Warnstreik der IG Metall (Quelle: dpa/Seeger)
Bild: dpa/Seeger

Keine Annäherung in Sicht - IG Metall droht mit Ausweitung der Warnstreiks

Die Metaller kämpfen um mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten. Seit Wochenbeginn kommt es immer wieder zu Warnstreiks - auch in Berlin und Brandenburg. Die bislang nur kurzen Arbeitsniederlegungen könnten bald ausgeweitet werden.

Im Tarifstreit der Metallindustrie haben auch am Donnerstag wieder mehrere hundert Beschäftigte in Berlin und Brandenburg die Arbeit niedergelegt.

Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich in Berlin 400 Beschäftigte aus drei Betrieben an einem zweistündigen Ausstand. In Brandenburg hätten 350 Mitarbeiter aus zwei Betrieben die Arbeit ruhen lassen. Auch in anderen Bundesländern waren die Metaller zu kurzfristigen Warnstreiks aufgerufen.

Hauptstreitpunkt: Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich

Weitere Warnstreiks sind für Freitag angekündigt: Unter anderem sind in Berlin die Mitarbeiter der Betriebe GE Power und Stadler Pankow ab 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen.

Bereits seit Montag kommt es immer wieder zu Warnstreiks. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde für die bundesweit 3,9 Millionen Metaller sechs Prozent mehr Geld und gleiche Löhne in Ost und West. Hauptstreitpunkt ist die Forderung der Gewerkschaft, dass die Beschäftigten vorübergehend ihre Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden absenken dürfen - zum Teil mit Lohnausgleich.

IG Metall droht mit längeren Warnstreiks

Die Arbeitgeber hingegen fordern ein Entgegenkommen der Gewerkschaften. "Das, was die IG Metall uns auf den Tisch legt, das gefährdet eben die Arbeitsplätze und ist nicht im Sinne der Menschen", sagte Verhandlungsführer Stefan Wolf von der Arbeitgebervereinigung Südwestmetall im ARD-Morgenmagazin. Auf betrieblicher Ebene gebe es bereits sehr viele flexible Arbeitszeitlösungen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Lemb erklärte am Donnerstag in Berlin, die Arbeitszeiten müssten nicht nur den Arbeitgebern zusagen, sondern auch zum Leben, zu den Bedürfnissen und den Familien der Arbeitnehmer passen.  IG-Metall-Chef Jörg Hofmann drohte mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes. "Wenn die Arbeitgeber ihre Vetohaltung nicht aufgeben und mit uns über Arbeitszeiten sprechen, müssen wir härtere Geschütze auffahren", sagte Hofmann. Das könnten erstmals Warnstreiks über 24 Stunden oder eine Urabstimmung über Flächenstreiks sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.01.2018, 14.00 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Bei diesen Forderungen seitens der Gewerkschaft warte ich nur darauf dass sich Firmen in Billiglohnländer zurückziehen
    und dann wird das Geschrei erst recht groß werden.

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