Mitarbeiter von EasyJet bei der Vorstellung des ersten Fluges von Berlin Tegel (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 05.01.2018 | Arndt Breitfeld und Boris Hermel | Bild: rbb

Auch innerdeutsche Verbindungen - Ab jetzt startet Easyjet auch von Tegel

Die Pleite von Air Berlin hat eine Lücke in das Flugangebot von Berlin-Tegel gerissen. Die schließt seit Freitag der britische Billigflieger Easyjet und fliegt damit jetzt auch innerdeutsche Strecken. Alle hoffen darauf, dass die Ticketpreise dadurch wieder sinken.  

Der britische Billigflieger Easyjet hat am Freitag den Flugbetrieb vom Airport Berlin-Tegel aus aufgenommen. Die Fluglinie übernimmt damit dort den Platz der insolventen Air Berlin. Erstmals bietet die britische Fluggesellschaft nun auch innerdeutsche Flüge an – von Tegel nach Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart oder München.

Damit verstärkt Easyjet den Konkurrenzkampf mit Lufthansa beziehungsweise deren Tochter Eurowings. "Wir bringen Wettbewerb in den Markt und das machen wir überall", sagte der Europachef von Easyjet, Thomas Haagensen, dem rbb. Die Airline habe mit jetzt 116 Verbindungen in Deutschland ein sehr gutes Streckennetz. "Und dann natürlich: Wir sind ein Low-Cost-Carrier, wir haben niedrige Kosten, darum können wir auch günstige Ticketpreise anbieten", so Haagensen. 

Engelbert Lütke Daldrup, Chef der Flughafengesellschaft, nannte den Start von Easyjet in Tegel eine "ganz wichtige Entwicklung" für den Standort Berlin. Der Billigflieger bringe wieder Konkurrenz auf Strecken vor allem in Deutschland, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Dass mit Easyjet eine sehr wettbewerbsstarke Fluggesellschaft nach Tegel komme, sei für die Kunden eine "sehr gute Nachricht", sagte er mit Blick auf mögliche Preissenkungen für Tickets.

Tegel wird zweitgrößter Easyjet-Standort

Nach dem Ende des Flugbetriebs von Air Berlin waren Flugpreise zunächst in die Höhe geschnellt. Einer aktuellen Stichprobe des Verbraucherportals Mydealz zufolge sinken die Ticketpreise im Januar aber wieder. Die Analysen zeigen, dass auf einzelnen innerdeutschen Strecken mittlerweile sogar niedrigere Preise verlangt werden als noch vor der Pleite von Air Berlin. Dies gilt aber vor allem am Wochenende. Berufspendler müsen mit Ausnahme einzelner Strecken weiterhin tief in die Taschen greifen. Unter der Woche bleiben die Preise in vielen Fällen hoch.

Easyjet ist bereits mit zwölf Flugzeugen am Flughafen Schönefeld vertreten. Von Sonntag an sind dann nach Angaben des Berliner Flughafenchefs Lütke Daldrup 15 Flugzeuge vom Standort Tegel aus im Einsatz. Bis zum Sommer will die Airline in Tegel 25 Flieger einsetzen. Damit würde Tegel der zweitgrößte Standort der britischen Fluglinie nach London-Gatwick. "Für uns war es sehr wichtig, dass wir unsere Position in Berlin konsolidieren", erklärte der Easyjet-Chef. "Darum sind wir sehr froh, dass wir ab heute in Tegel eine Basis aufbauen können."

Geschückter Check-in von Easyjet in Berlin-Tegel am 05.01.2018 (Quelle: rbb/Miriam Keuter)
Bild: rbb/Miriam Keuter

Haagensen: Zwei Berliner Standorte sind kein Problem

Einer möglichen Offenhaltung des Flughafens Tegel auch nach der für 2020 angekündigten Eröffnung des BER steht Haagensen eher ablehnend gegenüber. Alle Flugzeuge an einer Stelle zu konzentrieren, wäre effizienter, so der Easyjet-Europachef. Ein Problem ist die derzeitige Situation mit zwei Standorten in Berlin nach Ansicht von Haagensen aber nicht. Easyjet biete vor allem Punkt-zu-Punkt-Verbindungen an, die Kunden würden normalerweise nicht umsteigen.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Einen Teil der Flotte ging an Easyjet, nachdem Mitte Dezember die EU-Kartellbehörde zugestimmt hatte. 

Ein Großteil von Air Berlin will Lufthansa übernehmen, die EU-Wettbewerbshüter äußerten jedoch Bedenken, dass die größte deutsche Fluggesellschaft dadurch eine Monopolstellung einnehmen würde. Das Angebot für die Air-Berlin-Tochter Niki zog die Lufthansa daraufhin zurück. Genehmigt wurde bislang die Übernahme der Air-Berlin-Tochter LGW. 

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Hurra, jetzt können die Billigheimer wieder sorgenfrei die Luft verpesten und sich für einen schmalen Taler von nicht artgerecht entlohnten Crews kutschieren lassen. Der EU sei Dank.
    Die Fliegerei MUSS teurer werden. Aber es gibt ja keinen Klimawandel.... Auch der wird durch dieses elende zuviel an Flugzeugen mit angefacht.
    Nur geht das wohl an den Passagieren völlig vorbei.

  2. 2.

    Flüge von TXL zu beliebten Ziele wie z.B. BCN, wären auch ein interessant.

  3. 1.

    Schade, dass es keine Verbindung SXF-FRA und zurück gibt... So muss man erst durch die ganze Stadt durch.

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