Straßenbahn vor der Stadthalle in Cottbus
Bild: imago/Hohlfeld

40 neue Straßenbahnen - Brandenburg, Cottbus und Frankfurt kaufen gemeinsam Trams

Eine Fahrt in einer alten Straßenbahn mag für Touristen ganz spannend sein, für Bürger in Cottbus, Frankfurt und Brandenburg aber ist sie eine Qual. Nun tun sich die Städte zusammen und schaffen 40 neue Wagen an - weil sie es allein kaum schaffen.

Die Städte Brandenburg/Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder) wollen gemeinsam 40 neue Straßenbahnen kaufen. Die Ausschreibung solle in wenigen Tagen starten, teilten die Verkehrsbetriebe in der Stadt Brandenburg am Mittwoch mit. Die neuen Bahnen sollen bisherige Tatra-Modelle ersetzen. Allein zehn Stück gehen in die Stadt Brandenburg.

Das Land hatte im vergangenen Jahr entschieden, bis 2022 insgesamt 48 Millionen Euro Zuschüsse für die Förderung der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr und für neue Straßenbahnen bereitstellen zu wollen.

Alleingänge beim Tram-Kauf nicht sinnvoll

Doch der Betrag, der auf die einzelnen Städte entfallen würde, reicht offenbar nicht. So würde Cottbus zum Beispiel rund 6 Millionen Euro erhalten. "Das sind drei oder vier Bahnen", sagte Ralf Thalmann, Geschäftsführer der Cottbusverkehr Gmbh dem rbb. "Die Hersteller fangen aber erst bei sechs, sieben Bahnen an, überhaupt darüber nachzudenken ein Angebot abzugeben."

Tatsächlich brauche Cottbus 26 neue Trams. Mit zuletzt 10,6 Millionen Passagieren im Jahr ist die ÖPNV-Nachfrage in der Stadt so schnell gestiegen wie nirgendwo sonst in Brandenburg. Die derzeit eingesetzten Trams aber sind alt, Ersatzteile sind nur schwer zu beschaffen.  

Noch sind nicht alle Details geklärt

Erst durch die Zusammenarbeit der drei Städte werde nun eine Zahl von Trams erreicht, mit denen man eine sinnvolle Ausschreibung machen könne, erfuhr rbb|24 aus gut informierten Kreisen. Doch wie schnell der Auftrag veröffentlicht wird, ist unklar.

Denn noch gibt es laut Informationen von rbb|24 technische Details, die geklärt werden müssen, damit die Wagen auch in allen drei Städten eingesetzt werden können. Ob die Ausschreibung also tatsächlich schon in wenigen Tagen beginnt, ist fraglich.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.02.2018, 14:00 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Ich gebe Ihnen ohne Zweifel recht darin, dass bei den Ministeriellen in Potsdam zumeist der Eindruck vorherrscht, das Land Brandenburg sei nichts weiter als Potsdam + x. Dies nach dem Motto: Wenn es Potsdam gut geht, kann es auch dem Land Brandenburg nur gut gehen. Weil es abstrakt mathematisch stimmt: Wird alles, was in Potsdam investiert wird, mathematisch auf das Land umgelegt, geht´s mathematisch für alle nach oben ...

    Dennoch sollten m. E. die sehr sinnvollen Investitionen in den Landtag und zur BUGA, wie auch generell der Stadtumbau im Zentrum nicht mit dem billigen Einheimsen von anderweitigen Investitionen in einen Topf geworfen werden. Das Erste sind spezfische Investitionen, die jeder Stadt zugute kommen und die auch in anderen Städten so getätigt werden, gleich wo, das Zweite ist der blanke Eigennutz. Potsdam braucht keine Schwimmhalle m Ausmaß des "blu". Ludwigsfelde und Belzig reichen da vollkommen aus. Da muss sich aber der träge Landeshauptstädter hinbemühen.

  2. 5.

    @Jeff
    Das Geld wurde die ganze Zeit Potsdam in den A... geschoben. (Landtag + div Umbauten, Buga,.....) Für Potsdam hört Brandenburg gleich an der Stadtgrenze auf.

  3. 4.

    "Eine Fahrt mit den " Hängebauchschweinen", wie die Trams mit Niederflurmittelteil in Brandenburg an der Havel, genannt werden, ist aber keine Qual."

    Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.
    Den RBB-Beitrag empfinde ich da sehr zugespitzt, so, als ob die neuen Straßenbahnen nur deshalb beschafft werden, weil die alten kurz vor dem Auseinanderfallen stehen.

    Das tun sie sichtlich (noch) nicht, dank eben der von Ihnen beschriebenen Kreativität. Manchmal habe ich den Verdacht gehabt, dass die Kreisreform und das Aufgehen der drei Städte in die umgebenden Kreise hinein erst einmal abgewartet werden sollte, bis dann die Kreismehrheit (außerhalb der Städte) sich gegen die Tram entscheidet.

  4. 3.

    Gut, dass dieser Weg endlich beschritten werden konnte, denn nichts liegt näher als das. Den drei Städten drücke ich die Daumen, dass auch die noch nicht gelösten technischen Probleme alsbald gelöst werden und die Tram auch sichtbar in ihrer Stadt das Rückgrat des öff. Nahverkehrs ist.

  5. 2.

    Was mich an dieser Nachricht besonders erfreut ist das damit verbundene Bekenntnis der weiter kreisfreien Städte zum Transportmittel Straßenbahn. Bekanntlich wurde ja vor einigen Jahren über die Einstellung des Betriebes in Brandenburg, Cottbus und Frankfurt nachgedacht. Und der Landesregierung in Potsdam muss ich unterstellen, viel zu spät über die Freigabe von Fördermitteln entschieden zu haben. Jetzt wird erst einmal viel Geld in den Erhalt der vorhandenen Tatrawagen gesteckt. Eine Fahrt mit den " Hängebauchschweinen", wie die Trams mit Niederflurmittelteil in Brandenburg an der Havel, genannt werden, ist aber keine Qual. Gerade die Verkehrsbetriebe hier in der Stadt haben sehr viel Kreativität und Detailliebe in die Sanierung gesteckt.

  6. 1.

    Das Geld ist da, nur wurde halt alles Geld in den überdimensionierten BER gesteckt. Wie viel waren das doch gleich? 10 Milliarden Euro? ("Die Kosten für den BER sind seit Baubeginn von zwei auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen. Der weitere Ausbau wird bis 2030 drei zusätzliche Milliarden Euro kosten.") Der BER wird Brandenburg noch mal in den Bankrott führen. Und Berlin gleich mit.

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