Arbeiter reparieren am Gleisnetz bei Seddin (Quelle: dpa/picture alliance)
Video: Abendschau | 29.11.2017 | Florian Dietz | Bild: picture alliance

Nahverkehr um Berlin - Drei B's beraten gemeinsam, wo es im Regio-Verkehr hingeht

Wo sollen neue Bahnhöfe gebaut werden? Wo braucht es zusätzliche Bahntrassen? Regierungsvertreter aus Berlin, Brandenburg und der der Bahn beraten erstmals gemeinsam, wo der Regionalverkehr am dringlichsten verbessert werden muss.

Der sogenannte Lenkungskreis zum Regionalbahnverkehr in Berlin und Brandenburg ist am Mittwoch erstmals zusammengetroffen. Dem Gremium gehören Vertreter der Deutschen Bahn, der Senatsverkehrsverwaltung und des Brandenburger Infrastrukturministeriums an. Ergebnisse des Treffens wurden vorerst nicht bekannt.  

Die Teilnehmer wollten darüber beraten, welche Planungs- und Bauprozesse in den nächsten Jahrzehnten für einen kundenfreundlichen Regionalbahnverkehr nötig sind. So sollen Bahnhofsausbauten, neue Gleistrassen und der Bedarf an modernen Steuerungsanlagen erarbeitet und dann zur Baureife geführt werden.

Entschieden werden muss unter anderem, welche der acht Korridore vorrangig geplant und dann aus gebaut werden - beispielsweise der Korridor Berlin-Nauen oder die gesamte RE1-Trasse oder die Verbindung Prignitz-Velten-Berlin.

Passagierzahlen steigen

Zehntausende Brandenburger und Berliner nutzen jeden Tag die Regionalbahnen - auf dem Weg zur Arbeit, zum Studium oder zur Schule. Die Kundenzahlen steigen. Vorausgesagt ist u.a. ein Verdoppelung der Passagierzahlen auf der Strecke Cottbus-Königs Wusterhausen. Die Bahnen sind daher oft überfüllt und in den teilweise in die Jahre gekommenen Zügen bleibt der Komfort auf der Strecke.

Jens Wiesener vom Berliner Fahrgastverband IGEB kritisierte in der Abendschau, das Land Brandenburg habe die Berliner S-Bahn nicht als Nahverkehrssystem für den Speckgürtel akzeptiert, und das Land Berlin habe den Regionalverkehr mehr als Brandenburger Problem gesehen. "So haben die beiden Länder effektvoll aneinander vorbei geredet."

Um die Zustände zu verbessern, haben Berlin, Brandenburg und die Bahn daher bereits vor knapp zwei Monaten eine Rahmenvereinbarung zur Entwicklung des Schienenverkehrs unterzeichnet. Ziel: Die Länder sollen über acht Korridore verbunden werden.

Geplante neue Strecken bis 2022 (Quelle: rbb|24)

Brandenburg hat schon ausführliche Pläne

Brandenburg hatte im Oktober bekanntgegeben, den Schienennahverkehr im Land bis 2022 mit neuen Strecken und mehr Zügen auszubauen. Bis 2022 sollen mit rund 34 Millionen Zugkilometern etwa acht Prozent mehr Leistung im Regionalverkehr bestellt werden. 

Dem Entwurf nach soll es sowohl ganz neue Linien als auch mehr Verbindungen auf schon gefahrenen Strecken geben. Nauen soll beispielsweise künftig mit vier Zügen pro Stunde angefahren werden, neue Linien zum Flughafen BER führen und eine Direktverbindung Finsterwalde – Berlin aufgebaut werden. Auch ein neuer IC von Dresden nach Rostock bringe eine schnellere Verbindung zwischen Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain, dem Flughafen BER und Berlin.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Nauen wird schon jetzt mit 3 Zugpaaren/h (RE2 RB 10 RB 14) bedient. Das ist nur 1 Zugpaar mehr pro Stunde. Die Linie nach Finsterwalde und weiter über Senftenberg nach Hoyerswerda gab es schon mal. Sie wurde vor Jahren weggespart. Schön, daß man diese Linie wiederbeleben will. Ich schlage vor, die RB aus Richtung Lichtenberg - Ostkreuz über Neuköln - Südkreuz - Schöneberg - Westkreuz - Fürstenbrunn - Ruhleben - Spandau - Johannesstift - Hennigsdorf zu führen. Die Stadtbahn ist ausgelastet. Aber diese Erweiterung würde Direktverbindungen zur Dresdner, Anhalter und Wannseebahn bringen.

  2. 2.

    Ich stelle mir gerade vor, wie 1,5 Millionen "Möchtegern-in-Berlin-Mitte-Wohner" sich in die seit Jahrzehnten nicht mehr modernisierten Wohnung drängen, die der Besitzer zu Dumpingpreisen vermietet. Sozialistisches Wunschdenken, fern jeglicher Realität. Um Berlin zu entlasten, es die Weiterentwicklung des sogenannten Speckgürtels unumgänglich und damit auch der Ausbau der Infrastruktur. Sehen Sie sich die Metropolregionen in der Welt an.
    Südamerikanisches Obst muss nicht zwingend sein. Da gebe ich Ihnen Recht. Allerdings sieht das der südamerikanische Obstbauer aus verständlichen Gründen anders.

  3. 1.

    Ist denn das Umweltfreundlich und ressourcenschonend, wenn über längere Strecken gependelt wird, statt eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes, zum Beispiel in der Mitte Berlins, zu mieten?

    Die Frage ist bewusst provokativ.

    Sie zeigt auf, welche unsinnigen unwirtschaftlichen Folgen dieses Marktmieten-Reibach-System hat.

    Genauso unsinnig, wie Obst aus Lateinamerika hier in Deutschland zu kaufen, weil es an Schutzzöllen fehlt, die den Unternehmen den wirtschaftlichen Vorteil aus Lohn- und Umweltdumping wieder abknöpfen.

    Wir brauchen eine progressiv steigende Steuer von Einnahmen aus Vermietung, die das Interesse an überzogenen Mieten, insbesondere bei Wohnungen, aber auch bei Autovermietern und anderen, deutliche dämpfen.

    Modernisierungen sollten nur noch zulässig sein, sofern diese auch ein privater Eigenheimbesitzer durchführen würde, weil er davon profitiert.

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