"Pankower Tor" - Schule (Bild: Krieger Grundstück GmbH)
Video: Abendschau | 25.04.2018 | Sylvia Wassermann | Bild: Krieger Grundstück GmbH

Senat, Bezirk und Investor einig - Der Weg ist frei für das "Pankower Tor"

2.000 Wohnungen, eine Schule und ein Möbelhaus: Vertreter von Land und Bezirk haben am Mittwoch eine Vereinbarung mit dem Investoren Krieger unterzeichnet, wie das Areal des früheren Güterbahnhofs Pankow bebaut werden könnte. Endgültig ist das aber nicht.

Die Pläne zur Bebauung des "Pankower Tors" nehmen Form an: Das Bezirksamt Pankow, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Bauinvestor Kurt Krieger haben dazu am Mittwoch eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet.

Bebaut werden soll das Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs entlang der Granitzstraße. Krieger hatte im Frühjahr 2010 das ehemalige Bahngelände erworben, um dort Möbelmärkte und Wohnungen zu errichten.

Land und Bezirk rangen jedoch seitdem mit dem Investor um die Zahl der Wohnungen, die entstehen sollen, aber auch um den Anteil an mietpreisgebundenen Appartements, die Zahl neuer Möbelhäuser, die Verkaufsfläche sowie um den Erhalt eines denkmalgeschützten Lokschuppens. Auch die Verkehrserschließung sorgte lange Zeit für Diskussionen.

2.000 Wohnungen und 25.000 Quadratmeter Ladenflächen

Geeinigt haben sich die Beteiligten nun auf 2.000 Wohnungen, eine Schule und einen Möbelfachmarkt. Dazu sollen 25.000 Quadratmeter für Einzelhandelsgeschäfte entstehen - das ist mehr, als der Senat eigentlich wollte. Es sei aber klar gewesen, dass man sich einander habe annähern müssen, um eine Vereinbarung mit dem Grundstückeigentümer zu erzielen, wie Stadtentwicklungssenatorin Lompscher dem rbb sagte. "Deshalb habe ich mit gutem Gewissen, diese Vereinbarung unterschrieben, weil wir die Wohnungszahl verdoppeln konnten gegenüber früheren Vereinbarungsständen."

Lokschuppen aus Vereinbarung ausgeklammert

Noch keine Einigung wurde über das Areal rund um den denkmalgeschützten Lokschuppen. Dieses Gebiet wurde von der Vereinbarung ausgenommen. "Wenn wir jetzt darauf gewartet hätten, dass wir mit dem Rundlokschuppen zueinander kommen, dann hätten wir noch Jahre damit zugebracht, uns an dieser einen Stelle zu verhaken", sagte Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) dem rbb. Dieser Teil solle separat geklärt werden.

Vereinbarung könnte noch gekippt werden

Die Übereinkunft soll Grundlage eines städtebaulichen Vertrags, eines Bebauungsplans sowie des detaillierten Verkehrskonzepts sein. Schon mehrfach hatte es in den vergangenen knapp zehn Jahren Einigungen gegeben, die aber später wieder gekippt wurden. Verbindlichen Charakter erhalten die neuerlichen Planungen auch erst, wenn der Senat den Flächennutzungsplan entsprechend der Vereinbarungen ändert und die Bezirksverordnetenversammlung einen sogenannten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan verabschiedet.

Dabei wird es sicher noch Debatten geben, denn nicht alle Seiten, etwa die Grünen, sehen mit der Vereinbarung die von ihnen vertretenen Interessen gewürdigt. Florian Swyter, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, forderte die Grünen am Mittwoch zum Konsens auf. "Das Verfahren hat bereits jetzt viel zu lange gedauert. Man kann nur hoffen, dass bei der Planung und Umsetzung dieses wichtigen Projekts von der Politik kein weiterer Sand ins Getriebe gestreut wird."

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