Container auf einem Rollfeld (Quelle: imago)
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Ankündigung von Zeitfracht - Berliner Logistikunternehmen will Air Berlin übernehmen

Nicht nur Lufthansa, Easyjet und Condor wollen Air Berlin übernehmen - auch kleinere Unternehmen haben Interesse. Nach einem Berliner Hotelier will jetzt auch das Berliner Familienunternehmen Zeitfracht im Übernahmekampf um die Airline mitbieten.

Es gibt einen weiteren Interessenten für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin: Das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht kündigte am Dienstag an, für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft bis 15. September bieten zu wollen.

Air Berlin solle möglichst als Ganzes erhalten bleiben, zitiert die Agentur Reuters den Zeitfracht-Geschäftsführer Wolfram Simon. "Insbesondere im Cargo-Bereich sehen wir große Wachstumschancen und Erlöspotenziale."

Jahresumsatz von ca. 100 Millionen Euro

Die Zeitfracht-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Das Unternehmen gehörte zu den Gründungsgesellschaftern des Deutschen Paket Dienstes (DPD). Die Spedition Zeitfracht  organisiert im Wesentlichen Transporte auf der Straße.

Air Berlin beschäftigt mehr als 8.000 Mitarbeiter und schrieb im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro.

Große und kleinere Bieter im Rennen

Mitte August hatte Air Berlin Insolvenz angemeldet. Derzeit laufen Gespräche mit mehreren Interessenten. Gebote können noch bis 15. September abgegeben werden. Eine Entscheidung über den Verkauf der Airline wird bis 21. September angepeilt.

Logo von Zeitfracht auf der Internetseite der Firma, aufgenommen am 05.09.2017 (Quelle: rbb/Friederike Steinberg)Zeitfracht bietet vor allem Transporte auf der Straße an

Lufthansa gilt momentan als aussichtsreichster Kandidat, Air Berlin zu übernehmen. Zu den weiteren Interessenten zählen die britische Easyjet und der deutsche Ferienflieger Condor. Laut einem "Spiegel"-Bericht hat auch der ehemalige Manager des Energieversorgers EnBW, Utz Claassen, ein Auge auf Air Berlin geworfen. Zuletzt hatte der Berliner Hostelbetreiber Alexander Skora erklärt, mit dem Rückhalt eines internationalen Firmenkonsortiums einen Kauf in Betracht zu ziehen.

Der Billigflieger Ryanair hatte sich entgegen erster Ankündigungen aus dem Bieterrennen zurückgezogen aus Protest gegen das Verfahren, das nach Ansicht von Ryanair die Lufthansa bevorzugt. Auch der Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl stieg aus, weil die Lufthansa mit ihm keine Partnerschaft zum Kauf eingehen wollte.

Sendung: RadioBERLIN 88,8, 05.09.2017, 11 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    "Die Geier kreisen schon". So könnte man das ganze Dilemma um diese Fluggesellschaft bezeichnen. Hoffentlich, damit meine ich die Beschäftigten, kommt am 15.September etwas Vernünftiges zustande.

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