Shoppen am Kurfüstendamm in Berli (Quelle: dpa / Hauke-Christian Dittrich)
Audio: Inforadio | 07.12.2017 | Anke Michel | Bild: dpa / Hauke-Christian Dittrich

Streit geht weiter - Verdi klagt gegen Berliner verkaufsoffene Sonntage

Die Gewerkschaft Verdi will gerichtlich gegen die drei verkaufsoffenen Sonntage im ersten Halbjahr 2018 vorgehen. Verdi hat bereits eine entsprechende Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht, bestätigte verdi-Sprecher Andreas Splanemann dem  am Donnerstag. Zuvor hatte die B.Z. berichtet.

Konkret geht es dabei um die Sonntage 28. Januar (am Ende der Grünen Woche), 18. Februar (zur Berlinale) und 11. März (anlässlich der Tourismusmesse ITB). Arbeitssenatorin Elke Breitenbach hatte sich in Absprache mit Wirtschaftsvertretern auf diese drei Daten festgelegt.

Man wolle grundsätzlich klären, ob die Ausnahme-Regelungen rechtens sind, sagte Splamenann weiter. Es fehle eine prägende Wirkung und ein inhaltlicher Bezug zur Stadt, begründete Splanemann die Klageerhebung. Der Berliner Einzelhandelsverband reagierte mit scharfer Kritik auf diesen Vorstoß. Das sei eine ganz schlechte Botschaft für die Berliner und ihre Gäste, sagte Chef Nils Busch-Petersen dem rbb. An den verkaufsoffenen Sonntagen wird viel Umsatz gemacht.

Insgesamt gibt es jährlich acht Shopping-Sonntage in Berlin.

Sendung: Inforadio, 07.12.2017, 13:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

8 Kommentare

  1. 8.

    Das Tag wird strukturiert durch Hell und Dunkel und gefasst durch Stunden, Minuten und Sekunden. Dadaisten waren es, die wollten die Tage mathematisch über die Nacht hinweg definieren. Gewiss kreativ, doch glatt die menschliche Empfindung übergehend. Also wurde es als "reine Spielerei" betrachtet.

    Heute geht es darum, aus rein kommerziellen Gesichtspunkten die Wochenstruktur faktisch aufzulösen Und zwar genau dadurch, dass faktisch der Sonntag verschwindet. Nicht als genannter Tag, doch als zu weiten Teilen freier Tag. Frei auch vom klassischen Verkauf.

    Für mich ist es hervorragend, dass ver.di gemeinsam mit den Kirchen den Sonntag hochhält.

    Kein Satz ohne Punkt und Komma und kein Text, ohne dass irgendwo ein Absatz bestünde. Sonst wird´s ebenso zur Bleiwüste wie die Woche nach allen Seiten hin konturlos wird und verschwimmt ohne SICHTBAREN Sonntag. Was wer privat und zurückgezogen in eigener Bude macht am PC, ist dessen Angelegenheit ...

  2. 7.

    Liebe Verdi klagt mal schön weiter. Ihr seid so was von weltfremd, dass sich jeder online Händler mit jedem Verdi Streik weiter freut.

  3. 6.

    Es ist schon beachtlich, wie die bedeutungslos gewordene Gewerkschaft ver.di sich im Einklang mit den Kirchen befindet. Die laufen genau so Front gegen die Sonntagsöffnungszeiten.
    Ein Blick nach Polen zeigt, dass die Ängste und die Gläubigen und Arbeitnehmer unbegründet sind.
    Nach dem Besuch der Götzenburgen shoppen.
    Selbst im erzkonservativen Polen.
    Nur hier in Deutschland drehen alle frei.
    Von mir aus rund um die Uhr.

  4. 5.

    Museen, Restaurants, Bars, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Hotels, Nachrichten- und Presseunternehmen, Polizei und viele mehr sind alles Arbeitsstellen, an denen grundsätzlich auch an Wochenenden gearbeitet wird. Es kann nicht so gravierend sein, an acht von 52 Sonntagen im Jahr ein Geschäft zu öffnen. Was das Ganze aber wirklich unangenehm für die Angestellten macht, sind schlechte Arbeitsbedingungen. Arbeits- und Pausenzeiten müssen stimmen, Ausgleichszahlungen erst recht, grundlegende Rechte, wie der Mindestlohn müssen eingehalten werden und schließlich sollte auf individuelle Situationen der Mitarbeiter Rücksicht genommen werden. In all diesen Bereichen können Arbeitnehmerverbände aktiv werden und das wäre auch viel sinnvoller, als sich auf acht Ausnahmen in einem Jahr zu stürzen.

  5. 4.

    Es trifft doch meistens die Frauen die Familie haben und außerdem noch schleht bezahlt werden.
    Man muß nicht am Sonntag shoppen gehen.

  6. 3.

    die Konkurrenz zwischen traditionellem und online-Handel wird auch durch einen zusätzlichen offenen Tag nicht kleiner werden. Warum kaufen Leute online? Weil sie mehr Auswahl haben, vergleichen können und meist auch der Preis günstiger scheint. Hinzu kommt das zweiwöchige Rückgaberecht, das man beim "normalen" Einkauf nicht hat.
    Und werd von den Messebesuchern shoppt denn zugleich noch so viel? Die sind mit dem Besuch der Messe doch meist sehr ausgelastet und danach erschöpft. Daraus jetzt so groß Kapital schlagen zu können, halte ich für illusorisch.

  7. 2.

    Das zeigt einmal mehr, wie weltfremd Verdi ist. Dem online Handel ist doch egal, ob Sonntag ist. Der hat immer offen.

  8. 1.

    Die Sonntage sind nicht ohne Grund schon immer frei gewesen. Eine Aufweichung zeigt nur wie verkommen unsere Gesellschaft geworden ist. Auch nimmt Arbeit am Sonnabend immer mehr zu. Viele Firmen stellen schon gar nicht mehr ein wenn der Arbeitnehmer nicht bereit ist auch am Sonnabend oder Sonntag zu arbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Figur von Dagobert Duck am Reichstag
imago

Besonders wohlhabende Menschen - Wo in Berlin das Geld wohnt

Huch, wieder eine halbe Million mehr auf dem Konto? Wenn Ihnen mindestens einmal jährlich so ein Satz entfährt, zählen Sie zu einem sehr erlauchten Kreis - den besonders wohlhabenden Menschen. Davon gibt es einige in Berlin. Allerdings nicht überall in der Stadt.