13.03.2018, Berlin: Schäfer protestieren vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für den Erhalt ihres Berufes durch eine Weidetierprämie (Quelle:dpa/Britta Pedersen)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.03.2018 | Alexander Goligowski | Bild: dpa/Britta Pedersen

Demonstration in Berlin-Mitte - Die Schafhirten schlagen Alarm

Brandenburgs Schäfer haben die Nase voll: Straßen schneiden ihnen immer öfter den Weg ab - und den Lebensunterhalt mit Schafsprodukten zu erwirtschaften, ist schwer. In Berlin fordern Schäfer daher am Dienstag mehr Geld vom Staat.Von Robert Schwaß

Viele Brandenburger Schäfer können sich schlicht und einfach kaum über Wasser halten. Und das, obwohl die Tierhalter ökologisch hochwertige und artgerechte Lebensmittel produzieren. Zudem trägt Weidehaltung zum Erhalt der Umwelt bei: Dass die freien Flächen erhalten bleiben und nicht zuwachsen, liegt auch an der Beweidung durch Schafe. Deshalb demonstrierten am Dienstag 300 Schäfer aus ganz Deutschland für die Einführung einer Weidetierprämie - begleitet von 40 Schafen. 

Immenser Aufwand für die Schäfer

Auch der Landesbauernverband unterstützt die Forderungen. Denn Präsident Henrik Wendorff kennt die Probleme der Schäfer nur zu gut: "Die Möglichkeiten, vor allem der Wanderschäferei, sind beschränkter geworden. Wir haben eine Zerschneidung unserer Kulturlandschaft, durch Infrastruktur, Straßen, Schienenstränge. Der Aufwand, den ein Schäfer heute betreiben muss, um sich und seine Familie zu ernähren, ist immens gewachsen. Das kann er alleine durch seine Produkte, das Lammfleisch, die Wolle, nicht ausgleichen."

Fördermittel vom Land

Das liegt auch daran, dass es in den letzten Jahren immer weniger Geld vom Bund und der EU gibt - Geld, das die Schäfer zum Überleben brauchen. Denkbar wäre etwa auch eine Förderung aus Mitteln des Landes Brandenburg, sagt Wendorff: "Wir als Brandenburger hätten die Möglichkeiten, über das Kulturlandschaftsprogramm diese Art von Tierhaltung zu unterstützen."

Bundesweite Lösung muss her

In Thüringen ist man bereits einen Schritt weiter. Dort plant die Landesregierung eine Prämie für jedes Muttertier. Ein ähnliches Modell gab es bis 2005 in der EU. Schäfer Dirk Schulze aus Alt-Barnim etwa könnte mit dieser Lösung gut leben: "Der Wert war an das Tier gekoppelt. Mit dem Betrag konnten die Schäfereien rechnen. Wenn sie ihre Tiere gut durchgebracht haben, dann hatten sie dieses Geld zur Verfügung."

Letztlich sei aber nur eine bundesweite Lösung zufriedenstellend. Und deshalb fordern die Schäfer eine Weidetierprämie schon ab 2019.  Demonstriert wird dafür am Dienstmorgen in Berlin ab 11 Uhr vor dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Beitrag von Robert Schwaß

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 2.

    Ich würde mich auch sehr freuen, wenn eine Lösung gefunden, wird, es ist sehr wichtig Für Heute, Morgen und Zukünftig, Schäfer mit Ihren Schafen sind eine Bereicherung
    Ich selbst habe als Kind in franken noch Schäfer erlebt, bitte unbedingt fördern!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. 1.

    Sehr geehrter Herr Schwaß,

    die heute in Berlin demonstrierenden Schäfer*innen fordern die Einführung einer WeideTIERprämie und nicht die Weideprämie (wie Sie die Prämie in Ihrem Artikel bezeichnen). Das kann man auch unter http://www.berufsschaefer.de/news/76/7/152/demo-zur-weidetierpraemie-am-13-maerz und http://www.berufsschaefer.de/news/68/7/152/bundesverband-berufsschaefer-fordert-weidetierpraemie nachlesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tamme Schröder

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