Am 05.03.2018 steht ein Grabstein mit der Inschrift: 6,20€/Quadratmeter im Wrangelkiez Berlin (Quelle: rbb24)
Bild: rbb24

Protest im Berliner Wrangelkiez - Künstler beerdigen "6,20 Euro pro Quadrameter"

Kreativer Protest in Berlin-Kreuzberg: Unbekannte Künstler haben im Wrangelkiez ein Grab ausgehoben und dort den Mietpreis von "6,20 Euro pro Quadratmeter" beerdigt.

Auf den Kranzschleifen steht "Wir werden dich vermieten" und "Räumung in Frieden. Dein AIRBNB". Das Mahnmal wurde vermutlich am Wochenende errichtet und steht in der Wrangelstraße / Lübbener Straße.

Die Gruppe "Bizim Kiez", die sich nach eigenen Angaben für den Erhalt der Nachbarschaft im Wrangelkiez einsetzt und dort immer wieder Aktionen und Demos veranstaltet, twitterte am Sonntagabend: "Wir trauern um den Verlust des Grundes für alternatives Leben: Bezahlbares Wohnen ... Ein kreatives Mahnmal von verdrängten und (uns) leider unbekannten Schöpfer*innen."

Die Protestaktion richtet sich offensiv gegen das Zimmervermittlungsportal Airbnb, das im vergangenen Jahr 700.000 Buchungen in Berlin verzeichnete. Die meisten von ihnen übernachteten nach Angaben des Unternehmens in Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte, Neukölln und Prenzlauer Berg. Airbnb-Kritiker sagen, das Unternehmen treibe die Mieten in Berlin in die Höhe, weil Ferienwohnungen normale Wohnungen verdrängten. Airbnb selbst weist das zurück. Es sei eine "effiziente Wohnraumnutzung, die auch für Berlin wichtig ist, um die Frage von Wohnraumschaffung und Wohnraumerhalt zu klären, während der Tourismus immer stärker wird."

In Berlin gilt deswegen seit 2016 das Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Seit das Verbot vollständig in Kraft getreten ist, wurden bis Ende 2017 fast 8.000 Wohnungen wieder auf den regulären Mietwohnungsmarkt überführt. Rund die Hälfte dieser Wohnungen – nämlich exakt 3.953 – wurde zuvor als Ferienunterkünfte genutzt, die meisten davon in Friedrichshain-Kreuzberg.

Am 05.03.2018 steht ein Grabstein samt Grab und Blumen im Wrangelkiez (Quelle: rbb24)
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2 Kommentare

  1. 1.

    Ja, Ferienwohnungen sind auch ein Problem. Doch wer hat unsere schönen zigtausenden kommunalen Wohnungen verkauft? Seitdem steigen die Mieten offenbar unaufhaltsam! Warum werden die Heuschrecken weiter gefüttert?

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