Werbung für Büro- und Geschäftshaus an der Spree in der Cuvrystrasse in Berlin-Kreuzberg. (Quelle: Stefan Boness/Ipon/imago)
Bild: imago/Stefan Boness/Ipon

Online-Händler überwirft sich mit Projektentwickler - Zalando zieht nicht auf die ehemalige Cuvry-Brache

Ziegelsteinfassade, Berliner Innenstadtlage, Blick auf die Spree: Zalando hatte geplant, 35.000 Quadratmeter Bürofläche in einem Neubau auf der ehemaligen Cuvry-Brache zu beziehen. Dass der Vertrag geplatzt ist, will der Projektentwickler aus der Zeitung erfahren haben. Von Oliver Noffke

Update: Dieser Artikel erschien zuerst am 22.03.2018 und wurde am 23.03.2018 mit den Reaktionen der Baufirma Cuvrystraße 50-51 Berlin GmbH ergänzt.

Das Mode- und Versandhandelsunternehmen Zalando wird nach eigener Aussage keine Büroflächen in einem geplanten Neubau auf der ehemaligen Cuvry-Brache in Berlin-Kreuzberg beziehen. Das teilte Nadine Przybilski, Sprecherin des Unternehmens, rbb|24 am Donnerstag auf Nachfrage mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost". "Leider mussten wir im Laufe der Bauarbeiten [...] feststellen, dass vertraglich festgelegte Fristen und Meilensteine seitens der Cuvrystraße 50-51 Berlin GmbH nicht eingehalten wurden", so die Pressesprecherin. Deshalb habe sich Zalando entschlossen, von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch zu machen.

Porjektentwickler: Von Rücktritt aus der Zeitung erfahren

Bei dem vertragtraglich vereinbaren Meilenstein, der nicht pünktlich erfüllt werden konnte, handelte es sich um die nicht rechtzeitig fertiggestellte Bodenplatte des Neubaus. Dies bestätigte Artur Süßkind, Geschäftsführer der Projektentwicklungsfirma Cuvrystraße 50-51 Berlin GmbH, Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung. Eine Gesprächsanfrage von rbb|24 war zuvor ausgeschlagen worden. Dass Zalando von dem Vertrag zurücktrete, habe Süßkind aus der Zeitung erfahren, hieß es in der Mitteilung weiter.

Man habe Zalando bereits im August 2017 mitgeteilt, dass der Meilenstein nicht zu halten sei, weil bautechnische Änderungen notwendig gewesen seien. Der Termin für die Schlüsselübergabe sei allerdings nicht beeinträchtigt gewesen, so Süßkind. "Vor diesem Hintergrund sind wir der Auffassung, dass die Erklärung des Rücktritts durch die Zalando SE nicht gerechtfertigt ist", so Süßkind. Der Cuvry Campus werde auch ohne Zalando fertiggestellt, kündigte er an.

Neues Haupquartier ist schon zu klein

Zalando beschäftigt laut eigenen Angaben mehr als 6.000 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze auf verschiedene Standorte verteilt sind. Ein Großteil der Berliner Mitarbeiter soll demnächst auf dem sogenannten Zalando Campus in der Nähe der Mercedes-Benz-Arena untergebracht werden, und "unsere Mitarbeiter räumlich näher zusammenbringen und damit einen regen Austausch erleichtern", wie das Unternehmen mitteilte. Dabei handelt es sich um einen etwa 100.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex mit einem Grundriss, der an ein doppeltes X erinnert.

Dieses noch nicht fertiggestellte Hauptquartier wird jedoch nicht genügend Platz bieten, um alle Mitarbeiter unterzubringen. Der Campus werde deshalb schon jetzt um weitere, nahegelegene Büroflächen erweitert, heißt es. Zudem plane man, weiter stark zu wachsen.

Suche neue Bleibe: 35.000 Quadratmeter, Innenstadtlage

Auf dem Cuvry-Campus hatte Zalando mit der Bauherrin, der Cuvrystraße 50-51 Berlin GmbH, vereinbart, 35.000 Quadratmeter Büroflächen zu mieten. Wie viele Mitarbeiter in diesen Räumlichkeiten hätten untergebracht werden sollen, sei noch nicht entgültig entschieden worden, hieß es.

Die Kündigung dieser Vereinbarung erfolgte zudem offenbar ohne, dass Zalando dafür eine Alternative bereithielt. Sprecherin Przybilski teilte rbb|24 mit: "Wir benötigen die Bürofläche und sind in Gesprächen, um adäquaten Ersatz zu sichern." Für weitere Details sei es derzeit allerdings noch zu früh.

Sendung: Abendschau, 22.03.2018, 19:30 Uhr

Beitrag von Oliver Noffke

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 4.

    Juhu,ein mieser Konzern weniger in Kreuzberg

  2. 3.

    35000 m² zu finden ist ganz einfach. Wenn in ein paar Monaten der Allianz Campus in Adlershof fertig ist, zieht die Allianz komplett aus dem noch genutzten Teil des Treptowers aus. Die Gesamtfläche ist 135000 m² und nur 1 km entfernt. Wie viel die Allianz davon nutzt weiß ich nicht aber ganz sicher deutlich mehr als 35000 m². Diese große frei werdende Fläche ganz in der Nähe wird auch für den Investor der Cuvrystraße 50-51 ein größeres Problem darstellen wenn er andere Mieter sucht.

  3. 2.

    35.000 m2 absagen die schon im Bau sind, und hoffen, dass man anderswo jetzt schneller 35.000 findet? Da gibt es entweder schon eine Lösung, oder man braucht keine 35.000 mehr. In beiden Fällen schob man einen Grund vor.

  4. 1.

    Na, da haben Links-Grünen diesen Konzern wohl richtig wohlwollend empfangen. Bei Google drehten die ja kollektiv frei.

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