Hanfpflanze (Bild: EPA)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.11.2017 | Martin Schneider | Bild: EPA

Keine Lizenz für kanadisches Unternehmen - Cannabis-Anbau in der Lausitz vorerst gescheitert

Die kanadische Firma Abcann wird vorerst kein Cannabis in der Lausitz anbauen. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag dem rbb mit. Das Unternehmen habe im Vergleich zu anderen Bietern bisher kleinere Referenzmengen an medizinischem Cannabis produziert. Daher sei es vom Bundesinstitut für Arzneimittel nicht zur Abgabe eines Angebots im Vergabeverfahren aufgefordert worden.

Weiterhin Pläne für Hightech-Pflanzanlage

In den nächsten Monaten sollen aber weitere Anbaulizenzen ausgeschrieben werden, um die sich Abcann erneut bewerben will. Solange hält man die Pläne aufrecht, in der Lausitz eine Hightech-Pflanzanlage für den medizinischen Cannabis-Bedarf zu errichten. Auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern sollen geschlossene Gebäude gebaut und darin Cannabis-Pflanzen gezogen werden. Die Anlage soll etwa 40 Millionen Euro kosten und 300 Arbeitsplätze schaffen. An welchem Ort Abcann den Anbau plant, darf das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht sagen.

Das deutsche Tochterunternehmen Abcann Germany hat seinen Sitz in Schönefeld. Dort sind aktuell sechs Menschen beschäftigt.

16 Cannabis-Sorten zugelassen

Der staatlich geregelte Cannabis-Anbau ist seit diesem Frühjahr gesetzlich auch in Deutschland möglich. Wer anbauen darf, entscheidet nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren die Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Lieferzeitraum ist zwischen 2019 und 2022. Insgesamt 16 Cannabis-Sorten sind für den deutschen Markt zugelassen.

Hintergrund ist die Reform des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG): Seit März können Ärzte Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen Cannabis als Medizin verordnen, vor allem chronischen Schmerzpatienten und Patienten mit unwillkürlichen Muskelkrämpfen bei Multipler Sklerose. Eingesetzt werden kann Cannabis auch zur Appetitsteigerung für Menschen mit Krebs oder einer HIV-Erkrankung.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 6.

    die Infektionsmöglichkeiten sind vielfältig, nicht zwangsläufig durch Drogenkonsum. Ich empfehle Zulassung für 4) Vorurteile.

  2. 5.

    >>Zudem sollten solche Patienten sich Cannabis nicht auf dem Drogenmarkt kaufen müssen<<
    Ich finde, JA ... in etwa so, wie man durch Alimente lange Zeit an ein "Abenteuer" erinnert wird.

  3. 4.

    Bei HIV-Patienten wird Cannabis zur Linderung von Symptomen eingesetzt. Zudem sollten solche Patienten sich Cannabis nicht auf dem Drogenmarkt kaufen müssen, oder winfried?

  4. 2.

    Im Artikel werden drei Patientengruppen, bei denen Cannabis offiziell Anwendung findet, genannt:
    1) Multiple Sklerose ... 2) chron. Schmerzen ... 3) HIV.
    Meine Meinung dazu: Gruppen 1) und 2) --> JA. ... Gruppe 3) nur dann, wenn das Neugeborene bereits mit HIV-Infektion auf die Welt kam. Spätere HIV-Infektion ist i.d.R. selbst verschuldet und die betroffene Personengruppe verfügt i.d.R. bereits über Drogen bzw. Möglichkeit zur Erlangung der selbigen.

  5. 1.

    Wäre jetzt noch informativ, welche Jahreshöchstmenge das Unternehmen angegeben hat und warum das für eine Lizenz relevant ist.

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