Frau mit Buch und Decke (Bild: imago/Papsch
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Interview | Defekte Heizkessel in Häusern der "Deutsche Wohnen" - Heizungsausfall – was der Berliner Mieterverein empfiehlt

Bei eisigen Außentemperaturen müssen Mieter des Deutsche-Wohnen-Konzerns in Berlin-Kreuzberg und Reinickendorf derzeit mit defekten Heizungen klarkommen. Warum das so ist und was die Mieter tun können, hat rbb|24 den Berliner Mieterverein gefragt.

rbb|24: Wibke Werner, Sie sind stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, haben den Überblick über die Situation von Mietern in der Stadt. Beim Deutsche-Wohnen-Konzern, dem in Berlin rund 100.000 Wohnungen gehören, sind wieder Heizungen ausgefallen. Der Aktiengesellschaft wird vorgeworfen, zu stark auf Mieterhöhungen und Profit durch Modernisierung und zu wenig auf Instandhaltung zu setzen. Vermuten Sie ebenfalls, dass die Instandhaltung systematisch vernachlässigt wird?

Wibke Werner: Wir sind gegenüber der Deutschen Wohnen sehr kritisch eingestellt, weil sie mit allen Mitteln versucht, Mieterhöhungen durchzusetzen und auch den Berliner Mietspiegel angreift. Auf der anderen Seite reagiert das Unternehmen in vielen Fällen nur zögerlich, wenn es um Instandhaltung und die Kommunikation mit den Mietern geht. Dass nun schon wieder in mehreren Häusern der Deutschen Wohnen die Heizung ausgefallen ist, lässt zumindest den Verdacht aufkommen, dass die Instandhaltung hier vernachlässigt wird.

Um wieviel Prozent kann ich die Miete mindern, wenn die Heizung ausfällt?

Das kommt darauf an, wie kalt es in der Wohnung wird. Bei den derzeitigen Außentemperaturen können Mietminderungen im Bereich zwischen 50 und 70 Prozent der Gesamtmiete in Frage kommen. Allerdings raten wir davon ab, die Mietzahlung einfach um den entsprechenden Betrag zu kürzen. Denn bei einem Zahlungsrückstand von mehr als einer Monatsmiete kann eine Kündigung des Vermieters drohen.

Mieter sollten dem Vermieter den Mangel schriftlich anzeigen und erklären, dass sie die Miete nur noch unter Vorbehalt zahlen. Dann muss jeden Tag die Temperatur in den Innenräumen sowie die Außentemperatur protokolliert werden. Anhand des Protokolls sollte dann am Ende des Monats, am besten mit Hilfe einer fachkundigen Person, ein angemessener Mietminderungsbetrag berechnet werden, der dann rückwirkend vom Vermieter eingefordert werden kann.

Die Deutsche Wohnung hat angekündigt, betroffenen Mietern einen Radiator zu stellen. Je nach Leistung kann ein Radiator pro Tag bis zu zehn Euro Stromkosten verursachen. Können die Mieter diese Stromkosten ebenfalls zurückholen?

Ich würde empfehlen, im Baumarkt einen Stromzähler zu kaufen, um den Stromverbrauch des Radiators zu erfassen. Die Kosten für den angefallenen Stromverbrauch kann ich dann von der Deutschen Wohnen zurückfordern.

Die Fragen stellte Robin Avram, rbb|24

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