Deutsche Fleischhähnchen werden für die Verpackung vorbereitet. (Quelle: dpa/Jens Wolf)
Bild: dpa/Jens Wolf

Gericht gibt Landesumweltamt Recht - Wiesenhof-Geflügelschlachthof muss teilweise stillgelegt werden

Der Betreiber des Geflügelschlachthofs in Niederlehme hat illegal seine Kapazitäten erweitert und mehr Tiere geschlachtet als erlaubt. Das hat ein Gerichtsurteil jetzt klargestellt. Gegen den Schlachthof gibt es seit langem Proteste.

Die Geflügelschlachtanlage in Niederlehme (Dahme-Spreewald) muss teilweise stillgelegt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Cottbus jetzt entschieden. Es lehnte einen Eilantrag des Betreibers gegen eine entsprechende Anordnung des Landesumweltamtes ab.

In der Begründung heißt es, der Schlachthof-Betreiber habe seinen Betrieb unerlaubt erweitert und dort deutlich mehr Tiere geschlachtet als genehmigt. Erlaubt waren 120.000 Tiere, seit April 2016 werden aber 160.000 Tiere täglich geschlachtet.

Wiesenhof spricht von Notsituation

Die Firma Wiesenhof als Betreiberin der Anlage hatte im April 2017 rbb|24 bestätigt, dass die Kapazitäten erweitert worden seien. Nach Aussage der Firmensprecherin damals sei dies im Rahmen der von den Behörden erteilten Genehmigungen geschehen.

Das Landesumweltamt hatte zum gleichen Zeitpunkt erklärt, die Erweiterung der Kapazitäten sei bekannt und man prüfe den Sachverhalt. Die Firma Wiesenhof begründete die Erhöhung der Kapazitäten mit einem Brand in einem Schlachtbetrieb in Niedersachsen. Dadurch sei eine Notsituation entstanden die eine Ausweitung nötig gemacht hätten.

Urteil kann noch angefochten werden

Gegen einer Ausweitung der Kapazitäten hatte es mehrfach Protest von Umweltschützern und Anwohnern aus Königs Wusterhausen gegeben. Die Demonstranten befürchteten eine zusätzliche Umweltbelastung: mehr Gestank, mehr Verkehr, und auch die Gefahr einer Trinkwasserverschmutzung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann vor dem Oberverwaltungsgericht angefochten werden.

Sendung: Inforadio, 26.01.2018, 13.00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

9 Kommentare

  1. 9.

    Die Gewinnabschöpfer von Wiesenhof bekommen einfach den Hals nicht voll. Diese Menschen interessiert es nicht, wie die Tiere erst in den Ställen, dann beim Transport und natürlich beim industriellen Abschlachten leiden. Auch nicht die miesen Arbeitsbedingungen der unterprivilegierten Menschen, die diese Drecksarbeit für ein paar sehr wenige Euro verrichten müssen. Immer mehr, immer schneller, immer effektiver heißt die Devise. Fühlende Tiere als Produktionsfaktor, als Ware degradiert. Es regiert das Gesetz des Geldes, kalt, ohne Achtung vor Mensch und Tier. Sehr errstaunlich, daß dieses Verwaltungsgericht Cottbus so entschieden hat, ist es doch nicht gerade als Investorenfeindlich bekannt.

  2. 8.

    Und das Wohl der Tiere ist bei den Arbeitsplätzen nicht wichtig?Sie sollten besser nachdenken

  3. 6.

    Offensichtlich scheint das Rechtsverständnis vom Präsidenten des Landesamt für Umwelt LfU Brandenburg Herr DIRK ILGENSTEIN eher mit einem x-beliebigen Kleinkrimminellen vergleichbar , der mit seinen Taschenspielertricks seine gesamte Behörde deutschlandweit in Verruf bringt.

  4. 5.

    100 gr. frische Puten-Steaks für 0,99 Euro. 8 Rollen Toilettenpapier für 1,99 Euro. Warum das so ist?Vielleicht sollte sich jeder mal vor Ort ansehen wie die Tiere gehalten werden und bis zum seligen Ende eines der Tiere dabei bleiben.


  5. 4.

    Gute deutsche Arbeitsplätze? In einem Schlachthof, der 30% mehr Tiere tötet als erlaubt ist? Das sehe ich anders. Gut, dass dieser industriellen Massentötung Grenzen gesetzt werden, vor allem wenn auch noch illegal agiert wird.

  6. 3.

    Denken Sie vielleicht auch mal an die Tiere?
    Das ist doch ekelhaft.
    Und nicht nur ans Große Fressen?

  7. 2.

    Sehr gut. Das ist wirklich notwendig.
    So eine Massentierhaltung darf es nicht geben

  8. 1.

    Und schon wieder werden gute deutsche Arbeitsplätze gefährdet.

Das könnte Sie auch interessieren