Symbolbild: Bau von Mehrfamilienhäusern in Berlin (Quelle: imago/Westend61)
Bild: imago/Westend61

Zahlen zum Wirtschaftswachstum 2017 - Berliner Wachstum top, Brandenburger Wachstum eher flop

Berlin liegt beim Wirtschaftswachstum im bundesweiten Vergleich auf Platz 2 – knapp hinter Bremen. Brandenburg erreichte im vergangenen Jahr lediglich Platz 13.

Das geht aus den Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Dienstleistungen beeinflussen Berliner Wirtschaftswachstum positiv

Die Berliner Wirtschaft ist im vergangenen Jahr erneut stärker gewachsen als in vielen anderen Bundesländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte laut Statistischem Landesamt preisbereinigt um 3,1 Prozent zu – und damit kräftiger als die gesamtdeutsche Wirtschaft (+2,2 Prozent) [Download Bericht]. In der Hauptstadt wurden demnach rund 136,6 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Vor allem das wichtige Geschäft mit Dienstleistungen legte in Berlin zu. Von jedem erwirtschafteten Euro kämen durchschnittlich 85 Cent aus den Dienstleistungsbereichen, so die Statistiker. Besonders die Bereiche "Information und Kommunikation" sowie "Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit" trugen zur Wertschöpfung bei. Die Wirtschaftslage profitiert aber auch davon, dass weiterhin viel gebaut wird und viele Menschen nach Berlin ziehen.

Berlin liegt im Bundesdurchschnitt weit vorne

Berlin hat zum dritten Jahr in Folge ein Wachstum über 3 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer liegt Berlin damit weit vorne. Nur Bremen hatte 2017 ein noch stärkeres Wachstum. Bei den verschiedenen Branchen schwächelt allerdings die Industrie – das verarbeitende Gewerbe in Berlin schrumpfte im Jahresvergleich um 3,5 Prozent.

"Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit" tragen in Brandenburg zum Wachstum bei

Brandenburgs Wirtschaft ist dagegen im vergangenen Jahr nur um 1,4 Prozent gewachsen. Damit liegt das Bundesland unter dem Durchschnitt der Bundesländer von 2,2 Prozent [Download Bericht]. Preisbereinigt wuchs das Bruttoinlandsprodukt laut Landesamt für Statistik um 914 Millionen Euro.

Den größten Anteil verbuchte der Bereich "Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit" mit 404 Millionen Euro. An zweiter Stelle standen Handel, Verkehr und Gastgewerbe, die für 266 Millionen Euro sorgten. Beide erreichten ein Wachstum von 2,8 Prozent.

Brandenburgs Wirtschaftswachstum bleibt unterdurchschnittlich

Zwar habe sich die Beschäftigungslage in Brandenburg deutlich verbessert und die Situation in der Industrie sei erfreulich, trotzdem fehle ein echtes Zugpferd für die Konjunktur, sagte Alexander Schirp von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Brandenburg benötige eine Agenda für mehr Wachstum. Auch ein Zukunftskonzept für die Lausitz sei wichtig, um die Wirtschaftskraft im Land zu stabilisieren, so Schirp.

Das Baugewerbe schloss 2017 laut Statistikern mit einer um 108 Millionen Euro geringeren Bruttowertschöpfung im Vergleich zu 2016 ab – ein Minus von 2,7 Prozent.

Brandenburg lag zum dritten Mal in Folge hinter der bundesweit durchschnittlichen Entwicklung. Nach 2015 und 2016 gelang es aber wieder, an den Durchschnitt der neuen Länder aufzuschließen.

Sendung: Inforadio, 28.03.2018, 12.00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren