle wieder begleichen müssen." So würde ich Autofahrer, eagl ob Verbrenner oder Stromer, nicht bezeichnen aber recht haben sie!

  5. 23.

    Sie betreiben gerade Selbstbetrug, merken Sie bestimmt. Kommen Sie von Ihrer Selbstgefälligkeit herunter und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Meist erkennt man das eigentliche Problem, wenn man sich mit dem Menschenrecht Wasser beschäftigt. Diese Leute versuchen etwas zu tun, die sind offensichtlich auch sehr mutig, denken über die Zukunft nach. Sie beschuldigen und verdrängen. Da bin ich eher bei jenen, die an die Zukunft denken.

  6. 22.

    "Vom Volk mehrheitlich als Volksvertreter gewählte Politiker treffen Entscheidungen, die einer Minderheit - den sich selbst so nennenden "Aktivisten" - nicht zusagen. Daraufhin nehmen letztere das "Recht" in die eigene Hand und stören den öffentlichen Frieden durch Blockaden.
    Nicht diese Blockaden sind das Problem, sondern die grundlegende Verweigerung, mehrheitlich demokratisch getroffene Entscheidungen zu akzeptieren. Damit verstoßen sie gegen verfassungsrechtliche Grundsätze! "

    Was für eine Heuchelei! Sie sind doch sonst immer ganz vorne dabei wenn es darum geht Rechtsextreme und deren "Spaziergänge" zu verharmlosen und sogar zu verteidigen! Wo bleibt da ihr Hinweis?

  7. 21.

    1 AKW ( ISAR 2) verbraucht pro Jahr soviel wie ~ 26.234 Tesla Fabriken Grünheide. Wobei das Wasser des AKW durch den Kühlturm gejagt wird.

  8. 20.

    Die "Autobahn-Aktivisten" sollten von allen Betroffenen zivilrechtlich verklagt und strafrechtlich mit Geldbußen verurteilt werden. Die "Aktivisten" sollen für den wirtschaftlichen Schaden (Lieferprobleme, Termine, Gütertransporte, Verspätungen, Polizeieinsatz, Feuerwehr, Rettungseinsatz, Autobahn-/Straßenmeisterei, usw. ) bezahlen. Das Ganze ist nicht vom Versammlungsgesetz gedeckt und erfüllt Tatbestände des Verkehrsstrafrecht.

  9. 19.

    Man kann ja von Tesla halten was man will, aber von diesen Initiativen halte ich noch viel weniger um nicht zu sagen garnichts. Abgesehen vom gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr legen diese Spinner lt. ihrem Bekennerschreiben auch den ÖPNV, den sie ja angeblich so lieben und der ihr Allheilmittel sein soll, lahm.
    Ich kann auf der anderen Seite Anlieger dieser Gigafactory gut verstehen dass sie Angst um ihr Wasser und damit um ihren Lebensraum haben. Die haben wirklich Grund auf die Barikaden zu gehen und haben mein vollstes Verständnis. Aber bitte, lassen sie sich nicht von diesen Umweltterroristen instrumentalisieren.

  10. 18.

    Und Sie haben Arbeit? Da müssen Sie ja scheinbar nicht um die Ecke denken können.. ;) soll auch Leute geben, die sich Urlaub nehmen, um zu protestieren.

  11. 17.

    Vorher war es Käfer Karl, dann einige Bäume DDR-Wirtschaftswald und dann die Behauptung, es würden überwiegend polnische Billiglöhner eingestellt werden und nun ist es dass Wasser, was für die zweifelhaften Proteste herhalten muß. In mir wächst zunehmend die Überzeugung, daß es auch hier weniger um die Wasserrettung geht, als um die Angst, morgen einen Job nachgewiesen zu bekommen und das Aktivistendasein auf Kosten der Gesellschaft beenden zu müssen. Bezahlen müssen diesen ganzen Unsinn der Aktivisten Diejenigen, die jeden Morgen pünktlich auf ihrer Arbeitsstelle erscheinen und Steuern zahlen.

  12. 16.

    Wie reagiert der Rechtsstaat ? Hoffentlich sind diese Terroristen in Gewahrsam , werden verurteilt und müssen den gesamten Polizeieinsatz bezahlen ! Genau so müssen die Verursacher des Kabelbrandes gesucht und gefunden werden. Der Staat kann diesen Terrorismus nicht zulassen . Diese Idioten richten einen Schaden an den wir alle wieder begleichen müssen.

  13. 15.

    Spätestens wenn alle Fördergelder zu Ende gehen, nicht mehr zurückzuzahlen sind, dann wird das Werk wieder geschlossen - und solange wird Musk dort zudem keine Steuern zahlen - tja - in doppeltem Sinne ziemlich blöd gelaufen dann. Sah man bei Samsung, bei Nokia usw.

  14. 14.

    Und wer zuviel Geld hat, schiebts Egomanen und Verblendern in den Rachen. Wasser ist knapp, Wasser ist zu wertvoll - daher muss bei den Industrien angefangen werden und wenn bei der aktuellen Situation noch so einem Elektroschrottmoloch der Hintern gepudert wird und die Fördermengen den Landstrich weiter versanden lassen werden, kann ich den Protest zu großen Teilen nachvollziehen . aber ne Autobahn blockieren geht trotzdem nicht.....

  15. 13.

    Tja, wenn man sich so diese "Umweltschützer" so ansieht... Schüler, Studenten, Hocknstade (auf deutsch: Arbeitslose) Harz4- Empfänger, arbeitsscheues Gesindel, Rentner... Gut, wenn ich meine Euronen vom Staat bekomme für... NICHTS, dann kann ich leicht dagegen protestieren.

  16. 12.

    Ich stehe hier schon fast 2 Stunden im Stau... Welche Vollidioten das auch sind, ich wünsche euch die Pest am Hals! Lasst die Bevölkerung in Ruhe ihr schwachmaten.

  17. 11.

    Diese Leute tun mir in ihrer moralischen Selbstüberhöhung nur noch leid.

    Wir brauchen diese Technologien heute dringender denn je, um von den fossilen Brennstoffen loszukommen und den menschengemachten Klimawandel zu bekämpfen.

    Die Wasserproblematik ist nicht lösbar, wenn wir auf moderne Technologien verzichten. Das ist nichts als "Kopf in den Sand" - Politik.

  18. 10.

    Warum so mild?

    Mann, Mann, Mann - Lebensentwürfe gibt es.... da kommt man nicht drauf.... was für "Energie/Ressourcenverschwender*innen".

  19. 9.

    Ich kann der Region um Erkner/ Grünheide und den dort lebenden Menschen nur die Daumen drücken, dass sie sich mit dem neuen Werk nicht in die Grütze setzen. Bei dem, was an Wasser vom Himmel fällt, wird in ein paar Jahren das gesamte Gebiet so trocken fallen, dass man für Werkserweiterungen keine Bäume mehr wird fällen müssen. Die fallen irgend wann vertrocknet von selbst um. Ich hoffe mal, der Musk hat eine gute Betriebsfeuerwehr organisiert. Wenn erst die ganze Gegend in Flammen steht werden auch seine fahrbaren Akkus nicht verschont.
    Gilt ein Wiederaufbau einer abgefackelten Fabrik eigentlich als Neubau oder als Sanierung?

  20. 8.

    Das gibt noch viel Stress mit der Wasserknappheit im Sommer. Unsere Politiker haben uns verkauft.

  21. 7.

    Ach was, das so etwas gemacht wird. Verstehe ich nicht, eine Auto und Batteriefabrik im Wasserschutzgebiet. Jetzt übertreiben aber die Aktivisten.
    Bin gespannt wenn sich der ganze „Teslamist“ abhaut was dann unsere Landesregierung erzählt. Die Kosten/Subventionen dürfen die Bürger tragen, zurück bleibt dann ne Industriebrache.
    Immer wieder, politisch/wirtschaftliche Interessen stehen im Vordergrund, Bürger werden nicht befragt.

  22. 6.

    Das Transparent auf dem Bild sagt viel über den „Horizont“ der Träger aus: Wer kein Tesla kauft rettet Grundwasser? Da kommt man nur drauf, wenn man Freitags nicht zur Schule geht und Tempolimit als Verhinderer der Erderwärmung buw. mehr Regen sieht.

  23. 5.

    Ja wer zu faul zum arbeiten ist hat Zeit da zu demonstrieren

  24. 4.

    Die Selbstermächtigung und pseudomoralische Selbsterhöhung dieser Leute finde ich unsäglich.

  25. 3.

    Wann begreifen diese "Aktivisten" eigentlich, das ihre "Aktionen" eine tiefe Verachtung gegenüber der Demokratie ausdrücken?
    Vom Volk mehrheitlich als Volksvertreter gewählte Politiker treffen Entscheidungen, die einer Minderheit - den sich selbst so nennenden "Aktivisten" - nicht zusagen. Daraufhin nehmen letztere das "Recht" in die eigene Hand und stören den öffentlichen Frieden durch Blockaden.
    Nicht diese Blockaden sind das Problem, sondern die grundlegende Verweigerung, mehrheitlich demokratisch getroffene Entscheidungen zu akzeptieren. Damit verstoßen sie gegen verfassungsrechtliche Grundsätze!

    Wann greifen die dafür zuständigen Behörden endlich ein und ermitteln gegen diese Aktivisten als Verfassungsfeinde und gegen ihre Organisationen als verfassungsfeindliche Vereinigungen?

  26. 1.

    Immer diese Leute, die die Autobahnen blockieren … sowas aber auch!

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