Archivbild - Schwimmbecken im Stadtbad Berlin-Mitte (Quelle: imago/Sven Lambert)
Bild: imago/Sven Lambert

Demo nach erfolgloser Tarifrunde - Acht Berliner Bäder streiken

Badekappen und Schwimmnudeln mussten am Donnerstag zu Hause bleiben: Sieben Berliner Bäder blieben am Vormittag geschlossen. Seit frühem Nachmittag streikt nun das Kreuzberger-Spreewaldbad bis 22 Uhr für höhere Löhne.

Mindestens acht Berliner Bäder haben sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag an einem Warnstreik beteiligt. Das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg ist ab nachmittags bis um 22 Uhr geschlossen, während folgende Bäder nur bis 14 Uhr geschlossen bleiben sollten, wie Verdi-Gewerkschaftssekretär Dieter Korte dem rbb sagte.  

  • das Bad am Baumschulenweg inTreptow,
  • die Schwimmhalle Allendeviertel in Treptow-Köpenick,
  • das Kombibad Seestraße in Wedding
  • Stadtbad Mitte in der Gartenstraße
  • Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) an der Landsberger Allee in Prenzlauer Berg
  • Stadtbad Tempelhof in der Götzstraße.
  • Schwimmhalle am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg.

Nach Angaben der Gewerkschaft nahmen etwa 100 Mitarbeiter der Berliner Bäderbetriebe am Warnstreik teil - das ist etwa die Hälfte aller Beschäftigten.

Überblick geschlossene Bäder in Berlin

Dritte Verhandlungsrunde im April

Bei den Berliner Bäderbetrieben gilt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), über den bei der bundesweiten Tarifrunde Bund und Kommunen 2018 verhandelt wird. Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde eine Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro monatlich. Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 100 Euro mehr erhalten.

Die Arbeitgeber lehnen das bislang ab. Für ein Statement waren die Bäder-Betriebe am Donnerstagmorgen nicht zu erreichen.

Die zweite Tarifrunde am Montag und Dienstag war erfolglos geblieben. Eine dritte Verhandlungsrunde ist nach Auskunft von Verdi-Sprecher Korte für April anvisiert. Sollten die Bäderbetriebe bis dahin kein Angebot vorgelegt haben, würde nochmals gestreikt werden, sagte Korte rbb|24.

"Wir brauchen die Erhöhung, um das Personal zu bekommen und zu halten", sagte Korte bei einer Protestkundgebung vor dem Kombibad Seestraße in Wedding am Donnerstag. "Mittlerweile würde immer mehr Fachpersonal zu anderen Betrieben gehen, "denn da wird einfach mehr bezahlt."

Warnstreiks im öffentlichen Dienst möglich

Insgesamt sind von den Verhandlungen 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen betroffen, unter anderem auch Erzieherinnen, Mitarbeiter von Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kliniken, Sparkassen und für Bundespolizisten.

Die Menschen in Deutschland müssten sich noch vor Ostern auf massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen, hatte Verdi-Chef Frank Bsirske bereits am Dienstag erklärt: "Ich gehe davon aus, dass in der gesamten Breite des Tarifbereichs Kolleginnen und Kollegen in Warnstreiks einbezogen werden."

Sendung: rbb aktuell, 14.03.2018, 17:00 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Es spricht sicherlich manches für genannte Privatisierung spez. bei Bädern. Z.B. dass Lohnwachstum nicht vom pol. Willen bzw. Lage des öff. Haushalts abhängt. Und wenn sich ein Investor ins Zeug legt, und z.B. bei oder im Bad z.B. Wellnessangebote macht (also z.B. Sauna, Massagen, und so), vielleicht sogar in Verbindung mit Hotel, dann können sogar mehr Arbeitsplätze entstehen. Auf der anderen Hand hat ein Käufer aber nicht unbedingt Interesse daran es als Bad zu betreiben, bzw. sind die neuen Eintrittspreise nicht unbedingt auf Allgemeinklientele ausgelegt.

    Ich persönlich bin für etwas sozusagen Autonomie der Bezirke (bzg. Preußen), wo lokal-stimmberechtigte mal selbst schauen was eigentlich wollen. Und wenn mit Bezirkshaushalt z.B. Bad betreiben wollen, dann wohl Vorverkaufsrecht des Bezirkes relevant. Dabei vielleicht weiter Sorge bzg. "öff. Betrieb, Dumpingpreise, und Vertreibung von Investoren", aber z.B. mit Bezirkspass für Rabatt wären ausgehängte Preise nicht Dumping.

  2. 1.

    Privatisieren und gut iss.

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