Protest gegen die Deutsche Wohnen (Quelle: rbb-Abendschau)
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Video: Abendschau | 02.06.2017 | Bild: rbb

Parallel zu Hauptversammlung - Mieter protestieren gegen Deutsche Wohnen AG

Mieterinnen und Mieter der Deutsche Wohnen AG haben am Freitagvormittag gegen das Unternehmen protestiert. Sie werfen dem Konzern vor, seine Rendite mit aggressiven Mieterhöhungen zu steigern, Instandhaltungen zu verschleppen und den Mietspiegel zu missachten.

Die Kundgebung fand vor dem Berliner Sitz der Deutsche Wohnen in Schmargendorf statt. Zeitgleich kamen in Frankfurt am Main die Aktionäre des Unternehmens zu ihrer Hauptversammlung zusammen.

Deutsche Wohnen akzeptiert Berliner Mietspiegel nicht

Die Deutsche Wohnen AG steht seit Längerem in der Kritik. Im Februar mussten sich Vertreter der Wohnungsgesellschaft vor dem Berliner Abgeordnetenhaus wegen anhaltender Beschwerden durch Mieter rechtfertigen. Damals behauptete das Unternehmen unter anderem, dass der Mietspiegel in vielen Berliner Kiezen zu niedrige Mieten ausweise.

Manuela Damianakis, eine Vertreterin der Gesellschaft, sagte damals gegenüber der rbb-Abendschau: "Wir akzeptieren den Mietspiegel als Schätzgrundlage für das Aussprechen von Mieterhöhungen." Und weiter: "Wir halten uns an den Mietspiegel - dort, wo er Ortsüblichkeit ermittelt. Aber es gibt Fälle, wo er nicht die Ortsüblichkeit ermittelt - und da greifen wir auf andere Verfahren zurück."

Katrin Schmidberger, die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen, sagte damals: "Man hat den Eindruck, ihre Instandhaltungsmaßnahmen werden so lange zurückgehalten, bis es dann um eine umfassende Modernisierung geht. Und wir wissen alle, eine umfassende Modernisierung hilft, die Mietpreisbremse zu umgehen, das heißt, ein Mieterwechsel ist damit sehr, sehr attraktiv."

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9 Kommentare

  1. 9.

    Hallo Niko,

    dass es sich um ehemalige GSW-Bestände handelt, darüber berichten wir hier: https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/berlin-entgehen-39-millionen-durch-immobilien-deal-deutsche-wohnen.html

    In dem Artikel lassen wir außerdem auch die Gegenseite zu Wort kommen.

    Viele Grüße aus der Redaktion!

  2. 8.

    Hatte nach Widerspruch zur Mieterhöhung ne Klage im Briefkasten. Bin natürlich zum Anwalt. Klage wurde dann Promt von Seiten der DW zurückgezogen.

    Lohnt sich also auch mal sein Recht einzufordern. Wenn alle immer nur den ganzen Forderungen nachkommen, ist es ja kein Wunder, dass sie das immer wieder versuchen. So treibt man nen Mietspiegel natürlich auch nach oben.

  3. 7.

    Es ist wirklich interessant wie die Politik funktioniert. Da werden Landeseigene Wohnungsgesellschaften (GSW) höchstbietend verscherbelt und dann wundert man sich, dass der Käufer den Kaufpreis wieder reinholen muss. Grundstücke werden ebenso verkauft und danach wird sich darüber empört, dass der Käufer Luxus- statt Sozialwohnungen baut. Da kann man natürlich nicht drauf kommen.

    Faszinierend finde ich auch die Berichterstattung des RBB über die Deutsche Wohnen. Da werden unhaltbare Zustände im Eigentum der Deutschen Wohnen angeprangert wie zum Beispiel durch Wartungsstau ausgefallene Heizanlagen. Dazu Bilder von bitter weinenden, frierenden alten Damen die sich über die Deuwo beschweren. Oder ein durch Schimmel unbewohnbares Haus. Das diese Wohnanlagen aber GSW-Bestände sind und der Wartungsstau damit durch die öffentliche Hand verursacht wurde wird verschwiegen. Das ist keine saubere Recherche und reine Meinungsmache.

  4. 6.

    Im Falle GSW war es allerdings anders - die Linke hat ihre Zustimmung - anders als die SPD aber nachträglich als Fehler bezeichnet und sich entschuldigt. Immerhin!

  5. 5.

    Wer hat denn die ganzen Wohnungen verscherbelt?? GSW und andere??
    Bestimmt nicht die Mieter. Die Herren und Damen Politiker können sich aufgrund ihrer Bezüge die hohen Mieten
    leisten, doch der Normalbürger und der Rentner schon gar nicht.
    Scheißpolitik bei den Mieten und anderen sozialen Einrichtungen.
    Unter Wowereit war ja alles soooo sexy.

  6. 4.

    Ja, aber die meisten heutigen Politiker haben diese Gesetze nicht gemacht. Aber ist schon immer einfacher zu sagen :DIE haben das und das.....

  7. 3.

    Da haben Sie völlig recht! Leider wird das augenscheinlich gerne vergessen und von der Politik auch gerne selbst unterschlagen!

  8. 2.

    Wenn Grundbedürfnisse wie Wohnen, Kranken- und Altenpflege immer weiter privatisiert werden kommt das dabei heraus: Gewinnmaximierung.

  9. 1.

    die Unternehmen bewegen sich innerhalb der Rahmenbedingungen, die die Politiker gesetzt haben.

    Insofern ist es eine Frechheit, wenn die jetzt so tun, als seien sie nicht dafür verantwortlich.

    Die Politiker verwechseln Markt und Anarchie.

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