Räder der Firma O-Bike (Quelle: dpa/ Bieri)
Bild: dpa/Bieri

Kundendaten im Netz - Berliner Datenschützerin prüft Sicherheitslücke bei Obike

Kurz nach dem Start des Leihrad-Anbieters Obike in Deutschland gab es Berichte über ein massives Datenleck. Nun will die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk prüfen, ob das Unternehmen gegen Datenschutzgesetze verstoßen hat.

Hat der Leihfahrrad-Anbieter Obike mit einer Sicherheitslücke gegen Datenschutzgesetze verstoßen? Die Berliner Datenschutzbeauftragte, Maja Smoltczyk, will das prüfen - so teilte einer ihrer Sprecher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es wird ein Prüfverfahren eingeleitet. Dieses Verfahren ist ergebnisoffen", sagte der Sprecher. Obike erhalte in den kommenden Wochen die Möglichkeit, ausführlich Stellung zu nehmen.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hatte im Dezember über ein Datenleck bei Obike berichtet. Demnach sollen Namen, Kontaktinformationen, Profilfotos und Bewegungsdaten von Nutzern aus aller Welt mindestens zwei Wochen lang offen im Internet einsehbar gewesen sein. Laut BR-Recherchen hätten die Social-Media-Funktionen der Obike-App den Zugriff auf die Daten ermöglicht.

Sicherheitsproblem mit der Sharing-Funktion

Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage, dass es im November ein Sicherheitsproblem mit der Sharing-Funktion gegeben habe. Diese Funktion erlaubt es, die zurückgelegte Fahrstrecke oder verbrauchte Kalorien mit anderen Nutzern zu teilen. Grund für die Sicherheitslücke sei ein Server-Umzug von Shanghai nach Europa gewesen, teilte eine Sprecherin mit.

"Da es sich bei der Schwachstelle nur um die Sharing-Funktion handelte, waren maximal 100 Nutzer in ganz Deutschland betroffen." Das Problem sei binnen einer Woche behoben worden. "Es besteht laut Angaben der IT-Abteilung kein Sicherheitsrisiko mehr."

Unternehmen soll erklären, wo sich die Server befinden

Die Berliner Datenschutzbeauftrage wird nach Angaben ihres Sprechers einen Fragenkatalog an Obike senden. Das Unternehmen solle unter anderem erklären, wo die Server stehen, welche Kunden betroffen waren und ob diese informiert wurden. "Uns interessiert auch, ob die Maßnahmen, um die mögliche Lücke zu schließen, aus unserer Sicht ausreichend waren", sagte der Sprecher.

Obike hat seinen Hauptsitz in Singapur und wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. In Deutschland ist das Unternehmen mit insgesamt rund 8.000 Fahrrädern in vier Städten vertreten,  seit November 2017 auch in Berlin. Die Räder sind im "Free-Floating"-System über die Stadt verteilt - sie stehen also nicht an festen Stationen. Größte Konkurrenten von Obike sind Call-a-Bike, eine Tochter der Deutschen Bahn, das Leipziger Unternehmen Nextbike, der chinesische Anbieter Mobike und das Berliner Start-Up Byke.

Sendung:  Abendschau, 02.04.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Von "Schuld" würde ich vielleicht jetzt nicht reden, auch wenn das landläufiger Ausdruck ist, als Appell ans Gewissen an die persönliche Verantwortung dann doch schon. Auch wenn das ggf. altbacken klingt. Wer über die Gangway in ein Flugzeug von Rudi´s Airline schreitet, muss darauf gefasst sein, dass aufgrund eingesparten Aufwands die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes höher ist als bei anderen, und wer für 199,99 € ein Rad im Supermarkt kauft, braucht sich nicht zu wundern, dass er einen halben Tag an dem guten Teil herumschrauben muss. Weil der Anbieter an den verhältnismäßig teuren manuellen Justierungen gespart hat.

    Nun also 0Bike. - Wer sagt denn, dass nicht einer von gut 400 "Friends", mit denen die persönlich addierten Werte im Zweifelsfall geteilt werden, sich nicht´als Plaudertasche erweist, auch wenn dieser Umstand das hier aufgetane Datenleck keinesfals harmoser macht?

  2. 1.

    Selbst Schuld, wer seine Daten ohne nachzudenken an irgendwelche Wald-und Wiesen-Anbieter freigibt, nur weil es ein Leihrad sein muss: es gibt genug Verleiher mit Station und persönlicher Betreuung - aber es muss ja immer mehr von diesem Billigschrott sein, der die Stadt verschandelt.

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