Straßenbahn der BVG am Alexanderplatz in Berlin (Quelle: dpa/chromorange/Karl-Heinz Sprembe)
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BVG veröffentlicht neue Zahlen - Berliner Bahnen und Busse werden immer voller

Die BVG ist weiter auf Wachstumskurs: Die meisten Fahrgäste muss in Berlin nach wie vor die U-Bahn transportieren. Aber auch Busse und Straßenbahnen haben 2017 noch einmal zugelegt.  

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben im vergangenen Jahr wieder mehr Fahrgäste transportiert. Eigenen Angaben zufolge zählte Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen 2017 insgesamt 1,064 Milliarden Fahrgastfahrten. 2016 seien es noch 1,045 Milliarden gewesen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Zahlenwerk.

Fahrgäste werden mit Sensoren erfasst

Ermittelt werden die Zahlen aufgrund verschiedener Parameter. Zentrale Bedeutung hätten dabei die "Zählsysteme", die nicht nur in zahlreichen Bussen, sondern auch in U-Bahnen und der Tram installiert seien, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner am Dienstag rbb|24. Dabei würde es sich um Sensoren im Eingangsbereich der Fahrzeuge handeln. Aber auch andere Maßzahlen würden in die Berechnung einfließen, zum Beispiel der Verkauf von Einzelfahrscheinen oder Monatskarten.

Falkner zufolge werden auch Schwarzfahrer erfasst - denn letztlich gehe es bei der Erhebung auch um die Frage, wie stark die Fahrzeugflotte ausgelastet sei. Auch Fahrgäste, die nicht bezahlt hätten, würden daher mitgezählt.

Das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs bildet den Angaben zufolge weiter die U-Bahn mit 563 Millionen Fahrgastfahrten, zehn Millionen mehr als im Vorjahr. In den Bussen wurden 441 Millionen Fahrten gezählt, ein Plus von acht Millionen. Die Straßenbahn verzeichnete 197 Millionen Fahrgastfahrten, rund dreieinhalb Millionen mehr als 2016. Auf die Fähren entfallen eine Million Fahrten.

Ausdrücklich weist die BVG darauf hin, dass Fahrgäste in dieser Größenordnung nur mit der entsprechenden Zahl an Mitarbeitern transportiert werden könnten. Diese sei Ende 2017 auf ein neues Rekordhoch von 14.600 Kolleginnen und Kollegen gestiegen, 200 mehr als ein Jahr zuvor.

VBB will Auslastung künftig noch genauer erfassen

Steigende Fahrgastzahlen verzeichnet auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), zu dem auch der Regional- und der S-Bahn-Verkehr in Berlin und Brandenburg zählen. Bereits Ende März hatte der VBB die Zahlen für 2017 bekanntgegeben. Demnach waren in der Region täglich mehr als vier Millionen Menschen mit Bahn und Bus unterwegs.

Angesichts des steigenden Fahrgast-Aufkommens wollen die 39 VBB-Mitglieder ihr Angebot künftig noch besser auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Die bei der BVG und teilweise auch im Regionalverkehr eingesetzten Sensoren würden dabei eine wichtige Rolle spielen, sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski rbb|24 am Dienstag. Künftig könnten auf diese Weise zum Beispiel auch Fahrräder oder Kinderwagen erfasst werden. Fahrgäste, die diese Daten per App abfragen, könnten ihre Reise dann noch besser planen.

Sendung: Abendschau, 03.04.2018, 19.30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Die 200 beziehen sich auf alle BVG Mitarbeiter ;) Hätte die BVG genug Personal würden sie nicht auf fast allen größeren Job Börsen nach Mitarbeitern suchen . Momentan kann die BVG froh sein wenn sie ihre momentane Mitarbeiteranzahl im Fahrdienst überhaupt halten können . Viele Mitarbeiter warten jetzt auf die Ergebnisse im Tarif und etwas später Manteltarif Vertrag ...sollte der schlecht ausfallen wird es mit Sicherheit die nächste Kündigungswelle geben .

  2. 8.

    "Dann die ständige Ansage, wir bitten um ihr Verständnis, ich kann sie nicht mehr hören. "

    Ich kann sie auch nicht mehr hören. Diese Ansage ist ja kein Ausnahmezustand, sie ist die Regel.

    Voraussetzung jedes weiteren Ausbaus - bspw. auch den, den ch nannte - ist selbstverständlich der verlässliche Betrieb der Bahnen und Busse. Hier ist viel eingerissen. Das Hauptproblem sehe ich in der nachträglichen Defektbehebung anstelle einer vorher betriebenen Instandhaltung, die vorsorglich ist.

    Die gegenwärtige faktische Nicht-Instandhaltung nenne ich kurzfristigstes betriebswirtschaftliches Gebaren - kurzsichtig, weil das allen und vor allem den Fahrgästen auf die Füße fällt. Oder sind das "Bahnfahrer", die alle Ausweichmöglichkeiten gefälligst selber regeln sollen?

  3. 7.

    Ich bin täglich mit der U Bahn unterwegs und muss leider feststellen, dass der Service der BVG sehr nachgelassen hat. Die U Bahnen kommen teilweise sehr unregelmäßig und sind daher oft sehr überfüllt, auch oder gerade in der Zeit in der viele Bürger Feierabend haben. Dann die ständige Ansage, wir bitten um ihr Verständnis, ich kann sie nicht mehr hören. Wenn der Senat möchte, dass mehr Bürger auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, dann muss aber auch ganz schnell der Service und die Qualität gesteigert werden.

  4. 6.

    Im Grunde genommen sind die Buslinien M 19, M 29 und M 41 geradezu prädestiniert für eine Straßenbahn. Ein siebenteiliger Zug hat glatt das doppelte Fassungsvermögen wie ein Doppeldeckerbus und niederflurig ist er komplett obendrein. Alle drei Buslinien sind natürlich als solches nicht U-Bahn-fähig, weil dafür das Fahrgastaufkommen jeder einzelnen Linie wiederum zu gering ist.

    Das Problem oder besser die Herausforderung dabei:
    Ein Tram-Ausbau muss einher gehen mit einem Straßen- und Stadtumbau. Ist insgesamt billiger als eine U-Bahn-Strecke, doch wegen der "Nutzungskonkurrenz" im Straßenraum auch wiederum konfliktbeladener. Hier kneift die Kommunal- und Landespolitik oft genug.

  5. 5.

    Heute und gestern 9:00 Uhr Ersatzverkehr. U7 ok, ging was die Fülle anbelangte. Gesten Nachmittag M41 benutzt vom Halleschen Tor bis Hermannplatz ok dann Chaos, liegt nicht am Schienenersatzverkehr ist immer so.

  6. 4.

    Die Berliner wollen die Verkehrswende. Die Regierungsparteien haben das nur noch nicht verstanden und setzen auf Schönwetter-Fahrzeuge. Deren Nutzer setzen sich bei Nässe oder kühlerem Wetter oft lieber die BVG. RRG muss mehr tun als ein paar alte Strassenbahnpläne fortzuführen und eine Klientelpolitik für eine laut jammernde Mineerheit hu betreiben.

    Frau Günter bekommt von den Grünen kontra, nur weil sie den Ausbau der U-Bahn ins Spiel gebracht hatte. Die sollten dringen ihren Scheuklappen ablegen. Viele Berliner sind weltoffener und deshalb ausserhalb des eigenen Kiezes unterwegs als die radfixierten Politiker glauben.

  7. 3.

    Genau aus diesem Gründen werden ja neue Tramstrecken geplant und gebaut: Kosten ein Sechstel wie eine U-Bahn-Strecke pro Kilometer, haben aber immerhin die Hälfte der Kapazität. Auf gut Deutsch: Mit dem gleichen Geld lassen sich mit neuen Straßenbahnen dreimal so viel Fahrgäste bewegen wie mit neuen U-Bahnen.

    Und den Straßenraum bereichert´s überdies: Statt der Monotonie der Asphaltspuren gibt´s eine ästhetische Aufwertung - bspw. bei Rasengleis - auch noch dazu. Demnächst auf Streckenteilen zu beobachten in Richtung Turmstraße / Moabit.

  8. 2.

    Ehrlich, ich finds nicht lustig, bei einer derartig steigenden Fahrgastzahl ohne gleichzeitige Inbetriebnahme neuer Busse und Bahnen den Platz mit den neu Dazugekommenen zu teilen... so genau wollte ich nicht wissen, wie der Nachbar riecht, oder schmeckt? Oder was er gerade am Handy liest. Oder oder... und was nützen 200 neue Kollegen, wenn das Material fehlt?
    Im Bericht wird nicht erwähnt, ob neue Wagen dazu kamen - ich würde gefühlt NEIN sagen...

  9. 1.

    Ja, immer herein mit den Massen, dann auch noch die Autofahrer und es ist schlimmer als in Tokio.
    Nichs ist hier so richtig zu Ende gedacht.
    Wenn man so viele Menschen einladen möchte,
    , muss man auch alle Folgen mit einplanen.
    Sonst gibt es Chaos und Unzufriedenheit zur
    Genüge.

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