Ein Erntehelfer schneidet eine Aubergine ab (Quelle: dpa/Daniel Naupold)
Bild: dpa/Daniel Naupold

Anbau in großem Stil - Die Zeit ist reif für die Brandenburger Aubergine

In der Region wird es wärmer – so war es 2015 zum ersten Mal gelungen, Paprikas im großen Stil in Brandenburg zu ernten. Jetzt ist die Aubergine aus Massenproduktion da. Noch dieses Jahr soll Aubergine made in Brandenburg auch in die Berliner Supermärkte kommen.

Zum ersten Mal bauen Bauern in Brandenburg Auberginen gewerbsmäßig im großen Stil an. Früchte werden derzeit im Nordbrandenburgischen Fretzdorf (Ostprignitz-Ruppin) in Gewächshäusern geerntet. Bis vor Kurzem war dies aufgrund der Witterung kaum möglich – denn Auberginen lieben Wärme, die sie bisher eher in südlichen Regionen fanden. In Brandenburg finden sie diese jetzt auch.

Brandenburgweit gibt es nach Angaben des Landesgartenbauverbandes Brandenburg keine anderen Betriebe, die Auberginen in großer Produktion anbauen. Statistisch werde der Anbau von Auberginen bisher nicht gesondert erfasst, sagte dessen Geschäftsführer Andreas Jende rbb|24. So sei es möglich, dass der ein oder andere Klein- oder Biobetrieb Auberginen anbaue. Aber er wisse, dass die Aubergine bisher nicht systematisch für den Lebensmitteleinzelhandel produziert wurde - man kenne die Betriebe in der Region.

Gründe, warum sich das bei der Aubergine jetzt ändere: "Gärtner sind auch immer experimentierfreudig und beschäftigen sich mit dem Anbau auch von Exoten, die in unseren Breiten nicht so üblich sind", so Jende. Für das zunehmende Interesse sei der Trend zu mediterraner Küche sowie nach Obst und Gemüse aus der Region verantwortlich.

120 bis 140 Tonnen an Berliner Supermärkte

Die Nachfrage sieht auch Petra Lack, Geschäftsführerin der Werder Frucht GmbH in Werder, welche den großen Auberginen-Anbau in Brandenburg startete. "Die Zeit war reif, Kunden wollen vor allem regionales Obst und Gemüse", sagt sie. "Und wir wollten nach dem Erfolg mit Gewächshaus-Paprika aus Brandenburg ein neues Produkt anbieten." Das Unternehmen war 2015 der erste Betrieb, der Paprika anbaute.

Bis zum Herbst sollen nach Angaben von Lack insgesamt 120 bis 140 Tonnen Auberginen an Berliner Supermärkte gehen.

Auberginen stammen vermutlich aus Asien

In Fretzdorf gedeihen die Pflanzen bei Werder Frucht auf etwa 0,5 Hektar unter Glas, die Temperaturen liegen bei 16 und 21 Grad Celsius. Die ersten Setzlinge - etwa 15 bis 20 Zentimeter groß - kamen Ende Februar in den Boden. Jetzt haben die Sorten "Kylie" und "Angela" eine Größe von etwa einen Meter erreicht. Pro Pflanze wachsen 100 bis 200 Früchte in der Saison heran. Mit der Ernteschere werden die reifen Auberginen abgeschnitten - viermal in der Woche.

Auberginen sind dunkelviolett bis schwarz gefärbt, 225 bis 350 Gramm schwer und etwa 20 Zentimeter lang. Die Nachtschattengewächse stammen vermutlich aus Asien.

Der Anbau von Auberginen sei noch nicht das Ende der Fahnenstange, was neue Früchte und Gemüsesorten angehe.

"Superfood" Gojibeere könne möglich werden

"Bei Beerenobst ist noch viel möglich, da ist noch nicht alles ausgereizt", sagt Klaus Henschel, der Präsident des Gartenbauverbandes und Geschäftsführer der Fontana Gartenbau GmbH in Manschnow (Märkisch-Oderland). Auch mit Chili werde gearbeitet.

Immer interessanter für professionellen Anbau und Vermarktung werde auch die Aroniabeere. "Es dauert auch nicht mehr lange, dann kümmern sich Obstbauern um das Gedeihen der Gojibeere", sagte er. Als Superfood werde die Frucht, die bislang importiert werden müsse, immer beliebter.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.03.2018, 13 Uhr

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