Eine Tiefpumpen montiert in ein Landschaftsfoto (Der Schwielochsee in Goyatz, Brandenburg) (Quelle: dpa / Collage: rbb|24)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.10.2017 | Martin Schneider | Bild: dpa/Patrick Pleul/rbb|24

Erlaubnis für Bohrung bei Guhlen - Am Rande des Spreewaldes darf Erdöl gefördert werden

40 Milliarden Liter Öl lagern unter der Erde ganz in der Nähe des Schwielochsees - und das darf bald auch gefördert werden. Ein deutsch-kanadisches Unternehmen hat jetzt die prinzipielle Erlaubnis bekommen. Doch durch ist das Thema damit noch nicht.

Die Pläne für eine Erdölförderung bei Guhlen (Landkreis Dahme-Spreewald) sind einen Schritt vorangekommen. Das Landesbergamt Cottbus hat der Firma Central European Petroleum die Bewilligung erteilt, Erdöl und Erdgas zu fördern. Das gab das deutsch-kanadische Unternehmen am Dienstag bekannt.

Vorangegangen war ein Beteiligungsverfahren, bei dem Ämter, Gemeinden und Behörden ihre Stellungnahmen abgegeben hatten. Die jetzt erteilte Genehmigung ist ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der letzte, bevor das Unternehmen die Bohrer wirklich ansetzen darf. Der Antrag bezieht sich auf die 330 Quadratkilometer große Struktur Guhlen, in der Erdgas, Kondensat und Erdölvorkommen nachgewiesen werden konnten. Guhlen ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwielochsee.

Hoffen auf "fruchtbare Zusammenarbeit"

Vor der eigentlichen Förderung müssen noch ein Raumordnungsverfahren und ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden - das kann mehrere Jahre dauern. In naher Zukunft sind erst einmal weitere Erkundungsbohrungen in Guhlen, Waldow und Schuhlen-Wiese geplant. 

Schon seit 2012 wird das Ölfeld erkundet. Eine der Probebohrungen in rund 2.500 Metern Tiefe hatte vor einem Jahr das dort vermutete Erdölvorkommen bestätigt. Insgesamt rund 40 Milliarden Liter Öl lagern unter Guhlen. Allerdings könnten davon nur zehn bis 15 Prozent gefördert werden, heißt es. Man freue sich "auf eine fruchtsame Zusammenarbeit in den nächsten 30 Jahren und streben weiterhin eine gute Nachbarschaft an."

Viel Erdöl in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Das Unternehmen vermutet noch an einem weiteren Standort in Brandenburg Erdöl - im Raum Märkische Heide [Link zur CEP-Webseite]; auch hier gab es bereits Probebohrungen. Nach Angaben einer Firmensprecherin ergaben die Untersuchungen jedoch bislang "nicht das, was wir gerne hätten". Aufgeben will die Firma den Standort aber nicht, es seien weitere Probebohrungen angedacht, teilte die Firma im Mai mit.

In Brandenburg wird derzeit an einer Stelle Erdöl gefördert - im Raum Küstrin-Kietz im Oderbruch. Die Lagerstätte stammt noch aus DDR-Zeiten, betrieben wird sie heute von der Firma Engie EP Deutschland. Der Anteil Brandenburgs an der heimischen Erdölförderung in Deutschland ist äußerst gering, besonders viel Erdöl wird nach Zahlen des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gefördert.

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Jetzt lässt sich zumindest erahnen, warum in Sachen Tourismus und Wochenenderholung in Schwielochsee kaum etwas losgeht und vor allem die Wochenendsiedler und -camper an so einer kurzen Leine gehalten werden, dass sich sogar schon ein Verein gründen musste, um Bau- und Erhaltungsabsichten gegenüber der Kommune durchzusetzen. Da scheinen sich einige Leute Geld und Posten vom Öl zu versprechen und je weniger Tourismus, um so weniger Widerstand gegen die Förderung!
    Man braucht sich nur den Zustand vieler Bungalows und Zeltplatzbehausungen sowie das Umfeld anzuschauen und weiß, was gespielt wird. Eine Gemeinde, die auf Tourismus setzt, präsentiert sich anders.

  2. 17.

    Aber gegen die Strom-Kohle hat der Kollege Wasserschützer bestimmt auch etwas.
    Er hat seine kleine Welt, und die reicht ihm.
    Man kann nicht alles ablehnen und am Ende Technologie wollen, ich denke so war die Aussage vom Kommentar ironisch gemeint und nicht auf "Strom aus Erdöl" gemünzt.

  3. 16.

    Es macht keinen Sinn, gegen "Fracking" zu protestieren. Das ist nur der neueste Öko-Aufreger. Jahrzehnteelang haben uns die Katastrophisten erzählt, das Öl geht alle und wir werden alle sterben. Dann kommt eine neue Fördertechnik daher und macht das alles zu Makulatur. Aber statt sich zu freuen, dass ihre Ängste nicht wahr werden, sind sie flugs auch dagegen. Da erhebt sich der Verdacht, dass einige Leute gar nicht wollen, dass das (vermeintliche) Problem der Ölknappheit gelöst wird. Vielleicht wollen manche nur das Drohszenario aufrechterhalten, um die ganze neoliberale Ökopolitik "begründen" können.

  4. 15.

    Strom wird (fast) nicht aus Erdöl erzeugt. Der mit Abstand wichtigste Energieträger für Strom ist Kohle (ca 50%), gefolgt von Uran und Erdgas. Gegen diese drei haben die Ökos zwar auch was, aber das steht auf einem anderen Blatt :)

  5. 14.

    Ich habe nicht geschrieben ohne Unfälle, sondern ohne Katastrophen. Dass sone Provinz-Ökowebsite darüber Zeter und Mordio schreit, macht es noch lange nicht dazu.

  6. 13.

    Preußen gibt es seit 1947 nicht mehr.
    Sie möchten sich nicht zum Sachverhalt äußern,
    sondern lediglich ihre befremdliche Reichsbürger
    Ideologie unters Volk bringen.
    Verstörend.

  7. 12.

    Kosten je Barrel Öl 51 US$ oder 337 Renminbi Yuan.
    Das macht dann ~151 Millionen US Dollar oder ~8,5 Mrd. Renminbi Yuan
    Ist nur BWL. Den Rest interessierte keinen, aber wenn hier eine Rendite von 15% rausspringt, dann ists doch gut für die.
    Da fällt dann bestimmt noch das ein oder andere Milliönchen an "Spenden" ab.

  8. 11.

    Es gibt über 50 Stellen in D, wo ohne jegliche katastrophe Erdöl gefördert wird. Z T. schon über 100 Jahre!!
    Das hier ist eine einfache Bohrung: kein Teersand, kein Fracking, nix. Einfach mal die Wikipedia Seite zu Erdölförderung in Deutschland lesen. Da steht dann nach der Bohrung ein "Bock", der das friedlich rauspumpt. Die Lagermenge entspricht in etwa dem, was in ganz D (ohne Nordsee) in ca. 2,5 Jahren an bestehenden Bohrlöchern aktuell gefördert wird.
    Korrekt ist auch: während der Förderung fällt Bohrschlamm an, der ist aber nicht ölhaltig.
    Also: Ball flach halten und protestieren wo es Sinn macht, z.B. Fracking!

    B.

  9. 10.

    Das nennt man ganz einfach Wirtschaft. Erdöl wird immer gebraucht.

    Wie stellt man Kunststoff her? Was ist alles aus Kunststoff?

    Oder fragen Sie sich gerade im Gegenzug, welche genaue Energiequelle den Strom für sämtliche Gerätschaften und Server liefert, den Sie hier zum Kommentieren brauchen?
    Bei Ihrer Einstellung: Ist es überhaupt nötig, dass Sie Energie verschwenden im Internet...?

  10. 9.

    @rbb In welchem Verhältnis steht der potentielle Gewinn der Ölförderung dort zum potentiellen regionalen Umweltschaden? Die wahrscheinlich mögliche Fördermenge entspricht der TÄGLICHEN Förderhöchstmenge der OPEC (30 Millionen Barrel / 1 Barrel = 159 Liter), was etwa einem Drittel der täglichen globalen Fördermenge entspricht. "40 Milliarden Liter Öl lagern unter Guhlen. Allerdings könnten davon nur zehn bis 15 Prozent gefördert werden"
    https://de.wikipedia.org/wiki/Globales_%C3%96lfC3%B6rdermaximum#Zunehmendes_Risiko_von_schweren_.C3.96lkatastrophen


  11. 7.

    Okay, rechnen wir mal:
    40 Milliarden LITER. 10% können gefördert werden. Macht 4 Milliarden Liter.
    Ein Barrel Erdöl sind 159 Liter.
    4 Milliarden / 159 Liter = 25 157 232 Barrel (25 Millionen Barrel)

    BP gibt einen Weltölverbrauch von 96 Millionen Barrel pro TAG an.

    Diese Vorräte decken also den Weltölbedarf für 6 Stunden. Können 20% gefördert werden, reicht das Zeug für einen halben Tag.

    Hossa, ist ja ein richtiger Kracher. War wohl nix mit dem großen Reichtum wie bei den Saudis.

    Nur um das mal in Relation zu setzen, dass es sich hier um einen FIngerhut voll handelt, für den die Verseuchung unserer Umwelt riskiert wird. Können Kommunalpolitiker keinen Taschenrechner bedienen, oder ist die Zerstörung der Heimat und Natur einfach nur ein bösartiges Gentlemen-Agreement, gegen das keiner etwas wirksames unternimmt?

  12. 6.

    Überfall Schwarzmaler. Heizen, Auto fahren, Plastikzeug und Farbe fürs Haus.
    Ist der Protest, der klingt wie, "Atomkraftwerke? Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose" Gequatsche.

  13. 5.

    Nein, die Verunreinigung der Spree, vieler Zuflüsse und des Grundwassers sind bereits besorgniserregend. In Kanada wird massiv die Umwelt zerstört zwecks Ölförderung. Vgl. http://www.geo.de/geo-tv/2164-rtkl-kanadas-dunkler-schatz-im-oelrausch-von-alberta
    Es lohnt sich die "Unternehmenskultur" der Bergbaufirmen anzuschauen, da sie Rückschlüsse auf deren künftiges Verhalten ermöglicht. Bei den AKW (inkl. Uranbergbau, Zwischen- und Endlagerung) hieß es auch immer "alles sicher", "geringes Restrisiko", "Rücklagen für Rückbau", "Salzstöcke sind sicher" ... und jetzt werden viele zukünftige Generationen mit dem giftigen Müll (dessen Rückholung aus abgesoffenen Lagern...) und den Folgekosten sowie den gesundheitlichen Gefahren belastet.

  14. 3.

    Zu kanadischen Firmen einfach mal "tar sands canada" googeln. Da kommt die nächste Katastrophe auf unser Wasser zu - als ob das Gift aus dem Braunkohletagebau nicht schon zuviel ist für unsere Grund- und Trinkwassersicherheit.

  15. 2.

    Warum sollte man einer GmbH mit einer Einlage von lumipen 25000 € diese Eingriffe in die Natur erlauben?
    Wie ist es mit Schadenshaftung bei einer Kontaminierung, welche nicht ausbleiben wird?
    Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

  16. 1.

    Allgemein habe ich kein Problem mit ausländischen Firmen. Und Preußen kann in manchem attraktiver sein, z.B. wenn ohne EU-Zoll dann für Firmen billiger z.B. Technik zu bringen. Aber ich sehe es nicht als selbstverständlich dass jede Entscheidung der wie Protektorats-Behörden übernommen wird. Ob nun angeordnete Abschaffung Preuß. Bürgerschaft oder alles wo Preußen als staatsrechtliche Entität beiseite geschoben wurde, als ob z.B. EU einfach so Entscheidungen für Gebiet Belgiens ohne Beteiligung Belgiens fällt.

    Dabei will ich sicherlich nicht Misere für getätigte Investionen verursachen, und in strittigen Fällen sicherlich toll wenn man zu Einverständnis kommt (wenn auch z.B. bei GASAG eher Rückgabe an Preußen statt Abfindung, und eher Problem BRDs dass verkauft wurde was nicht wirklich deren Eigentum). Aber wenn es darum geht ob z.B. Öl für paar Heller für Privatjets exportiert wird oder vor Ort in mehreren Industriezweigen Verwendung findet, da scheint klar vorauf ich hinaus will.

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