"Du stehst auf Elektro?" steht am 31.08.2015 in Berlin auf einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). In einem Pilotprojekt fahren die Busse der Linie 204 vom Zoo zum Südkreuz künftig im Elektrobetrieb. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abenschau | 28.11.2017 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Paul Zinken

Diesel-Gipfel im Kanzleramt - Müller setzt auf den E-Bus

Beim zweiten Diesel-Gipfel im Kanzleramt ging es am Dienstag erneut um Stickoxide und Fahrverbote. Berlin will künftig auf Elektrobusse setzen und diese gemeinsam mit Hamburg anschaffen. Fragt sich nur, von welchem Hersteller.  

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Ergebnisse des zweiten Diesel-Gipfels am Dienstag begrüßt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte mit Vertretern von rund 30 Kommunen beraten, was gegen Luftverschmutzung und drohende Fahrverbote getan werden kann.

Busse notfalls von ausländischen Herstellern

Müller lobte, dass es künftig möglich sein soll, Bundes- und Landesförderprogramme zu kombinieren. So plant Berlin die Verdoppelung eine Prämie für Taxi-Unternehmer: Steigen sie von Diesel auf Hybrid oder Elektrofahrzeuge um, könnte das mit bis zu 8.000 Euro unterstützt werden. 

"Wir werden jetzt als erstes ein Umrüstungsprogramm für die Berliner Taxis anbieten", sagte Müller dem rbb. "Das sind immerhin 8.000 Fahrzeuge. Und wenn wir da schon umstellen können mindestens auf Hybrid oder sogar wirklich auf Elektromobilität, haben wir in einem wichtigen Segment viel erreicht." Später könne man schauen, ob möglicherweise auch die Fahrzeugflotten im Kranken- und Pflegebereich umgerüstet werden können.   

Deutliche Kritik übte Müller an den deutschen Herstellern. Sie hätten kein einziges Elektrotaxi im Programm. Ähnlich sehe es bei Elektrobussen aus. Müller kündigte an, dass Hamburg und Berlin ab 2020 gemeinsam Elektrobusse anschaffen wollten, notfalls auch ausländische Fabrikate.

  • Worauf setzt der Berliner Senat?

  • Was will die Industrie- und Handelskammer?

  • Was tut die Berliner Stadtreinigung (BSR)?

  • Wie reduzieren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Abgase?

  • Auch die Dienstwagen des Senats haben Abgas-Einsparpotential...

  • Berlins Feuerwehr und Polizei fahren viele alte Diesel

Eine Milliarde Euro für nachhaltige Mobilität

Merkel betonte bei dem Treffen mit Ländern und Kommunen, das jetzige Sofortprogramm müsse über 2018 hinaus verstetigt werden. Dies sei eine Aufgabe für die neue Regierung. Der schon im September beschlossene Kommunalfonds hat ein Volumen von einer Milliarde Euro, die allerdings nicht abgeflossen sind. Die Kommunen beklagten bürokratische Hürden. Über sogenannte Lotsen sollen sie nun leichter an das Geld kommen.
 

Der Fonds soll mithelfen, um Fahrverbote für Diesel-Besitzer zu vermeiden, die angesichts der Stickoxid-Werte in vielen Städten drohen. 750 Millionen Euro für den Kommunalfonds stellt der Bund zur Verfügung. 250 Millionen sollen von den Autokonzernen kommen, aufgeteilt nach Marktanteil der jeweiligen Dieselflotten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) am 28.11.2017 in Berlin zur Eröffnung des 2. Dieselgipfels im Kanzleramt (Quelle: dpa/Kappeler)
Bild: dpa/Kappeler

An diesen Orten in Berlin ist die Belastung mit Stickstoffdioxid besonders hoch:

Stickstoffdioxid - Jahresmittelwerte 2016. Daten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Was will Berlin tun, um die Stickoxid-Werte zu senken? Müssen Fahrverbote her? Oder können genug Abgase eingespart werden, wenn Landesunternehmen wie BVG und BSR umrüsten? Antworten gibt es in unserer Übersicht.

Wenn Sie diesen Beitrag in der rbb|24-App lesen, klicken Sie bitte hier, um zu den Fragen und Antworten zu gelangen.

  • Wieviele Berliner Diesel-Fahrer wären von einem Fahrverbot betroffen?

  • Können alte Diesel-Autos nachgerüstet werden?

  • Werden Autofahrer auf den Kosten für die Umrüstung sitzen bleiben?

  • Bis wann sollen die offenen Fragen geklärt werden?

  • Wie viel Wertverlust droht, wenn ich ein Euro 5-Dieselauto verkaufe?

  • Werden auch BVG-Dieselbusse nachgerüstet?

Sendung: Abendschau, 28.11.2017, 19:30 Uhr

Kommentar

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30 Kommentare

  1. 30.

    Hier zeigt es sich das in Deutschland nur der Individualverkehr im Mittelpunkt stand, von Reisen nach Osten weiß ich das in Polen und Russland Oberleitungsbusse ähnliches Prinzip wie Straßenbahnen was ganz Normales sind,ich glaube nicht das Akkubetriebene Fahrzeuge einen vollwertigen Ersatz leisten können.

  2. 29.

    Sie können Strom mit allem Möglichen erzeugen. Von daher ist Strom nicht von vornherein ökologischer als andere Energien. Erst die Kombination der Ursprungsenergie, die zu Strom umgewandelt wird, macht die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit von Strom aus, der alleinige Effekt sauberer Luft in den Städten ist "nur die halbe Miete".

    Davon, von Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit, kann weder bei Braunkohle noch bei der Atomkraft die Rede sein. Bei der Braunkohle wegen der Emissionen, beim Atomstrom wegen der Ausmaßes und Zeithorizontes der Gefährdung, der jedes menschliche Vorstellungs- und Handhabungsvermögen überschreitet.

  3. 28.

    Was hat der Betrieb elektrischer Fahrzeuge mit der Braunkohle zu tun? Es gibt mehrere Länder die täglich beweisen, dass man Strom durchaus auch mittels AKW erzeugen kann. Ein AKW der Art des ehemaligen KKW Rheinsberg würde vermutlich ausreichen, um den Strombedarf besagter Busse decken zu können.

  4. 27.

    Das war mal wieder so eine Meldung über den Regierenden. Entweder Allgemeinplätze oder Hetze, was anderes kenne ich nicht von ihm.

  5. 26.

    Es scheint Tesla-Fanboys zu geben, so wie Apple-Fanboys. Warum wird hier ständig dieser Markenname gehypet? Das sind keine Wundermaschinen, sondern nur blöde Elektrokarren, so wie Iphones auch nur langweilige Handys sind und keine Wunderwerke.

  6. 25.

    Mit Verlaub, Sie schreiben Stuss. Sprechen Sie mal den Tesla-Taxifahrer, hier in der Stadt, der nach 5 Jahren und 300.000 km noch 80% Akku-Kapazität hat. Und Tesla nicht marktfähig? Von solchen Vorbestellungszahlen träumt selbst VW, in Westeuropa mehr verkaufte Model S als 7er BMW. Und das alles bei regenerativ erzeugtem Strom für die Supercharger. Gerade sie als Radfahrerin sollten solche Veränderungen in der Stadt umarmen, oder atmen Sie lieber die Diesel-Abgase ein?

  7. 24.

    Dort, wo man Straßenbahnen sinnvoll bauen kann, mit zusätzlichem Aufwand für die Unterhaltung der Gleise - gelle -, wo man nicht einfach mal eine neue Leitung anklemmt, errichtet man in der Regel auch keine O-Bus-Linien.

  8. 23.

    Weltfremd und wahrscheinlich bewusst Irreführend ist Ihr Kommentar.

    In Moskau fahren nur Elektrobusse in der Innenstadt. dort sind überall Oberleitungen.

    Die Busse mit Akkus betreiben zu wollen, ist hingegen Irrsinn. Die Akkus sind extrem teuer, extrem umweltschädlich in der Produktion, kaum Leistungsfähig, schnell verschlissen und müssen für extreme Kosten ausgetauscht werden.

    Da soll dann zugunsten eines solchen Irrsinns die ohnehin schon knappen Berliner Kassen geplündert werden, zugunsten einiger Firmen, die davon profitieren. Das würde kein Mensch privat machen.
    Und dann in den Bibliotheken in Berlin weiter den Medien-Bestand ruinieren um auf diese Weise die Nutzer zu verprellen und anschließend die Bibliotheken ganz dicht zu machen.

    Und Tesla geht den Bach runter, weil diese überteuerten und in der Produktion außerordentlich umweltschädlichen Kisten nicht marktfähig sind.

  9. 22.

    "Wem nützen E-Busse, wenn der Strom mittels Braunkohle erzeugt wird?

    Das war - leider - in den Jahrzehnten vorher der Fall gewesen. Nahezu alle elektrischen Systeme in der DDR basierten auf der Braunkohle-Verstromung. Das machte etwas die Schizophrenie aus in puncto Umweltgedanken.

    Meiner Auffassung nach hätte der O-Bus schon Bestand haben können, ein Ersatz für eine Straßenbahn, da, wo sie sich lohnt, kann er jedoch nicht sein. Wie hier schon geschrieben wurde, sind O-Busse und im Prinzip alle Busse kapazitätsmäßig wesentlich begrenzter als Straßenbahnen. Schon zwei Gelenke bereiten fahrdynamisch Schwierigkeiten, während eine Straßenbahn sogar mit 7 Gelenken hervorragend zurechtkommt auf Grund der Schienenführung.

    Es kommt nicht nur auf die Kosten an - ansonsten wäre ja das Vernünftigste, gar nichts zu bauen, um Kosten zu sparen -, sondern auf ihr Verhältnis zum Nutzen. Der ist bei der Straßenbahn exorbitant höher.

  10. 21.

    "Oberleitungen in der Innenstadt?"

    Wie gelungen das sein kann, zeigt eine sehr sehenswerte 'Ausstellung, die die Münchner Verkehrsgesellschaft mal in Auftrag gegeben hat. Auch die BVG hat sie gezeigt anlässlich der Tram-Strecken-Eröffnung zur Wissenschaftsstadt Adlershof. Da können sich Menschen nicht dran satt sehen, wie ästhetisch gelungen Fahrleitungsmasten und Oberleitun gen sein können und geradezu das Sinnbild der Stadt verkörpern.

    Wenn Sie bspw. jemals mal in Kassel waren und dort eine Ansichtskarte mitnehmen oder verschicken, finden Sie wohl keine Karte ohne Abbildung der Wilhelmshöher Allee. Mit Schienen und Oberleitung, mit Schloss Wilhelmshöhe als Zielpunkt und oberdrauf den Herkules.

    Ohne Schienen und Oberleitung wären die Abbildungen nur halb so schön.

  11. 20.

    Wenn man will, dann kann man jedes Thema zerreden. Der O-Bus fuhr in Potsdam fast 50 Jahre lang und war eine sehr Umwelt freundlicher Ergänzung zur Tram. Allein der Bau neuer Tramgleise spricht aus wirtschaftlichen Gründen für den o-Bus. Ein weiteres Argument für den O-Bus ist, dass er nicht immer die Akkus mit sich herum transportieren muss und damit Nutzlast zugunsten der Passagiere frei wird. Akkuwagen gab es übrigens in Deutschland schon mal. Man schaffte sie nicht grundlos ab.

  12. 19.

    Der Oberleitungsbusse vereint die Nachteile beider Welten, ohne dafür echte Vorteile zu bieten: Er hat den Systemnachteil des Schienenverkehrs, dass die Linienführung feststeht und nicht Bedarf (einfach) geändert werden kann. Die Unterhaltung der Oberleitungen verursacht zusätzliche Kosten. Andererseits hat er die Nachteile des Busses: Seine Kapazität ist begrenzt und er steht ggf. mit den Autos im Stau. Deswegen ist man davon abgekommen, und baut dann lieber Straßenbahnen. Die Nachteile des Akkus sind allerdings noch größer, deswegen ist das keine sinnvolle Alternative. Zwischen den beiden ist der Oberleitungsbus auf jeden Fall das kleinere Übel.

  13. 18.

    Schon komisch das alles. Die Stadt Potsdam hatte ja mal O-Busse. Warum hat man die erst geschliffen? Wem nützen E-Busse, wenn der Strom mittels Braunkohle erzeugt wird?

  14. 17.

    Straßenbahnem und Oberleitungsbusse sind weltfremd? Aber Akku-Busse sind voll normal?

    Es ist nicht Aufgabe von ÖPNV Betrieben, ideologische Dogmen fremder Leute zu bedienen, wie zB den letzten Öko-Hype. Ihre einzige Aufgabe ist die Erbringung einer Verkehrsdienstleistung zu einem fairen Preis. Alles was dem nicht dient, ist abzulehnen. Und Akku-Busse würden das behindern.

    Norwegen subventioniert Akku-Autos über beide Ohren. Staatlich reguliert und auf Kosten anderer Leute kann man natürlich den unvernünftigsten Quatsch erzwingen, das bedeutet aber nicht dass es sinnvoll sei. Außerdem geht es da um PKWs und nicht um Busse. Das hat mit dem Thema also nichts zu tun.

  15. 16.

    Stimmt! Oberleitungen sollte man nur in Außenbezirken bzw. auf dem Land installieren.

    Und die Akkus sind in ihrer Herstellung so umweltfreundlich - das wird nur noch von der Umweltfreundlichkeit ihrer "Entsorgung" übertroffen. Praktischerweise hält so ein Akku mittlerweile auch schon ein paar Jahre, bis er ausgetauscht werden muss. (Die Rohstoffe zu den Batterien wachsen bekanntlich auf den Bäumen, sind unendlich verfügbar und werden zu nennenswerten Teilen unter idealen ökologischen und arbeitstechnischen Bedingungen abgebaut. Und der Strom kommt aus der Steckdose.)

  16. 15.

    Oberleitungen in der Innenstadt? Strom direkt vom Kraftwerk?
    Die Kommentare hier sind leider total weltfremd und einfach nur „dagegen“, speziell gegen Müller.
    Schauen Sie mal nach Norwegen oder zu Tesla, oder fahren Sie mal selbst ein gutes E-Auto zur Probe. Schon nach wenigen km wollte ich nie wieder einen Verbrenner.

  17. 14.

    Da müssen Sie sich bei dem Hersteller Ihres Fahrzeugs beschweren, aber das Verbot grenzwertüberschreitender Diesel-PKW kommt besser früh als spät.
    Was ist denn Ihr Alternativ-Vorschlag zum Schutz der städtischen Bevölkerung?

  18. 13.

    LEERE VERSPRECHUNGEN ohne wirksame Kontrollen. Vergleiche: http://www.tagesschau.de/inland/manipulierte-autos-101.html Erinnert zunehmend an die Umwelt(zerstörungs)politik der DDR. Der aktuelle Tatort sagt alles. Schockierend real: http://www.ardmediathek.de/tv/Tatort/B%C3%B6ser-Boden/Das-Erste/Video?bcastId=602916&documentId=47886150

  19. 12.

    Mit Elektrobussen meint der Müller doch sicher Batteriebetriebene Busse.

    Ich habe dafür Null Verständnis und sage ganz klar, die Sache stinkt!

    Bewährt und billiger sind Oberleitungsbusse.

    Eine von wirtschaftlichen Gesichtspunkten getragene Entscheidung wird immer auf Oberleitungsbusse setzen und niemals auf Batteriebusse.

    Wenn eine Entscheidung unter sachlichen Gründen falsch ist, dann gehe ich persönlich von Korruption aus.

    Fördermittel-Verschieberei aus der Staatskasse auf die Konten von Unternehmen. Elektro und Umweltschutz - als wenn die Batterien umweltfreundlich hergestellt würden, dienen nur als Brechstange für dieses erneute politische Schurkenstück.

    Das Abgeordnetenhaus soll endlich diese personifizierte Unfähigkeit namens Müller zum Teufel jagen. Der hat verdammt nochmal nichts auf dem Posten des Regierenden Bürgermeisters von Berlin zu suchen!

  20. 11.

    Es geht darum klarzumachen, dass die Ökolobby einen an der Waffel hat mit ihren Elektroautos. Ein Akku-Auto ist Schwachsinn, ein Akku-Bus ist Oberschwachsinn, da beißt keine Maus den Faden ab. Wenn elektrisch, dann nur mit Strom direkt vom Kraftwerk.

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