Zentraler Omnibusbahnhof in Berlin-Charlottenburg (Foto: dpa / Arco Images / Schoening Berlin)
Video: Abendschau | 05.09.2017 | Vanessa Kockegei | Bild: dpa / Arco Images / Schoening Berlin

Zahlen des Berliner Senats - Ausbau des Busbahnhofs könnte deutlich teurer werden

Von 14 auf 30 Millionen Euro: Der Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs Berlin könnte doppelt so teuer werden wie geplant. Grund sei der weiter anhaltende Ansturm auf das Terminal, so der Senat. Ein Milliardengrab à la BER soll der ZOB aber nicht werden.

Der laufende Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Berlin-Charlottenburg könnte doppelt so teurer werden wie zunächst geplant. Wie die Verkehrsverwaltung des Berliner Senats am Dienstag mitteilte, werden sich die Kosten nach aktuellen Planungen auf 29,9 Millionen Euro belaufen. Beim ersten Spatenstich im vergangenen Sommer war das Land noch von 14,3 Millionen Euro ausgegangen.

Die alte Planung habe angepasst werden müssen, weil immer mehr Menschen mit dem Bus nach Berlin kommen, hieß es zur Begründung. So sollen Gebäude neu errichtet statt nur instandgesetzt werden. Zudem werden die Wartehalle vergrößert, die Fahrgastinformation erneuert und die Leitstelle versetzt. Damit solle ein Busbahnhof geschaffen werden, der der Metropole Berlin gerecht werde, sagte ein Sprecher der Verkehrsverwaltung am Dienstag dem rbb.

Senat: Kostensteigerung normaler Vorgang

Die mit der Umplanung verbundene Kostensteigerung nannte der Sprecher einen normalen Vorgang. Man plane, und am Ende gebe es einen abgestimmten Entwurf. Alles andere seien lediglich Zwischenstände. Ein neues Millionengrab in der Art des neuen Flughafens BER werde der ZOB aber nicht werden.

Über die neue Kostenplanung müsse nun das Abgeordnetenhaus in seinen Haushaltsberatungen entscheiden. Etwa zehn Millionen Euro der Kosten könnten durch Fördermittel aus einem Bund-Länder-Programm gedeckt werden.

Rückgang des Busverkehrs

Betreiber des ZOB ist ein Tochterunternehmen der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG). Anders als der Senat, sah die BVG zumindest noch im März einen Rückgang des Busverkehrs. Nach jahrelanger Zunahme sei für 2017 von 167.000 An- und Abfahrten auszugehen, teilte sie Ende März mit. Im Vergleich zum Rekordjahr 2016 mit gut 214.000 An- und Abfahrten wäre das ein Rückgang um etwa 22 Prozent.

Grund sei eine Marktkonsolidierung durch den Wegfall des Linienangebotes von drei Anbietern zum 1. November 2016, hieß es bei der BVG. So stellte zum Beispiel "Berlin Linien Bus" den Betrieb ein. "Flixbus" übernahm zudem das Geschäft des Konkurrenten "Postbus". Die Zahlen finden sich in einer Antwort der Senatsverkehrsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion.

Mit Informationen von Thorsten Gabriel, Landespolitik Berlin

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ich habe den gleichen Eindruck wie Günther.
    Oder es wurde nur ein Entwurf zur Ausschreibung gegeben und anschließend festgestellt, dass man planen muss.
    Dieses Vorgehen verspürt man bei so vielen Projekten in Berlin, egal welcher Senat am Ruder ist.

    Sinnvoll wäre auch, wenn die X-Busse an der Masurenallee/ZOB halten. Und natürlich auch, wenn dies ausgeschildert ist am ZOB und am S-Bahnhof. Dann braucht niemand die Unterführung oder die Überquerung Messedamm Höhe ZOB zu nutzen.

  2. 6.

    Müssen dann alle Anreisenden durch die vollgepisste Unterführung ohne Rolltreppe um bis zur S Bahn zu kommen?

  3. 4.

    Guten Morgen :-)
    Ich möchte diesen Bericht gerne mal mit Berliner Schnauze kommentieren: "... ick lach ma schlapp!..."
    Unser regierender Fürst und seine Paladine schaffen es einfach nicht, oder?
    Allerdings auch ein Lob von einem Nichtautofahrer für die vorzeitige Fertigstellung der Stadtautobahn. ;-)

  4. 3.

    Diese Vorgangsweise des Berliner Senats ist ja nun wirklich nicht neu. Die Frage muss dich gestellt werden, wer macht die Ausschreibungsunterlagen und welche Firmen werden diese Ausschreibungsunterlagen zugestellt.

    War es eine " Beschränkte Ausschreibung " oder war es ein " öffentliches Verfahren ?

    Sollte es eine " Beschränkte Ausschreibung " gewesen sein, ist die Gefahr groß, dass Firmen den Auftrag bekommen, die sehr gute Kontakte, zu den jeweiligen Verantwortlichen beim Bausenat haben.

    Nach dem Motto: " Gibt ein günstiges Angebot ab, damit Du den Auftrag bekommst und später machen wir über Nachtragsangebote den Auftrag lukrativ. Natürlich nicht ohne Eigennutz.

    Irgendwo her kenne ich das. Früher nannte man es " Berliner Filz "

  5. 2.

    Sicher wird der ZOB kein Milliardengrab. Aber die Kosten werden sich verdoppeln. 2016 wurde mit 14 Mrd. geplant, heute sind es 30 Mrd. Wie völlig bescheuert ist eigentlich dieser RRG Senat um nicht zu erkennen, dass der Fernbusverkehr stark zunehmen wird? Jeder Grundschüler hätte diesen RRG Ignoranten das sagen können.
    Herr Müller suchen sie sich einen Job, von dem sie etwas Verstehen!!!

  6. 1.

    Liebe rbb Redaktion... das mit dem indirekten Vergleich "Milliardengrab BER..." wird sicher noch rechtliche Konsequenzen für den rbb haben... ;-)) Den BER mit den ZOB zu vergleichen... also bitte... Gut: Beide sind für die direkte Anbindung an U- oder S-Bahn sowas von ungünstig gelegen, die Planungen beider fanden vor Jahren/Jahrzenten unter anderen Gesetzgebungen hinsichtlich Brandschutz, barrierefreiheit, Genderschutz, Veganoptimierung, Rußpartikeldeklarierung, Kinderschutz oder sonstwas für heutigen Vorschriften statt. Von da aus: Lassen wir es wie gewohnt bei verwaltungstechnisch verantworteten Projekten einfach mal länger dauern und teurer werden. Wenns fertig ist, ist das Projekt eh schon wieder alt und neubaudürftig. Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftskreislauf!

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