Fahrräder, Fußgänger und Autofahrer kommen sich an der Kreuzung von Schönhauser Allee, Danziger Straße, Kastanienallee und Pappelallee immer wieder in die Quere (Quelle: imago/Jürgen Ritter)
Bild: imago stock&people

Initiative von TU und Einzelhändlern - Wie die Schönhauser zur Rad-Allee werden soll

Schmale, überfüllte Radwege, orientierungslose Touristen an jeder Kreuzung, dazu Straßenbahnen und jede Menge Autos: Für Radfahrer ist die Schönhauser Allee im Stadtteil Prenzlauer Berg ein Höllenritt. Die Initiative Schönhauser Rad-Allee will das ändern.

Die Schönhauser Allee im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist eine der verkehrsreichsten Einkaufsstraßen der Stadt. Der Autoverkehr ist dicht, genau wie die Taktung des öffentlichen Nahverkehrs, Fuß- und Radwege sind voll. Anwohner, Pendler und Touristen kommen zum Einkaufen, Bummeln, Arbeiten oder wollen einfach nur ganz schnell hier durch. Insbesondere auf dem Abschnitt zwischen Eberswalder Straße/Danziger Straße und Schivelbeiner Straße/Wichertstraße ist die Schönhauser Allee ein "typischer 'Problemfall', wie es viele in Berlin und anderen deutschen Großstädten gibt". So beschreibt es ein Projekt der Technischen Universität (TU) Berlin die aktuelle Situation auf der Straße.

Unter dem Motto "2Rad–1Kauf–0Emission" wollen Studenten Ideen entwickeln, mit denen den Kunden der Einzelhändler der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad schmackhaft gemacht werden kann - ohne den Aufwand baulicher Maßnahmen betreiben zu müssen. Es geht also um Ideen, die ohne lange Planung von Verkehrsbehörden auskommen und zudem wenig Geld kosten.

Schönhauser Allee muss "grundlegend umgebaut werden"

In Zusammenarbeit mit 15 Geschäften ist nun das Projekt Schönhauser Rad-Allee entstanden. In den Geschäften sollen mit Beginn der Rad-Saison Flickzeug bereitgestellt werden sowie Luftpumpen, Warnwesten und faltbare Einkaufstaschen für den Gepäckträger. Ebenso ist angedacht Lastenräder zum Ausleihen anzubieten, mit denen die Kunden ihre Waren nach Hause transportieren könnten.

Laut Radioeins-Rad-Experte Simon Brauer ist ein Nebeneffekt der Initiative, dass sich diverse Ladeninhaber zum ersten Mal kennengelernt haben, obwohl sie seit Jahren Nachbarn sind. Dabei seien unter anderem ein Juwelier, eine Buchhandlung, ein Spielwarenladen, ein Hutladen und das Blumencafé. Michael Schaarschmidt, der die Mischung aus Blumenladen und Café bereits seit 25 Jahren betreibt, beschrieb die Verkehrssituation gegenüber der rbb-Welle als "unhaltbar". Es sei deshalb an der Zeit, jetzt anzupacken, dann werde die Politik schon reagieren.

Oliver Schwedes, Professor an der TU und Projektleiter von "2Rad–1Kauf–0Emission", sagte Radioeins: "Wir hoffen, dass Thema damit zu unterstützen und auch die Notwendigkeit noch einmal stärker zu unterstreichen, dass diese ganze Einkaufsstraße auch grundlegend umgebaut werden muss."

Sendung: Radioeins, 06.02.2018, 8.37 Uhr

Kommentar

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22 Kommentare

  1. 22.

    "Höllenritt" halte ich für übertrieben. Da ist viel los und alle müssen besser aufpassen. Und nicht gleich aggressiv werden, wenn einer mal nicht aufpasst. Das gelingt gestressten Großstädtern leider nicht immer.

  2. 20.

    Richtig aber trotzdem falsch. Sorry!
    Steuern sind nicht zweckgebunden, fließen also in einen großen Topf, aus dem alle Staatsausgaben finanziert werden. Daher kann man nicht sagen, Steuern würden irgend etwas bestimmtes finanzieren. Man kann aber Beträge, die durch Steuern eingenommen werden mit Ausgaben im dazugehörigen Bereich vergleichen. Dabei wird man aber feststellen, dass die von Kraftfahrern gezahlten Steuern die Ausgaben für Verkehrsinfrastruktur deutlich übersteigen. Neben Kfz-Steuern ist das vor allem die Energiesteuer (Minaeralölsteuer) plus Mehrwertsteuer auf Kraftstoff und Energiesteuer - Versteuerung der Steuer also. Die Maut (aktuell nur für LKWs) kommt noch dazu.
    Trotzdem ist eine Fahrradsteuer natürlich Unsinn. Verpflichtende Haftpflicht dagegen nicht und eine Helmpflicht durchaus überlegenswert.

  3. 19.

    Warum müsste man das "idiotensicher" kenntzeichnen? es sindm jam nicht alle Radfahrer "Idioten.Satire Ende.

  4. 18.

    Ist der Mann vorne auf dem Bild eigentlich echt? Oder hat man den eingescannt, damit das Bild vom "coolen" Prenzlauer Berg etwas besser rüberkommt?

  5. 17.

    Warum sollten denn Radfahrer eine extra Steuer bezahlen? Jeder, ob Autofahrer oder nicht finanziert die Straßen, riesige Parkplätze und Ampelanlagen. Setze dich doch nochmal mit dem Steuerrecht auseinander. Die Straßen für die du Kfz-Steuern bezahlst, dürfen Radfahrer gar nicht nutzen.
    Und warum all die anderen Sachen? Hast du Angst, von einem Fahrrad tod gfahren zu werden?

  6. 16.

    meines Erachtens ist die Schönhauser Allee eine Bundesstraße B96a und somit der Bund mit zuständig. Da bin ich auch erstaunt, auf welchen niedrigen Niveau von Bildung selbst Akademiker sind.

  7. 15.

    Die Schönhauser ist für Radpendler trotz einzelner Problemstellen und Ampelschaltungen eine der schnellsten und sichersten Verkehrsachsen. Leipziger, Prenzlauer etc. und viele Straßen in Kreuzkölln, Weding und Reinickendorf sind wegen Straßenschäden und Aggro-Autofahrern wesentlich kritischer. Hier will sich wohl nur wieder jemand wichtig machen oder hat keine Ahnung vom Rest der Stadt.

  8. 14.

    Mir tun die Bewohner der Gegend leid... Ich habe auch mal dort gewohnt. Es war damals kein "Kiez" sondern eine normale Wohngegend für alle mit ÖPNV und Individualverkehr.
    Hoffentlich werden bald durch höhere Mieten die dominierenden Öko's und Studenten vergrault, damit diese sog. "Szene"-Gegenden wieder normalisiert werden können und jeder sich wohlfühlen kann.
    Außerdem ist die Schönhauser Allee eine wichtige Ausfallstraße.
    Jetzt macht sich die mangelnde Schulbildung in der Bundesrepublik in der ganzen Stadt bemerkbar.
    Oder fahren wenn die Straße Kfz-befreit ist, die ÖPNV im Sekundentakt, oder werden alle an Haltestellen genötigt?

  9. 13.

    Das wäre eine gute Idee. Aber wenn Radfahjrer oder Autofahrer ein Ziel audf der anderen Straßenseite haben, wie kommen die dann dorthin?

  10. 12.

    Radfahrer fordern, fordern und fordern. Wer soll das Bezahlen? Der Steuerzahler doch wohl nicht! Als erstes sollte eine Radfahrsteuer, Helmpflicht, Nummernschilder, Haftpfichtversicherung und TÜV für Radfahrer eingeführt werden. Auch haben sich Radfahrer bereits per Gesetz an Verkehrsregeln zu halten. Leider ist die Polizei auf diesem Auge blind.

  11. 11.

    Ein Hoch auf das Dorf Berlin!

  12. 10.

    Das Problem aktuell ist ja, dass Radfahrer nur in den Autoverkehr ausweichen können, wenn die Spur, warum auch immer, blockiert ist. Es ist ja nicht nur die Polizei, das zu behaupten wäre ungerecht, es sind vor allem Lieferverkehr, Falschparker und auch Baustellen. Mein Vorschlag war ja sehr radikal und eigentlich sogar überspitzt gemeint, aber je mehr ich darüber nachdenke,... Eine echte räumliche Trennung der Verkehrsarten hat unschlagbare Vorteile. Und wahrscheinlich würden Autofahrer sogar trotz weniger Spuren profitieren, weil der Verkehr flüssiger liefe.

  13. 9.

    Sollte es eine Bürgerinitiative GEGEN diesen Wahnsinn geben, wäre ich der Erste, der mit dem Unterschriftensammeln da GEGEN beginnen würde.

  14. 8.

    Ja, interessanter Vorschlag - den Radfahrenden eine Straßenseite zu überlassen - müsste nur idiotensicher gekennzeichnet sein. Die Fußgänger brauchen dort definitiv mehr Platz; insbesondere im Umfeld der Bahnhöfe. Bei meinen inzwischen seltenen Besuchen dort finde ich die dicht gedrängten Massen auf den an sich breiten Gehwegen super anstrengend. Vielleicht lassen sich auch Warenangebote, Kioske und Möbel auf den GEHwegen reduzieren ;)

  15. 7.

    Gähn, was wurde VOR den Wahlen alles von den Grünen gesagt von wegen Radschnellweg von Zehlendorf zum Potsdamer Platz oder den U-Bahnviadkten von Kreuzberg zum Zoo...
    Nie wieder davon gehört!

  16. 6.

    Man müsste die rechte Fahrbahn einfach für Radler reservieren. Problemchen: Selbst die Polizei gefährdet auf solchen Fahrbahnen Radler. Die funktionoieren nur, wenn sie aktiv geschützt werden. Polizisten parken oder laufen da aber einfach drauf. Außerdem rammeln dann dort wieder alle Radler quer herum. Die Langsamen sind odt "nicht in der Lage", rechts zu fahren, Öko-Querulantentum. Habe ich öfter auf ADFC Sternfahrten beobachtet.

  17. 5.

    Westen?? Man kann dort nur strikt umbauen opder es bleiben lassen. Ob man Weste oder Strohhut trägt, ist egal.
    Seit wann sollen Ladeninhaber irgendwie ein "Verkehrskonzept" bringen können? Das geht überhaupt nicht. Der Senat ist gefragt. Das ist einer der sehr wenigen Vorteile des RRG-Senats, dass er zumindest versucht, radlerfreundlich zu sein.

  18. 4.

    Ja so kann’s gehen.Wäre ein guter Anfang.Da macht auch Radfahren in dieser Autostadt so richtig Spaß:-)Bin gespannt wann oder ob ich nochmal mein City Cruiser aus den Keller an die frische Luft hole.

  19. 3.

    Wie oft ich schon von Radfahrern angefahren, angemotzt oder weggeklingelt wurde. Radfahrer müssen physich von den Fussgängern getrennt werden! Es gibt auch Alte Leute, die können sich im Zweifelsfall nicht wehren.

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