Selbstfahrender, elektrisch angetriebener Kleinbus auf dem Campus Mitte des Berliner Universitätskrankenhauses Charite bei einer Demonstrationsfahrt. (Quelle: imago/Heinrich)
Bild: imago/Heinrich

Änderungen im Berliner Nahverkehr - Alles rollt

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und S-Bahn haben zahlreiche Neuerungen im Nahverkehr angekündigt: neue Taktzeiten, verlängerte Linien oder sanierte Bahnhöfe. Aber es ist noch mehr drin.

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der S-Bahn soll es in den nächsten Wochen zahlreiche Neuerungen im Nahverkehr geben.

Bereits vor einer guten Woche gab die BVG bekannt, dass die Berliner U-Bahn-Linie 3 ab Anfang Mai verlängert wird. Die Züge werden künftig nicht mehr am Nollendorfplatz enden, sondern fahren von Krumme Lanke bis zur Warschauer Straße - also auf der gleichen Strecke wie die U1. Dies ermögliche, so Markus Falkner, Pressesprecher der BVG, "eine Direktverbindung, von der auch Studierende der Freien Universität profitieren können."

Voraussichtlich noch im März wird die BVG außerdem ihr Pilotprojekt zum Autonomen Fahren starten, so Falkner. Auf dem Campus Charité Mitte und dem Campus Virchow-Klinikum werden fahrerlose elektrobetriebene Minibusse für Mitarbeitende wie Patienten und Besucher auf mehreren festgelegten Strecken unterwegs sein. Anfänglich werde noch ein "Bediener" an Bord sein, um eingreifen zu können, wenn die Technik nicht wie geplant funktioniere. Bei dem Pilotprojekt soll untersucht werden, wie sich die Fahrzeuge im Alltag bewähren, wie hoch die Akzeptanz ist und welche Perspektiven die Technik als Mobilitätslösung für die Zukunft biete.

Gefördert wird das gemeinsame Projekt des Landes Berlin, der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Charité durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Die S-Bahn kann 2018 vor allem ihre neuen Bahnhöfe präsentieren. Am Ostkreuz sei man nach zwölfjähriger Baustelle endlich "im Endspurt, erklärte DB-Manager Alexander Kaczmarek dem rbb. Mit der Eröffnung des neuen Regionalbahnhofs könnten die Züge aus Küstrin, Templin, Werneuchen und Blumberg bis zum Ostkreuz durchfahren.

Zudem soll zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof bis Jahresende ein viertes S-Bahn-Gleis fertig sein. Mit der Viergleisigkeit soll die Stabilität der S-Bahn deutlich erhöht werden. Anders gesagt: es wird mehr Züge und kürzere Taktzeiten geben.

Am Berliner Bahnhof Ostkreuz halten deutschlandweit die meisten Züge. Bereits seit 2006 wird an dem Ost-Berliner Knotenpunkt gebaut. Bis zum 9. Dezember sollen die Bauarbeiten beendet sein.

 

Schicker und funktionaler soll sich der S-Bahnhof Warschauer Straße als "Großstadt würdiger Haltepunkt" ab November präsentieren. Dann soll der zweite Bahnsteig fertig sein, auch das Empfangsgebäude sei völlig neu gestaltet, sagte Kaczmarek.

"Revitalisiert" - also saniert, aber auch mit Videoüberwachung ausgestattet - werden außerdem die S- und Regionalbahnhhöfe Hermannstraße, Neukölln und Charlottenburg. Charlottenburg sei zudem als eine Art "Zukunftsbahnhof" gedacht, wo auch neue Techniken ausprobiert werden. Die Empfangshalle werde neu gestaltet, die Beleuchtung verändert, neue Geschäfte: "Das wird eine ganze neue Qualität eines Bahnhofs".

Ein zartes Licht am Ende des Horizonts leuchtet auch von der Dauerbaustelle Berlin-Schöneweide. Zurzeit ist die Unterführung am Sterndamm in Schöneweide nur einseitig befahrbar. Bis spätestens 30. April, so Kaczmarekt, sollen die beiden S-Bahnbrücken neu eingehängt sein. Damit steht die neue Bahnüberführung über den Sterndamm, bevor die Station ab August erneuert wird. Ab Juni ist dann auch wieder die Straßendurchfahrt für Autofahrer komplett frei.

Seit knapp fünf Jahren wird der Bahnhof bereits saniert - und Anwohner und Umsteiger werden wohl noch drei weitere Jahre, nämlich bis 2021, Geduld bewahren müssen.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Bahn und ÖPNV - An "Althergebrachtes" erinnert:
    • Stuttgarter Zeitung (StZ) 22. Mai 1957, Seite 15 | Zukunftsträchtiger Plan - Stadtbahn Stuttgart
    Ein Beitrag der Bundesbahn zur Lösung der bekannten Verkehrsprobleme
    -zuvor-
    • StZ 17. Mai 1957, Seite 14 | Bundesbahn rationalisiert auf unsere Kosten ... Ein Protest des Landtags
    ---Fordern = fördern---

    Mann mag sich der Vorstellung öffnen, die Deutsche Bahn AG, deren Verantwortliche, würden in Kontinuität ihren "Staatsauftrag" erfüllt haben.
    taz 1. 2. 2010 Montagsinterview mit Heinz Dürr - Auszug:
    Zur Deutschen Bahn gehört auch die Berliner S-Bahn. Seit Monaten herrscht hier ein einziges Chaos, man kann noch nicht mal zuverlässig den Hauptbahnhof erreichen.
    ...
    Wer hat die Fehler gemacht?
    Das ist naturgemäß eine Frage des Managements.
    ...
    Leider hat der Bund nur irgendwann vergessen, dass er Eigentümer der Bahn ist. Er hat Artikel 14 des Grundgesetzes nicht berücksichtigt. Dort heißt es: "Eigentum verpflichtet."

  2. 2.

    Es stimmt leider nicht, dass der S-Bahnhof Schöneweide seit 5 Jahren saniert wird. Vielmehr wurden alle südlichen Brücken abgerissen und eine sehr weite Umleitung für alle Johannisthaler eingerichtet, aber dann ruhte das Baugeschehen jahraus jahrein.
    Erst seit wenigen Wochen tut sich ein bißchen was.

  3. 1.

    Zumindest auf dem Campus Mitte dreht einer von zwei autonome Kleinstbussen bereits am Montag seine ersten Runden. Am Freitag davor standen beide zumindest schon auf dem Parkplatz.

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