"Geldverbrennungsöfen" - Musk: Tesla-Fabriken in Grünheide und Texas verlieren Milliarden

Do 23.06.22 | 12:20 Uhr
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Elektrofahrzeuge der Marke Tesla stehen an Ladesäulen vor dem neuen Werk der Tesla-Fabrik Berlin Brandenburg. (Quelle:dpa/P.Pleul)
Audio: rbb24 Inforadio | 23.06.2022 | Mario Bartsch | Bild: dpa/P.Pleul

Jüngst kündigte Tesla-Chef Elon Musk an, weltweit Tausende Stellen zu streichen. Nach rbb-Informationen soll Grünheide davon nicht betroffen sein. Nun bezeichnete er den Standort in Brandenburg als gigantischen "Geldverbrennungsofen".

Die neuen Elektroauto-Fabriken von Tesla in Grünheide (Oder-Spree) und Texas verlieren laut Konzernchef Elon Musk derzeit "Milliarden an Dollar". Musk bezeichnete die Standorte in einem Video-Interview eines Tesla-nahen Vereins als "gigantische Geldverbrennungsöfen".

"Es ist wirklich wie ein gigantisches Dröhnen, dieses Geräusch von brennendem Geld", so Musk weiter. Grund für die Probleme sei ein Mangel an Batterien und Unterbrechungen der Lieferketten durch die Schließung chinesischer Häfen.

In Texas würde derzeit nur eine verschwindend geringe Anzahl von Autos vom Band rollen. Es gebe Schwierigkeiten, die Produktion der neuen 4680-Batterien zu steigern und die Werkzeuge für die Herstellung der herkömmlichen 2170-Batterien würden "in einem Hafen in China festsitzen", erklärte Musk. Die Fabrik in Grünheide sei in einer "etwas besseren Position", weil von Anfang an die traditionellen 2170-Batterien verbaut wurden.

Interview wurde bereits am 31. Mai geführt

Die vergangenen zwei Jahre seien laut Musk ein "absoluter Albtraum" gewesen wegen Unterbrechungen der Lieferketten und immer neuen Problemen. Der Tesla-Chef warnte: "Wir haben es noch nicht hinter uns". Nun gehe es darum, den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Beschäftigten weiter bezahlt würden und der Konzern nicht in die Insolvenz gerate, so Musk weiter.

Das Interview mit dem Fanclub "Tesla Owners of Silicon Valley" wurde bereits am 31. Mai geführt, der Teil mit den jüngsten Aussagen aber jetzt erst im Internet ausgestrahlt.

Brandenburger Wirtschaftsminister nicht überrascht

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) reagierte gelassen Musks Äußerungen. "Die steigenden Preise und Lieferkettenproblemenm, aber auch höhere Ausgaben im Energiebereich müssen zwangsläufig bei jedem Unternehmen zu höheren Kosten führen", sagte er am Donnerstag der DPA. "Wir leben in angespannten Zeiten." Insofern überrasche Musks Aussage nicht.

Musk hatte jüngst wiederholt vor einem wirtschaftlichen Abschwung gewarnt und Job-Kürzungen bei Tesla angekündigt. Der Elektroautobauer werde in den kommenden Monaten 3 bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen, stellte Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar. Grund seien die hohe Inflation und die Abkühlung der Weltwirtschaft.

Nach rbb-Informationen ist das Tesla-Werk in Grünheide allerdings nicht von den Stellenstreichungen betroffen. Demnach werden dort weiterhin pro Monat 500 bis 600 Mitarbeiter eingestellt. Aktuell sind etwa 5.000 Menschen in dem Werk in Grünheide angestellt, bis zum Jahresende sollen es 12.000 sein.

Sendung: rbb24 Inforadio, 23.06.2022, 6 Uhr

80 Kommentare

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  1. 80.

    In Deutschland muss glücklicherweise noch nicht so viel für die Landwirtschaft verregnet werden. Größter Brocken ist hier die Energieerzeugung mit einem Anteil 52,9 % an 24.000 Mio. m³ in 2016.
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/2_abb_wassergewinnung-2016_2019-08-13_0.png

  2. 79.

    Während ihre Tesla-Religion die seltenen Erden von emsigen Kindern aus den Gruben der dritten Welt Fingern lässt.

  3. 78.

    Sie werfen alles in einen Topf, auf den kein Deckel passt, weil Sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

    1. Theodor Fontane, geboren in Neuruppin, war Schriftsteller und stammt aus einer Apothekerfamilie.
    2. Loriot, eigentlich Vicco von Bülow, geboren in Brandenburg, war unter anderem Karikaturist, Humorist, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher .

    Weder miteinander haben Loriot und Theodor Fontane etwas miteinander zu tun, weil völlig unterschiedliche Chaktere, noch mit dem Baurecht, ergo auch nichts mit dem gesamten Thema als solches.

  4. 77.

    69 Prozent des weltweiten Süßwasserbedarfes gehen auf das Konto der Landwirtschaft, 19 Prozent auf das Konto der Industrie und nur 12 Prozent auf das Konto privater Haushalte und der Gemeinden. Wieviele Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Industrie neu geschaffen bzw. bestehen, müsste dann auch noch ins Verhältnis gesetzt werden und der Flächenverbrauch von Landwirtschaft und Industrie ebenfalls. Ich selbst habe bis 1992 in der Landwirtschaft gearbeitet - seit dem, waren es 2 Industriebetriebe und ein Dienstleistungsunternehmen.

  5. 76.

    Der RBB war so nett und den Wasserverbrauch von Tesla bereits vor einiger Zeit dem einiger ausgewählter anderer Industriebetriebe gegenübergestellt:
    https://pbs.twimg.com/media/E_kUwUAX0AE9aMw.jpg
    Wie schon länger bekannt ist, benötigt z.B. der Golfplatz am Seddiner 150.000 m³/a aus dem See für ein mittlere zweistellige Zahl an Arbeitsplätzen.
    Viele andere Information können Sie auch leicht selber im Neuland recherchieren und waren hier auch schon Gegenstand unzähliger Grundsatzdiskussionen.

  6. 75.

    Benennen Sie, doch mal die größten Wasserverbraucher in Brandenburg überhaupt ? Wasserverbrauch im Verhältnis zu den entstandenen bzw. entstehenden Arbeitsplätzen gesetzt. PCK, Stahlwerk, BASF, Bergbau, Agrarindustrie, Tesla, künstliche Seen und Kanäle in der Lausitz, Golfplätze, Baumschulen, private Verbrauch, Wochenendgrundstücke, Ableitung von Wasser über Flüsse ungenutzt ins Meer, Fehlendes Auffangen von Wasser, usw. An welcher Stelle vom Wasserverbrauch im Verhältnis zu den Arbeitsplätzen und zum Flächenverbrauch, steht Tesla in Brandenburg ? Wissen Sie das, weiß das irgend jemand Anderes, weiß das überhaupt die Landesregierung ?

  7. 74.

    Oh, schon wieder zu Hause? Aber danke, dass auch Sie endlich zu erkennen beginnen, dass demokratisch verabschiedetes Baurecht über Loriot und Fontane steht.

    Ich setze mich dabei gerne ehrenamtlich für die FDGO ein. Dass Sie mir dafür Geld zukommen lassen wollen, ehrt mich, zumal ja auch die Ernsthaftigkeit dieses Ansinnens bei jemanden wie Ihnen angezweifelt werden kann.

  8. 73.

    Eher werden die größten Wasserverschwender Brandenburgs wie die Gebiete für braune Kohle oder die PCK zum Freizeitparks. Ach halt, da die Braunen machen sich ja schon einen schlanken Fuß und legen Seenlandschaften an.

  9. 72.

    Ich verstehe Ihren Vergleich nicht. Vielleicht hat Tesla offiziell noch keine Steuergelder erhalten. Das wird aber kommen. Warten Sie es ab. Wenn die verbraten sind, wird die Grünheider Betonwüste mit Steuergeldern zum Freizeitpark oder Solarpark umgebaut.

  10. 71.

    Schauen Sie sich doch um. Glauben Sie, dass die gegenwärtige Situation in der Gesellschaft, auch global betrachtet, der Weisheit letzter Schluss ist? Es gab und gibt in der Natur und auch in der menschlichen Entwicklung keinen Stillstand. Wie und wohin müssen die Menschen schon selber entscheiden und die Ergebnisse selbst "ausbaden". Schon immer gab es in allen Gesellschaftsordnungen Kräfte die für eine Weiterentwicklung eintraten und Kräfte die die bestehende Ordnung konservativ verteidigen.

  11. 70.

    Das gleiche Muster, wie bei Amazon in Hof-Gattendorf. Nach der großen Euphorie über neu geschaffene Arbeitsplätze, nun die große Ernüchterung, dass die Mitarbeiter unter einem sehr hohen Druck stehen und nicht alle Arbeitsstunden bezahlt werden.

    Quelle: BR 24

  12. 69.

    "Zeigen Sie mir denjenigen der 150 km einfache Fahrt zur Arbeit fährt und nicht extremer Spezialist mit super Gehalt ist."

    So etwas nennt man "Freude am Beruf." Ist den meisten Leuten völlig unbekannt. Bei mir sind es sogar bis zu 350 km einfache Fahrt. Ob extremer Spezialist müssen andere entscheiden, Supergehalt Ansichtssache - manche Leute können wirtschaften und kommen mit geringem Einkommen zu großem Vermögen, andere mit gutem Verdienst, bringen es in ihrem Leben zu nichts - Leidenschaft immer.

  13. 68.

    Sie müssen richtig lesen. 150km hin und zurück. Für viele normal in der Altmark /Sachsen Anhalt: 70 -80km nach Wolfsburg und zurück.
    Sie können aber auch den RBB fragen. Ob der outgesourcte Kameramensch mit Assistenz für "Wir haben ein Regionalstudio Cottbus" immer noch von Berlin und wieder zurück fährt. Weil ein festangestelltes Team vor Ort "rechnete" sich ja nicht. Als wäre Lokaljournalismus nur das lokale Thema das durchgesendet wird. Und nicht auch der Arbeitsprozess und die Arbeitsbedingungen die vor Ort lokal sind.
    Verkehrs- Mobilitätspolitik ist halt bisschen mehr, als das eigentlich Richtige zu proklamieren. Und dabei das Klischee vom Autofahrer zu pflegen, der sässe gern auf dem Bock im Autobahnstau für mässigen Lohn. Und vor allem: Stadtverkehrsfragen sind nicht (Über)Landverkehrsfragen. Der Diskurs wird aber von Stadtverkehrsfragen dominiert. Weil da die Entscheidungseliten leben.

  14. 67.

    Geldverbrennungsofen?
    Bevor Geld verbrannt werden soll, soll Herr Musk mir einen Sack vorbeibringen , ich hätte schon eine Superverwendung , z. B. den Teslajüngern AlJoDo einen ausgeben!
    Wer Geld verbrennt ist selber schuld, aber man hats ja!

  15. 66.

    Wer bekommt jetzt aber als erster und am Meisten Geld : der internationale Flughafen BER, Tesla, Cottbus, oder die Lausitz ??? Das wird ein Verteilungskampf in Brandenburg werden.

  16. 65.

    Daran habe Ich noch gar nicht gedacht : die Milliarden an Strukturhilfen/Steuergeldern sind ja nicht verbrannt, die sind nur vom Steuerzahler in irgendwelche Taschen geflossen !!! Der Steuerzahler bezahlt- die Dinge gehen Pleite - und Irgendeiner macht dann wieder, etwas kleiner weiter !!! Zum Schluss weiß keiner mehr, wo das Geld geblieben und wer Schuld hatte !!! Aus Cargolifter wird Tropical Islands, aus einer Formel Eins Rennstrecke wird eine X beliebige Teststrecke, aus einem 8 Milliarden BER wird der Pannenflughafen im 90er Jahre Look, aus Tesla wird Tesla-light, usw. So funktioniert also Steuergeld-verschwendung - aus Big for all wird big for me !!!

  17. 64.

    Ich glaube nicht, dass Kurzarbeit beantragt werden kann. Tesla Grünheide sucht massiv Personal und stellt jeden Monat 600 Mitarbeiter ein. Das sind keine guten Voraussetzungen um Kurzarbeit zu begründen.

  18. 63.

    So eine Epoche wie in China und Russland, dann gibt es wieder Gas und weniger Lieferprobleme?

  19. 62.

    Musk ist einfach großartig!
    Die üblichen Anlaufschwierigkeiten eines Fertigungsneubaus ein bisschen umschrieben und schon springen alle drauf und kommentieren.
    Ein PR Experte.

    An alle, die von Musks Vermögen schwafeln: Musk ist der CEO der Firma. Seine Aufgabe ist es u.a. den Aktienpreis so hoch wie möglich zu pushen. Eigenes Geld in das Unternehmen pumpen und es würden sofort Pleitegrüchte aufploppen. Aber mal Hand hoch: wer bringt noch Geld mit, um arbeiten zu dürfen?

  20. 61.

    Oh weh, oh weh. Mir schwant Übles. Und wenn jetzt noch der Gasverbrauch für Grünheide reduziert wird... Und die Energiekosten weiter steigen... Schätze dann ist die Fabrik in einem Jahr geschlossen.

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