Fahrräder des Fahrradverleiher Mobike stehen am 21.11.2017 in Berlin im Rahmen eines Pressetermins aneinander (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)
Bild: dpa/Sophia Kembowski

Vierter Anbieter - Mobike startet mit 700 Leihrädern in Berlin

Innerhalb weniger Tage sind zwei asiatische Leihrad-Anbieter in Berlin ins Geschäft eingestiegen - am Dienstag Mobike. Der Senat will die Lage beobachten, denn es gibt weitere Unternehmen, die Interesse bekunden.

Ein weiterer Leihrad-Anbieter will den Berliner Markt erobern: Am Dienstag hat Mobike seinen Betrieb in Berlin als ersten Standort in Deutschland aufgenommen. 700 Fahrräder, die per App gebucht und im Stadtgebiet wieder abgestellt werden können, sollen in der Hauptstadt angeboten werden. "Wir wollen die maximale Anzahl an Fahrten pro Tag mit der minimalen Anzahl an Fahrrädern erreichen", sagte der für das Auslandsgeschäft zuständige Vizepräsident Chris Martin bei der Vorstellung der Räder in Berlin.

Mobike bereits in 200 Städten weltweit aktiv

Die Leihräder werden zunächst im Berliner Innenstadtbereich aufgestellt. Mobike, das im April 2016 als Start-up in Shanghai gegründet wurde, ist mittlerweile mit über sieben Millionen Fahrrädern in 200 Städten der weltweit größte Anbieter von Leihrädern mit App-System. Berlin ist der erste deutsche Standort.

Bereits länger aktiv sind in Berlin die Anbieter Nextbike, das als öffentliches Fahrradleihsystem den Zuschlag des Senats erhalten hatte und bis 2018 insgesamt 5.000 Räder bereitstellen will, sowie der private Anbieter Lidl-Bike, früher bekannt als "Call a Bike" von der Bahn, mit 3.500 Rädern.

Senat: drei weitere Anbieter haben Interesse

Die Senatsverwaltung für Verkehr teilte mit, man werde beobachten, ob durch die vielen Leihfahrräder Probleme entstünden. Erst am Wochenende startete Obike, ebenfalls aus Fernost in Berlin. Derzeit gäbe es drei weitere Anbieter, die Interesse an einer Expansion nach Berlin bekundet hätten, sagte ein Sprecher.

Smartphone-Screenshot zeigt Einzugsgebiet von Leihrad-Anbieter Mobike (Quelle: Mobike)In diesem Gebiet bietet Mobike seine Leihräder an.

Räder von Mobike müssen nicht an einer Station abgeholt oder abgegeben werden. Es darf überall im Einzugsgebiet abgestellt werden. Über eine App werden die Räder gefunden und freigeschaltet. Jedes Fahrrad verfügt zudem über ein GPS-fähiges Schloss, das mit einem unternehmensinternen Netzwerk verbunden ist. Damit könne der Zustand und der Standort des Fahrrads jederzeit überwacht werden, hieß es.

Bedenken von Datenschützern, dass vor allem die Daten der Nutzer abgegriffen werden sollen, wies Mobike-Sprecher Juergen Parr auf Nachfrage von rbb|24 zurück. "Die Daten werden nicht kommerziell genutzt und weitergegeben", teilte Parr rbb|24 mit.

In einer Mitteilung von Mobike hieß es, nicht-personalisierte Nutzungsdaten könnten "mit Stadtplanern gemeinsam genutzt werden, um die Standortplanung für intelligente Radverkehrsinfrastruktur und die damit zusammenhängende Stadtplanung zu unterstützen."

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11 Kommentare

  1. 11.

    Hahahaha und ich dachte schon warum aufeinmal jemand das Fahrrad aus China mitimportiert hat.
    Kaum war ich Anfang des Jahres in Guangzhou und habe Mobike genutzt, schon ist es auf dem deutschen Boden. Huch, das ging ja schnell!

  2. 9.

    In München gab es dazu au schon Protest aus der Bevölkerung. Die legter die Räder an geeeigneter Stelle ;-) ab.
    S. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/obikes-in-muenchen-stoeren-die-obikes-in-muenchen-oder-nicht-1.3662731-2

  3. 8.

    Gilt das nicht aber in dieser Menge auch als Sondernutzung öffentlichen Straßenlandes?
    Es grenzt doch an eine Farce, dass jeder Anbieter seine Leihräder aufstellt - mit allen Konsequenzen, insbesondere dem Blockieren von Gehwegen in der Innenstadt, wenn es um größere Anzahlen von Rädern geht.
    Haben die Asiaten überhaupt eine Stelle, wo die Räder repariert und gewartet werden?

  4. 7.

    Wo sollen denn die vielen Autos geparkt werden? Wenn kein Platz zum parken ist, bleibt einem oft nichts anderes übrig in ein Halteverbot zu parken. Berlin hat einfach zu viele Autos und viel zu wenig Parkplätze. Selbst Parkhäuser werden abgerissen, für neue Wohnhäuser, in denen dann auch wieder Menschen mit Autos ziehen, und es noch enger wird.

  5. 6.

    Bei regnerischem oder gar kühlem Wetter bringen solche Modelle in Berlin zur Entlastung des ÖPNV nur wenig. Schauen Sie sich einmal die Zählstellen des Senates aus. Das Rad ist für die Mehrheit nur ein Schönwetterfahrzeug.

  6. 5.

    Ich habe den Eindruck, dass die Halteverbote deutlich intensiver, wenn auch immer noch zu wenig, kontrolliert werden das Befahren der Gehwege. Man könnte sich viel freier in der Stadt bewegen, wenn man nicht gerade in der City ständig vor Radrambos auf der Hut sein müsste.

  7. 4.

    Sie irren! Der Senat hat nur etwas mit Nextbike am Hut. Die erhalten Steuergelder, damit die Leihräder in der Stadt verteilen.

    Alle anderen Anbieten benötigen keine besondere Genehmigung. Die stellen die Räder mit dem gleichen Recht auf die Bürgersteige wie jeder andere Radfahrer auch.

  8. 3.

    Die Senatsverwaltung für Verkehr könnte mal die Probleme lösen, die durch die Autos entstehen. Andauernd zugeparkte Busspuren und Fußgängerfurten. Ich würde auch gern mal wieder frei atmen in der Innenstadt. Wie war das mit den Versprechen zur Luftreinhalteverordnung und dem Vorrang für den ÖPNV? Absolute Halteverbote haben offenbar in vielen Bezirken keine Bedeutung mehr.

  9. 2.

    Noch mehr billiger Schrott, der mit Billigung des Senats das Stadtbild verschandelt.
    Hauptsache den Gastronomen beispielsweise die Sondernutzung beschränken, aber diesen Fahrradanbietern erlauben, ihren Mist in der Stadt zu verklappen.

  10. 1.

    Wenn die BVG massenhaft Leihräder mit der neuen BVG-Karte nutzbar macht, würde dass vielerorts die überfüllten Busse und Bahnen entlasten. Viele nutzen den ÖPNV oft für kurze Strecken. Es ist ein Fehler Fahrräder nicht über den ÖPNV Tarif zugänglich zu machen - Synergien bleiben in der (teuren) Konkurrenz weitgehend ungenutzt. Synergien in der Wirtschaft entstehen durch Skaleneffekte (economies of scale), Verbundeffekte (economies of scope) und Dichtevorteile (economies of density). Auch hier im positiven Sinne von China lernen, wo dieses Modell bereits praktiziert wird. Vergleiche: https://en.wikipedia.org/wiki/Bicycle-sharing_system

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