Ein Flixtrain (Quelle: Flixbus)
Audio: Inforadio | 06.03.2018 | Sandra Schwarte/Leon Stebe | Bild: Flixbus

Angriff auf Deutsche Bahn - Von Berlin nach Stuttgart: Flixbus fährt jetzt auch Zug

Nicht einmal ein halbes Jahr fuhren die Züge des Bahn-Konkurrenten Locomore von Berlin nach Stuttgart - dann musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Doch Flixbus rettete den Betrieb erst übergangsweise - und will die Deutsche Bahn jetzt dauerhaft angreifen.

Der Fernbusanbieter Flixbus steigt nach einer mehrmonatigen Testphase in den Bahnverkehr in Deutschland ein.

Vom 24. März an fährt Flixtrain täglich außer mittwochs zwischen Hamburg und Köln. Von April an sollen außerdem täglich Züge zwischen Berlin und Stuttgart über Hannover und Frankfurt/Main verkehren, wie Flixbus-Chef André Schwämmlein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) sagte [waz.de].

Flixbus plane aber weiter: "Wir denken durchaus darüber nach, das Geschäft mit Fernzügen auszubauen." Die neuen Züge würden im firmeneigenen Grün unterwegs sein. Über die Gründe für den europäischen Fernbusmarktführer, jetzt auch auf der Schiene unterwegs zu sein, sagte Schwämmlein: "Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot."

Insgesamt sollen 28 Ziele in fünf Bundesländern mit den grünen Fernzügen angebunden werden. "Von Düsseldorf, Essen oder Köln ist man per Flixtrain ohne Umstieg genauso schnell in Hamburg wie mit dem ICE", erklärte Unternehmenschef André Schwämmlein. "Wir stehen für bezahlbares Reisen und eine ökologische Alternative zum Auto".

"Mit Zahlen bisher zufrieden"

Zum Start gebe es Fahrkarten ab 9,99 Euro. Partner seien das tschechische Bahnunternehmen Leoexpress und der Nürnberger Zugspezialist BahnTouristikExpress. Bis auf weiteres will Flixtrain sich allerdings auf Deutschland konzentrieren. "Grenzüberschreitender Verkehr ist wegen der unterschiedlichen Systeme kompliziert. Da setzen wir auf den Bus."

Zuletzt hatte Flixbus vor allem den ehemaligen Locomore-Zug auf der Strecke Berlin-Stuttgart im Programm, praktisch als Test. "Wir sind mit den Zahlen auf der Strecke Berlin-Stuttgart bisher sehr zufrieden, vor allem mit dem Passagieraufkommen", sagte Schwämmlein. Seit der Übernahme der Streckenvermarktung im Sommer 2017 habe Flixbus mehr als 150.000 Tickets verkauft. "Die Testphase hat super funktioniert. Deshalb dachten wir: Wenn wir das mit einem Zug schaffen, dann auch mit mehreren."

Flixtrain könne selbst Trassen bei der DB Netz beantragen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn vergibt in Deutschland die Rechte für die Nutzung des Schienennetzes. Der Ausbau im Bahngeschäft dauere wegen der längeren Antragsfristen aber deutlich länger als im Busgeschäft, sagte Schwämmlein.

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Die Martialität der Wirtschaftssprache hat mittlerweile diejenige einschlägiger linksextremistischer Kreise glatt überholt. Leider findet das auch der öff.-rechtl. Rundfunk ganz normal.

  2. 7.

    Angriff? Ernsthaft? Angriff!
    Ich dachte immer, wenn jemand die Deutsche Bahn angreift sind das Linksextremisten und Castorgegner.

  3. 5.

    Ein etabliertes Angebot erhält einfach einen neuen Namen. Die LeoExpress war dank der vertrieblichen Unterstützung zwischen Bwrlin und Stuttgart wohl erfolgreicher als die ursprüngliche Locomore.

    Auch zwischen Hamburg und Köln ist das Angebot bekannt. Nur war der HKX dort erheblich erfolgloser.

    Bezahlbar ist das Reisen mit Flixtrain vor allem durch due Beschränkung auf wenige Strecken und Zugpaare zwischen Metropolen unter Auslassung der Fläche. Locomore fuhr z.B. an aufkommensschwachen Tagen gar nicht während die DB einen Stundentakt - oder teilweise auch mehr - anbietet. Der UND fuhr zuletzt fast gar nicht mehr, da er keine Vorteile gegenüber den parallel verkehrenden IC bot.

    Schwämmlein betreibt zudem Journalistenverdummung, wenn er die Reisezeiten auf den Altbaustrecken mit denen eines ICE vergleicht

  4. 4.

    Ja, wenn MITROPA mit an Bord wäre, wär's mir auch lieber...
    Habe dort immer gern gegessen!

  5. 3.

    Na die unten stehenden Kommentare sind bestimmt von nur Autofahren.... womöglich noch übermotorisiert und Diesel. Aber bei dem Trend immer billiger war das fast zu vermuten, das Flixbus nach den Sternen greifen will. Vielleicht noch mit Subventionen. Vielleicht kommt die Angst auch hoch.... wenn Diesel verboten werden. Innenstädte nicht mehr von grünen Buskarvanen belästigt werden.... oder Flixbus zum Bau von Bushaltestellen angehalten wird....oder es droht auch eine Maut, wie für andere Unternehmen.....
    Geiz ist nicht immer nur geil....
    Privatisierung oder wie es nun heißt, Liberalisierung des Marktes hat nicht immer Vorteile.

  6. 2.

    :-) das ist auch kaum möglich...

  7. 1.

    Schlechter als die Bahn sind die sicherlich nicht.

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