Der Unternehmenssitz der Deutsche Wohnen Gruppe in Berlin-Wilmersdorf (Quelle: Schoening Berlin/Arco Images)
Bild: Arco Images

Defekte Heizkessel in Deutsche-Wohnen-Häusern - Heizung in Kreuzberger Mietshäusern fällt seit Tagen aus

Der börsennotierte Deutsche-Wohnen-Konzern besitzt rund 100.000 Wohnungen in Berlin. Vergangenen Winter klagten Mieter über kaputte Heizungen, undichte Fenster und Baumängel. Nun fallen wieder Heizungen aus. Immerhin werden Radiatoren angeboten.

In mehreren Mietshäusern des "Deutsche Wohnen"-Konzerns in Berlin-Kreuzberg fallen seit vergangenem Freitag die Heizung und die Warmwasserversorgung aus. Das bestätigte Unternehmenssprecher Marko Rosteck am Montag auf Nachfrage von rbb|24. Es handele sich um "einige Häuser" in der Admiralstraße, der Kohlfurter und der Kottbuser Straße. Wie viele Bewohner oder Mietparteien betroffen sind, konnte Rosteck nicht sagen.

Zwei defekte Heizkessel

Alle Häuser würden von einer gemeinsamen älteren Heizstation versorgt, sagte der Sprecher zur Erklärung. Dort sei Mitte Dezember einer der beiden Heizkessel kaputtgegangen. Beim Versuch, diesen defekten Kessel auszutauschen, sei am vergangenen Freitag der andere Kessel "geplatzt" und habe den neuen mitbeschädigt. Seitdem funktioniert die Heizstation demnach gar nicht.  

Der beschädigte neue Kessel werde nun ab Dienstag repariert, so dass die Mieter in Kürze mit einer "annehmbaren Heizleistung" rechnen könnten. Ein zweiter neuer Kessel sei bestellt und werde Ende der Woche erwartet. Spätestens Anfang kommender Woche sollte das Problem behoben sein.

Radiatoren und Mietminderung angeboten

Mieter hätten nun die Möglichkeit, die Wohnungen mit Radiatoren zu heizen. In den Häusern gebe es dazu Aushänge mit der Telefonnummer, unter der die Geräte angefordert werden können. Außerdem bestehe die Möglichkeit der Mietminderung.

In Berlin werden Montag- und Dienstagnacht Tiefsttemperaturen bis minus 5 Grad erwartet. In den folgenden Nächten soll es zwischen 2 Grad und 0 Grad kalt werden.

Deutsche Wohnen musste sich im Abgeordnetenhaus rechtfertigen

Die "Deutsche Wohnen" Aktiengesellschaft, die in Berlin über 100.000 Wohnungen besitzt, war bereits im vergangenen Winter in die Kritik geraten, nachdem Mieter frierend in ihren Wohnungen saßen oder über andere Mängel wie undichte Fenster, Schimmel oder Risse in Wänden klagten. Manche Mieter hätten monatelang vergeblich auf Reparaturen gewartet, hieß es. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, systematisch zu wenig in die Instandhaltung zu investieren, zugleich aber auf höhere Mieten durch Modernisierung zu setzen.

Im Februar mussten deshalb Vertreter des Konzerns bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus Rede und Antwort stehen. Sie argumentierten, dass die im Mietspiegel ausgewiesenen Mieten teilweise viel zu niedrig seien. Die Mängelbehebung dauere in manchen Fällen wegen des Handwerkermangels in Berlin länger.

Sendung: Abendschau, 08.01.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Bei uns im Wedding ist auch schon wieder die Heizung ausgefallen. Das letzte Mal saßen wir am Samstag und Sonntag im Kalten und jetzt schon wieder. Wir hoffen, dass es nicht wieder solche Ausmaße wie 2016/2017 annimmt. :-(

  2. 6.

    Deutsche Wohnen hatte 2016 mehr als 1,5 Milliarde Euro Profit (und Aufwertung von Eigentum in Berlin mehr als 2 Milliarden). Dabei sind die Mieteinnahmen zwar nur Teil der Einnahmen der Gruppe, aber dieses argumentativ wie Geiselnahme von Mietern damit mehr Profit, sowas scheint mir weit weg von korrekt. In anderen Worten, Thema wie Mietpreisspiegel, sicherlich Thema, aber sollte Thema an für sich sein und eben ohne was laut manchen scheint als ob DW Bürger erpressen will dass wen anderen wählen sollen damit die Herrschaft z.B. in New York höhere Dividenden bekommt. Und dabei kein Wunder dass Aktiengesellschaften dann allgemein schlechten Ruf haben, was ich persönlich jedoch schade finde.

    Aber naja, Thematik damit freier aber auch fairer Markt, solche sicherlich relevant, aber bzg. Wiederherstellung Preußens ist man sowieso zuerst bei rechtlicher Frage dessen in wieweit oder ob deutsche Shariah z.B. Wohnungshäuser, welche Eigentum Preußens waren, verschenken-privatisieren konnte.

  3. 5.

    Warum ist niemand aus der Senat, Grüne, Linke, usw gegen Deutsche Wohne bisher anklagen wollen??

  4. 4.

    Unsere politisch gesteuerte Berichterstattung ist einfach nur noch lächerlich. Wie regen uns über die Türkei auf und lassen uns aber selbst von der Politik die Presse steuern. Das sind doch die Häuser der ehem. GSW - wer hat die jahrzehntelang verkommen lassen? Der rot-rote Senat! Darüber wird nicht berichtet. Auch nicht über deren (bzw. des jetzt rot-tot-grünen Senats) aktuelles Versagen im Bereich der Wohnungspolitik. Da schiebt die Politik lieber mal den großen privaten Vermieter vor, lässt über deren Missstände berichten (die wie gesagt eigentlich durch den Senat selbst verschuldet sind) und lenkt vom eigenen Versagen ab.

  5. 3.

    Es ist tatsächlich besser eher früher als später einzugreifen. Man muss jetzt handeln und Unternehmen wie Deutsche Wohnen und Deutsche Annington verstaatlichen. Je länger man wartet umso teurer wird der Kaufpreis sein und umso mehr werden die Mieten explodieren.

  6. 2.

    ... das ist doch die gleiche Vereinigung, die vor dem Verfassungsgericht geklagt hat, um die Mietspiegel abzuschaffen! "Eigentum verpflichtet" steht im Grundgesetz. Die "Deutsche Wohnen" handelt dem erwerbs- und bandenmäßig zuwider. Zur Bereicherung einzelner stürzt sie ganze Bevölkerungsschichten in soziale Notlagen bis hin zur Obdachlosigkeit. Dieser Laden ist die Speerspitze der Frechheit der Grund- und Hausbesitzer. Er muss gestoppt werden oder er wird viele Nachahmer finden. Entweder hier wird ein Exempel statuiert, und umgehend Zwangsverwaltung beziehungsweise Enteignung in die Wege geleitet, oder wir haben in drei Jahren Londoner Verhältnisse: das heisst niemand, der in dieser Stadt einem ehrlichen Beruf nachgeht, wird sich hier auch eine Wohnung leisten können. Alles nur noch Spekulationsobjekte. Eine Stadt wird verkauft. Schluss mit dem Scheiss! Enteignung jetzt!

  7. 1.

    Das selbe hatten wir in der Goebelstrasse in Spandau zwischen Weihnachten und Sylvester...Sylvester hatte ich der Bo , dass ist der reperaturdienst von DW, mit Anzeige und massenklagen gedroht (mehrere Mieter und ich hatten tagelang dort angerufen und niemand wusste davon) und dass ich damit an die Öffentlichkeit gehen werde und siehe da noch an Sylvester gingen aufeinmal die Heizungen wieder

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