Abseil-Aktion und Kabelbrand - Polizei und Staatsschutz ermitteln wegen Vorfällen bei Tesla-Eröffnung

Do 24.03.22 | 17:48 Uhr
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Polizeieinsatz au der A10 nach Protestaktion gegen die Eröffnung des Tesla-Werks in Grünheide. (Quelle: Polizei Brandenburg)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.03.2022 | Philip Barnstorf | Bild: Polizei Brandenburg

Einige der Protestaktionen im Zuge der Tesla-Eröffnung könnten nun ein Nachspiel haben. Die Polizei ermittelt unter anderem gegen Aktivisten, die sich auf die A10 abseilten und die versuchten, das Gelände zu blockieren.

Wegen diverser Protestaktionen rund um die Eröffnung der Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) am Dienstag ermitteln jetzt die Brandenburger Polizei und der Berliner Staatsschutz.

Am Tag der Feierlichkeiten zur Eröffnung des Werks hatten sich unter anderem sieben Aktivisten von Verkehrsschildern aus auf die Autobahn A10 abgeseilt. Die Autobahn musste temporär gesperrt werden. Nun ermittelt die Brandenburger Polizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, wie die Direktion Ost dem rbb am Donnerstag auf Nachfrage mitteilte.

Weitere 17 Personen blockierten zeitweise eine Zufahrt zur Fabrik, vier davon klebten sich mit Sekundenkleber auf dem Boden fest. Gegen sie ermitteln die Beamten wegen Nötigung. Klimaaktivisten der Gruppen "Sand im Getriebe", "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion", die nach eigenen Angaben an der Aktion beteiligt waren, kritisieren, die "Gigafactory" gefährde die Wasserversorgung in Brandenburg und Berlin.

Darüber hinaus hätten vier Personen versucht, illegal auf das Werksgelände zu kommen und damit Hausfriedensbruch begangen.

Bei einem weiteren Protest zogen rund 100 Teilnehmende vom Bahnhof Fangschleuse zum Werksgelände. Sie folgten einem Aufruf der Bürgerinitiative Grünheide.

LKA hält Bekennerschreiben zu Kabelbrand für echt

Schon am Abend vor der Eröffnung hatten Kabel an einer Ostberliner Bahntrasse gebrannt, die auch zum Tesla-Werk führt. Linksautonome bekannten sich in einem Online-Bekennerschreiben dazu, den Brand gelegt zu haben. Sie wollten damit laut dem Schreiben, das dem rbb vorliegt, unter anderem gegen Teslas Wasserverbrauch demonstrieren. Der Berliner Staatsschutz hält das Schreiben für echt und authentisch und ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung, wie es vom Landeskriminalamt Berlin am Donnerstag hieß.

Der Kabelbrand hatte sich in der Nähe des S-Bahnhofes Berlin-Wuhlheide zugetragen. Die Feuerwehr sprach von einem "Kleinbrand" an den Gleisen. Dieser hatte auch zu einer Signalstörung in Berlin-Lichtenberg sowie zu einer Stellwerkstörung geführt. Das Feuer wurde noch am Montagmorgen gelöscht. Die Auswirkungen der Störung waren noch bis in die Abendstunden des Dienstags zu spüren. Der Fern- und Regionalverkehr zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin war eineinhalb Tage unterbrochen. Laut Bahn seien die Auswirkungen mittlerweile wieder behoben.

Eröffnung nach zwei Jahren Bauzeit

Das erste europäische Werk des US-Elektroautobauers Tesla ist am Dienstag nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit offiziell eröffnet worden. Zum Produktionsstart waren neben Tesla-Chef Elon Musk auch zahlreiche Bundes- und Landespolitiker vor Ort, darunter Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.03.2022, 14:30 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Als bezahlter MA von Musk, der in Berlin wohnt, kann man hier die grosse Klappe haben und die Menschen der Region, deren Lebensgrundlage von euch zerstört wird, als dumm und unwissend beleidigen.
    Wenn hier die ersten Grundstücke von der Wasserversorgung abgekoppelt werden wird die Bevölkerung diese Anlage schleifen.

  2. 36.

    Herr Horst, ich werde nicht versuchen, da wahrscheinlich zwecklos, gegen ihre Ahnungen anzukämpfen. Nur soviel, es gehörte nicht viel Verstand dazu zu erkennen, dass die Umgebung von Freienbrink eine Landschaft ist, die es gilt zu erhalten statt sie durch Industrie zu verseuchen. Niemand außer anscheinend sie konnte ahnen, dass 20 Jahre nach BMW jemand kommt, dem das/der/die kleinganzwenige ???? fehlt. dem aber ???? zu Füßen liegen.

  3. 35.

    Ich habe es geahnt. Sie kennen sich mit den BMW-Werken gut aus. Nur Insider wie Sie kennen die Gründe, warum BMW nicht nach Grünheide gekommen ist.

  4. 34.

    Herr Klaus, Ich fühle mich von Tesla überwacht. Farbspree oder Vorschlaghammer sind wohl nicht erlaubt, um das zu verhindern? Wenn der nächste Tesla an mir vorbeirast sendet er ein Foto von mir in die USA, Software scannt mein Gesicht und Herr Musk weiß WK aus Storkow war am ddmmyyyy um XX:YY:ZZ Uhr an den xyz-Koordinaten. Der nächste Tesla informiert 2 Minuten später Herrn Musk, dass ich inzwischen 125 m weitergelaufen bin. Herr Klaus meinen sie im Laufe des Tages hält ein Tesla an, um mir zu zeigen, dass seine Kameras ausgeschaltet sind? Außerdem wäre ich nicht sicher, auch wenn der Tesla-Fahrer meint seine Kameras sei aus, ob die Dinger wirklich aus sind.
    Herr Klaus, die kletternden Jungs tun mir Leid, dass sie sich und andere in Gefahr bringen, nur um von den Politikern gehört zu werden.
    Bloß andererseits ist die Aufregung von Teslafahrern scheinheilig, wenn sie selbst mit >250 kmh über die Straßen rasend, eine mindestens ebenso große Gefahr für sich und andere darstellen.

  5. 33.

    Das frage ich mich schon längst . Allein was der ständige Polizeischutz während der Fällarbeiten gekostet haben muss. Dann die Ermittlungen gegen die “höchst kriminellen“ Baumbesetzer. Der staatsschutz ermittelt. :))) unglaublich...wegen was eigentlich?

  6. 32.

    Herr Horst, ich vertrete gegenüber der gesamten Autobranche eher einen kritischen Standpunkt. Wenn das bisher nicht so rüberkam, betone ich es an dieser Stelle noch einmal deutlich. Unabhängig davon vergebe ich trotzdem BMW ein dickes Lob. Die Firma hat rechtzeitig erkannt, dass es ein hochgradiger Frevel gewesen wäre, wenn sie in Freienbrink gebaut hätte. So vernünftig ist der amerikanische Gringo leider nicht. Pietätlos tanzte er am 22.03.2022 auf den Gräbern von Schlingnattern und Eidechsen. Er hat anscheinend auch eine Grünallergie. Bäume sind ihm ein Dorn im Auge. Sein Ziel ist es, Grünheide zur Wüste umzugestalten. Seine geistigen Götzenverehrer hat er jedenfalls voll im Griff. Sie unterstützen ihn vorbehaltlos.

  7. 30.

    "Polizei und Staatsschutz ermitteln wegen Vorfällen bei Tesla-Eröffnung"

    Warum nicht gegen die unrechtmäßig erteilte Betriebsgenehmigung?

  8. 29.

    „Schon am Abend vor der Eröffnung hatten Kabel an einer Ostberliner Bahntrasse gebrannt, die auch zum Tesla-Werk führt. Linksautonome bekannten sich in einem Online-Bekennerschreiben dazu, den Brand gelegt zu haben. Sie wollten damit laut dem Schreiben, das dem rbb vorliegt, unter anderem gegen Teslas Wasserverbrauch demonstrieren. Der Berliner Staatsschutz hält das Schreiben für echt und authentisch und ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung, wie es vom Landeskriminalamt Berlin am Donnerstag hieß.“

    Mich würde interessieren, auf welcher Basis der Staatsschutz dieses Urteil fällte.

  9. 28.

    Herr Klaus sie haben es begriffen. Wenn man nicht unter ständiger Beobachtung von irgendwelchen Visionärsfuzzis stehen will, muss man zu Hause bleiben. Da ich das aber nicht möchte, fordere ich als ersten Schritt, dass sämtliche Tesla-Fahrzeuge nur auf Privatgrundstücken betrieben werden dürfen. Damit hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe erledigt. Der Datenschutz wird verbessert und die Tesla-Fahrzeuge bräuchten keine so großen Batterien, weil von Grundstücksgrenze bis Grundstücksgrenze ist es meistens doch nicht so weit. Ein Rundkurs mit eingebauter Schleife zwischen Rosen- und Radieschenbeet kann das Fahrvergnügen etwas erhöhen. Energiesparend ist es auf jeden Fall. Wenn der Solarstrom dann noch vom eigenen Hausdach kommt, dann kann der Teslabesitzer richtig doll punkten. Teslabesitzer denkt aber dran, nicht zwischendurch den Rasen sprengen. Sonst meckert der Herr Neumann.

  10. 27.

    "Ich stand da 4 Std im Stau..."

    Das tut mir wirklich leid, aber vielleicht müssen es beim nächsten Mal 6 Stunden sein, damit auch Sie verstehen worum es hier geht!

  11. 26.

    Herr Neumann hier zur Klarstellung der Rangordnung meiner Diskussionsschwerpunkte bei rbb24:

    - Mit Abstand an 1.Stelle steht der Widerstand gegen die Umwandlung der Landschaft östlich von Berlin in ein Industriegebiet.
    - Danach eintreten für Energie- und Verkehrswende aber nicht zu Lasten der Natur, was letztendlich in einer Klimakatastrophe enden würde. Dazu gehört sicher auch E-Mobilität, jedoch nicht so wie von Tesla propagiert. Die Verbesserung des ÖPNV steht da auch auf meiner Liste. Wie der Herr Neumann bemerkt hat, lässt der in Storkow zu wünschen übrig.
    - Drittens bin ich für die Entmachtung der Technodemagogen und der hiesigen Oligarchen sowie Aufnahme des Klima- und- Umweltschutz ins Grundgesetz.
    - Der Datenschutz sollte gewährt bleiben. Auf diesem Gebiet gibt es eine ganz dunkle Grauzone.
    - Die Bereiche Schul,- Medizin- und Parteiwesen lasse ich erst einmal hintenan.

    Das sollte reichen Herr Neumann. Ich hoffe, ich brauche mich nicht weiter zu erklären.

  12. 25.

    Klar darf jeder Protestieren....ist mir völlig egal.

    Sich aber an Autobahnbrücke oder Autobahnschilder abzuseilen ist einfach nur dämlich.
    Die sollten das ganze Theater auch aus eigener Tasche zahlen.
    Feuerwehr und Polizei hat doch tatsächlich wichtigeres zu tun als Idioten zu beobachten.
    Ich stand da 4 Std im Stau und solange musste mein Kind leider auch in der Kita bleiben. Es gibt durchaus Menschen die noch ein Leben haben.


  13. 24.

    Es ist wirklich die reinste Satire, wenn Sie tatsächlich glauben, daß der Staatsschutz bei Datenschutzverstößen ermittelt.

  14. 23.

    Frau Andrea, es ist ja schön, wenn ich sie zum Lachen bringe. Nur darf ich ihnen verraten, dass sie dadurch ihre Gesinnung preisgeben. Mir kommen da eher die Tränen.
    Übrigens gut beobachtet, öfters greife ich beim Schreiben im Zusammenhang mit Tesla zur Satire und zum Sarkasmus. Das liegt aber daran, dass man mittels normaler Sprache den Irrsinn von Freienbrink nicht mehr beschreiben kann.
    Meine Bemerkungen zu Teslas Umgang mit dem Datenschutz waren jedoch nicht satirisch gemeint. Mir ist nicht bekannt wie umfangreich die Verstöße des Konzerns gegen den Datenschutz sind. Ich besitze keinen Tesla, um selbst Versuche zu starten. Aber vielleicht können uns da die Tesla-Besitzer weiterhelfen. Der Staatsschutz wird uns wahrscheinlich nicht informieren. Die verraten ja auch nicht die Hintergründe des Anschlags auf Angela Merkels Handy-Angriffs damals.

  15. 22.

    @Klink Werner, Sie "erdulden es nicht" - na dann, müssen Sie wohl zuhause bleiben, weil ein Großteil des öffentlichen Raumes von Kameras überwacht wird. Und sicher haben Sie auch die von der Bundesregierung hochgelobte LUCA-App installiert. Das "erdulden" Sie und Andere hier?
    "Tesla-Monster" - da bleibt einem nur noch das Kopfschütteln.
    Nebenbei: ich selbst fahre einen Tesla-SUV und versichere an eidesstattliche, dass ich nicht umsonst fahre. Wo kommt diese Absurdität her, Herr @ Klink Werner?
    Und @Gerhard seien Sie vorsichtig, wenn Sie "einen Bogen um diese Dinger [machen]". Es werden immer mehr dieser Fahrzeuge. VW, Toyota, Mercedes, .... stellen solche Fahrzeuge her. Glauben Sie allen Ernstes, bei denen ist es anders?
    Also, schön vorsichtig sein, beim Bogenschlagen, nicht, dass Sie unter die Räder kommen.

  16. 21.

    Gerade das Beispiel Tesla zeigt doch überdeutlich auf, dass Autos auch woanders gebaut werden könnten. Welcher Importeuer konnte vor denen die Marktführerschaft in der Mittelklasse erlangen? Angesichts dessen halte ich Ihren seit 2 1/2 Jahren hier erfolgenden widersprüchlichen Einsatz vorgeblich für den ÖPNV für eine Nebelkerze. Andere E-Auto-Hersteller werden ihren aktuellen Ansatz aber erfreut zur Kenntnis nehmen, bauen die doch auch massiv die Produktionskapaziäten aus und wie BMW in Ungarn und VW in WOB auch neu. Wenn Sie tatsächlich am ÖPNV interessiert wären, wäre Ihnen aufgefallen, dass die Kfz-Dichte selbst in Berlin unter RRG wieder gestiegen ist und unzähligen Autofahrten hier in der Stadt leider immer noch unverzichtbar sind, weil selbst hier oft die Anbindung zu schlecht ist. Nonchalant übergehen Sie dabei aber ja auch meinen Hinweis auf den Busfahrplan in Storkow.

  17. 20.

    Herr Wossi an die Variante habe ich noch nicht gedacht. Der Tesla-Besitzer filmt und wird dafür entlohnt. So wird das Autofahren immer billiger. Wer viel fährt und dabei filmt, fährt umsonst. Eine Warnung nicht alles Geld behalten. Das Finanzamt will an dem Coup mit beteiligt werden. Das heißt also, der Fußgänger auf der Straße finanziert den Tesla-Besitzern das Fahren. Da handelt es sich ja glatt um Dubbel-Green-Washing. Ob das der Herr Musk schon weiß? Damit könnte er doch wieder werben?

  18. 19.

    Herr Klaus ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sie sich mittels ihrer Tesla-Kameras in allen möglichen Stellungen irgendwelche Selfis machen. Ich dulde aber nicht, dass sie mit ihrem Tesla an mir vorbeifahren und ich durch ihre Autokameras gefilmt werde und die Bilder in die USA gesendet werden. Genauso dagegen bin ich wenn ihr Vehikel am Straßenrand steht und sämtlich Verkehr und die Passanten filmt und Herrn Musk mit den Bildern eine Freude bereitet.
    Wenn irgendjemand mittels stationärer Videokameras ein Objekt überwacht will, so muss darauf deutlich hingewiesen werden. Außerdem dürfen die Kameras nicht auf öffentlich zugängigen Bereiche ausgerichtet sein. Für Tesla-Monster scheinen Datenschutzregeln nicht zu gelten. Diese Krücken dürfen alles überall filmen.

  19. 18.

    Dann "verbieten" Sie nicht und rauben den Leuten nicht ihre Lebensfreude. Auch ein E. Musk gehört der Gruppe "Leute" an und wohnt zwar nicht in Grünheide, aber so weit weg auch nicht. Grenzen sind überbewertet. Nationalitäten sowieso. Und wenn "Werner Kling" einen vermeintlichen Nachteil in einen Vorteil umwandeln hilft, dann ist eine neue Qualität gewonnen: Was ist, wenn der Teslabesitzer seine Daten verkaufen kann? (Was für ein schönes Ziel!)

    P.S. Profit = Lebensfreude? ... Wasser muss man sich auch leisten können, wenn das "Vogelsche Konzept" geerdet wird.

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