Saerge werden zur Einaescherung bereitgestellt (Quelle: dpa/CHRISTIAN BEUTLER)
Video: Abendschau | 16.11.2017 | Tina Friedrich/Adrian Bartocha | Bild: dpa/CHRISTIAN BEUTLER

rbb exklusiv | Schmiergeld-Verdacht in Bestatterbranche - Berliner Ärzte sollen für die Vermittlung von Leichen kassieren

Die Würde der Toten ist unantastbar - sollte man meinen. Doch unter den Berliner Bestattern tobt ein Konkurrenzkampf, der mit Würde nicht viel zu tun hat. Die Profiteure sind Bereitschaftsärzte, die sich ihre Toten teuer bezahlen lassen. Von Tina Friedrich und Adrian Bartocha

Update (15.45 Uhr): Der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz sieht in dem nun bekanntgewordenen Schmiergeldverdacht nur einen Einzelfall. Im rbb sagte er am Donnerstagabend, bei der Menge von Sterbefällen könne so etwas nie ganz ausgeschlossen werden. Die Ärztekammer wisse bereits seit Mitte des Jahres von dem konkreten Fall, die Staatsanwaltschaft werde die Ermittlungen hier sogar einstellen.

Jeden Tag sterben in Berlin etwa 93 Menschen. Wie würdevoll sie bestattet werden, wie groß das Blumengesteck ist oder die Trauerfeier, darüber bestimmen die Angehörigen. Sie haben freie Wahl bei der Entscheidung für einen Bestatter. Rund 280 von ihnen buhlen in Berlin um die Gunst der Hinterbliebenen. So viele Einträge gibt es in den Gelben Seiten.

Es ist eine verschwiegene Branche, kaum jemand möchte offen über die Zustände im Berliner Bestattungswesen sprechen. Viele stimmen einem Gespräch erst nach einigen Tagen Bedenkzeit zu, treffen sich dann nur Zuhause oder in abgelegenen Cafés. Was sie zu erzählen haben, ist dafür umso brisanter: Schmiergeldzahlungen seien weit verbreitet. Jeder kenne Ärzte, Altenheime oder Pflegestationen, die regelmäßig von Bestattern Geld erhalten. Die Gegenleistung: Berlins Leichen. Eine Zeugin nennt es "Verkauf der Verstorbenen", eine andere spricht gar von "Menschenhandel".

Friedhof (Quelle: rbb)
Angehörige wurden massiv unter Druck gesetzt | Bild: rbb

300 Euro pro Leiche

Konkret richten sich die Vorwürfe gegen drei Ärzte im Leichenschaudienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Bis zu 300 Euro pro Verstorbenem sollen sie von einem Bestatter in Hellersdorf kassiert haben. Der bekam dafür in einem guten Monat bis zu 30 Leichen. Ein lukratives Geschäft für einen Bestatter in einer abgelegenen Ecke einer Plattenbausiedlung.

Ein Bereitschaftsarzt spricht exklusiv mit dem rbb über das Vorgehen des Mannes, dem auch Verbindungen in die Rockerszene nachgesagt werden. "Der Bestatter hat sich über die Totenscheine die Adressen besorgt und die Ärzte angeschrieben. Er hat ihnen für die Vermittlung von Sterbefällen Geld geboten und andere Vergünstigungen in Aussicht gestellt", berichtet er. Auch er selbst habe eine solche E-Mail bekommen und sie sofort "als Bestechungsversuch" wahrgenommen, sagt er weiter.

AfD-Bürgermeisterkandidat unter Verdacht

Abgesehen davon ist es den Bereitschaftsärzten streng verboten, Hinterbliebenen einen bestimmten Bestatter ans Herz zu legen. Ihre Aufgabe ist lediglich, die allererste Leichenschau bei einem Verstorbenen vorzunehmen und den Totenschein auszustellen. Die 30 Ärzte, die diese Arbeit verrichten, arbeiten in Tag- oder Nachtschichten, immer zwei für ganz Berlin.

Einer der drei beschuldigten Ärzte ist in Brandenburg nicht unbekannt: Dietmar Buchberger stellte sich im September für die AfD in Hennigsdorf als Bürgermeisterkandidat zur Wahl. Er arbeitet seit 13 Jahren im Leichenschaudienst der KV. Auf die Bitte um eine Stellungnahme reagierte er mehrfach nicht.

Im Grunde genommen ist es so, dass der Arzt bestimmte Bestatter hat, mit denen er zusammenarbeitet und von denen er Visitenkarten bei sich trägt.

Zeugin

Angehörige massiv unter Druck gesetzt

Doch es gibt weitere Zeugen aus der Branche, die darüber berichten, wie die Deals zwischen den Ärzten und dem Bestatter gelaufen sein sollen. Auch sie sprechen erst nach Tagen, und nur unter der Bedingung, anonym bleiben zu dürfen. Ihren Schilderungen zufolge sollen einige Ärzte den Bestatter darüber informiert haben, wenn sie im Leichenschaudienst eingeteilt waren. Daraufhin konnte der Bestatter seinen Fahrdienst in Bereitschaft versetzen. "Im Grunde genommen ist es so, dass der Arzt bestimmte Bestatter hat, mit denen er zusammenarbeitet und von denen er Visitenkarten bei sich trägt", erzählt eine der Zeuginnen dem rbb. "Wenn die Angehörigen auf Nachfrage noch keinen Bestatter nennen, dann sagt der Arzt, er könne ihnen jemanden empfehlen. Und der Bestatter wird dann auch direkt angerufen und darüber informiert, dass eine Abholung erfolgen müsste." Im Nachhinein werde dann das Geld bezahlt, sagt sie.

Die drei Ärzte sollen aber nicht einfach nur einen Bestatter empfohlen haben – sie sollen auch mehrfach Angehörige massiv unter Druck gesetzt haben. Eine Zeugin schildert Vorfälle, in denen ein Arzt Hinterbliebene aufgefordert haben soll, innerhalb weniger Minuten einen zuständigen Bestatter zu nennen. "Wir stellen hier keinen Totenschein aus, wenn Sie mir nicht sofort einen Bestatter benennen können", soll er gesagt haben. Ähnliches berichten weitere Zeugen in internen Gesprächsprotokollen, die dem rbb vorliegen.

Bestatter verweigert eine Stellungnahme

Alleine im April dieses Jahres sollen Dietmar Buchberger und die beiden anderen Ärzte dem Hellersdorfer Bestatter jeweils bis zu zehn Leichen vermittelt haben. Für die Ärzte bedeutet das: bis zu 3.000 Euro schwarz auf die Hand – und nicht nur einmal, sondern über mehrere Monate hinweg. "Es ist unter aller Würde", empört sich eine, die mit dem rbb gesprochen hat. "Das ist doch ein Verkauf der Verstorbenen!"

Der Weg zu dem Hellersdorfer Bestatter führt durch trostlose Plattenbauten. In einer abgelegenen Ecke weist ein kleines Schild mit roter Schrift und zwei Engelsflügeln auf weißem Grund den Weg. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen verweigert er auf Nachfrage, legt am Telefon ohne ein weiteres Wort auf.

Blumenstraß an einem Krankenbett (Quelle: imago/epd)
Die Deals sollen auch in Pflegeeinrichtungen gelaufen sein. | Bild: imago/epd

Kunden bekommen erhöhte Rechnungen

Aus einer E-Mail, die dem rbb vorliegt, ist allerdings erkennbar, wie er versucht hat, die Bereitschaftsärzte für sich zu gewinnen. Darin heißt es, adressiert an einen Arzt, der im Leichenschaudienst tätig ist (Orthographie angepasst): "Für jede Empfehlung zahlen wir ein Vermittlungshonorar innerhalb von 48 Stunden, sowie die Rechnung für die LS [Leichenschau, Anm.]." Auf Wunsch werde Informationsmaterial zugeschickt, steht dort noch.

Für den Bestatter lohne sich das Geschäft, auch wenn die Provisionen für die Ärzte ins Geld gehen, erzählt eine Zeugin. "Der Bestatter bezahlt den Arzt nicht aus eigener Tasche, sondern legt die Provision auf die Rechnung der Angehörigen", sagt sie. So würden die Angehörigen gar nicht merken, dass sie damit auch die Vermittlungshonorare für Ärzte finanzieren.

Symptomatisch für die Branche

Der Verdacht gegen die drei Ärzte und den Bestatter aus Hellersdorf ist inzwischen auch der KV und der Berliner Ärztekammer bekannt. Dort läuft ein Untersuchungsverfahren gegen die drei Mediziner.

Doch der Fall steht symptomatisch für ein Problem in der gesamten Branche. Kaum ein Bestatter, der im persönlichen Gespräch oder am Telefon nicht von ähnlichen Vorgängen bei seinen Konkurrenten zu berichten weiß. Offen erhebt die Vorwürfe kaum jemand – bis auf Claudia Marschner. Sie hat ihre Nische gefunden und sich in Schöneberg auf besondere Bestattungen spezialisiert. Die Gepflogenheiten der Kollegen kennt sie gut. "Es ist sehr bekannt, dass gerade im Notarzt- und Palliativbereich unverhohlen bestochen wird", sagt sie dem rbb. "Ich höre von vielen Notfallärzten, Bereitschaftsärzten, Homecare-Ärzten, dass sie gezielt von Bestattern mit Geldumschlägen regelrecht penetriert werden."

Der Mensch wird so zur Ware. Das ist doch kriminell. Menschenhandel finde ich kriminell.

Claudia Marschner, Bestatterin

Pflegeheime stetig angefüttert

Die Deals sollen in den Pflegeeinrichtungen auf höchster Ebene gelaufen sein, sagt sie, direkt zwischen dem Leiter der Einrichtung und dem Chef des Bestattungsunternehmens. "Auch dadurch ist die Branche in Verruf geraten, dass jeder weiß: Da hat sich jemand eingekauft für 50.000 Euro, da hat sich jemand an anderer Stelle eingekauft für 70.000 Euro, und die spielen dann dort den Haus- und Hofbestatter", schildert Marschner die Zustände aus ihrer Sicht. "Der Mensch wird so zur Ware. Das ist doch kriminell. Menschenhandel finde ich kriminell."

Doch es gibt nicht nur Exklusivdeals. Eine Pflegerin ringt sich nach längerer Überlegung dazu durch, von ihrem letzten Arbeitsplatz zu erzählen. Ihr Name oder der Name der Pflegeeinrichtung, um die es geht, sollen nicht genannt werden. "Die Bestatter waren überwiegend sehr höflich. Wenn sie fertig waren, haben sie uns dann meistens Geld zugesteckt", erzählt sie mit gesenkter Stimme. "Es gab jedes Mal 50 oder 100 Euro als Dankeschön, oder fürs nächste Mal." Mit der entsprechenden Wirkung: Wenn in diesem Heim wieder jemand starb, wurde der finanzierungsfreudige Bestatter angerufen.

Beitrag von Tina Friedrich und Adrian Bartocha

Kommentar

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Antwort auf [Joachim Kern] vom 17.11.2017 um 02:25
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43 Kommentare

  1. 43.

    Man sollte nicht nur diesen Ärzten das Handwerk legen. Es wäre auch angebracht den F&Y Bestatter in Hellersdorf aus dem Verkehr zu ziehen.

  2. 42.

    Gibt kein Grund zum schämen. Sie kann man offenbar sowieso nicht beschämen. Niemand hat Herrn Buchberger zum AfD-Funktionär gemacht um dann die AfD zu diskreditieren. Sie sind bloss bar jeden Sachverhaltes eine AfD-Verteidigungsmaschine.
    Sie mögen sich eine Welt wünschen, in der so jemand Kassenarzt und Volksvertreter ist.
    Ich nicht.

  3. 41.

    @rbb, paßt Mal wieder, ein AFD Mann ist gefunden. Schämen Sie sich nicht? Ich habe es im Krankenhaus Charité Seestraße war man nicht erfreut, daß ich mir den Totenschein meiner verstorbenen Frau aushändigen ließ. Ich wußte welchem Bestatter ich mein Vertrauen schenken konnte.
    Wer nicht weiß, was er will, muß sich freuen, einen Vorschlag zu bekommen.

  4. 40.

    Guten Tag Herr Stein! Wollen wir uns dazu einmal unterhalten? Dann schreiben Sie uns doch eine kurze Nachricht an internet@rbb-online.de, dann würde sich einer der beiden Reporter bei Ihnen melden. Liebe Grüße!

  5. 39.

    Hallo E.S.! Wenn Sie mögen, dann erzählen Sie uns doch gerne Ihre Geschichte. Am besten per Mail an internet@rbb-online.de unter dem Stichwort "Bestattungen". Wir behandeln Ihre Nachricht natürlich vertraulich. Liebe Grüße!

  6. 38.

    Es gibt in Berlin Pflegeheime wenn man sich da um einen Platz bemüht erst einen Vorsorgevertrag beim „HAUSBESTATTER“ abschließen muß um überhaupt einen Pflegeplatz zubekommen

  7. 37.

    Verfahren eingestellt !
    Wie geht`s jetzt weiter ?

  8. 36.

    ich habe vor einigen Jahren einen Arzt gesprochen, der gerne seine Patienten im Altenheim weiterbehandelt hätte. Leider hat das Heim den Angehörigen nahegelegt, den Hausarzt doch zu wechseln, weil Dr XY doch sowieso regelmäßig im Haus ist und fast alle Bewohner versorgt....

  9. 35.

    Ich wohne zwar nicht in Berlin und habe zum Glück schon lange nichts mit Bestattern zu tun gehabt, aber als Apotheker kann ich sagen: Apotheken schließen, wenn sie nicht mehr rentabel sind. Warum nicht auch Bestatter?

  10. 34.

    Das kann ich gar nicht schildern, das ist so schrecklich. Mir wurde der Leichnam meiner Mutter aus einer Rehaklinik praktisch entführt. Machen Sie weiter. Staatsanwälte überall hätten gut zu tun.

  11. 33.

    Ich finde es immer sehr lustig wenn sich die AfD-Verteidigungs-Kommentatorengemeinschaft darüber aufregt, wenn ein AfD-Funktionär mal wieder jedes Klischee zu erfüllen scheint. Das genauso erfunden klingt wie die Partei selbst. Aber die ist ja nun mal auch wahr. Diese AfD. Wo jeder sehen kann was er kriegt. Und von wem er es kriegt. Und wie das am Ende aussieht wenn es Gesetz und Verordnung wird. Den Steuerhinterzieher, Kostenpauschalhelden, Kinderpornographen, Korrupten gibt es in allen Parteien. Aber die erheben im zweiten Namen nicht gleich die umfassenden Weltrechte auf...nichts weniger als die Wahrheit. Die Deutschen, wahrscheinlich gilt es für alle - sind immer schon dann am Schlimmsten gewesen, wenn ihnen nichts mehr peinlich ist.

  12. 32.

    Soweit ich das bisher erkennen konnte, arbeiten Sie selbst mit Themen der Charité Berlin.
    Das "Bestatter" in städtischen Krankenhäusern rumfuhrwerken, müssen ausgebildete Bestatter, wie ich, verhindern.
    http://funeralladies.de/veranstaltung/charite-kreativ-5/
    Ihr Kommentar passt aber genau zur Thematik und zeigt, dass Sie Bestattungen mit Konkurrenzkämpfen verwechseln.

  13. 31.

    Warum bieten Sie den Leuten keine preiswerteren Varianten der Bestattung an

    Nehmen wir das mal auseinander:

    "2000 Euro für eine Bestattung:
    400 Euro Krematorium
    300 Euro EK. Sarg+Urne
    500 Euro Friedhof2

    - Drei Monatsrenten für eine Bestattung
    - eine halbe Monatsrente für das Krematorium, was gar nicht benötigt wird, wenn nicht verbrannt wird.
    - eine halbe Monatsrente für ein paar Holzbretter, zu einem Sarg zusammengenagelt - auf welchem Baumarkt kaufen sie die eigentlich zu diesem Preis ein?
    - eine halbe Monatsrente Friedhof? - wozu ?

    Summe 4,5 Monatsrenten pro Beerdigung - ein Hungerlohn

    Ich würde es in meinen letzten Willen reinschreiben, dass Bestatter mit keinem Cent von meinem Tod profitieren dürfen.

    Wenn Sie als Bestatter mit dem Einkommen nicht zufrieden sind - Es stehen den Menschen hierzulande doch alle Türen und Möglichkeiten offen - sie müssen sich nur bilden.

  14. 30.

    Wenn Sie im Bereich der Krematorien recherchieren, werden Sie feststellen, dass diese wiederum die Bestatter dafür „belohnen“, dass letztere ihnen Leichen zur Verbrennung zuführen...

  15. 29.

    Ärzte sind doch Leute, die das Monopol auf Ethik und Moral haben, deren Expertisen von Gerichten ohne jede Prüfung in Urteile gekleidet werden.

    Die haben faktisch Immunität wie BundeskanzlerInnen

    Das ist also völlig außer Vorstellungskraft, denen solche und andere Geschäftemacherei zu unterstellen.

    Der Student, der jüngst noch "hirntot" war.
    http://www.fr.de/wissen/organspende-der-student-der-juengst-noch-hirntot-war-a-839428

    Kleiner Tipp: wesentliche Lebensfunktionen und Stoffwechselprozesse werden vom im Gehirn befindlichen Hypothalamus überwacht und geregelt.
    Ist das Gehirn tot, dann geschieht das nicht mehr und der Körper kann auch nicht mehr durch Herz-Lungen-Maschine und Dialyse am Leben erhalten werden.

    Organe stammen deshalb immer von Lebenden - und deshalb ist der Student auch aufgewacht.

    Wenn potentielle Organspender nicht aufwachen, dann deshalb, weil die Ärzte das medikamentös verhindern.

  16. 28.

    Diese Land- hat weder Respekt vor den Lebenden noch vor den Toten!

  17. 27.

    Früher war es genau andersrum. Da bekam jemand Geld, der die Leichen wieder ausbuddelte.
    Der Tod ist eines der ganz großen Tabuthemen in ds. Gesellschaft. Entsprechend ist auch die Empörung in den Kommentaren. Klar wird am Tod gut verdient (gab sogar mal ne Sendung darüber in der ARD/mdr - Der schöne teure Tod).
    Gab auch schon Krematoriummitarb. , die Goldzähne versilbert haben. Sicher ist das auch nicht schön und unmoralisch.
    Andererseits, wirklich geschädigt wurde niemand und über die Sinnhaftigkeit von Grabbeigaben sind wir hoffentlich auch hinweg. In anderen Branchen gibts das auch, da nennt man das dann halt nur anders (z.B. Lobbyarbeit, Bonuszahlung usw. usw.).

  18. 26.

    Wenn man es z.B. mit einem Beamten zu tun hat, könnte sich das lohnen, bis zum Monatswechsel zu warten. Dann bekommt der nämlich noch die Pension für den nächsten Monat.

  19. 25.

    Sollte man die Freiberufler mit medizinischen Kenntnissen nicht wegen ihrer Totenverschoebepraktiken belangen können, wäre es vielleicht mal interessant, ob die Herren ihre Vermittlungsprovision versteuert haben?

  20. 24.

    Ich selbst bin Bestatterin in Berlin und dieses Vorgehen ist auch mir schon zu Ohren gekommen. Ich bin sehr, sehr froh, dass dieses unwürdige Gebahren nun an die Öffentlichkeit gelangt. Es zeigt mal wieder warum die Branche einen solch schlechten Ruf hat. Seit langer Zeit arbeite ich daran, die Bestattungskultur, die Deutschland einst hatte, wieder ins Leben zurückzuholen. Solche "Kollegen" untergraben unsere wichtigen und wertvollen Anliegen, nämlich für den Verstorbenen/die Verstorbene Fürsorge zu tragen, Zuwendung zu erfahren, wie auch für die Angehörigen einen hilfreichen, unterstützenden und heilsamen Prozess im Abschiednehmen zu ermöglichen. Jeder soll frei wählen dürfen, bei welchem Bestatter/Bestatterin er oder sie sich gut aufgehoben fühlt. Es bedarf noch viel Aufklärungsarbeit. Wir arbeiten dran.

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