Symbolbild: Cannabis-Pflanzen in einem niederländischen Gewächshaus. (Quelle: imago)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.10.2017 | John Hoff von der Firma Abcann | Bild: imago

Bis zu 300 Jobs - 40 Millionen Investition - Kanadische Firma plant Anbau von Cannabis in der Lausitz

Seit März dürfen auch hierzulande Ärzte Cannabis als Medizin verschreiben. Auch das "Medizinal-Cannabis" darf künftig in Deutschland angebaut werden. Ein kanadisches Unternehmen möchte nun in der Lausitz eine Pflanzanlage auf 10.000 Quadratmetern bauen. 

Ein kanadisches Unternehmen hat große Pläne: Es will in der Lausitz medizinisch nutzbares Cannabis im großen Stil anbauen.  Mit dem Projekt verbunden wären Investitionen in Millionenhöhe - und hunderte Arbeitsplätze. Die Abcann Germany GmbH plant nach Informationen von Geschäftsführer John Hoff, in der Lausitz eine Cannabis-Zucht für den medizinischen Bedarf. Das Unternehmen will in das Projekt 40 Millionen Euro investieren - und Arbeitsplätze schaffen: In einer großen Hightech-Anlage könnten bis zu 300 Menschen arbeiten.

Wo genau in der Lausitz das Unternehmen sich ansiedeln soll, ist nicht bekannt. John Hoff von Abcann Germany sagte dem rbb, er könne den Standort nicht verraten, weil die Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte  (BfArM) das aus Sicherheitsgründen verböten. "Die wollen nicht, dass die Leute wissen, wo solche Anlagen stehen".

Noch ist nicht entschieden, wer anbauen darf

Große Pläne, doch offen ist, ob und wann das Projekt umgesetzt wird. Zwar ist seit dem Frühjahr der staatlich geregelte Cannabis-Anbau auch in Deutschland möglich. Doch wer anbauen darf, entscheidet nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren die Cannabisagentur des BfArM. "Wir rechnen nicht damit, dass es vor Anfang 2018 zu Lizenzausgaben kommt", sagt Hoff. Und danach sei noch mit einer mindestens anderthalb Jährigen Bauphase zu rechnen.

Denn es geht keineswegs um Gewächshäuser, sondern um geschlossene Gebäude, in denen das Cannabis unter Reinraum-Bedingungen kontrolliert angebaut werden soll. Abcann will daher auch keine vorhandenen Hallen oder Gebäude nutzen, sondern neu bauen. "Es ist einfacher, man baut neu, als die Systeme in vorhandene Räume zu implementieren", sagt Hoff. 10.000 Quadratmeter soll die Anlage von Abcann groß werden. "Wir wollen sie schrittweise in Betrieb nehmen", so Hoff.

Eine wirkliche Lizenz zum Gelddrucken sei das aber dann nicht. Doch sobald man die getätigten Investitionskosten erwirtschaftet habe, sei es "ein lohnendes Geschäft".  

Abcann produziert bereits seit 2014 in Kanada Cannabis für medizinische Zwecke und hat seit Anfang 2017 ein deutsches Tochterunternehmen, das in Schönefeld seinen Sitz hat.

Seit März kann Cannabis vom Arzt verschrieben werden

Vor dem Hintergrund der Reform des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) können Ärzte seit März 2017 Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen Cannabis als Medizin verordnen. Es geht vor allem um chronischen Schmerzpatienten und Patienten mit unwillkürlichen Muskelkrämpfen bei Multipler Sklerose. Eingesetzt werden kann das Cannabis auch zur Appetitsteigerung für Menschen mit Krebs oder einer HIV-Erkrankung.

16 Cannabis-Sorten sind für den deutschen Markt zugelassen. Das "Medizinal-Cannabis", das derzeit noch importiert werden muss, wird seit dem 1. April  von den Krankenkassen bezahlt.

Mit Informationen von Claudia Baradoy, Studio Cottbus

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Ihrer Forderung nach einem Cannabis-Bedarf-Register stimme ich sofort zu wenn wir das dann auch gleich für alle anderen Medikamente die den Menschen in irgendeiner Form beeinflussen auch ein Register machen.

  2. 16.

    Doch es wächst einfach so. Die Cannabispflanze selbst hält Unkraut fern.
    So wurde sie früher auch benutzt und zwischen anderen Nutzpflanzen angebaut.
    Vielleicht mal in das Buch "Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf" reinschauen.

  3. 15.

    Sendung im 3Sat am 26.10. verpasst? Na macht ja nix.Sie wissen ja alles schon vorher besser.

    Weiterhin gute Gesundheit.

  4. 14.

    Lotte, was halten Sie von, ähnlich dem Krebs-Register.. ein zentrales "Cannabis-Bedarf-Register" ?
    Heißt, Ärzte melden an staatl. Zentral(Vorrat)stelle und die gibt die erforderliche Menge aus.
    Die "Bewegungen" werden permanent (EDV)überwacht, einschließlich unangemeldeter "Besuche"
    bei den involvierten Ärzten vor Ort.
    Wer gegen die Kontrolle ist, aus welchem Grund auch immer, "will" eigentlich Cannabis-Missbrauch.

  5. 13.

    Sie haben Ihre Informationen nicht zufällig aus amerikanischen "Aufklärungs"-Filmen der vierziger und fünfziger Jahre und anderen Produkten der damaligen Kampagne der US-Pharmaindustrie, die sich mit viel "politischer Landschaftspflege" erfolgreich eine preiswerte, wirksame Konkurrenz vom Hals schaffte?

  6. 11.

    Eben doch! Das ist ja der eigentliche Witz daran. Das Kraut wächst da, wo es eben gern wächst, wie Unkraut. Ist so ähnlich, als müßten die Norweger ihre eigene Ananas züchten.
    Eigentlich ist die Produktion vom THC (Gras/Dope) spottbillig - in den klassischen Erzeugerländern. Verdienen tun nicht so sehr die Produzenten, Kosten macht die Illegalität, die Erzeugung unter Treibhausbedingungen und eine absurde Politik (Medizinalhanf ist immer noch doppelt so teuer wie Schwarzmarkthanf, kann eigentlich auch nicht sein).

  7. 10.

    Ein altes Sprichwort sagt: was der Bauer nicht kennt frisst er nicht. Ihnen wünsche ich niemals eine Lebensbedrohliche Krankheit wie z.b.Krebs.

  8. 9.

    Ihnen sei d.Sendung am 26.10.in 3Sat um 20 Uhr15 m.anschließender Diskussion empfohlen. Sicher ü.Mediathek abrufbar.

  9. 8.

    Sabrina ist einfach intolerant u.unternimmt nicht einmal den Versuch auf all die Schmerzpatienten einzugehen die vorher immer nur pharmazeutische ( viel zweifelhaftere ) Produkte zu sich genommen haben aus Verzweiflung u.somit in d.Abhängigkeit gedrängt wurden.
    Ich persönlich kann durch meine "chronische Schlafstörung"nach dem Genuß von Cannabis(pur)wunderbar Durchschlafen ohne irgendwelche Nachwirkungen.
    Beste Grüße
    Legalize it:-)

  10. 7.

    ..das Zeug wächst ja nicht einfach so. Also wieder 10.000 m² mit Dünger, Schädlings, und Unkautvernichter vollkippen, die jetzt vielleicht brach liegen. Aber das stört die Grünen ja nicht, Hauptsache das Zeug wird legal.

  11. 6.

    harmlos im vergleich mit alkohol, tabbak, ganz zu schweigen von heroin ... oder so

    die zahlen so viel wegen den ganzen auflagen und der lobby ;)

    und was körperlich abhängig macht beim konsum von cannabis ist der tabbakzusatz im joint. physich schädlich ist es lediglich für konsumenten unter 21, bzw bei dem einen mehr und dem anderen weniger. nichts trifft absolut gleichmäßig auf alle zu! es ist eine bewusstseinsverändernde (erweiternde) substanz, ähnlich wie lsd oder psilocybin. wobei das auch nur der wirkstoff THC im cannabis ist. derwirkstoff bei der medizin ist nämlich CBD, welcher nahezu keinerlei "nebenwirkung" neben der heilenden hat.
    desweiteren kann ich aus erfahrung sagen, dass das problem der wiederholten anwendung von nichtmedizinischem cannabis durch die erkenntnisgewinnung durch cannabis kein einzelfall ist. und zwar die erkenntnis, dass diese welt, besser gesagt die gesellschaft, in der wir leben so uneins mit und sogar wider der natur ist.
    LEGALIZE IT !

  12. 5.

    Die kanadische Firma bereitet sich mit der Übernahme von Firmen im In- und Ausland auf die erwartete allgemeine Legalisierung in Kanada zum 1.Juli 2018 und die zunehmende internationale Legalisierung vor. Allein in Kanada werden für das Jahr 2021 mit Cannabis Umsätze in Höhe von 6.000.000.000 Dollar (sechs Milliarden) prognostiziert. "If legalization occurs along expected timelines, there will be about 3.8 million legal recreational users of marijuana across Canada by 2021 and the potential for $6-billion of sales, Canaccord Genuity analysts Matt Bottomley and Neil Maruoka said Monday in a note." https://beta.theglobeandmail.com/globe-investor/investment-ideas/marijuana-producer-jumps-356-in-canadas-investor-pot-frenzy/article33100749/

  13. 4.

    "Eher harmloses Rauschmittel" ?

    Weil das so harmlos ist, zahlen die Konsumenten durchschnittlich knapp 250 Euro monatlich dafür.

    Das Gegenteil ist richtig:
    Der Dreck macht abhängig und macht solche Entzugssyndrome, dass die Abhängigen eben immer wieder konsumieren um wenigstens halbwegs normal zu funktionieren.

    Cannabis ist alles andere als harmlos.
    Mir scheint es mittlerweile so, dass mit dem Vorwand "medizinische Gründe" nur die Schleusen geöffnet werden sollten.

    Ich bin dafür, den Weg in die Legalisierung von Cannabis endlich als falsch zu erkennen und zu beenden.

  14. 3.

    Ihre Gedanken haben was für sich. ... Dazu empfände ich die "Fachleute" Beck und Özdemir von DEN GRÜNEN als Fachkräfte bzgl. Forschung und/ oder als Eingangs-, Fertigungs- und Endkontrolleure als durchaus nützlich. ... Und Frage dazu. Wollen Sie evtl. bei den vorgenannten Herren in die Lehre gehen ?

  15. 2.

    Auch auf d.Gefahr hin gleich wieder"zurechtgewiesen"zu werden von einigen hier im Forum,stimme ich Ihrem Kommentar voll u.ganz zu.Zum Thema habe i.mich i.einem ähnlichen Beitrag schon geäußert.

  16. 1.

    Es wäre langsam mal an der Zeit, daß die Politiker den Kopf aus dem A... nehmen. Die Legalisierung des im Verhältnis zu Alkohol eher harmlosen Rauschmittels THC ist einfach überfällig, von der medizinischen Nutzung ganz zu schweigen (und dem wesentlich positiveren Verlauf der Wirkung).
    Das Schmerzpatienten lange der Gebrauch von "Medizinalhanf" unter fadenscheidigen Argumenten vorenthalten wurde und Leute, denen Hanf verschrieben wurde, plötzlich ihren Führerschein verlieren sollten, ist eine weitere widerliche Seite der Lobbydiktatur.
    Die Einführung einer "Hanfagentur" war wohl mit das lächerlichste, was die GroKo hinbekommen hat. Die Bremsermentalität der Sozis in diesem Zusammenhang hab ich mir auch für die nächsten Wahlen gemerkt.
    Übrigens könnte man hervorragend ein Abkommen mit z.B. Marokko zum Import von Cannabisprodukten schließen, eine WinWin-Situation im Zusammenhang mit dem Beseitigen der Fluchtursachen aus Drittweltländern.
    Denkt mal drüber nach, wenn ihr könnt.

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