StudiVZ (Quelle: imago/Lars Berg)
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StudiVZ ist pleite - Ausgegruschelt

Zehn Millionen vs. zwei Milliarden Nutzer: Einst waren StudiVZ und Facebook Konkurrenten, doch die Zeiten sind lange vorbei. Die Firma hinter den VZ-Netzwerken hat Insvolenz angemeldet. Der Betrieb mit nur noch sieben Mitarbeitern könnte fortgeführt werden.

Der einstige Facebook-Konkurrent StudiVZ ist bankrott. Die Firma Poolworks, die hinter dem ehemals größten deutschen Freunde-Netzwerk steht, meldete beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an, wie aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts am Freitag hervorgeht. Das Unternehmen machte die Insolvenzanmeldung zudem selbst bekannt.

Beide Netzwerke blieben zunächst aktiv, hieß es. Ziel seien eine Restrukturierung und der Erhalt der VZ-Gruppe. Zudem solle die Entwicklung einer neuen Plattform abgeschlossen werden, mit der ein Neustart geplant sei.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Jesko Stark bestellt. Poolworks wie auch Stark waren zunächst nicht zu erreichen. Das Online-Magazin "Gründerszene" hatte zuerst von der Pleite erfahren.

Zehn Millionen vs. zwei Milliarden

"Gründerszene" gegenüber zeigte sich Stark zuversichtlich, dass der Betrieb mit derzeit sieben Mitarbeitern fortgeführt werden kann. Beide Netzwerke blieben zunächst aktiv, hieß es von Poolwords. Ziel seien eine Restrukturierung und der Erhalt der VZ-Gruppe. Zudem solle die Entwicklung einer neuen Plattform abgeschlossen werden, mit der ein Neustart geplant sei. 

StudiVZ hat bereits vor Jahren das Rennen um Nutzer an Netzwerke wie Facebook, Instagram, LinkedIn und Xing verloren. Poolworks spricht auf seiner Internetseite von zehn Millionen Menschen, die bei den VZ Netzwerken angemeldet sind. Facebook wird monatlich von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt.

Der Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag ("Die Zeit", Rowohlt) hatte StudiVZ 2007 zwei Jahre nach der Gründung übernommen und gut 80 Millionen Euro gezahlt. Es ähnelte sehr stark dem damals noch ausschließlich englischsprachigen Facebook.  

Zwischenzeitlich soll auch Facebook an dem Netzwerk interessiert gewesen sein. Für Holtzbrinck entpuppte sich StudiVZ als großer Flop: 2012 wurde die Betreiberin der Internet-Plattform, Poolworks, an die US-Investmentgesellschaft Vert Capital verkauft.

Zumindest das Wort "gruscheln" ist im deutschen Sprachgebrauch verankert, es ist die Verbindung aus grüßen und kuscheln. Damit konnten User miteinander Kontakt aufnehmen. Die Funktion ist dem Facebook-Pendant "anstupsen" sehr ähnlich.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    Das wirklich überraschende an der Meldung ist, dass es studiVZ bis jetzt überhaupt noch gab.

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