Bauarbeiter arbeiten in Berlin an der Baustelle zur Rudolf-Wissell-Brücke der Autobahn A 100. (Bild: dpa)
Video: rbb Aktuell | 26.03.2018 | Bild: dpa

Investitionsplan des Senats - Diese Berliner Straßen und Brücken werden ab 2018 saniert

Fast 20 Jahre hat Berlin kaum in seine Infrastruktur investiert. Das Ergebnis: Viele Straßen haben Schlaglöcher, viele Brücken sind marode. Nun reagiert der Senat und verspricht mehr Geld für Sanierungen. Das dürfte an einigen Stellen auch zu Stau führen.

Das Land Berlin will seine teils maroden Straßen und Brücken schrittweise sanieren und erneuern. Wie die Senatsverwaltung für Verkehr am Montag mitteilte, stehen dafür in diesem und im kommenden Jahr jeweils 52 Millionen Euro bereit. Das sind 25 Prozent mehr für die Unterhaltung bestehender Verkehrswege. Von dem Geld sollen unter anderem Schlaglöcher beseitigt und marode Brücken saniert werden. 

"An der Infrastruktur in Berlin wurde in den letzten 20 Jahren zu viel gespart. Ein riesiger Instandhaltungs-Schuldenberg wurde aufgehäuft", sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) am Monatg. "Diesen bauen wir jetzt ab. Eine Trendwende ist eingeleitet."

Regine Günther, Berliner Senatorin für Verkehr , Umwelt und Klimaschutz
Regine Günther | Bild: imago stock&people

Es fehle an Fachkräften und an Geld

Zudem soll für geplante Bauprojekte mehr Personal eingestellt werden, insgesamt seien rund 45 Stellen vorgesehen. Es sei aber nicht einfach, die Fachkräfte zu finden, so die Projektmanagerin in der Abteilung Tiefbau, Katrin Vietzke. Die Baustellen "im Terminplan abzuarbeiten", sei schwierig, weil zum Teil zu wenig Facharbeiter zur Verfügung stünden.  

Das vom Senat zusätzlich eingeplante Geld für Bauprojekte dürfte nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) kaum ausreichen. "Die Berliner Infrastruktur ist in großen Teilen kaputtgespart worden", kritisierte IHK-Geschäftsführerin Marion Haß. Ihrzufolge bräuchte der Wirtschaftsverkehr immer mehr Zeit, um die Stadt zu versorgen. "Er braucht dringend Ersatzrouten für die Bauzeit und endlich eine effektive Koordinierung der verschiedenen Baumaßnahmen", forderte Haß.

Kritik an 20 Jahre Sanierungsstau auf Berlins Straßen

Gebaut werden soll bei laufendem Verkehr. Dabei seien Teilsperrungen und Fahrspurverengungen unvermeidbar, wie sie bereits in der Holzmarktstraße der Fall sind. Der Leiter der Abteilung Tiefbau, Lutz Adam, sagte, es müssten zahlreiche Projekte parallel angegangen werden, weil eben so viel in den vergangenen 20 Jahren versäumt worden sei. "Wir müssen anfangen, sonst kommt es zu Einschränkungen im Verkehr auch ohne Baustelle", fügte er hinzu. Autofahrer müssen sich demnächst auch auf Bauarbeiten in der Karl-Marx-Allee in Mitte und der B96a Richtung Süden einstellen. "Da müssen sich die Berlinerinnen und Berliner vielleicht auch mal einen Umweg fahren, um Berlin fitter zu machen", sagte Günther.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Oliver Friederici, kritisiert den Sanierungsstau des Senats und nennt die Verkehrssenatorin Günther eine "Anti-Auto-Senatorin", die falsche Prioritäten auf den Radverkehr gesetzt habe. So fehle es trotz der versprochenen Investitionen an einer richtigen Organisation der Verkehrsströme: "Mit dem Ausbau von Radwegen löst sich der Stau auf unseren Straßen jedenfalls nicht auf, sondern behindert notwendige Projekte. Ebenfalls völlig außer Acht gelassen wird die wirkungsvolle Koordinierung von Baustellen durch die Verkehrslenkung VLB", so Friederici. Die geplanten Projekte bezeichnet er als "Schlagloch-Kosmetik".

Baumaßnahmen im Bestand –2018/19. Strassenbau (Quelle: rbb|24/Editor Lokaler)
| Bild: rbb|24/Editor Lokaler

Straßenbau-Projekte 2018/19

  • 1. Holzmarktstraße

  • 2. Karl-Marx-Allee

  • 3. B 109

  • 4. Grundhafte Erneuerung der Bundesautobahn A 114

  • 5. A 113 - AKR Sanierung

  • 6. Radwege Heerstraße

  • 7. B 96a Süd

  • 8. Neubau der Straßen im Luisenblock

  • 9. Erneuerung der B 2 in Malchow

Brücken zwischen Abriss und Sanierung

Hinzu kommen viele Brückensanierungen. Zu den kostspieligsten Vorhaben gehört mit 37 Millionen Euro der Abriss und Neubau der Salvador-Allende-Brücke in Köpenick. Doch die Liste der Brückenbauvorhaben insgesamt enthält allein 19 größere Projekte.

Baumaßnahmen im Bestand –2018/19. Brückenbau (Quelle: rbb|24/Editor Lokaler)

Ausgewählte Brücken-Bauprojekte 2018/19

  • 1. Ersatzneubau der Löffelbrücke

  • 2. Südl. Rhinstraßenbrücke

  • 3. Roßstraßenbrücke

  • 4. Salvador-Allende-Brücke

  • 5. Kreuzungsbauwerk Zehlendorf

  • 7. Überbauung (Tunnel) Schlangenbader Straße

  • 8. Nordhafenbrücke

  • 10. Neue Fahlenbergbrücke

  • 12. Fußgängerbrücke Warschauer Straße

  • 13. Fußgängerbrücke Waldbacher Weg

  • 14. Löwenbrücke

  • 15. Fußgängerbrücke Europacity

  • 18. Unterstützung Brücke über die Albrechtstraße

  • 19. Stubenrauchbrücke

  • 20. Weitere Brückenbaumaßnahmen

Marode Uferbefestigungen an den Kanälen

Auch die Uferbefestigungen sollen an vielen Stellen erneuert werden. Unter anderem plant der Senat, die Panke bis 2025 naturnah umzugestalten. Bisher fließt der Fluss im Berliner Gebiet auf einer Länge von 17,6 Kilometer oft in einem Kanalsystem eingezwängt.

Baumaßnahmen im Bestand –2018/19. Wasserbau (Quelle: rbb|24/Editor Lokaler)

Baumaßnahmen im Bestand - 2018/19 Wasserbau

  • 1. Neubau der Uferbefestigung Wikingerufer

  • 3. Ausbau der Panke in Mitte und Pankow

  • 4. Sanierung des Talgrabens

  • 5. Neubau des Sedimentfangs im Bäketeich

  • 6. Instandsetzung der Uferwände des Humboldthafens (Südostbereich)

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und wann werden die Bürgersteige saniert.

    Für die Fussgänger - nicht für die Fahrrad Raudis mit Helm natürlich !

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