Mehrere hundert Mitarbeiter vom ZF-Getriebewerk in Brandenburg an der Havel (Brandenburg), streiken am 04.01.2018 vor dem ZF Haupttor. (Quelle: dpa/Nestor Bachmann)
Bild: dpa/Nestor Bachmann

Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Geld - IG Metall ruft in Berlin und Brandenburg zum Warnstreik auf

Mehr Geld und die Möglichkeit, die Arbeitszeit vorübergehend zu verkürzen: Für diese Forderungen wollen Beschäftigte der Metallbranche am Montag die Arbeit niederlegen. Nach Ansicht der Arbeitgeber ist der Warnstreik rechtswidrig.

Die IG Metall hat weitere Warnstreiks in der Metall- und Elektro-Industrie am Montag angekündigt. So sind am Montag im Berliner Norden sowie in Brandenburg die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Rund 700 Kollegen werden der Gewerkschaft zufolge zu einer Kundgebung in Tegel erwartet.

Die Arbeitgeber haben bislang ein Lohnplus von zwei Prozent und eine Einmalzahlung von 200 Euro angeboten. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld. Zudem sollen Beschäftigten vorübergehend in Teilzeit wechseln dürfen – zum Teil mit Lohnausgleich. Am 19. Januar geht es in Berlin und Brandenburg in die dritte Verhandlungsrunde.

Streit um Teilzeitregelung

Diese Forderung hält der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Berlin-Brandenburg für rechtswidrig – und damit auch die angekündigten Warnstreiks. Denn wer künftig in Teilzeit wechsele, könne durch den Lohnausgleich einen höheren Stundenlohn erzielen als jemand, der bereits in Teilzeit arbeite. Gerichtlich stoppen wollen die Arbeitgeber den Warnstreik aber nicht.

Der Berliner IG-Metall-Chef Klaus Abel nannte die Arbeitgeber-Argumentation "Nonsens". Er begrüßte aber, dass die Arbeitgeber die Not der Teilzeit-Beschäftigten erkannt hätten. Sie könnten die angestrebten Lohnausgleichsregeln auch bisherigen Teilzeitkräften zugutekommen lassen, so Abel.

Warnstreik soll ausgeweitet werden

Neben Berlin und Brandenburg sind auch Beschäftigte in Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen und Niedersachsen am Montag zum Warnstreik aufgerufen. Im Laufe der Woche soll der Arbeitskampf auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden.

Erste Warnstreiks hatte es bereits am Donnerstag gegeben. Daran hatten sich unter anderem rund 600 Beschäftigte des Getriebeherstellers ZF in Brandenburg an der Havel beteiligt.

Sendung: rbb aktuell, 05.01.2018, 16.00 Uhr

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