"Tagesspiegel": Manipulation im Taxigewerbe - Verband beklagt Betrug bei Taxiunternehmen

Es sind nicht etwa die ewig unzufriedenen Taxikunden, die hier klagen. Und es ist auch nicht die Gewerbeaufsicht. Der Taxiverband selbst sagt: Tausende Taxis fahren in Berlin schwarz und prellen damit die Stadt Berlin und den Bund um Millionen-Steuereinnahmen. Dabei zeigen andere deutsche Großstädte, wie man gegen den Betrug vorgehen kann.

Tausende Schwarzfahrten, Millionen Euro Steuerhinterziehung – das ist die Folge dunkler Geschäftspraktiken von vielen Berliner Taxifahrern. Der Vorsitzende des Berliner Taxi-Verbandes, Detlev Freutel, sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe), dass mehr als ein Drittel der Berliner Taxiunternehmer ihre Taxis schwarz fahren ließen. Konkret seien dies rund 3.000 Taxis der insgesamt etwa 7.800 registrierten Taxiunternehmen.

Nach Freutels Darstellungen liefen diese Manipulationen auf ganz verschiedenen Wegen. So meldeten viele Unternehmen Fahrer als Minijobber an, die aber in Wirklichkeit mehr als den Grenzbetrag von 450 Euro verdienten. "Das bedeutet einen riesigen Schaden für den Staat", so Freutel.

Es ist schwierig, Taxen zu finden, in denen man bargeldlos bezahlen kann

Detlev Freutel, Vorsitzende des Berliner Taxi-Verbandes

Umsätze verschiegen, Taxameter manipuliert

Es würden Umsätze verschwiegen, Taxameter manipuliert und Kreditkartenzahlungen nicht angeboten, um die Fahrten nicht zu dokumentieren. "Es ist schwierig, Taxen zu finden, in denen man bargeldlos bezahlen kann", sagte Freutel. Freutel sieht hier die Politik in der Pflicht, mit stärkeren Kontrollen Betrügereien zu verhindern und so für Chancengleichheit der Unternehmen zu sorgen.

Als positives Beispiel nannte Freutel Hamburg. Dort seien bereits zwei Drittel der Taxen mit dem sogenannten Fiskal-Taxameter ausgerüstet. Damit werden Taxifahrten zentral erfasst und Tricksereien erschwert. Ab 2016 sollen die Fiskal-Taxameter bundesweit zur Pflicht werden.