Symbolbild: Ein Flugzeug ist am Flughafen Schönefeld gelandet. (Quelle: imago/Marius Schwarz)
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Entscheidung am Donnerstag erwartet - Lufthansa führt offenbar im Rennen um Air Berlin

Wer bekommt den Zuschlag für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin? Am Donnerstag soll die Antwort bekannt gegeben werden. Verhandelt wird mit Lufthansa und Easyjet - nach Medienberichten ist das Rennen schon entschieden.

Beim Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin wird am Donnerstag mit einer Entscheidung gerechnet. Der Kreis der potenziellen Käufer ist überschaubar: Bisher hat die Airline nach eigenen Angaben exklusiv mit Lufthansa und Easyjet verhandelt. Als Fristende für diese Verhandlungen wurde der 12. Oktober genannt.

Lufthansa bekommt offenbar den Zuschlag

Nach bisher unbestätigten Meldungen bekommt die Lufthansa den Zuschlag für große Teile der insolventen Fluggesellschaft. Der Deal stehe, man sei sich handelseinig, sagte ein Insider der Nachrichten-Agentur Reuters. Der Vertrag sei allerdings noch nicht unterschrieben. Die Einigung soll nach diesen Informationen die Tochter Niki, die Luftfahrtgesellschaft Walter und einige weitere Kurzstreckenmaschinen beinhalten.

Ein Lufthansa-Sprecher wollte die Informationen nicht bestätigen. Auch ein Sprecher von Air Berlin gab keinen Kommentar ab.

Noch nicht abgeschlossen sind offenbar die Verhandlungen von Air Berlin mit Easyjet. Insider erklärten Reuters allerdings, ein Abschluss mit den Briten sei auch nach Donnerstag noch möglich. Auch die Thomas-Cook-Tochter Condor sei ein weiterer möglicher Abnehmer. Condor und Easyjet wollten sich nicht äußern.

Betriebsschluss bei Air Berlin am 27. Oktober

Air Berlin fährt seinen Flugbetrieb langsam herunter. Bis Sonntag werden alle Langstreckenflüge eingestellt, am Abend des 27. Oktober stehen alle anderen Maschinen vor dem Betriebsschluss.

Mit dem Winterflugplan ab 28. Oktober übernehmen die Käufer den Flugverkehr. Bis die europäischen Wettbewerbshüter den Verkauf geprüft und kartellrechtlich genehmigt haben,  fliegen die Air Berlin-Maschinen in Dienstleistungen mit ihren Besatzungen bereits unter den Flugnummern der Käufer. Flüge unter Air-Berlin-Code gibt es dann nicht mehr.

Beschäftigte vor der Kündigung

Arbeitnehmervertreter befürchten, dass fast allen 8.000 Mitarbeitern gekündigt werde, da die künftigen Eigner wohl keine Beschäftigten direkt übernehmen wollen. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte erneut das Verhalten von Lufthansa und Easyjet und forderte sie auf, Übernahmeregelungen für die Beschäftigten zu schaffen. Die Erwerber dürften sich nicht vor ihrer sozialen Verantwortung drücken, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Während sich Käufer an Maschinen sowie Start- und Landrechten bereicherten, müssten sich die Mitarbeiter auf ihre eigenen Stellen neu bewerben oder würden arbeitslos.

Sobald die Entscheidung über den Verkauf gefallen ist, will Verdi Tarifverhandlungen mit den Käufern beginnen.

Sendung: Inforadio, 11.10.2017, 18 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Cool, einfach für lau ein paar Flieger abgegriffen - so geht Marktwirtschaft...

  2. 1.

    >>Lufthansa bekommt offenbar den Zuschlag << ; vielleicht nicht ganz überraschend , "man " möchte wohl gerne Air Berlin weiterhin in Deutschland beheimatet wissen

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