Impressionen aus der Jonasstraße (Quelle: rbb/Antje Menz)
Audio: rbb-Inforadio | 14.11.2017 | Interview mit Niels Busch-Petersen | Bild: Foto: Antje Menz

Handel leidet unter Baustellen - Kaputt repariert

Straßenbaustellen bereiten dem Einzelhandel in Berlin und Brandenburg große Probleme. Das sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg, am Dienstag im rbb. Aus beiden Ländern "erreichen uns regelmäßig Klagen", so Busch-Petersen. Oft sorgten Dauerbaustellen dafür, dass es bei den Einzelhändlern vor Ort "an die Substanz" gehe. Zahlen konnte Busch-Petersen allerdings nicht nennen.

"Ein ganz entscheidendes Problem besteht in einer sehr mangelhaften Kommunikation", so der Einzelhandelssprecher im rbb-Inforadio. "Dass da etwas heil gemacht oder verbessert werden muss, stellt doch keiner in Frage. Aber wie oft erleben es die Einzelhandelsunternehmen, dass sie viel zu spät oder gar nicht vorher informiert werden, sich nicht darauf einrichten können, nicht ihre Kunden vorher informieren können!"

Auch während der Bauarbeiten sei die Kommunikation oft mangelhaft, kritisierte Busch-Petersen. So würden beispielsweise Baustellenschilder fehlen, die über die Bauarbeiten, Fristen oder Ansprechpartner informieren. "Das kann man mit relativ einfachen Mitteln beheben."

Busch-Petersen regte an, in Notfällen die Einzelhändler auch zu entschädigen: "Wenn das von der öffentlichen Hand verursacht würde, halte ich das eigentlich für eine ganz normale Geschichte."

Oft mehrere Firmen auf einer Baustelle

In Berlin sorgt derzeit beispielsweise eine Baustelle rund um die Arminius-Markthalle in Moabit für Ärger. Eine Händlerin aus der Jonasstraße berichtete von Umsatzeinbußen bis zu 3.000 Euro im Monat durch eine Baustelle auf dem Gehweg.

Harald Büttner vom Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Mitte erläuterte, Berlin habe einen Investitionsrückstau von 1,3 Milliarden Euro - an einem Ort würden daher oft mehrere Arbeiten durchgeführt, was zu langen Fristen führen könne.

In der Jonasstraße mussten zum Beispiel Trink- und Abwasserrohre sowie Stromleitungen saniert werden. Dazu wurden Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg geräumt. "Wir stehen vor einem riesigen logistischen Problem", sagte Büttner. Die Straßenbaufirma könne immer nur dann arbeiten und Arbeiten erledigen, wenn die anderen Firmen gerade nicht beschäftigt seien.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Nicht eine Baustelle wird fertig. Hier loht in Blick in den "Rest der Welt". Vor allem in Skandinavien wird in Null-Komma-Nix alles umgebaut, neugebaut und rasant fertig gestellt. Sämtliche Länder haben bedeutend weniger Einwohner. Un bei uns klappt nichts mehr.
    Wieso ist das Phänomen nur in D an der Tagesordnung alles in die Länge zu ziehen?
    n anderen Ländern wäre der Senat oder die Regierungen schon längst zu Teufel gejagt worden.

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